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Äpfel faulen am Baum: was ist zu tun?

Äpfel faulen am Baum: was ist zu tun? - Titelbild

Wenn ein Apfelbaum (Malus domestica) faulende Äpfel aufweist, kann sich dies über den gesamten Fruchtbestand und benachbarte Obstbäume ausbreiten. Informieren Sie sich jetzt, was dagegen zu tun ist.

Auf den Punkt gebracht

  • mehrere Auslöser für faule Äpfel am Baum möglich
  • Fruchtfäule meist durch Pilze
  • schnelles Handeln gefragt

Faulende Äpfel erkennen

Äpfel durchlaufen während ihrer Reife-Entwicklung verschiedenen Veränderungen und können unterschiedliche Mängel zeigen. Diese reichen von matschig bis hin zu Größen- und Farbunterschieden. Nicht jede Verfärbung oder weichere Konsistenz lässt sofort eine Fäulnis vermuten. Diese ist durch ganz typische Merkmale erkennbar:

  • braune Stellen, die sich mit der Zeit vergrößern
  • meist Fruchthautverletzung sichtbar
  • unter braunen Stellen erst weiches, später matschiges Fruchtfleisch
  • moderiger Geruch
  • Braunfärbungen im späteren Verlauf überwiegend mit grau-gelben Pilzsporen belegt
  • manche vertrocknen am Baum; andere fallen ab
  • im Endstadium schwarze lederartige Haut (sogenannte Fruchtmumien)
Äpfel faulen

Monilia-Fäulnis

In den meisten Fällen sind faulende Äpfel auf die Monilia-Fäulnis zurückzuführen. Dabei handelt es sich um eine Pilzinfektion, die sich rasant ausbreiten kann und auch auf Pflanzen/Obstbäume in der näheren Umgebung übergreift. Monilia fructigena heißt der Pilzerreger. Dieser bevorzugt feuchte Milieus und befällt zahlreiche Apfelbaum-Sorten. Wird der Pilz nicht bekämpft, kann dieser zu einem jahrelangen Problem und folglich zu immer geringeren Ernteerträgen führen. Im schlimmsten Fall vernichtet er den gesamten Fruchtbestand.

Was tun?

Wenn sich erste faulende Äpfel am Malus domestica bilden, ist zügig zu handeln. Je nach Auslöser sind mehrere Maßnahmen erforderlich, wobei die Sofortmaßnahme in jedem Fall durchgeführt werden sollte.

Sofortmaßnahme

  • Sofortiges Entfernen aller angefaulten und verfaulten Äpfel am Baum und am Boden
  • Geäst mit Pilzsporen großzügig abschneiden
  • mit Pflanzenstärkungsmittel für mehr Widerstandsfähigkeit düngen
Apfel mit Monilia-Fäulnis

Tipp: Entsorgen Sie befallene(s) Obst und Pflanzenteile an einem verschlossenen Ort, wie beispielsweise in der Bio-Tonne. Lassen Sie es liegen oder entsorgen es über den Kompost, breiten sich Pilzsporen weiter im Garten aus.

Auslöser und Bekämpfung

Als Auslöser für faulende Äpfel und die Monilia-Fäulnis kommen mehrere Möglichkeiten in Betracht.

1. Schädlinge

Auslöser für eine Apfel-Fäulnis ist häufig ein Schädlingsbefall. Dieser sorgt für erforderliche Eintrittstellen an den Früchten, damit Pilzerreger ins Innere gelangen können. Um fäulnisfreie Apfel gesund heranreifen zu lassen, ist eine Identifizierung und entsprechende Bekämpfung der Schädlinge erforderlich. Die folgenden beiden Parasitenarten kommen am häufigsten vor:

  • Apfel-Gespinstmotte (Yponomeuta malinellus): gräulicher, hell-beiger Nachtfalter mit typischen Schmetterlingsflügeln; transparente oder gelbe Larven mit schwarzen Punkten; Bekämpfung durch Absammeln oder Schmierseifenlösung spritzen
  • Apfelwickler (Cydia pomonella): brauner, ein Zentimeter großer Falter; gelb-weißliche Larven auf Äpfeln; absammeln oder Apfelbaum mit Wermutjauche spritzen
Apfel-Gespinstmotte (Yponomeuta malinellus)
Apfel-Gespinstmotte (Yponomeuta malinellus)

