Ananas-Pflanze selber ziehen: Ananas einpflanzen | Anleitung

Ananas ziehen

Die Ananas ist ein Exot unter den Obstsorten. Die Frucht ist das optische Highlight der Ananaspflanze und die Krönung einer Anzucht im heimischen Wohnzimmer. Sie bildet sich im Herzen der Pflanze an einem Stiel und kann bis zu 30 cm hoch werden. Im Handel angebotene Pflanzen von guter Qualität sind oft relativ teuer. Aber wie wäre es mit Ananas aus eigener Ernte? Die Anzucht ist selbst für Anfänger kinderleicht.

Voraussetzungen für eine Pflanzung

Nicht jede Frucht eignet sich zum Ziehen einer neuen Pflanze. Beim Kauf sollte man sich primär auf den Blattschopf bzw. Strunk konzentrieren, denn er wird für die Anzucht benötigt. Das Wichtigste ist ein intaktes, grünes Herz mit sattgrünen Blattspitzen. Der Reifezustand der Frucht spielt beim Ziehen einer Ananas nur eine untergeordnete Rolle.

  • Blattschopf sollte groß und buschig sein, mit frischgrünen, makellosen Blättern
  • Fruchtfleisch sollte goldgelb und nicht zu weich sein
  • Frucht ist ungeeignet, wenn sie tiefen Temperaturen ausgesetzt war
  • Schnittstelle am abgetrennten Schopf sollte weder braun noch matschig sein
  • Gleichmäßig weiß-gelbe Färbung, ähnlich einer reifen Banane optimal
  • Früchte mit Faul- oder Druckstellen ungeeignet
  • Bester Zeitpunkt eine Ananas zu ziehen ist mit Saisonbeginn im März/ April.

Eine ‚Flugananas‘ eignet sich zum Ziehen einer Jungpflanze besonders gut. Sie wird reif geerntet und hat nur eine kurze Anreise hinter sich. Ist die perfekte Frucht gefunden, kann man zwischen drei verschiedenen Methoden eine Ananaspflanze zu ziehen wählen.

Ananas-Pflanze

Methoden

Anzucht aus Blattschopf

Blattschopf für die Pflanzung vorbereiten

Die Anzucht aus einem Blattschopf ist einfach und unkompliziert. Alles, was man dazu benötigt, ist eine frische, gesunde Ananas, ein scharfes Messer, ein Pflanzgefäß, ein Glas Wasser und eine durchlässige, schwach gedüngte Erde, vorzugsweise Kokoserde. Zudem benötigt man Holzkohle zum Desinfizieren. Was man unbedingt haben sollte, ist viel Geduld, denn bis die Pflanze das erste Mal blüht, kann es bis zu drei Jahre dauern. Dann dauert es noch weitere sechs Monate oder mehr, bis sich eine reife Ananas entwickelt hat. Die Anzucht erfolgt in mehreren Schritten.

Strunk abschneiden

Um aus einem Blattschopf eine Ananas zu ziehen, muss dieser zuerst von der Frucht getrennt werden. Man kann ihn abschneiden oder vorsichtig herausdrehen, indem man die Frucht mit einer Hand festhält und den Strunk mit der anderen herausdreht.

  • Bei Schneiden 3-5 cm Fruchtfleisch am Blattschopf belassen und darunter abschneiden
  • Anschließend Fruchtfleisch um den harten Strunk herum wegschneiden
  • Die untersten 2-3 Blattreihen am Strunk entfernen
  • Blätter nach unten abziehen, nicht abschneiden
  • Zwischen den Blättern sitzen Anlagen der Wurzeln
  • Beim Abschneiden könnten sie mit entfernt werden
  • Gegebenenfalls noch den unteren faserigen Teil des Strunks entfernen

Im letzten Schritt taucht man den noch feuchten Strunk mit der Schnittfläche in Holzkohlepulver und lässt ihn dann ein paar Stunden an der Luft bzw. in der Sonne trocknen. So können sich entstandene Schnittwunden schließen, was Fäulnis- und Schimmelbildung entgegengewirkt. Fühlt sich der untere Bereich trocken an, ist der Kopfsteckling optimal vorbereitet und bereit für die Bewurzelung.

Tipp: Je gründlicher und sorgfältiger man Reste vom Fruchtfleisch und Blätter vom Strunk entfernt, desto geringer ist nach dem Einpflanzen die Gefahr von Fäulnis- und Schimmelbildung.

