Bärlauch ernten: ab wann ist die beste Erntezeit? So sammeln Sie richtig

Bärlauch, Allium ursinum

Wenn die Wälder im Frühjahr aus ihrem Schlummer erwachen, ist es Zeit für die Bärlauch-Ernte. Hat sich der Schnee verzogen, präsentieren sich wahre Teppiche des beliebten Küchenkrauts, dessen charakteristisches Knoblauch-Aroma gerne für Kräuterbutter und Pesto genutzt wird. Die jährliche Erntezeit von Allium ursinum lockt zahlreiche Familien und Kräuterbegeisterte in die Wälder, die fleißig die Blätter der Pflanze ernten. Das Wann und Wie beim Sammeln sind dabei entscheidend für den Erfolg.

Erntezeit

Wann ist die Erntezeit?

Was die Erntezeit angeht, so beginnt diese in den südwestlichen Regionen Deutschlands schon recht früh, etwa Anfang März. Je milder der Winter ist, desto früher präsentieren sich die Gewächse und erlauben eine zeitige Ernte. Je nördlicher Sie wohnen, desto später beginnt diese, meist Mitte bis Ende März, und daher müssen Sie länger warten, bis Sie sich am Bärlauch erfreuen können. Die Ernte ist möglich für etwa sechs bis acht Wochen, noch während die weißen Blüten auftauchen. Zwar können Sie die Blätter selbst während der Blütezeit sammeln, doch verändern sich diese folgendermaßen in der Beschaffenheit.

  • werden faserig
  • nicht mehr so ansehnlich
  • Aroma verringert sich deutlich
Bärlauch ist an Bächen anzutreffen
Bärlauch ist an Bächen anzutreffen

Theoretisch können Sie den Waldknoblauch bis in den Mai abpflücken, doch verringert sich die Intensivität des Aromas mit zunehmender Blüte äußerst stark. Achten Sie deshalb beim Ernten auf Pflanzen, wann die Pflanzen noch Knospen tragen oder noch nicht blühen, um das größte Geschmackspotential zu erhalten. Natürlich ist das bei einer Anzucht im Garten problemlos umzusetzen, da Sie volle Kontrolle über die Pflanzen und deren Wachstumsperiode haben. Über den März sollten Sie sich also beeilen, um Ihre Portion Bärlauch zu ernten, bevor Ihnen andere zuvorkommen. Vergessen Sie nicht, dass sogar die würzigen Blüten essbar sind.

Hinweis: Es ist nicht richtig, dass Bärlauch nach der Blüte ungenießbar ist. Zwar ist das Aroma deutlich schwächer, aber es bilden sich keine Giftstoffe in den Blättern, die Nebenwirkungen oder Vergiftungserscheinungen hervorrufen würden.

Bärlauch sammeln

Wo Bärlauch sammeln?

Wann der Waldknoblauch am besten gesammelt wird, ist nicht alleine entscheidend für eine erfolgreiche Ernte. Es ist ebenfalls wichtig, wo Sie das Gewächs finden können, da nicht jeder Wald ideal für das Wachstum der Pflanzen ist. So werden Sie den Bärlauch nur selten in Nadelwäldern antreffen, die sich abseits von Flüssen und Bächen finden. Der ideale Standort für den wilden Knoblauch ist folgendermaßen beschaffen.

  • Laubwälder
  • besonders bevorzugt werden Auwälder
  • halbschattig
  • feuchter, lockerer Boden mit Anteilen von Humus, also sehr nährstoffreich
  • kalkige Böden werden toleriert, solange sie nicht sandig oder trocken sind

Die Gewürzpflanze fühlt sich vor allem in Süddeutschland und dem Alpenraum zuhause und wächst dort in großen Mengen. Je weiter nördlich Sie wohnen, desto seltener ist sie anzutreffen, aber immer noch vorhanden. Ist der Standort für den Bärlauch ideal, wächst dieser dort in Maßen und kann ganze Teile des Waldbodens bedecken, sodass selbst größere Sammelgruppen den Bestand nicht verringern. Voraussetzung hierfür ist natürlich genügend Platz. Achten Sie darauf, nur an Stellen zu sammeln, die dicht genug bewachsen sind. Sobald Sie mit einem Fuß zwischen den Pflanzen Platz haben, sollten Sie hier während der Erntezeit nicht ernten.

