Alocasia giftig - Titel

Das Pfeilblatt gehört zu den schönsten Tropenpflanzen, die man in heimischen Wohnzimmern finden kann. Ihre Schönheit täuscht aber nicht darüber hinweg, dass Alocasia giftig ist, insbesondere für Kinder und Haustiere.

Auf den Punkt gebracht

  • Elefantenohr (Alocasia) ist in allen Pflanzenteilen giftig für Mensch und Tier
  • für Erwachsene nur leicht giftig
  • gefährdeter sind kleine Kinder, je nach aufgenommener Menge
  • besonders gefährlich ist das Pfeilblatt für Haustiere wie Hund, Katze, Sittich und Nager

Giftigkeit für Menschen

Das auch als Pfeilkraut bekannte Elefantenohr Alocasia gehört zu den Aronstabgewächsen. Die gehören bekanntlich zu den giftigen Zimmerpflanzen. Demzufolge ist auch Alocasia giftig, vor allem der milchige Pflanzensaft und die Zwiebeln bzw. Knollen. Zudem soll das Pflanzenwasser, das sich teilweise im Untersetzer sammelt, Giftstoffe enthalten.

  • verantwortlich sind sogenannte unlösliche Calciumoxalatkristalle
  • sowie lösliche Oxalsäuren und deren Salze
  • können bei mehrmaligem Kontakt reizend für Haut und Schleimhäute sein
  • brennende entzündliche Reaktionen
  • bis hin zu Bläschenbildung
  • Milchsaft kann zu Magen-Darmproblemen führen
  • schlimmstenfalls zu Verkrampfungen und Kreislaufversagen
  • kleine Kinder gefährdeter als Erwachsene
  • sofern sie die Giftstoffe in größeren Mengen aufnehmen
Riesen-Elefantenohr (Alocasia Odora)
Riesen-Elefantenohr (Alocasia Odora); Quelle: Forest & Kim Starr, Starr 080117-2130 Alocasia odora, bearbeitet von Plantopedia, CC BY 3.0

Schnelle Hilfe

  • mögliche Pflanzenreste sofort ausspucken lassen
  • kein Erbrechen auslösen
  • Tee oder stilles Wasser zu trinken geben, keine Milch
  • Notarzt oder Giftnotzentrale anrufen
  • falls möglich zum Arzt fahren
  • Teile der Pflanze zur Identifizierung mitnehmen

Hinweis: Auch wenn Alocasia für Erwachsene nur leicht giftig ist, sollten empfindliche Personen vorsichtshalber Handschuhe tragen, wenn sie mit dem Elefantenohr hantieren und die Hände mit Seife waschen.

Für Haustiere

Für Haustiere ist die Gefahr einer Vergiftung durch das Elefantenohr (Alocasia) wesentlich größer. Von einer Vergiftung können neben der Schleimhaut des Magens auch Herz, Nieren, Muskulatur und das zentrale Nervensystem betroffen sein. Gefährdet sind sowohl Hunde und Katzen als auch Sittiche und kleine Nager wie Kaninchen und Meerschweinchen. Zeigt ein Haustier ganz gleich welcher Art, Symptome einer Vergiftung ist das in der Regel immer als Notfall zu betrachten. Zeit ist dabei ein wichtiger Faktor und kann über das Leben des Tieres entscheiden.

Symptome beim Hund

  • erhöhter Speichelfluss
  • Irritationen der Schleimhäute im Maul und Schwellungen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Magenschmerzen, Durchfall und Atemnot
  • bei starker Vergiftung Herzrasen
  • Probleme mit den Nieren
  • Hinweis darauf, erst verstärkter, dann verminderter Urinfluss
  • schlimmstenfalls Tod des Hundes durch Atemlähmung
Alocasia macrorrhizos

Bei der Katze

  • betroffenes Tier speichelt stark
  • schüttelt immer wieder den Kopf
  • streicht mit der Pfote wiederholt über das Maul
  • versucht häufig zu trinken
  • kann nicht fressen, keine Stimme mehr
  • später Durchfall und Erschöpfung
  • Unsicherheiten beim Gehen treten auf
  • Muskelzittern, Lähmungen, Krämpfe und Herzrhythmusstörungen
  • nach einigen Tagen Nierenentzündung bis hin zu Nierenversagen