Ananas selber ziehen

Bewurzeln

Bei der Bewurzelung einer Ananas ist etwas Geduld gefragt, denn sie kann sich über mehrere Wochen oder gar Monate hinziehen. Und lange nicht jeder Versuch, eine Ananas bewurzeln zu lassen, ist erfolgreich. Eine zweite Pflanze wird zur Bestäubung nicht benötigt, denn Ananaspflanzen sind selbstfruchtend. Die Bewurzelung des Blattschopfes kann im Wasserglas, trocken oder direkt erfolgen.

Im Wasserglas

Den vorbereiteten Blattschopf stellt man mit dem Holzkohlepulver in ein Glas mit warmem Wasser, idealerweise kalkfreiem Wasser. Er sollte maximal bis zum unteren Rand des unteren Blattkranzes im Wasser stehen, das heißt, das Wasser sollte an die Bewurzelungspunkte heranreichen, diese aber nicht übersteigen. Alle 2-3 Tage muss das Wasser gewechselt und bei Bedarf auch Wasser nachgefüllt werden. Bis zur Bewurzelung stellt man das Glas an einen hellen und warmen Platz. Haben sich schließlich Wurzeln gebildet und sind diese mindestens einen Zentimeter lang, kann man den Steckling einpflanzen.

Trocken

Auch bei dieser Methode wird der Kopfsteckling nach dem Entblättern an einen warmen, trockenen und hellen Ort gelegt. Anders als bei der Wasserglasmethode wird der Schopf jetzt regelmäßig mit kalkfreiem, zimmerwarmem Wasser besprüht um ihn mit Feuchtigkeit zu versorgen. Alternativ dazu kann man ihn in einen lichtdurchlässigen Folienbeutel geben und diesen gut verschließen. Das Ganze sollte dann ebenfalls an einen hellen Platz ohne direkte Sonneneinstrahlung gelegt werden. In der Sonne wäre die Verdunstung um ein Vielfaches höher, der Steckling würde vertrocknen.

Direkt

Bei der direkten Methode erfolgt die Bewurzelung unmittelbar in der Erde. Zunächst taucht man den Steckling wieder mit der Schnittfläche in Holzkohlepulver und lässt ihn dann an der Luft trocknen. Ist der untere Teil gut abgetrocknet, kann man ihn direkt in ein geeignetes Substrat einpflanzen und an einen warmen und hellen Platz stellen.

Nach dem Bewurzeln pflanzen

  • Kokoserde zum Einpflanzen eines Ananas-Stecklings bestens geeignet
  • Sie ist besonders locker, durchlässig und nährstoffarm
  • Kokoserde in einen Topf geben und nicht andrücken
  • Substrat vor dem Einpflanzen befeuchten und das Ganze anziehen lassen
  • Im nächsten Schritt eine dünne Schicht Holzkohlepulver darauf verteilen
  • Holzkohle kann Schimmelbildung vermeiden
  • Anschließend Substrat in der Mitte auflockern und Steckling einpflanzen
  • Blattschopf vorsichtig in das Substrat drücken
  • Kokoserde um den Steckling herum leicht andrücken
  • Maximal bis zum unteren Blattrand einpflanzen
  • Sitz er zu tief, droht Fäulnis

Um dem Strunk nach dem Einpflanzen bzw. bis zum Anwurzeln Halt zu geben, kann man ihn von zwei Seiten mittels Holzstäbchen, Plastikgabeln oder Ähnlichem stützen, indem man diese leicht schräg neben der Pflanze in das Substrat steckt. Ab jetzt das Substrat leicht feucht halten.

Ananas selber ziehen

Tipp: Im Idealfall besprüht man Substrat und Steckling regelmäßig. Auf herkömmliche Art und Weise gießen ist nicht empfehlenswert.

Optimale Bedingungen nach der Pflanzung

Nach dem Einpflanzen benötigt die Ananas Temperaturen um die 25 Grad. Hoch sollte auch die Luftfeuchtigkeit sein, bei etwa 60 Prozent. Ein Platz unmittelbar neben einer Heizung ist nicht empfehlenswert. Um eine optimale Luftfeuchte zu gewährleisten, kann man den Steckling samt Topf gegebenenfalls mit einer lichtdurchlässigen Folie abdecken. Die sollte aber regelmäßig zum Belüften entfernt werden, um Fäulnisbildung zu vermeiden. Sobald in der Mitte des Blattschopfes ein neuer Austrieb zu sehen ist, war die Bewurzelung erfolgreich, der Steckling ist angewachsen. Nun kann die Folie entfernt werden. Ausreichend Wärme und Luftfeuchtigkeit benötigt er aber weiterhin.

