Ameisen in Erdbeeren | Was tun bei Ameisenbefall an Erdbeerpflanzen?

Ameisen an Erdbeeren

Erdbeeren gehören zu den beliebtesten Pflanzen der Deutschen und sind ein Klassiker im Garten. Die Freude an den Fragaria wird jedoch schnell getrübt, wenn ein Ameisenbefall vorliegt. Ameisen unterhöhlen gerne die Erdbeerpflanzen, vor allem wenn sich auf diesen Blattläuse angesiedelt haben. Selbst fressen Ameisen die Pflanzen nicht an und sogar die Früchte werden selten verzehrt. Wenn Sie mit den Insekten zu kämpfen haben, bieten sich einige Hausmittel zum Bekämpfen an.

Ameisenbefall

Ein Ameisenbefall wäre an sich kein Problem für die Erdbeerpflanzen, da sich die Insekten innerhalb der Ordnung der Hautflügler (Hymenoptera) nur in wenigen Fällen für die Früchte oder die Pflanze interessieren. Jedoch legen diese ihren Ameisenbau gerne direkt unter den Pflanzen an und unterhöhlen sie. Das führt auf Dauer zu einem Verlust an Substrat, wodurch die Wurzeln freiliegen, was weiterhin die folgenden Probleme verursachen kann:

  • Wasserverlust
  • Nährstoffverlust
  • Schädlings- und Krankheitsresistenz verschlechtert sich
  • Erdbeerpflanze findet keinen Halt im Boden

Auf Dauer kann sich der Befall durch die Ameisen negativ auf die Vitalität und vor allem den Ernteertrag der Erdbeeren auswirken. Da Fragaria allgemein schon recht empfindliche Pflanzen sind, die viel Pflege benötigen, kann ein Ameisenbau eine ganze Ernte oder das gesamte Beet auf Dauer zunichtemachen. Um der Plage Einhalt zu gebieten, bieten sich Hausmittel gut an. Doch sind die Ameisen nicht die eigentliche Ursache für dieses Problem. Aus diesem Grund benötigen Sie Vorgehensweisen, die gegen das wirkliche Problem helfen.

Ameisenhaufen

Ursache

Ameisen siedeln sich in den meisten Fällen an, wenn Blattläuse in der Nähe sind. Gerade bei einer Erdbeerpflanze, die sonst recht uninteressant für die Tiere wäre, sorgt ein Blattlausbefall für das schnelle Entwickeln einer Kolonie. Die Tiere kümmern sich um die Blattläuse und erweitern dadurch ihre Kolonie entsprechend der Anzahl der Pflanzen, die von den Blattläusen befallen werden. Vor allem in einem ganzen Erdbeerbeet kann die Ausbreitung der Läuse dazu führen, dass der Ameisenbefall außer Kontrolle gerät. Sobald Sie auf eine Ameisenkolonie aufmerksam werden, sollten Sie Ihre Erdbeerexemplare auf einen Blattlausbefall untersuchen. Folgende Probleme entstehen durch den Blattlausbefall:

  • Pilze siedeln sich an
  • allgemeine Vitalität verschlechtert sich

Sobald Sie die Blattläuse bemerken, müssen Sie Mittel gegen die Ameisenkolonie und deren Blattlausherden anwenden. Es kann aber ebenfalls vorkommen, dass sich die Kolonie an den schon reifen Früchten labt, wenn keine anderen Nahrungsquellen zur Verfügung stehen. In diesem Fall müssen Sie dafür sorgen, dass die Insekten keinen Zugang mehr zur Pflanze haben, wofür es ebenfalls Lösungen gibt. Formicidae sind keine wirklichen Schädlinge in Bezug auf den eigenen Garten, jedoch ist es nicht ideal, wenn Sie mit den Insekten um Ihre aromatischen Erdbeeren kämpfen müssen.

Tipp: Ein weiterer Grund für einen Befall durch die Insekten können Obstbäume sein, in deren Nähe die Erdbeeren gepflanzt wurden. Obstbäume ziehen Ameisenkolonien regelrecht an und vor allem herunterfallende Früchte sind ein gefundenes Fressen für die Insekten, was das Anlegen eines Nests unter den Erdbeerpflanzen besonders interessant macht.

