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Apfelbaum aus Kernen selber ziehen: so geht’s

Apfelbaum aus Kernen ziehen - Titel

Wer hat sich als Kind nicht voller Neugier gefragt, wie aus diesen winzigen Kernen aus dem Inneren eines Apfels ein Apfelbaum heranwächst. Mit unserer Anleitung können auch Sie Ihren Apfelbaum erfolgreich ziehen.

Auf den Punkt gebracht

  • Apfelkerne benötigen eine Winterphase, um überhaupt keimen zu können
  • ein aus Apfelkernen gezogener Baum kann im Wachstum sehr vielfältige Merkmale seines genetischen Erbes ausbilden
  • trotz der imposanten Bäume sind die anfänglichen Kerne sehr empfindlich

Welche Kerne sind geeignet?

Grundsätzlich lassen sich aus allen Kernen, die Sie einem vollständig ausgereiften Apfel entnehmen, entsprechende Bäume ziehen. Ist die gesamte Frucht reif, haben auch die Kerne ihren Entwicklungszyklus abgeschlossen und haben das Potential, eine neue Pflanze zu erschaffen. Allerdings lohnt ein Blick auf die eingesetzte Apfelsorte. Vor allem bei uns heimische Sorten haben hohe Erfolgsaussichten, da Sie sicher sein können, dass die Bäume mit Klima, Temperaturen und Wetter gut zu Recht kommen. Typische Sorten sind beispielsweise:

reife Äpfel ernten
  • Alkmene
  • Berlepsch
  • Boskoop
  • Elstar
  • Goldparmäne
  • Jonagold

Hinweis: Verzichten Sie auf einen Versuch mit so genannten Club-Sorten. Die Früchte verlieren im Verlauf des Züchtungsvorgangs häufig Ihre Keimfähigkeit. Da die Vermehrung auf vegetativem Wege durch das so genannte „Propfen“ erfolgt, ist diese aber auch nicht von wesentlicher Bedeutung.

Schritt für Schritt zum Apfelbaum

Wir haben Ihnen eine detaillierte Anleitung zusammengestellte, wie sich Ihren eigenen Apfelbaum ziehen können.

Die Vorbereitung – gekonnt stratifizieren

In freier Wildbahn fällt ein Apfel vom Stamm, das Fruchtfleisch verrottet und die Kerne wandern in den Boden. Dort überdauern sie den ersten Winter mit Minustemperaturen und Bodenfrost. Die Kälte führt dazu, dass die natürlichen Wachstumshemmer im Apfelkern zerfallen und die Keimfähigkeit entsteht. Damit Ihr Kern ebenfalls wachsen kann, müssen Sie den Winter künstlich simulieren.

  • Apfelkern freilegen und reinigen
  • Küchenpapier anfeuchten
  • Kern in Küchenpapier einschlagen und mit Gefrierbeutel umschließen
  • Kern für zwei bis vier Wochen im Kühlschrank lagern

Sobald Sie an Ihren Kernen erste Keimungsanzeichen erkennen, können Sie mit dem Einpflanzen fortfahren.

Tipp: Greifen Sie an Stelle eines Kerns aus einem frischen Apfel zu Kernen aus dem Trester der Mostproduktion, entfällt die Stratifizierung. Durch den Fermentationsprozess des Tresters werden die Wachstumshemmer ebenfalls abgebaut.

Die Anzucht

Da die winzigen Kerne anfänglich sehr empfindlich sind, empfiehlt es sich, sollten Sie ihren zukünftiger Apfelbaum zu Beginn im Topf ziehen. Denn entgegen den Kernen selbst sind die Jungpflanzen sehr anfällig für niedrige Temperaturen oder auch Trockenheit.

  • Pflanztopf mit Durchmesser mind. 15 Zentimeter mit lockerer Gartenerde füllen
  • Erde lose andrücken
  • Kerne auf Erde auflegen
  • Deckschicht aus rund einem Zentimeter Gartenerde auftragen
  • gut angießen und feucht halten
  • hell, warm und ohne Zugluft aufstellen, bis Jungpflanze herangewachsen ist

Das Auspflanzen

Sobald Ihr Schössling eine Größe von rund 30 Zentimetern erreicht hat und die Temperaturen rund 10 Grad nicht mehr unterschreiten, ist die Zeit der Umsiedelung an den finalen Standort gekommen und Sie könne ihren Apfelbaum im Freien weiter heran ziehen.

  • sonnigen Standort mit ausreichend Platz für den ausgewachsenen Apfelbaum wählen
  • Pflanzgrube rund eineinhalbmal so breit und tief wie Pflanztopf ausheben
  • Wurzelballen aus Topf lösen, gut wässern und in Pflanzgrube einstellen
  • allseitig Gartenerde anfüllen und leicht andrücken
  • intensiv angießen und über die kommenden 4 Wochen feucht halten

Tipp: Sehen Sie gegen Verbiss durch Tiere einen Schutz aus Hasendraht vor. Auch wenn in Ihrem Garten keine Rehe ein und aus gehen, können auch Hasen oder sogar Katzen mit Krallen oder Zähnen enorme Schäden hervorrufen.

Häufig gestellte Fragen

Was genau bedeutet „Propfen“?

Beim Pfropfen wird ein starker und widerstandsfähiger Baumschössling als Wachstumsgrundlage um einen Trieb der gewünschten ertragreichen Sorte „ergänzt“. Hierzu wird der obere Triebteil der Wachstumsgrundlage durch denselben Teil der Zielsorte ersetzt. Fachgerecht ausgeführt, wächst die Bastschicht rast zusammen und der neue Baum nimmt die weitere Entwicklung wieder auf.

Warum sieht mein Apfelbaum völlig anders aus, als die Mutterpflanze?

Apfelbäume sind selbststeril. Das bedeutet, sie können sich nicht selbst befruchten. Jeder Apfelkern enthält daher neben der Mutterpflanze auch zur Hälfte die genetischen Grundlagen der bestäubenden Apfelsorte. Was im Einzelfall zur Ausprägung kommt, bleibt dem Zufall überlassen.

Lässt sich ein Apfelbaum auch direkt im Freiland ziehen?

Wie in der Natur ohnehin Gang und Gäbe, können auch Sie Ihren Schössling direkt im Freiland kultivieren. Allerdings sind die anfänglichen Überlebenschancen hier schlechter, da die Rahmenbedingungen aus Wetter, Wärme und Wasser weniger konstant sind. Zudem erreichen Fressfeinde und Krankheitserreger den Keimling deutlich einfacher.

Maria liebt die exotische Pflanzenwelt. Neben ihrem Zitronenbaum "John Lemon" findet man bei ihr Zuhause unter anderem auch ein Avocado-Bäumchen und eine Ananas-Pflanze.

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