Wo wächst Ananas? Wie wird sie angebaut? Eine Reise um die Welt

Mit ihrem süß säuerlichen Geschmack bringt die Ananas den warmen Süden auf den Teller. Dank moderner Transportmittel ist die Frucht in deutschen Supermärkten das ganze Jahr über erhältlich. Dafür legt sie einen weiten Weg zurück, denn der Anbau erfolgt ausschließlich in warmen Ländern. Der folgende Artikel entführt auf eine Reise um die Welt und liefert dabei spannende Fakten zur Herkunft und zur Produktion des goldgelben Obstes.

Herkunft und Verbreitung

Ihren Ursprung hat die Ananas comosus im nördlichen Brasilien und Venezuela. Christopher Kolumbus, dem die lateinamerikanischen Ureinwohner mit der süßen Frucht ein Willkommensgeschenk reichten, importierte das Obst dann nach Europa. Zwar gilt Amerika noch immer als einer der wichtigsten Lieferanten, heutzutage wächst Ananas jedoch fast in allen Ländern, die ein ausreichend warmes Klima vorweisen. Die größten Ernteerträge erbringen folgende Länder (absteigende Reihenfolge):

  • Costa Rica
  • Philippinen
  • Brasilien
  • Thailand
  • Indien
  • Indonesien
  • Nigeria
  • China
  • Kolumbien
  • Mexiko

Deutsche Lebensmittelketten beziehen ihre Ware vornehmlich von der Elfenbeinküste, aus Costa Rica, Ghana, Honduras und Südafrika. Aufgrund der zahlreichen Anbaugebiete, ist die Ananas comosus hierzulande das ganze Jahr über erhältlich. Europaweit gilt Spanien als die größte Exportnation. Allerdings wächst die Ananas dort im Glashaus.

Ananas ziehen

Sorten

Jede Ananas Plantage bietet andere Voraussetzungen, sodass mittlerweile unzählige Sorten der Frucht existieren. Um diese grob zu unterteilen, werden hauptsächlich fünf spezielle Arten unterschieden:

Cayenne Gruppe

  • am meisten konsumierte Sorte
  • hellgelbes Fruchtfleisch
  • sehr aromatisch
  • faserarm
  • bis zu vier Kilogramm schwer
  • zylindrische Frucht
  • orange-gelbe Schale

Queen Gruppe

  • etwas kleinere Früchte
  • schmale, gebogene, stachelige Blätter
  • bis zu 1,3 Kilogramm schwer
  • faserarm
  • süß und aromatisch
  • intensiv gelbes Fruchtfleisch

Spanish Gruppe

  • lange, schmale, stachelige Blätter
  • bis zu 2,3 Kilogramm schwer
  • sehr faserreich
  • weißes Fruchtfleisch
  • rot-gelbe Schale

Pernambuco Gruppe

  • lange, schmale, stachelige Blätter mit rotem Streifen
  • faserarm
  • weiß gelbes Fruchtfleisch
  • zylindrische Form
  • grün gelbe Schale
  • Hauptanbaugebiete sind Venezuela und Brasilien
  • dienen dort als Nahrungsmittel

Perolera Gruppe

  • lange, breite Blätter mit hellgrünem Ansatz
  • intensiv gelbes Fruchtfleisch
  • rot-gelbe Schale

Boden und Klima

Einzige Voraussetzung für den Ananas Anbau ist ein warmes Klima mit Temperaturen von 24-30°C. Werte unter diesem Bereich führen zu Wachstumsminderung sowie braunen Flecken im Fruchtfleisch. Temperaturen unter 15°C lassen die Pflanze jedoch eingehen.
Eine Niederschlagsrate von 1000-1500 mm pro Jahr fördert den Ertrag der Ananas comosus. Jedoch darf sich im Boden keine Staunässe bilden. In sandiger, torfiger Erde wächst die Pflanze zuverlässig, wobei ein pH-Wert unter 5,5 wichtig ist. Ansonsten stellt die Frucht keine besonderen Ansprüche an ihren Standort. Auch lange Trockenperioden und extreme Hitze werden dabei gut vertragen.

Ananas-Pflanzen

Anbau

Ananas wächst auch in schattiger Lage, weshalb sie häufig unter Mango-, Cashewbäumen oder Palmen anzutreffen ist. Auf der Plantage werden lange Graben angelegt und für eine bessere Wärmeentwicklung mit dunklen Folien abgedeckt. Um die Ananas Stecklinge zu setzen, werden Löcher in die Folie geschnitten. Da die Pflanze relativ wenig Wasser benötigt, reicht eine Tröpfchenbewässerung aus. Nach ein bis zwei Jahren werden dann die ersten Erträge eingefahren. Nach der Ernte ist es üblich, weitere Früchte aus den Seitentrieben zu ziehen. Eine einzelne Ananas comosus Pflanze bringt etwa zwei bis dreimal Früchte hervor.

Nicht alles ist Gold

Der süße Geschmack und das goldgelbe Fruchtfleisch haben dem exotischen Obst den Beinamen der „Königin des Obstes“ verschaffen. Allerdings steht die Plantagenwirtschaft in der Kritik der Umweltaktivisten. Denn für die Anbaufläche wurden in den vergangenen Jahren große Mengen des Regenwaldbestandes abgeholzt. Um den Nährstoffgehalt des Bodens zu erhöhen und dabei überwucherndes Unkraut zu vermeiden, setzen Plantageninhaber häufig salzige Dünge- und Spritzmittel ein. Zudem fördert die Monokultur am immer gleichen Standort die Entstehung von Schädlingen sowie die Ausbreitung von Krankheiten.
Glücklicherweise hat sich in manchen Ländern der Welt inzwischen der Bio-Anbau durchgesetzt. Jährliche Fruchtwechsel verhindern dabei die oben genannten Kritikpunkte.

Von der Blüte zur Frucht

Ananas wächst an einem Stamm. Zunächst bilden sich violettfarbene Blüten. Sie wachsen zu einer Frucht zusammen, die erst dann richtig zu reifen beginnt, wenn die Knospen verblüht sind. Bis das Obst dann sein süßes, aromatisches Fruchtfleisch gebildet hat, vergehen mehrere Jahre.

Ananas-Pflanze mit violetten Blüten

Vermehrung

Die Stecklinge der Frucht gewinnt man eigentlich aus dem Schopf, der sogleich in die Erde gesetzt werden könnte. Dabei gilt jedoch zu beachten, dass keine Rückstände des Fruchtfleischs gepflanzt werden, da das Gewächs in diesem Fall schnell faulen würde. Allerdings kommt die Ananas comosus mitsamt der Blätterkrone in den Handel. Daher nutzt man zur Vermehrung die Seitentriebe. Diese sogenannten Schösslinge zeichnen sich dabei durch ihre schnelle Wurzelbildung aus. Für neue Züchtungen hat sich allerdings das Verfahren der Bestäubung bewährt.

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