Alpenveilchen bekommt gelbe Blätter | Was tun, wenn es Blätter verliert?

Über den Winter und Sommer, eigentlich das gesamte Jahr über, begeistern Alpenveilchen mit ihrer Blütenpracht. Die giftige Zierpflanze verfügt neben den Blüten über große Blätter, die grundständig wachsen und deutlich erkennbar sind. Wie bei vielen anderen Pflanzen geben die Blätter der Cyclamen Auskunft über die Gesundheit der Pflanze oder das Ende der Blütezeit. Besitzer von Alpenveilchen fragen sich häufig, was die Ursachen für eine mögliche Gelbfärbung des Laubs sein könnten.

Ursachen und Gegenmaßnahmen

Cyclamen sind äußerst empfindliche Pflanzen und benötigen viel Pflege, was sie nicht unbedingt geeignet macht für Anfänger. Gelbe Blätter sind ein typisches Anzeichen für Pflegefehler, die selbst bei der falschen Wassermenge auftreten könnten. Die folgenden Ursachen treten häufig bei Alpenveilchen auf, und können gelbe Laubblätter hervorrufen:

Temperatur

Die Temperatur ist für alle Cyclamen-Arten entscheidend für ein gesundes Wachstum und grünes Laub. Ein falsches Klima kann dem Primelgewächs stark zusetzen und sogar zum Befall durch Spinnmilben führen, die gerne die schwachen Blätter angreifen. Es werden über den Sommer nur 12 °C bis 16 °C, maximal 18 °C über kurze Zeiträume vertragen. Bei anhaltenden 20 °C bis 30 °C reagiert die Pflanze mit Trockenstress und die Knolle kann große Schäden davontragen, was wiederum gelbe Laubblätter verursacht. Gehen Sie folgendermaßen vor, wenn die Pflanze zu warm stand:

  • an einen kühlen Standort umpositionieren
  • bevorzugt kühlere Temperaturen, da Alpenveilchen aus hohen Gebirgslagen stammen
  • Knolle der Cyclamen kurz in ein Wasserbad tauchen, bis diese sich vollgesaugt hat
  • anschließend gelbes Blattwerk entfernen, Pflanze verliert dieses nicht selbst
  • abschließend wieder in die Erde setzen

Wenn Sie das gelbe Blattwerk entfernen, vermeiden Sie ein Faulen der Knolle, was dem Ansiedeln von Spinnmilben vorbeugt.

Zimmer-Alpenveilchen pink

Gießen

Zu viel Feuchtigkeit ist ebenfalls nicht für das Alpenveilchen zu empfehlen. Das ist wiederum bemerkbar an dem ursprünglichen Verbreitungsgebiet, das eher trocken ist. Falls sich Staunässe oder über längere Zeit zu viel Feuchte im Substrat angesammelt hat, reagiert die Cyclamen mit gelbem, eingerolltem Blattwerk. Von zu viel Feuchtigkeit geht eine größere Gefahr aus, da das Überdauerungsorgan stark anfällig auf Fäulnis ist, was das gesamte Primelgewächs verenden lassen kann. Gehen Sie wie folgt vor, wenn zu viel gegossen wurde:

  • entnehmen Sie den Blumentopf aus dem Übertopf oder Untersetzer
  • lassen Sie die Erde komplett durchtrocknen; das kann recht lange dauern
  • nachdem die Erde getrocknet ist, müssen Sie die Knolle nun separat in Wasser tauchen
  • das Wasser sollte kalkfrei und lauwarm sein
  • entfernen Sie alle kränklichen Laubblätter und sogar Blüten und Triebe, wenn diese betroffen sind
  • betrachten Sie vor dem Einsetzen in die Erde unbedingt die Wurzeln
  • sind die Wurzeln faulig, ist das Alpenveilchen meist nicht mehr zu retten
  • andernfalls können Sie diese nun in die Erde setzen und die notwendigen

Pflegemaßnahmen weiterführen

Cyclamen müssen nicht viel gegossen werden. Machen Sie am besten immer eine Fingerprobe, um zu viel Feuchtigkeit zu vermeiden. Je trockener die Erde ist, desto einfacher ist es, die Wassermenge zu regulieren. Natürlich müssen Sie im Sommer mehr gießen, doch sollten Sie ebenfalls im Winter darauf achten, nicht zu häufig zu gießen. Das Wasser verdunstet über die kühle Jahreszeit schlechter.

