Genauso vielseitig wie die kulinarische Verwendbarkeit sind allein die Sorten kultivierbarer Pflücksalate für den heimischen Garten. In diesem Ratgeber findet der Gärtner eine übersichtliche Auswahl inklusive Angaben zu Standort Bedingungen und Pflanzzeit.

Auf den Punkt gebracht

  • durchgehende Ernte möglich
  • unterschiedlich ausgeprägter Geschmack von mild bis nussig
  • Vorziehen ab März
  • Pflanzzeit ab April
  • humoser Boden
  • Saattiefe 0,5 cm

Sorten von A – C

Australischer Gelber

  • Blattfarbe: grüngelb
  • Blattform: kraus
Pflücksalat Australischer Gelber
Quelle: GT1976, 2018-06-18 (109) Lactuca sativa (garden lettuce) at Bichlhäusl in Frankenfels, Austria, bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 4.0

Der Australische Gelbe verdankt seinem Namen seinen auffällig hellen Blättern. An einem warmen Standort bildet der Pflücksalat bis zu 40 cm große Köpfe. Die Erde sollte humos und locker sein. Gut geeignet ist ein Beet mit sonniger Lage. Halbschatten toleriert der Australische Gelbe aber ebenso. Zudem kann der Gärtner ihn auch im Balkonkasten kultivieren. Dies gelingt jedoch nur mit einem einzigen Salat, da der Gärtner diese Sorte auch im Freiland vorerst auf 5 cm, später auf 10-20 cm vereinzeln muss, sobald sich die Blätter berühren. Hier freut sich der Pflücksalat über die Gesellschaft von:

  • Kohlrabi
  • Radieschen
  • Fenchel
  • Erbsen

Die gute Nachbarschaft belohnt die Gemüsepflanze mit hohen Erträgen. Die Keimzeit beträgt gerade mal 6 bis 15 Tage. Ein weiterer Vorzug des Australischen Gelben ist, dass er erst spät schießt.

Catalogna

  • Blattfarbe: hellgrün
  • Blattform: gelappt, gezackt
Catalogna Pflücksalat
Quelle: Ping an Chang, 萵苣(不同品種) 20191125140140 10, bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 4.0

Der Catalogna erinnert mit seinen langen, gezagten Blättern etwas an einen zu groß geratenen Löwenzahn. Im Gewächshaus ist der Anbau das ganze Jahr über möglich. Kulinarisch lohnt sich die Kultivierung allemal. Die knackigen Blätter schmecken würzig, leicht bitter und lassen sich sogar wie Spinat aufkochen. Ein großer Vorzug dieser Sorte ist, dass sie schossfest ist.

Sorten von D – K

Eichenblatt Salat

  • Blattfarbe: grün oder rot
  • Blattform: gezackt
Eichenblatt Pflücksalat
Bjankuloski06en, Oak Leaf Lettuce, bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 3.0

Der Eichenblatt Salat eignet sich für die Kultur im Freiland oder im Topf. Hauptsache, er steht sonnig bis halbschattig und gedeiht in einer, lockeren, humosen, durchlässigen und vor allem nährstoffreichen Erde. Es handelt sich um eine junge Zuchtform, aus der zahlreiche unterschiedliche Sorten hervorgegangen sind:

  • Bijella: bunte Sorte, meist bräunlich mit grünem Herz
  • Bolchoi: kompakter Wuchs, krause Blätter
  • Navara: grüne oder rote Blätter
  • Radichetta: gezackte, spitz zulaufende Blätter in Grün
  • Red Salad Bowl: große, rote Köpfe
  • Salad Bowl: ebenfalls große Köpfe in Grün
  • Till: spitz zulaufende, grüne Blätter mit gelbem Herzen

Der Eichenblatt Salat ist bekannt für seinen haselnussartigen, feinen Geschmack. Gerne verwenden ihn Gastronomen zur Dekoration des Buffets. Auch im Garten wirken die Salatköpfe in hellem Grün oder mit rotem Schimmer optisch ansehnlich. Die Kombination mit:

  • Fenchel
  • Meerrettich
  • Rhabarber
  • Radieschen
  • Dill
  • Tomaten
  • Kerbel
  • oder anderen Pflücksalaten

dient aber eher dem praktischen Zweck einer guten Nachbarschaft. Mit Petersilie verträgt sich der Pflücksalat hingegen nicht. Wenn auch Eichenblatt Salat zu den beliebtesten Pflücksalat Sorten zählt, ist der Anbau leider nicht einfach. Zum einen sind die Blätter sehr weich und empfindlich, zum anderen schosst er schon früh. Obendrein hält er sich nur kurze Zeit im Kühlschrank.

Fenchel als Nachbar für Pflücksalat
Fenchel

Hirschzunge

  • Blattfarbe: tiefrot
  • Blattform: fein gezahnt

Die Hirschzunge stammt aus Amerika und erinnert optisch wirklich ein bisschen an ihre Namensgebung. Sie ist in verschiedenen Sorten erhältlich, wobei es sich in der Regel um Kreuzungen aus Eichblatt Salat Arten handelt. Die Ernte ist bereits nach 55 Tagen möglich. Hirschzunge schmeckt angenehm zart.

Sorten von L – Q

Lattughino verde

  • Blattfarbe: grün
  • Blattform: geschlitzt

Diese alte Sorte wird auch als Fingersalat bezeichnet. Sie bedarf eines Pflanzabstands von 20 bis 25 cm und fühlt sich an mäßig warmen Standorten wohl. Auch der Nährstoffbedarf ist nicht so hoch wie bei anderen Pflücksalaten. Lattughino verde ist eine spät schießende Sorte. Botaniker empfehlen, das Blattgemüse höchstens drei Jahre in Folge anzubauen.

