10 Hausmittel gegen Unkraut – mit Essig, Salz & Co vernichten?

Unkraut mit Hausmitteln bekämpfen

Wenn im Garten alles grünt und blüht, könnte man die Früchte seiner Arbeit genießen, wäre da nicht das lästige Unkraut. Es macht weder vor Blumenbeeten und Rasenflächen noch vor Fugen zwischen Gehweg- oder Terrassenplatten Halt. Aber einen Garten ohne Unkräuter gibt es nicht. Diese Pflanzen sind oft sehr wuchsstark, was das Entfernen oft erschwert. Das eine oder andere Hausmittel kann bei der Bekämpfung dieser Unkräuter sehr hilfreich sein.

Essig, Salz

Viele Menschen schwören bei der Unkrautbekämpfung auf Salz und Essig oder Essigreiniger. Man stellt eine Lösung aus jeweils einem Teil Salz und fünf Teilen heißem Wasser her, die man dann über die Unkräuter gießt. Das im Wasser enthaltene Salz entzieht dem Unkraut Flüssigkeit, sodass es vertrocknet und schließlich abstirbt.

Nach etwa einer Woche sind die behandelten Pflanzen verdorrt und können entfernt werden. Anstelle von normalem Kochsalz wird oft auch Bullrichsalz aus der Apotheke verwendet. Um eine entsprechende Lösung aus Essig herzustellen, mischt man 15 Teile Wasser mit einem Teil Essig und sprüht es auf die Unkräuter. Oft wird auch handelsüblicher Essigreiniger direkt auf die Pflanzen gegeben, wonach diese absterben.

Der Einsatz von Hausmitteln wie Salz und Essig oder Essigreiniger kann sehr effektiv sein, dennoch sind sie mit Vorsicht anzuwenden, denn sie gelten vor dem Gesetz als Pflanzenschutzmittel und ihre Anwendung auf nicht gärtnerisch genutzten bzw. versiegelten Freiflächen wie Plätzen, Hofeinfahrten, Pflastern und Gehwegen rund ums Haus ist gesetzlich verboten. Auch wenn der Einsatz im Garten auf Beeten, Wiesen oder Rasenflächen, nicht ausdrücklich verboten ist, ist er auch dort nicht empfehlenswert.

Essig und Salz zur Unkrautbekämpfung

Das liegt daran, dass es im Boden zu einer erhöhten Konzentration dieser Stoffe kommt, die, wenn überhaupt, nur schwer und nur über einen sehr langen Zeitraum wieder abgebaut werden können. Essig übersäuert den Boden, während Salz den Salzgehalt im Boden so erhöht, dass im Boden lebende Mikroorganismen abgetötet werden und sich die Auswirkungen bald auch an umliegenden Nutz- und Zierpflanzen bemerkbar machen.

Darüber hinaus wird das Grundwasser belastet, was wiederum zu Problemen in der Kanalisation und in Kläranlagen führt. Auch wenn es relativ bequem ist, Essig, Essigreiniger oder Salz zur Unkrautbekämpfung einzusetzen, sollte man nach Möglichkeit darauf verzichten, denn es gibt andere Alternativen bzw. Hausmittel, mit denen man Unkraut nachhaltig vernichten kann und von denen weder für Mensch noch Umwelt eine Gefahr ausgeht.

Unkraut jäten

Die beste und erfolgversprechendste Methode Unkraut gründlich und dauerhaft zu vernichten, ist  regelmäßiges Jäten. Je nach Art der Unkräuter kann das jedoch sehr kraft- und zeitaufwendig sein, ist dafür aber um einiges umweltschonender als Salz und Essig. Am besten beginnt man mit dem Jäten schon früh im Jahr, so hält es sich später in Grenzen. Dazu sollte man wissen, dass es Samen- und Wurzelunkräuter gibt.

regelmäßiges Jäten beugt Unkraut vor

Zu den Samenkräutern zählen z.B. Hirtentäschel, Gänsedistel, Sauerklee und Vogelknöterich. Wesentlich hartnäckiger sind Wurzelunkräuter wie Giersch, Disteln, Ackerschachtelhalm, Löwenzahn, Quecke, Weißklee, Günsel und Brennnesseln. Sie bilden dichte unterirdische Wurzelnetze bzw. Wurzelausläufer oder Pfahlwurzeln, die im Boden überwintern, was eine dauerhafte Entfernung schwierig macht.

