Aquarium bepflanzen

Ein Aquarium kann an jedem beliebigen Ort in der Wohnung aufgestellt werden, um ein kleines Stück Unterwasserwelt in die eigenen vier Wände zu bringen. Wichtig dabei ist unter anderem die Gestaltung des Bodens und die Auswahl der Pflanzen. Nachfolgend erhalten sie eine kurze Anleitung zum Bepflanzen von Aquarien sowie eine Übersicht über geeignete Wasserpflanzen.

Aquarium richtig einrichten

Bevor es nun an die Bepflanzung des Aquariums gehen kann, muss ein geeigneter Bodengrund auf dem Aquarienboden aufgebracht werden. Dazu kann zuerst eine Lage grober Kies über die Fläche verteilt werden. So entsteht eine Schicht mit lockeren Hohlräumen. Danach wird darauf eine gewaschene Schicht grober Sand oder Kies verteilt und mit einem flachen Holz zusammengedrückt, damit die dazwischen befindliche Luft entweichen kann. Als Abdeckung über diese grobe Schicht kommt zuletzt dann noch eine Lage feiner Sand. Dieser muss vollständig ausgewaschen sein.

Der Bodengrund sollte nach hinten leicht ansteigend eingebracht werden. Zum einen entsteht so ein guter optischer Eindruck. Anderseits kann vorn angesammelter Schlamm leichter entfernt werden. Größere Steine können anschließend beim Gestalten von Fels- und Höhlenaufbauten genutzt werden. Solche Aufbauten sehen nicht nur gut aus, sondern entsprechen auch dem natürlichen Lebensraum der Tiere und bieten diesen Schutz. Daneben können solche Verstecke auch Ausrüstungsgegenstände wie Filter und Schläuche verbergen. Wichtig ist, dass beim Gestalten die Gegenstände stabil und sicher für die Tiere aufgebaut werden.

Hinweis: Die Steine, sonstiges Dekorationsmaterial und natürlich auch der Sand und Kies muss vor dem Einsetzen in das Aquarium gründlich gereinigt werden, um unerwünschte Stoffe zu entfernen.

Anleitung zum Bepflanzen

Wenn nun der Bodengrund fertig gestaltet ist, kann es an das Bepflanzen gehen. Die Auswahl an Wasserpflanzen ist riesig groß. Sie sollten in der Regel vor dem Befüllen mit Wasser eingesetzt werden. Mithilfe des Fingers oder eines kleinen Pflanzholzes drücken Sie an den vorgesehenen Stellen entsprechend große Löcher in den leicht angefeuchteten Sand. Vor dem Einsetzen der Pflanzen sollten diese ausgebreitet in einer Schüssel mit Wasser aufbewahrt werden. Entfernen Sie sämtliche abgestorbene und schadhafte Blätter. Ebenfalls sollte ein Rückschnitt zu großer Wurzelballen oder zu langer Wurzeln erfolgen, denn Pflanzen mit kurzen Wurzeln wachsen besser an.

Beim Einsetzen der Pflanzen in die Löcher müssen die Wurzeln ausreichend Platz haben und dürfen nicht umgebogen werden oder aus dem Pflanzloch ragen. Das Einsetzen sollte auch nicht zu tief erfolgen. Mit dem Finger wird dann der Boden rund um jede Pflanze vorsichtig angedrückt. Bei Pflanzen mit kurzen Wurzeln können zur Befestigung zusätzlich Pflanzennadeln aus Glas oder kleine Steinchen Verwendung finden. Nach erfolgreichem Bepflanzen kann dann schließlich das Wasser aufgefüllt werden.

Hinweis: Neu gekaufte Pflanzen sollten Sie in einer Lösung aus einem Liter Wasser und einem gehäuften Teelöffel Alaun vor dem Einsetzen fünf Minuten desinfizieren. Anschließend werden sie mit Leitungswasser abgespült.

Wasserpflanzen in der Übersicht

Zum Bepflanzen des Aquariums gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten. Wir möchten Ihnen nachfolgend einige davon kurz vorstellen.

Europäischer Tannenwedel (Hippuris vulgaris)

Tannenwedel

Es handelt sich hierbei um eine zweikeimblättige, ausdauernde Pflanze. In der Natur kommt sie in Sumpfgebieten, flachen Gewässern, Teichen, Gräben und Flüssen vor. Die Blätter sind sehr weich, kurz, schmal und dunkelgrün. Sie stehen in dichten Quirlen entlang der Sprossachse. Diese kann leicht eine Länge zwischen 100 und 150 cm erreichen und besitzt ein kriechendes Rhizom, welches im Bodengrund fest verwurzelt ist. Der Tannenwedel kann ganz untergetaucht im Wasser leben, aber auch teilweise über der Wasseroberfläche erscheinen. Dabei werden dann sogenannte Luftblätter gebildet. Diese sind klein und befinden sich in den Blattachseln.