Ananas aus Kindeln ziehen und pflanzen

Die vermutlich sicherste Art eine Ananas zu ziehen ist über Kindel. Eine Ananaspflanze stirbt nach der Fruchtbildung ab, was typisch für Bromeliengewächse ist. Am Fuß der Pflanze bzw. am unterirdischen Teil des Stammes können sich kleine Schösslinge bilden. Die sollten etwa halb so groß wie die Mutterpflanze sein, bevor man sie abschneiden und einpflanzen kann. Die absterbende Mutterpflanze sollte so lange wie möglich erhalten werden, denn sie versorgt die jungen Kindel mit Nährstoffen.

  • Kindel ab einer Größe von 20 cm schneiden
  • Dazu die komplette Pflanze aus dem Topf nehmen
  • Lose Erde abschütteln und Kindel freilegen
  • Falls erforderlich mehrere Blätter entfernen
  • Blätter nach oben abziehen, um Kindel nicht zu verletzen
  • Freigelegte Kindel mit scharfem Messer abschneiden
  • Schnittwunden mit Holzkohlepulver versiegeln und einpflanzen

Beim Einpflanzen verfährt man, wie bei der Anzucht aus dem Blattschopf bereits beschrieben. Sobald sich der neue Austrieb zeigt, wird die Abdeckung entfernt und die Jungpflanze normal weiterkultiviert.

Ananas-Pflanzen

Tipp: Sowohl junge als auch ältere Ananaspflanzen sollten nicht einfach gegossen werden. Diesen Bromeliengewächsen bekommt es am besten, wenn man sie selbst und das Substrat regelmäßig mit handwarmem, kalkfreien Wasser besprüht.

Jungpflanzen aus Samen ziehen

Um eine Ananaspflanze zu ziehen kann man einen Blattschopf oder einzelne Kindel einpflanzen oder man versucht es mit einer Aussaat, was allerdings sehr langwierig sein kann. Entsprechende Samen werden im Handel selten oder gar nicht angeboten. Findet man eine Frucht, die noch Samen enthält, besitzt man fast schon eine Rarität, denn durch Züchtungen wurden sie nahezu weg gezüchtet, sodass viele Ananasfrüchte mittlerweile kaum noch Samen enthalten. Darüber hinaus kann es mehrere Monate dauern, bis die Samen keimen.

Samen ernten und für die Aussaat vorbereiten

Die Chancen einige der etwa 1 mm breiten und 2 mm langen Samen unter der Schale der Frucht zu finden, sind bei großen, voll ausgereiften Früchten noch am größten. Dort sind sie aber gar nicht so leicht zu finden. Sie sitzen etwa 1 cm hinter den von außen sichtbaren ‚Warzen‘ und haben eine rötlich-braune Färbung.
Hat man die Samen im Fruchtfleisch entdeckt, entnimmt man sie und befreit sie von anhaftendem Fruchtfleisch. Dazu kann man sie beispielsweise in ein feines Sieb geben und unter klarem Wasser abspülen. Damit die Samen nicht vorzeitig keimen, sind sie von Natur aus mit einer harten Schale ausgestattet. Um nun eine Pflanze aus den Samen ziehen zu können, muss die Keimhemmung aufgehoben werden. Dazu weicht man sie vor der Aussaat für etwa 24 Stunden in lauwarmem Wasser ein. Danach kann ausgesät werden.

Aussaat und Keimung

  • Kleine Töpfe mit Kokoserde befüllen
  • Substrat mit kalkfreiem Wasser befeuchten
  • Samen darauf verteilen und etwa 1 cm mit Erde bedecken
  • Mit lichtdurchlässiger Folie oder Glas abdecken
  • Substrat während der Keimung leicht feucht halten
  • An einen warmen und hellen Platz stellen
  • Keimtemperaturen von mindestens 20 °C und maximal 30 °C erforderlich
  • Luftfeuchte hoch, aber nicht über 80 %
  • Keimung nach frühestens zwei Monaten

Ananas-pflanze

Haben die Keimlinge eine Größe von etwa 5 cm erreicht, können Sie diese vereinzeln. Ganz gleich, für welche Anzuchtart man sich letztendlich entscheidet, nicht jede neu gezogene Ananaspflanze blüht und entwickelt Früchte. Oft bleibt, aus welchen Gründen auch immer, die Blüte und somit auch die Fruchtbildung komplett aus. Aber einem zweiten oder dritten Versuch steht ja nichts im Wege.

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