Alpenveilchen - Cyclamen

Standort

Der Standort für Cyclamen darf nicht zu hell sein. Verzichten Sie auf einen voll- oder absonnigen Standort und viel Mittagssonne, egal ob Sie die Pflanze im Garten oder auf der Fensterbank halten. Kühle, halbschattige bis schattige, aber helle, Standorte werden bevorzugt und sorgen für ein üppiges Wachstum. Heizungsluft sollte das gesamte Jahr über gemieden werden. Frische Luft dagegen ist notwendig, selbst im Winter.

Düngen

Falls Sie die notwendigen Düngerzugaben vergessen haben, reagieren Alpenveilchen sofort mit gelbem Blattwerk. Die dicke Knolle benötigt recht viele Nährstoffe, um die zahlreichen Blüten und das Blattwerk bilden zu können. Falls keine anderen Ursachen deutlich zu erkennen sind, sollten Sie über das Düngeverhalten nachdenken. Gedüngt werden Alpenveilchen auf die folgende Weise:

  • ausschließlich während der Blütezeit düngen
  • jährliches Düngen beginnen kurz bevor die ersten Blüten sprießen
  • fällt auf den Tag der ersten neuen Laubblätter im Jahr
  • Grund hierfür liegt in den einzelnen Wachstumsphasen der Pflanze
  • die Knolle benötigt während der Ruhezeit keinen Dünger und wenig Wasser
  • alle zwei Wochen düngen, nicht öfter
  • klassischen Flüssigdünger wählen
  • Alpenveilchen benötigen keinen speziellen Dünger
  • alternativ können Sie Düngestäbchen nutzen
  • der Flüssigdünger wird über das Gießwasser verabreicht
  • Exemplare im Freien mit Kompost oder einem Volldünger auf organischer Basis auf die gleiche Weise düngen

Luftfeuchtigkeit

Die Luftfeuchtigkeit für die Cyclamen darf nicht zu niedrig sein, sonst reagiert sie mit gelben Laubblättern. Gut bieten sich hier Luftbefeuchter an, die nicht zu nah an der Knolle stehen oder Untersetzer, die mit Granulat wie Perlite oder Blähton gefüllt sind. Diese können Wasser speichern und über einen langen Zeitraum an die Pflanze abgeben. Im Freien platzieren Sie einfach einen Eimer oder eine Schale mit Wasser neben der Pflanze.

Tipp: im Großteil aller Fälle beziehen sich die oben genannten Probleme auf Exemplare, die im Topf gehalten werden. Frei in den Garten gepflanzte Alpenveilchen können sehr gut selbst auf sich aufpassen, solange sie einen ausreichend schattigen und kühlen Standort zur Verfügung haben und in Trockenperioden gegossen werden.

Blattverlust

Kein Grund zur Sorge

Falls Alpenveilchen unter einen Blattverlust leiden, müssen Sie sich keine Sorgen machen. Das ist ein natürlicher Prozess, um sich auf die nächste Blütezeit vorzubereiten und Nährstoffe zu speichern, die für die Knospenausbildung wichtig sind. Der Blattverlust setzt kurz nach der Ruhephase ein, die sich von Art zu Art unterscheidet. Bei Cyclamen persicum, der Zimmer-Variante, zum Beispiel reicht die Ruhezeit bis Ende August und zu dieser Zeit verliert die Pflanze ihr Laub. Dabei trocknet das Laub ein und kann, falls es nicht von selbst herunterfällt, einfach abgezogen werden. Das Laub sollte aber nicht übermäßig lange an der Pflanze verbleiben, sonst folgen Fäulnisschäden.

Tipp: achten Sie darauf, dass sich der Blattverlust und der Neuaustrieb bei Cyclema-Arten häufig überschneiden. Daher sollten Sie, falls Sie vertrocknete Blätter selber entfernen wollen, besonders aufpassen, diese nicht aus Versehen zu beschädigen.

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