  • Samenunkräuter haben ein eher schwaches Wurzelwerk
  • sie sollten noch vor der Blüte ausgezupft werden
  • das verhindert die Samenbildung und Ausbreitung dieser Pflanzen
  • es ermöglicht eine dauerhafte Entfernung
  • zum Zeitpunkt des Jätens sollte der Boden feucht bis nass sein
  • feuchter Boden ist lockerer, Unkraut lässt sich besser herausziehen
  • Wurzelunkräuter sind schwieriger zu beseitigen
  • das liegt an ihren dichten Wurzelnetzen oder Pfahlwurzeln
  • von Wurzelunkräutern immer die komplette Wurzel entfernen
  • im Boden verbleibende Wurzelreste treiben wieder aus
  • den feuchten Boden zuvor mit einer Harke, Gartenkralle oder Hacke auflockern
  • trockenen Boden unbedingt vorher wässern
  • dann die Pflanze dicht über dem Boden greifen und vorsichtig heraus ziehen
  • die oberirdischen Pflanzenteile auf keinen Fall abreißen
  • Unkräuter mit tiefer gehenden Pfahlwurzeln mit einem Wurzelstecher entfernen
  • den Wurzelstecher neben der Pflanze in den Boden stecken und mehrmals hin und her rütteln
  • ist die Erde locker, das Unkraut vorsichtig samt Wurzel heraus ziehen
  • entfernen von Wegerich, Giersch, Brennnesseln und Ackerdisteln schwierig
  • dauerhafte Entfernung nur durch großflächiges Ausgraben möglich
  • unerwünschten Pflanzenwuchs zwischen Pflaster- und Gehwegplatten mit Fugenkratzer beseitigen

Unkraut zwischen Steinplatten jäten

Entfernte, nicht blühende Unkrautpflanzen, können bei Sonnenschein auf der Erde liegen bleiben, sodass sie vertrocknen, sich zersetzen und dem Boden so als organische Substanz wieder zugeführt werden. Auch wenn man noch so sorgfältig vorgeht, ist das alles keine Garantie dafür, dass es im nächsten Jahr nicht wieder zu unerwünschtem Unkrautwuchs kommt. Allerdings sollte er dann deutlich geringer ausfallen, und wenn man dann am Ball bleibt, lässt er sich auch künftig gut in Schach halten.

Tipp: Das Wichtigste beim Jäten von Unkräutern ist eine gründliche und sorgsame Vorgehensweise. Je weniger Wurzelreste im Boden zurückbleiben, desto weniger Unkraut kann wieder nachwachsen.

Kartoffelwasser

Ein anders empfehlenswertes Hausmittel gegen Unkräuter jeglicher Art ist ungesalzenes Kartoffel-, Reis- oder Nudelwasser. Seine Wirksamkeit beruht auf der im Kochwasser enthaltenen Stärke. Bei der Anwendung gibt es nichts zu beachten, man gießt das heiße Wasser einfach über die Pflanzen. Die Stärke verstopft die sogenannte Stomata (Poren in unteren Epidermis der Pflanzen), sodass diese absterben. Vermutlich hätte auch reines kochendes Wasser ohne Stärke schon eine ähnliche Wirkung.

Kartoffelwasser ist ein gutes Hausmittel gegen Unkraut

Die abgetöteten Pflanzenreste müssen dann nur noch beseitigt werden. Allerdings ist das Ganze nicht sehr nachhaltig und muss ebenfalls regelmäßig wiederholt werden. Darüber hinaus kann der Wasserverbrauch je nach zu behandelnder Fläche relativ hoch sein. Zum Einsatz kommen kann dieses Hausmittel überall dort, wo keine anderen Pflanzen, z.B. Blumen, Gemüsepflanzen oder Ziergehölze stehen. Besonders wirksam ist es auf Pflastersteinen und in Fugen, aber Vorsicht, bei empfindlichen Untergründen kann das heiße Wasser Schäden verursachen. Deshalb besser immer erst an einer nicht sofort sichtbaren Stelle testen.

Tipp: Wenn man diesem stärkehaltigen Wasser zusätzlich noch Schmierseife untermischt, kann das deren Wirkung verstärken.