Hausmittel gegen Ameisen

Wenn Sie einen Ameisenbefall feststellen, sollten Sie etwas gegen die Insekten unternehmen. Da Ameisen Ihre Erdbeeren in schneller Geschwindigkeit unterhöhlen und fressen können, sind entsprechende Maßnahmen notwendig, vor allem wenn es sich um einen intensiven Befall handelt. Dabei können Sie klassische Mittel anwenden, die Ameisen den Koloniebau an Ihren Erdbeerpflanzen vermiesen und diese auf sanfte Weise vertreiben. Sie müssen die Tiere nicht sofort mit giftigen Köderdosen oder kochendem Wasser vernichten, da sie sogar sehr nützlich im Garten sein können. Zudem sorgen Sie mit den unten folgenden Methoden dafür, dass Ihre Erdbeeren nach der Prozedur noch essbar und nicht belastet sind.

Tipp: Falls Sie an Schneckenbefall in Ihrem Garten leiden, wundern Sie sich nicht über eine mögliche Ansammlung von Formicidae an Ihren Erdbeeren. Wenn sich Schnecken an diesen vergriffen haben, sind sie leichtes Spiel für die Insekten, vor allem wenn es sich um Arten handelt, die sehr gerne Früchte verzehren.

Erdbeerpflanze

Erde festigen

Um Ihre Erdbeerpflanzen vor dem Nährstoff- und Wasserverlust zu retten, sollten Sie immer mal wieder die Erde um diese festtreten. Die Tiere fühlen sich davon eigentlich nicht gestört und es ist sogar ein gemeinsames Zusammenleben möglich, solange die Tiere die Früchte Ihrer Ernte nicht fressen. Sobald Sie mit robustem Schuhwerk die Erde gefestigt haben, gießen Sie kräftig nach. Je mehr Feuchtigkeit die Erdbeeren zur Verfügung haben, desto besser. Zudem wirken größere Mengen Wasser effektiv gegen die weitere Ausweitung der Ameisenkolonie. Jedoch vermeiden Sie Staunässe, da faulende Erdbeeren die Ansiedlung begünstigt.

Pflanzenjauche

Gießen Sie Ihre Exemplare mit Pflanzenjauche. Ameisen hassen Pflanzenjauche und vor allem die Erzeugnisse aus zwei bestimmten Gewächsen haben sich als besonders effektiv erwiesen:

  • Brennnesseln (bot. Urtica)
  • Lavendel (bot. Lavandula)

Eine Brennnesseljauche ist meist mehr zu empfehlen, da die Pflanzen leichter in großen Mengen zu ernten sind. Zudem wirken die Inhaltsstoffe etwas aggressiver auf die Insekten als die Lavendeljauche. Achten Sie bei der Verabreichung der fertigen Jauche darauf, diese mit zehn Litern Wasser pro einem Liter Jauche zu verdünnen, da sie sonst den Erdbeeren schadet. Niemals bei Sonnenschein mit der Jauche wässern, sonst verbrennt das Gewächs.

Brennnesselsud ansetzen

Umleiten

Viele Insekten lassen sich über bestimmte Materialien aus der Ruhe bringen. Bei Ameisen handelt es sich um die folgenden:

  • Kreide oder Gartenkalk
  • Talkum
  • Kieselgur

Sie alle haben die Eigenschaft, dass die Insekten sich nicht an diese herantrauen und sogar einen großen Bogen um diese machen. Das können Sie sich zu Nutze machen. Beschaffen Sie sich eine ausreichende Menge des Pulvers und ziehen Sie damit einen Kreis um Ihre Erdbeerpflanzen. Dabei sollten Sie unbedingt die Ameisenstraße mit der Barrikade unterbrechen, da Sie dadurch verhindern, dass die Insekten den Weg wieder aufnehmen. Als besonders effektiv hat sich Gartenkalk erwiesen. Das einzige Manko an dieser Methode ist die Tatsache, dass Sie diese Prozedur nach einem Regenfall und nach einiger Zeit wiederholen müssen.

Tipp: Eine Alternative zu Kreide und Kalk, Talkum oder Kieselgur ist die Verwendung eines strapazierfähigen Klebebands wie Panzerband. Mit diesem unterbrechen Sie die Straße und verhindern dadurch, dass Arbeiterinnen wieder zum Nest zurückkehren, was mit der Zeit dazu führt, dass die Königin aufgrund von Nahrungsmangel weiterziehen wird.

Umsiedeln

Ein Ameisenbefall lässt sich ebenfalls über eine Umsiedlung lösen. Dafür benötigen Sie nur einen Blumentopf oder ein ähnliches Gefäß:

  • Topf mit unbehandelter Holzwolle füllen
  • Holzwolle fixieren
  • kopfüber auf die Ameisenstraße oder den Nesteingang platzieren

Die Tiere transportieren im Idealfall ihre Eier in das neue Zuhause, da dies ideale Bedingungen für sie darstellt. Sobald Sie erkennen, dass die Insekten zum Topf aber nicht mehr zu Ihren Erdbeerpflanzen zurückkehren, nehmen Sie vorsichtig das Gefäß auf und suchen einen neuen Standort in etwa 30 Meter Entfernung.