Ansprüche:

  • Temperatur 10 bis 20 Grad
  • Süßwasser, hart
  • pH-Wert alkalisch
  • Licht 1000 bis 5000 Lux

Gemeiner Froschlöffel (Alsima plantago-aquatica)

Froschlöffel

Diese Wasserpflanze ist in Europa sehr häufig vertreten. Sie besitzt ein zur Knolle verdicktes Rhizom. damit kann der Froschlöffel in den unterschiedlichsten Böden wurzeln. In der Natur kommt er hauptsächlich in Teichen, Gräben und fließenden Gewässern vor. Unter Wasser werden bandartige Blätter gebildet. Hingegen wächst ein pyramidenförmiger Blütenstand über die Wasseroberfläche hinaus. Die Blüten können weiß bis rötlich-weiß gefärbt sein.

Ansprüche:

  • Temperatur 10 bis 20 Grad
  • Süßwasser
  • Licht: 500 bis 2000 Lux

Gemeines Hornkraut (Ceratophyllum demersum)

Gemeines Hornkraut
Christian Fischer, Ceratophyllum demersum (inflorescence), Zuschnitt von Plantopedia, CC BY-SA 3.0

In der Natur besiedelt das Hornkraut Teiche, Gräben und Kanäle, ist aber auch in langsam fließenden Gewässern zu finden. Dort wächst es in Tiefen von ein bis zwei Metern. Doch auch für das Bepflanzen heimischer Aquarien bietet es sich gut an.

Die Sprossachse ist verzweigt und kann zwischen 50 und 100 cm lang werden. In der Regel bilden sich große schwimmende Pflanzenmassen. Durch einen farblosen Stängelabschnitt kann sich diese Pflanze leicht im Bodengrund verankern, aber auch frei schwimmend vorkommen. Es sind keine echten Wurzeln vorhanden. An den Stängeln befinden sich viele quirlig stehende Blätter. Diese sind spröde, steif und mit stachligen Dornen versehen.

Das Hornkraut vermehrt sich vegetativ. Es brechen dabei einfach einzelne Stängelabschnitte ab. Zu lange Triebe können auch abgeschnitten und in den Sand gesteckt werden. In den Blattachseln bilden sich kleine, unscheinbare Blüten unter Wasser.

Ansprüche:

  • Temperatur 12 bis 20 Grad
  • Süßwasser
  • Licht: 1000 bis 5000 Lux

Indischer Wasserwedel (Hygrophila difformis)

Indischer Wasserwedel
Kephalian, Hygrophila difformis also known as water wisteria Submerged and Emmersed growth 2, Zuschnitt von Plantopedia, CC BY-SA 4.0

Diese Pflanze hat ihren Ursprung in Indonesien und Indien. Die Sprossachse ist recht dick und kann eine Höhe bis 60 cm erreichen. Zur Wasseroberfläche wächst eine dichte Reihe von sattgrünen und tiefgeschlitzten Blättern. Die Pflanze ist sehr wuchsfreudig und benötigt ein dementsprechend großes Aquarium. In kleinen Becken kann sie sehr schnell alles zuwuchern und muss daher des Öfteren beschnitten werden. Der Wasserwedel wächst etwas über die Wasseroberfläche hinaus.

Ansprüche:

  • Temperatur 20 bis 28 Grad
  • Süßwasser
  • Licht: 1000 bis 5000 Lux

Krauses Laichkraut (Potamogeton crispus)

Krauses Laichkraut
Leslie J. Mehrhoff (1950-2010), University of Connecticut, Potamogeton crispus 5447258, Zuschnitt von Plantopedia, CC BY 3.0

Hauptsächlich kommt das Krause Laichkraut in ruhigen, aber auch mäßig schnellen Gewässern vor. Es besitzt lange und dünne Rhizome, die sich regelmäßig verzweigen. Sie sind in ganzer Länge bewurzelt. Der Stängel ist rötlichgrün gefärbt und mit wellenförmigen, gezähnten, länglichen Blättern gleicher Farbe besetzt. Es bilden sich unscheinbare Blüten.

