Ist Aloe Vera giftig

Die Aloe vera erlebt seit geraumer Zeit einen regelrechten Hype. Anfangs nur als Hautcreme eingesetzt, findet sie sich heute in verschiedenen Nahrungsergänzungsmitteln. Ein Grund, genauer hinzuschauen und zu fragen, ob Aloe vera nicht giftig ist.

Auf den Punkt gebracht

  • Hülle der Aloe-Blätter enthält potentiell tödliche Giftstoffe (Anthrachinone)
  • essbar ist das gelartige Innere der Blätter, das der Pflanze als Wasserspeicher dient
  • Vorsicht beim Ernten der Blätter
  • giftigen gelben Pflanzensaft ablaufen lassen
  • Haustiere und Kleinkinder besonders gefährdet

Aloe vera in Teilen giftig

Pauschal lässt sich die Frage, ob die Aloe vera giftig ist, nicht beantworten. Denn die Antwort lautet sowohl „ja“ als auch „nein“. Ein ganz klares „ja“ lässt sich jedoch für die äußere Blatthülle sowie den gelblichen Pflanzensaft konstatieren. Denn darin sind Aloine sowie Anthrachinone enthalten. Besonders Letztere weisen nachweislich mehrere nachteilige Eigenschaften auf:

  • toxisch (giftig)
  • krebserregend (Kategorie Carc 1B)
  • von der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) mit dem Hinweis H350 versehen

Hinweis: Die Einstufung der krebserregenden Eigenschaften wurde bisher noch nicht in nationales Recht umgesetzt. Die Einstufung der ECHA gilt aber als Stand der Wissenschaft und ist damit quasi-verbindlich.

Anders sieht es dagegen bei der gelartigen Substanz im Blattinneren der Aloe vera aus. Dieses dient eigentlich als Wasserreservoir der Pflanze und weist keinerlei Gifte auf. Daher wird dieses Gel in verschiedensten Produkten zur äußerlichen Anwendung sowie zum Verzehr, beispielsweise in Smoothies, einbezogen.

Aloe vera giftig - Pflanzensaft
Frisch geerntetes Aloe-Blatt mit giftigem Pflanzensaft

Hinweis: Bevor Sie das Gel allerdings nutzen können, müssen Sie nach dem Abschneiden der Blätter den giftigen gelben Saft, der in ihnen enthalten ist, ablaufen lassen.

Wirkung beim Menschen

Je nach Verfassung, Körpergewicht und natürlich auch Dosierung können die in Blatthülle und Pflanzensaft enthaltenen Giftstoffe verschiedene Symptome mit zunehmender Intensität hervorrufen:

  • Störungen im Wasser- und Elektrolythaushalt
  • Intensiver Kaliumverlust
  • Eiweiß und Blut im Urin
  • Krampfartige Schmerzen
  • Intensive Durchfälle
  • Nierenentzündungen

Hinweis: Schon eine Menge von rund 8 Gramm des Giftstoffes Anthrachinon kann bei erwachsenen, gesunden Menschen zum Tod führen.

Aloe vera als Zimmerpflanze

Nicht immer werden die Pflanzenblätter bewusst bzw. beabsichtigt verzehrt. Viel häufiger kommt es vor, dass Kinder oder Haustiere, allen voran Hunde oder Katzen, die Pflanzen als Spielzeug entdecken und so unbeabsichtigt in Kontakt mit den Giftstoffen kommen. Vor allem Kinder neigen dazu, Dinge in den Mund zu nehmen, so dass die Gefahr eines Kontakts hier besonders hoch ist.

Aloe vera mit Katze
Für Haustiere ist die Echte Aloe besonders giftig.

Hinweis: Da für Kinder, Hunde, Katzen und andere Haustiere aufgrund des weit geringeren Körpergewichts schon ungleich geringere Verzehrmengen ausreichen, um Vergiftungserscheinungen auszulösen, sollten Sie sich in diesen Fällen die Haltung der Aloe als Zimmerpflanze reiflich überlegen.

Häufig gestellte Fragen

Wie reagieren Hunde und Katzen auf das Gift der Aloe-Pflanze?

Grundsätzlich ähneln sich die Physiognomien aller Säugetiere. Daher sind die Anthrachinone der Aloe vera für unsere Haustiere ebenso gefährlich wie für uns Menschen.

Lässt sich das Gel der Aloe vera ohne Kontakt zum Giftstoff gewinnen?

Immer wieder liest man davon, dass am Stielansatz geschnittene Blätter in einem Glas Wasser die Giftstoffe „ausbluten“ können. Allerdings ist die Garantie, dass dann keine Toxine mehr enthalten sind, nicht gegeben. Daher sollten Sie auf den Verzehr selbst geschnittener Blätter verzichten.

Sind Aloe vera-Produkte mit dem Gel als Inhalt somit unbedenklich?

Rein theoretisch sind Produkte, die lediglich das Gel der Blätter nutzen, nicht toxisch. Allerdings fallen verschiedenste Erzeugnisse in Tests immer wieder durch Belastungen mit verschiedensten chemischen Erzeugnissen wie etwa Konservierungsmitteln auf. Diese können den menschlichen Organismus ebenso stark belasten, die die eigentlichen Toxine der Pflanze. Auch ist eine Verunreinigung des Gels mit Bestandteilen der Blatthülle nicht gänzlich auszuschließen.