Schnelle Hilfe

  • bei akuter Vergiftung durch das Pfeilblatt kein Erbrechen auslösen
  • Gift würde dabei Schleimhäute zu stark reizen
  • Atemnot könnte die Folge sein
  • Hund oder Katze auf jeden Fall beruhigen
  • beste Hilfe, ein sofortiger Besuch beim Tierarzt oder in der Tierklinik
  • Tierarzt weiß am besten, was zu tun ist
  • eine Probe von Erbrochenem oder der betreffenden Pflanze mitnehmen
  • erleichtert dem Arzt Diagnose und Behandlung

Vergiftung bei Sittichen

Auch bei Sittichen, insbesondere bei denen, die frei in der Wohnung fliegen können oder anderweitig Zugang zu diesen Pflanzen haben, kann es zu Vergiftungen kommen. Die können sich in Atemnot, Durchfall, Schleimhautreizungen und Schluckbeschwerden äußern, aber auch in Form von Blutungen und einer Schädigung der Nieren. Hinweise auf innere Blutungen sind brauner oder blutiger Kot des Vogels. Auch diese Tiere sollten schnellstens zum Tierarzt.

Bei kleinen Nagern

Die Annahme, dass Kaninchen oder Meerschweinchen instinktiv Giftpflanzen meiden, stimmt leider nicht. Ist ein Tier aufgrund schlechter Haltung ausgehungert oder unterversorgt, versucht es diesen Mangel irgendwie auszugleichen. Dann kann es passieren, dass es zur Aufnahme giftiger Substanzen bzw. Pflanzenteile vom Pfeilblatt kommt. Auch wenn sich das Tier langweilt oder das Futter stark bearbeitet ist, kann das passieren. Vorausgesetzt, die Nager kommen problemlos an das giftige Pfeilblatt oder herabfallende Blätter heran.

Tiger-Pfeilblatt
Quelle: Photo by David J. Stang, Alocasia zebrina 4zz, Bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 4.0

Symptome

  • häufig vermehrter Speichelfluss
  • auffälliger Durst, vermehrtes Trinken
  • aufgeblähter Bauch, Durchfall oder Verstopfung
  • deutlich veränderte Pupillen
  • Fieber und Benommenheit
  • Muskelzittern, Lähmungen, Krämpfe, beschleunigte Atmung
  • Nasenbluten, Blut im Urin

Wie bei allen Haustieren ist auch hier ein sofortiger Tierarztbesuch vonnöten sowie das Mitbringen von Teilen des Elefantenohrs. Nur so kann dem Tier geholfen und das Schlimmste verhindert werden.

Tipp: Eine Vergiftung wird insbesondere bei Kaninchen und Meerschweinchen dadurch begünstigt, dass sie nicht erbrechen können. So können sie aufgenommene giftige Substanzen nicht auf natürlichem Wege wieder aus ihrem Körper heraus bekommen.

Häufig gestellte Fragen

Was kann man tun, wenn kein Tierarzt in der Nähe ist?

Ist keine Tierarztpraxis in der Nähe, hat man die Möglichkeit, den Tiernotdienst anzurufen. Wann welcher Tierarzt Bereitschaft hat, wird in der Regel in Tageszeitungen und/oder im Internet bekanntgegeben.

Warum ist es wichtig, das Tier sofort einem Tierarzt vorzustellen?

Jede Verzögerung bis zur Behandlung kann die Situation für das Tier verschlechtern und zu dauerhaften Organschäden oder schlimmstenfalls sogar zum Tod führen. Je schlechter die Verfassung des Tieres ist, desto schlechter die Heilungschancen.

Kann man Vergiftungen bei Haustieren auch mit Hausmitteln behandeln?

Eine Vergiftung sollte grundsätzlich immer einem Arzt vorgestellt werden. Hausmittel sind zur Behandlung einer Vergiftung absolut ungeeignet und können die Lage für das Tier möglicherweise noch verschlimmern. Daran sollte man nicht mal ansatzweise denken.