2. Dichtes Blattwerk

Weil die Monilia-Fäule feuchte Gebiete auf einen Apfelbaum zieht, kann ein dichtes Blattwerk optimale Bedingungen für sie schaffen. Nach Regen und/oder hoher Luftfeuchtigkeit verhindert es eine rasche Abtrocknung, weil kaum oder keine Luft durch das Geäst gelangt. Deshalb sollte bei faulenden Äpfeln in jedem Fall ein Auslichtungsschnitt getätigt werden. Liegt eine Obstfäulnis vor, kann durch die Auslichtung die Ausbreitung zumindest in ihrer Geschwindigkeit eingedämmt werden.   

3. Dichter Fruchtwuchs:

Gleiches, wie unter „Dichtes Blattwerk“ beschrieben, betrifft auch einen zu dichten Fruchtwuchs. Hängen die Äpfel zu nahe beisammen, sodass sie nicht vollständig durch Luftzirkulationen abtrocknen können, fühlt sich der Pilz wohl. Deshalb ist die Ausdünnung des Fruchtbehangs immer zur Vermeidung der Ausbreitung sowie als vorbeugende Maßnahme angeraten. So ist vorzugehen:

  • kleinere Äpfel eines Büschels ausbrechen
  • geschädigte Früchte entfernen
  • Früchte abschneiden, die weniger als drei Zentimeter Abstand zur danebenliegenden Frucht aufweisen

Erneuter Ausbreitung vorbeugen

Damit im folgenden Jahr faulende Äpfel kein Thema sind, ist entsprechend vorzubeugen:

  • im Herbst/Spätherbst alle Fruchtmumien einsammeln (sorgen ansonsten für erneute Ausbreitung im Frühjahr)
  • Fallobst entsorgen
  • abgefallene Blätter mit Schimmelsporen entfernen
  • benachbarte Bäume auf eventuellen Pilzbefall kontrollieren
Fruchtmumien Apfel faulen?
Fruchtmumien

Tipp: Benutzen Sie Gartenwerkzeuge, sollten Sie unbedingt auf eine anschließende Desinfizierung dieser achten. Ohne diese sollte das Werkzeug nicht für Arbeiten an anderen Pflanzen benutzt werden, da sich Erreger darin befinden und übertragen werden können. 

Häufig gestellte Fragen

Kann auch Apfelmehltau für faulende Äpfel verantwortlich sein?

Ja. Dagegen können sie gleiche Maßnahmen ergreifen, wie sie im Ratgeber beschrieben sind. Abweichend dieser Angaben, hilft auch ein Abspritzen mit einer Seifenlauge. Bei einem hohen, breiten Apfelbaum gestaltet sich das Sprühen schwierig. Bei kleineren Exemplaren ist die Seifenlauge eine wirkungsvolle Maßnahme gegen Apfelmehltau und den Pilz „Podosphaera leucotricha“. Vor allem die Knospen sind einzusprühen. Dort überwintern die Pilze.

Welche Rolle spielt der Standort in Bezug auf Apfel-Fäulnis?

Grundsätzlich bestimmt der Standort über gesundes Wachstum und Anfälligkeit für Erkrankungen sowie Schädlinge. Wie der optimale Standort aussieht, kommt auf die jeweilige Apfelsorte an. Die meisten Sorten werden durch Luftfeuchte, kühle und staunasse Standorte anfällig für eine Äpfel-Fäule. Achten Sie hier auf die Empfehlungen für den idealen Standort.

Gibt es Apfelbäume, die besonders anfällig für die Monilia-Fäulnis sind?

Ja. Besonders unter den alten Apfelsorten befinden sich solche, die anfällig für typische Apfelbaum-Krankheiten sind. Der Maunzenapfel ist ein Beispiel für eine krankheitsunanfällige Sorte, die sich auch robust gegenüber Schädlingen zeigt.

Michelle ist mit vielen Haus- und Hoftieren auf dem Bauerngut ihrer Eltern aufgewachsen. Nebenbei kümmert sich die Vegetarierin hingebungsvoll um ihre Kräuter- und Gemüsebeete. Sie notiert ihr erworbenes Wissen und teilt es gerne mit den Plantopedia-Lesern und Leserinnen.

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