17 alte und historische Apfelsorten von A-Z

Alte und historische Apfelsorten haben einige Vorteile. Sie erhalten die Artenvielfalt, weisen häufig hohe Widerstandskraft auf und sind auch geschmacklich sehr interessant. Leider sind sie oftmals aufgrund einer ungleichmäßigen Fruchtform oder unebenmäßiger Färbung kaum noch im Handel zu finden, da sie zumindest optisch weniger ansprechend als andere Zuchtformen wirken. Dennoch können sie unter anderem geschmacklich überzeugen.

Alte & historische Apfelsorten

Es gibt zahlreiche Gründe, die für das Anpflanzen von historischen Apfel-Sorten sprechen. Darunter:

  • Erhaltung der Artenvielfalt
  • oftmals hohe Resistenz gegen Krankheiten und Schädlinge
  • bewährte und pflegeleichte Sorten
  • Bewahrung eines Kulturguts
  • gute Anpassung an regionale Bedingungen
  • vielfältige Verwendungsmöglichkeiten

Alte oder gar historische Sorten bringen zudem oftmals sehr schmackhafte Äpfel hervor. Der häufigste Grund dafür, dass sie im Supermarkt oder auch auf dem Wochenmarkt nicht (mehr) zu finden sind, liegt in der Optik. Denn oftmals ähnelt ein Apfel einer alten Sorte eher der heutigen „Ausschussware“ – was jedoch nichts an dem feinen, bis intensiven Aroma und ihrer Resistenz ändert.

Auch die Lagerfähigkeit kann ein Faktor sein. Denn manche wünschen Äpfel, die sich sofort vom Baum essen lassen und andere müssen Wochen bis Monate gelagert werden, bis sie die Genussreife erreichen. Wieder andere halten sich hingegen nicht lange. Die modernen, praktischen Sorten zeigen sich dadurch oftmals einfacher in der Aufbewahrung.

Alte Apfelsorten von A – D

Alkmene

Bei der Sorte Alkmene handelt es sich um eine Kreuzung aus den Zuchtformen Cox Orange und Geheimrat Dr. Oldenburg. Geschmacklich sind sie dem Cox Orange immer noch sehr nah. Allerdings zeigen sich die Gewächse deutlich resistenter gegen Trockenheit und eignen sich daher auch für Gebiete und Böden mit wenig Niederschlag.
Die Ernte ist etwa ab September möglich. Der Geschmack der Früchte ist süße mit einer milden Säure. Die Lagerung kann für etwa zwei Monate erfolgen. Der einzige Nachteil ist, dass der Baum beziehungsweise die Früchte nicht resistent gegen Schorf sind.

Alkmene ist eine süße und alte Apfelsorte

Berlepsch

Auf nährstoffreichen, lehmigen Böden gedeiht der Berlepsch besonders gut. Die Früchte sind auch für Allergiker geeignet und sind aufgrund ihres abgerundeten Aromas wunderbare Tafeläpfel.
Eine weitere Besonderheit ist, dass sich diese Sorte auch für die Kultivierung als Spalierobst beziehungsweise Spindelbaum eignet.

Alte Apfelsorte Berlepsch

Champagnerrenette

Die Sorte Champagnerrenette eignet sich wunderbar zur Saftgewinnung, kann aber auch direkt verzehrt werden. Nach der Ernte im Oktober sollte jedoch etwa zwei Monate gewartet werden, denn erst dann weisen die Äpfel ihre Genussreife auf.

Champagnerrenette

Cox Orange

Cox Orange ist ein wunderbarer Tafelapfel, der auch direkt frisch vom Baum verzehrt werden kann. Die Erntezeit liegt etwa im Oktober. Aufgrund der guten Lagerungsfähigkeit können die Äpfel jedoch auch noch bis zum März genossen werden.
Der Geschmack ist ausgesprochen aromatisch und süß.