Zimt

Zimt ist eine sofortige Lösung gegen eine Ameisenplage Ihrer Gewächse. Der Grund: Die fleißigen Tiere hassen den scharfen Geruch so sehr, dass sie sogar aus dem eigenen Nest fliehen. Verwendet wird hierfür der gemahlene Zimt, denn das Aroma von Zimtstangen ist nicht stark genug. Beschaffen Sie sich einfach gemahlenen Zimt und streuen Sie etwas direkt in den Eingang oder in die sichtbaren Tunnel, die die Insekten anlegen. Im Idealfall sollten diese sich dadurch sofort aus dem Staub machen. Da Zimt bei Regen weggeschwemmt wird, muss das Gewürz nach einem Niederschlag erneut verteilt werden. Hierbei ist es egal, was für eine Qualität der Zimt hat.

Kräuter

Knoblauch (bot. Allium sativum), Lavendel und Kapuzinerkresse (bot. Tropaeolum majus) wirken zusammen Wunder gegen Ameisenvölker und deren Blattläuse. Die enthaltenen ätherischen Öle und anderen Inhaltsstoffe werden von den Tieren gemieden und sollten daher in direkter Nähe zu Ihren Erdbeerpflanzen gehalten werden. Verteilen Sie Knoblauchzehen direkt zwischen den Erdbeeren. Kapuzinerkresse und Lavendel werden als wohlriechende Barrikade gepflanzt. Das Beste: Der Knoblauch kann ebenfalls zu den Fragaria gepflanzt werden, da die Gewächse eine effektive Mischkultur ergeben.

Backpulver

Einzig Backpulver ist von allen bisher genannten Lösungen tödlich für die Tiere. Angewandt wird Backpulver auf die folgende Weise:

  • Backpulver entlang der Ameisenstraße oder im Bau verteilen
  • geeigneter Zeitpunkt sind sonnige Tage
  • bei Regen wird das Pulver weggeschwemmt

Backpulver wird von den Insekten gefressen, was zu deren Tod führt. Im Magen bläht sich dieses nämlich auf und die Tiere explodieren im wahrsten Sinne des Wortes. Falls Sie das den Ameisen nicht antun möchten, sollten Sie eine andere Lösung wählen.

Hausmittel gegen Blattläuse

Wie oben beschrieben, werden Ihre Fragaria von den Insekten am häufigsten besucht, wenn diese schon von Blattläusen befallen sind. Schon eine geringe Anzahl an Blattläusen kann dafür sorgen, dass sich große Mengen Ameisen ansammeln, um sich um diese zu kümmern und somit an den begehrten Honigtau zu gelangen. Ein Blattlausbefall kann selbst an perfekt gepflegten Erdbeeren stattfinden und ist an sich recht einfach einzudämmen. Sie können die Blattläuse entweder abstreifen, abduschen oder mit einem Spritzmittel behandeln:

  • einfach per Hand abstreifen
  • dabei Handschuhe anziehen
  • wiederholen wenn nötig
  • mit klarem Wasser abspülen
  • dabei Blattunterseiten nicht vergessen
  • wöchentlich wiederholen
  • Spritzmittel aus Wasser und Rapsöl herstellen
  • Mischverhältnis: 70:30
  • damit alle Pflanzenteile besprühen
  • jedoch nicht bei direktem Sonnenschein
  • sonst verlieren die Pflanzen ihren Verdunstungsschutz

Die Anwendung von Nützlingen gegen die Blattläuse ist nicht mehr möglich, sobald Ameisen mit dabei sind. Der Grund: Die Insekten schützen die Läuse vor den Nützlingen. Daher ist der Einsatz der oben genannten Mittel zu empfehlen, da Sie sonst unnötig Geld ausgeben. Ebenfalls wirkt die oben genannte Methode mit dem Knoblauch und der Kapuzinerkresse ebenso gut auf die Blattläuse wie auf die Ameisenkolonie. Diese mögen den Geruch ebenfalls nicht.

Ameise mit Blattläusen

Tipp: Alternativ zum Rapsöl können Sie biologisch abbaubares Spülmittel zusammen mit Wasser als Spritzmittel verwenden. Natürlich sollten Sie dieses ebenfalls nur anwenden, wenn die Pflanze noch keine Blüten ausgebildet hat, da sich das negativ auf die Ausbildung der Früchte auswirken könnte.

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