Aisatische Hornisse - Titel
Quelle: Gilles San Martin from Namur, Belgium, Asian hornet (34054657376) (2), bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 2.0

Sie gilt als besonders gefährlich und konnte nun erstmals auch in Deutschland nachgewiesen werden – die asiatische Hornisse. Fotos belegen eindeutig, dass die Tiere bei uns angekommen sind und sich offenbar hier auch wohlfühlen.

Auf den Punkt gebracht

  • Asiatische Hornissen sind in Ost- und Südostasien beheimatet
  • bis zu fünf Mal größer als unsere Bienen, aber meist kleiner als unsere heimischen Hornissen
  • Stich wird als besonders schmerzhaft beschrieben und kann im Extremfall einen Menschen auch töten
  • In der Bundesrepublik beschränkt sich ihr Vorkommen bislang vor allem auf Norddeutschland

Ein Eindringling, kein Gast

Wie so oft dürfte es der internationale Warenverkehr sein, mit dem die Hornisse nach Europa und damit auch nach Deutschland gekommen ist. Auch wenn von ihr keine größere Gefahr für Menschen ausgeht, dürfte sie vor allem für Imker zum Problem werden. Diese befürchten nämlich, dass sich die Hornissenart zum Feind ihrer Bienen entwickeln könnte. Neben der gefürchteten Varoa-Milbe und dem landwirtschaftlichen Einsatz von Pestiziden würde somit eine neue Gefahr für Bienenvölker lauern. Die asiatische Hornisse wird deshalb von Imkern als Eindringling und nicht als Gast empfunden. Sie gilt in ganz Europa als sogenannte invasive Art.

Hinweis: Auch wenn es sich um eine invasive Art handelt, dürfen die Tiere nicht so ohne Weiteres getötet werden. Am besten hält man Rücksprache mit der unteren Naturschutzbehörde, die für gewöhnlich bei den Landratsämtern angesiedelt ist.

Geringes Vorkommen

Laut dem kanadischen Insektenforscher John Swann ist die asiatische Hornisse nicht gefährlicher als unsere einheimischen, westlichen Hornissenarten. Wenn sie sich nicht bedroht fühlen, verhalten sich die Tiere weitgehend friedlich und sind nicht aggressiv. Kommt man allerdings ihrem Nest zu nahe, können sie schnell zum Angriff übergehen. Bislang wurde in Deutschland nur ein sehr geringer Bestand der asiatischen Hornisse entdeckt. Derzeit breitet sie sich in erster Linie in Norddeutschland aus. Man nimmt an, dass die Nähe zu den großen Containerhäfen in Hamburg und Bremerhaven der Grund dafür ist. Die Hornissenart dürfte nämlich auf dem Seeweg als blinder Passagier in Containern zu uns gekommen sein.

Asiatische Hornisse (Vespa Veluntina)
Quelle: Gilles San Martin from Namur, Belgium, Asian hornet (33965402201) (2), bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 2.0

Keine Killerhornisse

Unter den asiatischen Hornissenarten muss man zwischen der Asiatischen Riesenhornisse (Vespa Mandarina) und der asiatischen Hornisse (Vespa Veluntina) unterscheiden. Während erstere gerne als Killerhornisse qualifiziert wird, ist letztere weitgehend harmlos – solange sie sich eben nicht bedroht fühlen. Bedroht fühlen sich alle Hornissen immer dann, wenn man als Mensch im Nest und damit ihrem Nachwuchs zu nahekommt. Asiatische Hornissen errichten ihr Nest mit einer gewissen Vorliebe in Baumkronen. Es handelt sich dabei meist um ein papierähnliches, vom Aussehen her ins Bräunliche tendierende, unförmiges Gebilde, das:

  • relativ frei an einem größeren Ast hängt
  • ständig von vielen erwachsenen Hornissen umschwirrt wird
  • an der Unterseite eine eindeutige Öffnung in sein Inneres aufweist
  • durch permanente Anbauten häufig seine Form und Größe ändert

Hinweis: Vor allem bei Ernte von Obstbäumen besteht die Gefahr, einem möglichen Nest zu nahe zu kommen. Deshalb empfiehlt sich vor der Ernte eine intensive Sichtkontrolle vom Boden aus.

Häufig gestellte Fragen

Woran genau erkennt man eine asiatische Hornisse?

Asiatische Hornissen ähneln unseren einheimischen Arten sehr stark. Am einfachsten lassen sie sich noch in ihrer jeweiligen Größe unterscheiden. Die asiatischen Insekten sind in der Regel nämlich deutlich kleiner als ihre europäischen Artgenossen. Das gilt jedoch nicht für die asiatische Riesenhornisse, die bislang hierzulande nicht nachgewiesen werden konnte.

Wie gefährlich ist diese Hornissenart für den Menschen wirklich?

Ein gesunder Mensch wird durch den Stich der Hornisse zwar einen relativ starken Schmerz empfinden, ansonsten aber keine gesundheitlichen Schäden davon tragen. Ein einzelner Stich kann unter Umständen zwar zu einem anaphylaktischen Schock führen, ist ansonsten aber harmlos. Anders sieht es hingegen aus, wenn mehrere Stiche gleichzeitig erfolgen, man also von mehreren Hornissen angegriffen wird. Je nach Veranlagung kann dann durchaus Lebensgefahr bestehen.

Wird auch die asiatische Riesenhornisse bei uns Einzug halten?

Man muss wohl davon ausgehen. In Nordamerika jedenfalls ist diese Art bereits sehr weit verbreitet und richtet jedes Jahr große Schäden unter den Bienenvölkern an. Die Gefahr ist groß, dass auch die Riesenhornisse über den Seeweg bei uns eingeschleppt wird und wir dann mit den Tieren ähnliche Erfahrungen machen wie die Amerikaner.

Was tun, wenn man ein asiatisches Hornissennest entdeckt hat?

Man sollte es auf gar keinen Fall selbst entfernen wollen, sondern unbedingt einen Kammerjäger damit beauftragen. Dieser weiß in der Regel genau, wie man am besten vorgeht und welche Schutzmaßnahmen notwendig sind.