Brennnesseljauche

Wer einen Garten besitzt, hat meist auch Brennnesseln, die als sehr wirksames und vielseitig einsetzbares natürliches Mittel gegen Unkraut genutzt werden können. Aus ihnen lässt sich nicht nur ein guter Dünger und wirksames Spritzmittel gegen Blattläuse und Weiße Fliege herstellen. Mit einer Jauche aus diesen, eigentlich auch den Unkräutern zugehörigen Pflanzen, lassen sich verschiedene Arten von Unkräutern bekämpfen. Diese Jauche ist sehr leicht herzustellen.

  • man benötigt etwa 1 kg frische Brennnesseln, 10 Liter Wasser und ein großes Gefäß
  • Brennnesseln grob zerkleinern, in das Gefäß geben und mit Wasser übergießen
  • anschließend den Behälter abdecken
  • das Ganze an einem sonnigen Plätzchen etwa zwei Wochen gären lassen
  • beim Gären entsteht ein äußerst unangenehmer, beißender Geruch
  • dagegen hilft Urgesteinsmehl, das man beim Ansetzen der Jauche untermischt
  • Urgesteinsmehl neutralisiert unangenehme Gerüche
  • für diese Menge etwa 500 Gesteinsmehl ausreichend
  • die Masse einmal pro Tag umrühren
  • nach etwa zwei Wochen ist die Jauche fertig
  • sie kann über die unerwünschten Kräuter gegossen werden
  • am besten unverdünnt verabreichen
  • ist auch in verdünnter Form (1:10) noch sehr wirksam

Brennnesseljauche vernichtet Unkraut

Man gießt oder sprüht die Jauche direkt über die Blätter der Unkräuter. Die enthaltene Säure verbrennt die Blätter und schädigt die Pflanzen so stark, dass sie schließlich eingehen. Um sie dauerhaft zu bekämpfen bzw. zu vernichten, muss die Behandlung mehrmals wiederholt werden.

Tipp: Bei der Verwendung von Brennnesseljauche sollten Gartenbesitzer mit eigenem Garten- oder Trinkwasserbrunnen darauf achten, im Umkreis von ca. 10 m um die Brunnen keine Jauche auszubringen. Ansonsten könnten Fremdstoffe in das Wasser gelangen und es verunreinigen.

Abflammen

Ein anderes umweltschonendes und ungiftiges Hausmittel zur Unkrautbekämpfung stellt der Gasbrenner dar, mit dem man die Pflanzen quasi verbrennt. Durch die hohen Temperaturen gerinnen die Eiweiße in den Zellen der Pflanzen. So lassen sich vor allem die oberirdischen Pflanzenteile vernichten. Die Wurzeln bleiben jedoch größtenteils verschont und treiben nach einer gewissen Zeit wieder aus, sodass das Ganze regelmäßig wiederholt werden muss.

Diese Methode Unkraut zu bekämpfen, ist ausschließlich auf gepflasterten Flächen wie Terrassen, Einfahrten und Gehwegen anzuwenden. Für die Durchführung sollte ein trockener und windstiller Tag gewählt und die betreffende Fläche zuvor mit einem Besen von trockenen Zweigen und Blättern befreit werden. Nach dem Abflammen können die verbrannten Überreste mit einem Besen entfernt werden.

Unkrautwuchs zwischen Steinplatten

Hochdruckreiniger

Sofern vorhanden, kann auch ein Hochdruckreiniger ein sehr effektives Hilfsmittel sein, um Unkraut zu bekämpfen. Sein Einsatz bietet sich vor allem auf versiegelten Flächen an, wobei sich ein Hochdruckreiniger besonders gut zum Entfernen von Moosbelägen eignet. Aber auch Unkraut kann damit aus den Fugen geholt bzw. gespült werden. Allerdings werden die Fugen dabei stark ausgewaschen, sodass sie anschließend wieder mit geeignetem Fugenmaterial aufgefüllt werden müssen.

Dabei muss man mehrmals mit dem Wasserstrahl über die Fugen gehen. Um ein zu starkes Auswaschen zu vermeiden, sollte der Aufprallwinkel des Wassers ungefähr 45 Grad betragen. Danach lassen sich auch Unkräuter mit etwas längeren und kräftigeren Wurzeln leicht herausziehen. Kleinere Gräser werden meist schon mit heraus gespült. Diese Form der Unkrautentfernung macht in der Regel nur Sinn, wenn man im Besitz eines Hochdruckreinigers ist, und diesen nicht kaufen oder gegen eine Gebühr ausleihen muss.