Apfelsorte 'Cox Orange'

Danziger Kantapfel

Der Danziger Kantapfel ist eine sehr pflegeleichte alte Apfelsorte, die nur geringe Ansprüche hat. Die Bäume zeigen sich resistent und widerstandsfähig und sind daher auch für karge und rauere Regionen ideal. Die saftigen, süß-säuerlichen Früchte können im Oktober geerntet werden und sind dann bereits genussreif. Eine Lagerung der Äpfel ist in der Regel bis Dezember möglich.

Danziger Kantapfel

Alte Apfelsorten von E – G

Eisapfel

Der Eisapfel oder auch Eiserapfel gehört zu den ältesten deutschen Apfelsorten. Die Bäume bringen große, süße Früchte hervor. Der Säuregehalt der Äpfel ist sehr gering. Das Aroma ist insgesamt eher mild, wodurch sich der Eiserapfel besser als Küchenapfel, denn als Tafelapfel eignet.

Im Oktober kann der Eisapfel geerntet werden, erreicht seine Genussreife jedoch erst im Dezember. Da er sich überraschend lange hält und gut gelagert werden kann, ist der Eiserapfel unter entsprechenden Bedingungen von Oktober bis Juni haltbar.

Roter Eiserapfel

Finkenwerder Herbstprinz

Der Finkenwerder Herbstprinz ist eine alte Apfelsorte, die möglichst spät im Oktober geerntet werden sollte. Allerdings benötigt der historische Apfel eine vergleichsweise lange Nachreifezeit. Zum Verzehr geeignet ist er erst ab Februar. Hat er die Genussreife erreicht, halten sich Frucht und das süß-säuerliche Aroma nicht mehr lange. Bereits gegen Ende März wird das knackige und feste Fruchtfleisch mürbe und weich und verliert an Geschmack.

Ein Vorteil dieser Sorte ist jedoch, dass die Früchte gut für Allergiker geeignet sind. Ein Nachteil ist hingegen, dass die Bäume einen sehr nährstoffreichen Boden benötigen, um entsprechend zu gedeihen.

Finkenwerder Prinzenapfel

Gravensteiner

Anspruchslos, aber geschmackvoll zeigt sich die Sorte Gravensteiner. Ab September können die sehr saftigen Früchte geerntet und genossen werden. Die volle Genussreife ist jedoch auch bei ihnen erst nach einer Lagerung von etwa vier Wochen erreicht. Der Apfel lässt sich ohne Probleme für mehrere Monate lagern, eignet sich zum direkten Verzehr als Tafelapfel aber auch für das Kochen und Backen, beziehungsweise zur Gewinnung von Säften.
Da die Bäume sehr resistent und anspruchslos sind, sind sie zudem optimal für Anfänger in der Gartenpflege und können lange Zeit hohe Erträge bringen.

Gravensteiner Äpfel eignen sich zum Backen

Sorten von H – J

Holsteiner Cox

Die Sorte Holsteiner Cox ist bis auf das 17. Jahrhundert zurückzuverfolgen. Die alte Sorte eignet sich gut für Allergiker und ist ausgesprochen vielseitig, da sie sowohl als Tafelapfel als auch als Küchenapfel verwendet werden kann. Die Pflückreife und Genussreife sind bereits im August erreicht. Eine Lagerung ist bis etwa Dezember möglich. Am aromatischten zeigen sich die Früchte jedoch nur bis circa Oktober.

'Holsteiner Cox'

Ingrid Marie

Ab September sind die roten Äpfel der alten Sorte Ingrid Marie pflückreif. Zunächst weisen sie jedoch noch einen vergleichsweise sauren Geschmack auf. Nach einer Lagerung von etwa vier Wochen ist die Genussreife erreicht und der Apfel deutlich süßer in Geschmack und Aroma. Ingrid Marie ist sehr lange lagerfähig und kann bis etwa März aufbewahrt werden. Die Früchte eignen sich als Tafel- und Küchenabfall.

Ingrid Marie ist eine saure Apfelsorte

Jonathan

Jonathan gehört zu den vergleichsweise anspruchslosen Apfelsorten und gedeiht auch auf kargen Böden sehr gut. Die Äpfel erreichen ihre Pflückreife zwischen Ende September und Ende Oktober. Das fein säuerliche, intensive Aroma ist jedoch erst ab November ausgebildet. Eine Lagerung ist bis in den April hinein problemlos möglich.