Ansprüche:

  • Temperatur 12 bis 20 Grad
  • Süßwasser
  • Licht: 2000 bis 5000 Lux

Riesen-Sumpfschraube (Vallisneria gigantea)

Riesen-Sumpfschraube
Thomas.pixner, Riesenvallisnerie Aquarium, Zuschnitt von Plantopedia, CC BY-SA 3.0

Diese Wasserpflanze stammt ursprünglich von den Philippinen. Sie ist sehr schnellwüchsig, ebenso dekorativ und daher besonders gut für das Bepflanzen großer, hoher Aquarien geeignet. Die Pflanze wächst dicht mit langen riemen- oder bandartigen Blättern. In ihrer ganzen Länge sind diese meist gedreht. An der Wasseroberfläche können sie einen dichten Teppich bilden. Die Sumpfschraube oder auch Wasserschraube ist fest im Boden mit Wurzeln verankert. Die Vermehrung erfolgt durch Ausläufer. Die Pflanze benötigt viel Licht.

Ansprüche:

  • Temperatur 18 bis 28 Grad
  • Süßwasser, weich bis mittelhart
  • pH-Wert neutral bis sauer
  • Licht: 500 bis 5000 Lux

Tausendblatt (Myriophyllum)

Tausendblatt
Myriophyllum aquaticum. Quelle: André Karwath aka Aka, Myriophyllum aquaticum – top (aka), Zuschnitt von Plantopedia, CC BY-SA 2.5

Hier gibt es verschiedene Arten. Charakteristisch ist eine zentrale Sprossachse, die im Boden verwurzelt ist. Mitunter kann die Pflanze aber auch frei schwimmend vorkommen. In Abständen stehen Quirle mit drei bis sechs dünnen, federartigen Blättern zusammen. Die Pflanzen sind sehr weichblättrig und zerbrechlich. Sie leben vollständig unter Wasser, abgesehen vom Blütenstand der etwas über der Wasseroberfläche erscheint. Die Pflanze liebt zwar Helligkeit, kann aber bei zu viel Licht schnell veralgen. Die Vermehrung erfolgt durch Seitentriebe. Allerdings sollte diese Wasserpflanze nicht bei gründelnden Fischen Verwendung finden.

Ansprüche:

  • Temperatur 18 bis 30 Grad
  • Süßwasser, weich
  • pH-Wert neutral bis alkalisch
  • Licht: 1000 bis 5000 Lux

Wasserähren (Aponogeton)

Wasserähren
Aponogeton madagascariensis

Hier gibt es verschiedene Arten. Die wohl bekannteste ist Aponogeton crispus. Es sind sehr zarte, aber schöne und meist hohe Gewächse für das Bepflanzen großer Aquarien. Ursprünglich stammen diese Pflanzen aus Afrika, Asien und Australien. Die Stängel sind in der Regel kräftig und mit speerförmigen bis zu 30 cm langen Blättern besetzt. Wasserähren sind mit langen, waagerechten Rhizomen im Boden verankert. Es erscheint ein 80 cm langer Blütenstiel.

Ansprüche:

  • Temperatur 15 bis 25 Grad
  • Süßwasser, weich
  • Licht: 2000 bis 5000 Lux

Wassersalat (Pistia stratiotes)

Wassersalat

Hierbei handelt es sich um eine Schwimmpflanze. Sie gehört zur Familie der Aronstabgewächse (Araceae). Hauptsächlich kommt sie in tropischen Regionen der Erde vor. Die Pflanze bildet eine salatartige Blattrosette mit einem Durchmesser bis 15 cm. Die Blätter sind groß, rundlich und hellgrün. Im Wasser hängen dichte Wurzeln herab. Durch lange Ausläufer an der Mutterpflanze werden stets neue Pflanzen gebildet. Der Wassersalat kann große schwimmende Teppiche auf der Wasseroberfläche bilden.

Ansprüche:

  • Temperatur 15 bis 25 Grad
  • Süßwasser
  • Licht: 1000 bis 5000 Lux

Quellmoos (Fontinalis antipyretica)

Quellmoos
Quelle: Bernd Haynold, Fontinalis antipyretica 251207a, Zuschnitt von Plantopedia, CC BY-SA 3.0

Diese Moosart kommt in den unterschiedlichsten Gewässern vor, auch in solchen mit organischen Verschmutzungen. Dieses Moos gehört zu den schönsten einheimischen Wasserpflanzen. Es bildet dichte, wehende Büsche. Der Spross kann bis zu 70 cm und noch länger werden. Das Brunnenmoos, wie das Quellmoos auch genannt wird, haftet an Steinen oder Baumstämmen fest. Wenn Sie Ihr Aquarium damit bepflanzen, stellen Sie eine effektive Sauerstoffversorgung sicher und bieten gleichzeitig kleinen wirbellosen Tieren Schutz. Quellmoos kann sehr veränderlich sein, beispielsweise kann es im Warmwasseraquarium nach einer Eingewöhnungsphase ein ganz anderes Aussehen annehmen.

Ansprüche:

  • Temperatur 10 bis 20 Grad
  • Süßwasser
  • pH-Wert neutral bis leicht sauer
  • Licht: 500 bis 2000 Lux