Backpulver

Ebenso wie Salz und Essig, findet sich auch Backpulver in jedem normalen Haushalt, wo es in vielerlei Hinsicht gute Dienste leistet. So soll es auch ein gutes Hausmittel gegen Unkrautwuchs sein und das ganz ohne Nebenwirkungen. Verabreicht wird es über das Gießwasser. Man mischt 2-3 Päckchen Backpulver mit 5 Liter Wasser. Um die Wirkung noch zu verstärken, wählt man dazu einen sonnigen Tag. Das Wasser verdampft und das Backpulver kann seine Arbeit verrichten. Die Anwendung muss mehrmals wiederholt werden, bis sich ein dauerhafter Erfolg einstellt.

Backpulver gegen Unkraut einsetzbar

Unkraut mit Folie abdecken

Licht und Sonne sind zum Gedeihen von Pflanzen unverzichtbar, das gilt auch für Unkräuter. Unterbricht man die Lichtzufuhr, findet keine Fotosynthese mehr statt, sie können nicht mehr wachsen und gehen schließlich ein. Ein Hausmittel, das sich dazu bestens eignet, ist Folie, eine perfekte Alternative zu chemischen Unkrautvernichtern.

  • Folie sollte unbedingt dunkel und lichtundurchlässig sein
  • die Folie zuerst auf die richtige Größe zuschneiden
  • danach über den Unkräutern ausbreiten
  • Unkräuter müssen komplett mit dieser Folie bedeckt sein
  • an unterschiedlichen Stellen mit Steinen oder Erde beschweren
  • den äußeren Rand vollständig mit Erde bedecken

Nun sollte die Folie so lange wie möglich liegen bleiben, denn auch wenn nach etwa zwei Wochen die ersten Unkräuter augenscheinlich abgestorben sind, ist der Bereich noch lange nicht unkrautfrei. Beste Erfolge stellen sich in der Regel erst ein, wenn man die Fläche mindestens 1-1,5 Jahre komplett abdeckt und ruhen lässt. Nach dieser Zeit entfernt man sämtliche Wurzeln, sodass wieder neu bepflanzt werden kann.

Tipp: Am besten eignet sich diese Form der Unkrautvernichtung für Flächen, auf deren Nutzung man einige Zeit verzichten kann, denn die besten Erfolge stellen sich hier erst nach einem längeren Zeitraum ein.

Unkrautwuchs vorbeugen

Um Unkrautwuchs gar nicht erst aufkommen zu lassen oder ihn zumindest in Grenzen halten zu können, ist Vorbeugung das beste und effektivste Mittel. So kann man z.B. schon bei der Neuanlage eines Beetes flächendeckend ein Unkrautvlies einarbeiten. Auch für Gemüsebeete eignet sich ein schwarzes Mulchvlies, dass man mit Kreuzschlitzen versieht, in die die Gemüsepflanzen eingesetzt werden.

Eine weitere vorbeugende Maßnahme ist das Ausbringen einer dicken Schicht Rindenmulch oder Holzspäne, die die Bildung von Unkräutern hemmt.  Allerdings hat Mulch die Eigenschaft, dem Boden Nährstoffe, vor allem Stickstoff, zu entziehen, der dann durch eine entsprechende Düngung wieder zugeführt werden muss. Auch Bodendeckerpflanzen wie Kriechspindel, Ysander oder Elfenblume können den Wuchs von Unkraut hemmen oder gar verhindern.

Unkrautwuchs vorbeugen

Auf Gehwegen und Terrassen lässt sich dessen Entstehung durch regelmäßiges Fegen verhindern, die jungen Schösslinge werden dabei immer wieder entfernt. Blumenbeete lassen sich schützen, indem man sie beispielsweise mit einer Einfassung versieht.

Beim Entsorgen der Unkräuter sollte man darauf achten, dass Wurzelunkräuter nur dann auf den Kompost dürfen, wenn deren Wurzeln komplett vertrocknet sind und nicht wieder anwachsen können. Samenunkräuter sollten besser im Hausmüll und nicht auf dem Kompost entsorgt werden. Auf Hausmittel wie Salz und Essig kann so getrost verzichtet werden.

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