Jonathan ist eine alte Apfelsorte

James Grieve

Die schottische, historische Apfelsorte James Grieve ist sehr saftig und süß-säuerlich im Geschmack. Der Apfel dieser Sorte eignet sich sowohl als Tafelapfel und damit zum Frischeverzehr, als auch als Küchenapfel. Vor allem zur Saftgewinnung sind die Früchte ideal.

Die Erntezeit liegt Ende August, die Genussreife nach ein bis zwei Wochen erreicht. Zur Lagerung eignen sich die Früchte nicht. Sie sind nur circa vier Wochen lang haltbar.

James Grieve ist ein guter Backapfel

Sorten von K – P

Kaiser Wilhelm

Sehr saftig und süß-säuerlich im Aroma ist Kaiser Wilhelm eine geschmacklich gute Wahl. Die historische Sorte eignet sich gut für Allergiker. Zudem können die Äpfel problemlos längere Zeit gelagert werden. Die Ernte kann circa ab Mitte Oktober erfolgen. Nach einer Lagerung von zwei Monaten haben die Früchte der Sorte Kaiser Wilhelm ihren vollen Geschmack ausgebildet und sind genussreif.
Sie sind ideal für den Frischverzehr und als Tafeläpfel, können aber ebenso als Küchenapfel verwendet werden.

Apfelsorte Kaiser Wilhelm

Pommerscher Krummstiel

Bei dem Pommerschen Krummstiel handelt es sich um eine der Apfelsorten, die auch in rauen Klimaten und Regionen problemlos gedeihen. Die Fürchte eignen sich für Allergiker, da sie nur wenige Allergene enthalten.
Saftig und süß-säuerlich sind sie wunderbar als Tafeläpfel geeignet. Zudem können sie auch für das Backen und Kochen verwendet werden. Die Erntezeit beginnt im Oktober. Die Genussreife ist jedoch erst einige Wochen später, etwa ab November erreicht. Eine Lagerung ist problemlos bis Februar möglich. Dabei sollte allerdings darauf geachtet werden, dass die Lagerungsbedingungen stimmen, da die Früchte sonst sehr schnell braun und mürbe werden.

Pommerscher Krummstiel Apfel

Apfelsorten von R – W

Roter Boskoop

Der Rote Boskoop Apfel benötigt ein sehr nährstoffreiches Substrat, ist also nicht für karge Böden geeignet. Mitte Oktober kann mit der Ernte der fein-säuerlichen Äpfel begonnen werden. Nach einer etwa sechswöchigen Lagerung haben die Früchte ihren vollen Geschmack ausgebildet und sind genussreif. Sie können sehr lange gelagert werden und sind in der Regel auch noch bis April verzehrfähig.
Als Tafelapfel ist die Sorte Roter Boskoop eher nicht geeignet. Dafür ist er jedoch ideal zum Backen und der Herstellung von Apfelmus.

'Roter Boskoop'

Schöner von Boskoop

Die Äpfel erreichen erst zwischen Oktober und November ihre Pflückreife. Die Genussreife lässt sogar noch länger auf sich warten. Erst ab Dezember ist das volle Aroma ausgebildet.
Sie eignen sich sowohl für den Frischverzehr als auch zum Kochen, Backen und für die Saftgewinnung. Das Fruchtfleisch ist fest, saftig und säuerlich.

Boskoop

Weißer Klarapfel

Die alte Sorte Weißer Klarapfel trotz Wind und Witterung und ist daher eine gute Wahl für Regionen mit rauerem Klima. Die Äpfel mit der milden Säure und dem intensiven Geschmack können bereits etwa ab Juli bis August geerntet werden. Sie haben bereits dann ihr volles Aroma und sind genussreif. Eine gekühlte Lagerung für wenige Wochen ist möglich. Allerdings verderben die Früchte vergleichsweise schnell. Zudem eignen sie sich am besten für den Frischverzehr, jedoch nicht als Küchenapfel.

'Weißer Klarapfel'