Lollo Bionda

  • Blattfarbe: hellgrün
  • Blattform: fein gezahnt
Lollo Bionda Pflücksalat
Quelle: Jamain, Lollo Bionda lettuce J1, bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 3.0

Der Lollo Bionda ist das grüne Pendant zum Lollo Rosso. Auch diese Sorte stammt aus Italien. Die feinen zarten Blätter überzeugen mit einem schmackhaften Aroma, sind kräftig und knackig. Lollo Bionda bildet mittelgroße, lockere, kugelrunde Köpfe. Die Ernte ist nach 5 bis 6 Wochen möglich. Dass er erst spät schießt, macht ihn zu einer sehr beliebten Sorte unter den Pflücksalaten.

Hinweis: Lollo Bionda eignet sich perfekt für die Mischkultur, da er resistent gegen Schnecken ist und somit andere Pflanzen vor dem Befall schützt.

Lollo Rosso

  • Blattfarbe: intensiv rot
  • Blattform: kraus
Lollo rossa, Lollo rosso, Schnittsalat
Lollo rossa, Lollo rosso, Schnittsalat

Mit dem Lollo Rosso kommt ein echter Italiener in den Garten. Man könnte diese Sorte für wahr als temperamentvoll bezeichnen, denn sie besitzt im Vergleich zu ihren Verwandten viele Besonderheiten. Zum einen hat der Lollo Rosso bis in den Dezember Saison. Zum anderen bildet er keinen Kopf, sondern eine Rosette mit festen Blättern.

Hinweis: Sowohl für den Einkauf im Supermarktals auch für die Verwertung des eigenen Anbaus sollte der Gärtner den Blättern des Lollo Rosso eine aufmerksame Kontrolle unterziehen. Durch die dunkelrote Farbe heben sich welke Blätter kaum von den genießbaren ab. Das dunkelrote Blattgemüse schmeckt kräftig und nussig, fast schon leicht bitter.

Ochsenzunge

  • Blattfarbe: grün
  • Blattform: länglich

Die Ochsenzunge ist eine traditionelle, aus Rumänien beziehungsweise Kasachstan stammende Sorte und bildet bis zu 25 cm lange Blätter in kräftigem Grün. Geschmacklich ist diese Sorte einzigartig. Sie begeistert mit einem nussigen Aroma und einer fleischigen, gleichzeitig zarten Konsistenz.

Sorten von R – Z

Red Velvet

  • Blattfarbe: dunkelrot
  • Blattform: kraus

Mild und zugleich kraftvoll schmeckt diese Pflücksalat Sorte, die schon lange bekannt ist. Ihre dunkelroten, fast braunen Blätter sind eine dekorative Bereicherung im Gemüsebeet.

Red Velvet Pflücksalat
Quelle: Jamain, Red leaf lettuce J1, bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 3.0

Terre

  • Blattfarbe: grün
  • Blattform: stark gewellt

Die Sorte Terre ist in der Türkei zu Hause und in Deutschland eher unbekannt. Der Anbau ist aufgrund der schmackhaften, breiten Blätter dennoch sehr lohnenswert.

Venezianischer Brauner

  • Blattfarbe: hellgrün
  • Blattform: breit, gezackt

Der Venezianische Braune ist sozusagen ein alter Hase unter den Pflücksalaten. Seine Beliebtheit ist ebenso groß wie sein Bekanntheitsgrad. Das liegt vor allem an seinem schnellen Wuchs, der eine frühe Ernte ermöglicht.

Hinweis: Einen Mehltaubefall muss der Gärtner beim Venezianischen Braunen nicht befürchten.

Winterlattughino

  • Blattfarbe: rötlich
  • Blattform: kraus

Der Winterlattughino ist eine kleine Besonderheit unter seines Gleichen. Seine Aussaat- beziehungsweise Pflanzzeit ist bereits im September und Oktober. Selbstverständlich ist dieser Pflücksalat somit winterhart, benötigt aber dennoch einen leichten Schutz, zum Beispiel ein Vlies. Die frühe Aussaat macht den Genuss der feinen Blätter bereits zu Ostern möglich. Dabei kann sich der Gärtner über einen üppigen Wuchs freuen. Zudem ist diese alte Sorte spät schossend.

Witte Dunsel

  • Blattfarbe: hellgrün
  • Blattform: glatt
Witte Dunsel Pflücksalat
Quelle: Prenn, Lactuca sativa var. (2), bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 3.0

Wer Pflücksalat das ganze Jahr über ernten möchte, ist mit dem Witte Dunsel bestens beraten. Diese Sorte lässt sich das ganze Jahr über anbauen.

Häufig gestellte Fragen

Worauf bei der Ernte achten?

Pflücksalat sollte der Gärtner immer bedarfsgerecht ernten, da er nicht lange lagerfähig ist. Vorzugsweise kann sich der Selbstversorger aber den ganzen Sommer über an den Köpfen bedienen. Das gilt jedoch nur, wenn er dabei nicht ins Herz der Pflanze schneidet, sondern stets die äußeren Blätter pflückt. Nutzt er für die Ernte eine Schere, sollte diese sauber und steril sein.

Worin unterscheiden sich Pflücksalat und Kopfsalat?

Pflücksalate haben den Kopfsalaten einiges voraus. Zum einen gelten sie als robuster, zum anderen ist die Ernte bereits nach wenigen Wochen möglich.