Bitte beachten: Bärlauch steht in Deutschland nicht unter Naturschutz, ist aber aufgrund der natürlichen Vorkommens in den Bundesländern Brandenburg und Schleswig-Holstein auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Pflücken Sie Allium ursinum niemals in einem Naturschutzgebiet, da die dortigen Exemplare geschützt sind.

Bärlauchblätter
Bärlauchblätter

Ernte

Wie ernten?

Neben dem Wann und Wo ist das Wie ebenfalls wichtig, um die wilden Bestände des Bärlauchs nicht über die Erntezeit zu schädigen und trotzdem genügend von den Blättern für den Eigenbedarf zu sammeln. Aufgrund der Popularität der Gewürzpflanze wird sie häufig in großen Mengen gesammelt, doch achten viele der Sammler dabei nicht auf die Menge, die sie abschneiden. Das kann zu einem Problem werden, da die Zwiebelpflanze nicht einfach so ihre Bestände erweitern kann. Ebenso ist nicht jede Stelle in geeigneten Wäldern zu empfehlen, da diese zu häufig frequentiert werden.

Achten Sie beim Ernten im Wald auf folgende Punkte:

  • Größe der Bestände
  • Menge der geernteten Blätter
  • Erntemethode

All diese Punkte sollten beachtet werden, damit Sie nicht zu viel oder falsch ernten und am Ende die Bärlauch-Exemplare beschädigen und so den natürlichen Bestand negativ beeinflussen. Natürlich sollten Sie die Erntemenge- und Methode bei eigenen Pflanzen im Garten anwenden, damit diese weiterhin entspannt wachsen können.

Bestand

Größe der Bestände

Wie oben erläutert, finden sich die größten Ansammlungen des Waldknoblauchs in den zahlreichen Auwäldern Deutschlands, da sich dort die besten Voraussetzungen für das Wachstum finden. Wenn Sie auf der Suche nach den Pflänzchen im März sind, sollten Sie vor allem abseits der Wege schauen, da sich dort die ungestörten und größten Ansammlungen befinden. Zwar können Sie auch direkt am Weg Ihre Ernte einfahren, doch ist das aufgrund der folgenden Punkte nicht empfohlen.

  • kleine Bestände, da diese häufiger geerntet werden
  • werden von Hunden und Füchsen markiert, besonders an Kreuzungen
  • mögliche Wildwechsel
  • Bärlauch kann häufig zertreten sein, falls unachtsame Menschen die Wege nutzen
Zerriebener Bärlauch riecht nach Knoblauch
Bärlauch mit seinen weißen Blüten

Aufgrund der Häufigkeit, in der die Pflanzen nahe den Wegen belästigt werden, sollten Sie sich also etwas tiefer in den Wald wagen. Die Wildwechsel sind besonders zu meiden, da Füchse die bestehenden Kreuzungen häufiger markieren und so auch häufig den Bärlauch erwischen. Ebenso liegt der Großteil des im Wald auffindbaren Hundekots in direkter Nähe zu den Wegen. Je weiter Sie sich in den Wald wagen, desto dichter werden die Bestände und desto höher fällt Ihre Ernte aus.

Erntemenge

Bei der Frage der Erntemenge ist es wichtig, die Pflanzen während der Erntezeit nicht zu sehr zu belasten, das heißt, sie nicht komplett abzuernten. Würden alle Menschen, die auf der Suche nach Bärlauch sind, die gesamte Pflanze abernten, würde innerhalb weniger Tage ein Großteil der Pflanzen ohne Blätter dastehen, was das ökologische Gleichgewicht stören würde. Beschränken Sie sich bei der Ernte auf ein Maximum von zwei Blättern pro Pflanze, denn nur so können sie gesund durch das Jahr kommen und sich anschließend vermehren. Bitte beachten Sie, dass mit einer Pflanze die kleinen Pflanzengruppen gemeint sind, da Bärlauch in Gruppen zusammensteht.

Erntemethode

Bevor Sie den wilden Knoblauch ernten, sollten Sie folgende Utensilien vorbereiten und diese unbedingt mit in den Wald nehmen.

  • scharfes, sauberes Messer oder kleine Schere
  • Plastiktüte

Kakteen mit scharfem Messer schneiden

Es ist empfohlen, die einzelnen Blätter nicht mit den Fingern zu entfernen, sondern ein Werkzeug zu benutzen, damit die Pflanze nicht mitsamt der Zwiebel aus dem Boden gerissen wird. Setzen Sie dafür die Schere oder das Messer etwas über dem Hauptstiel an und schneiden Sie das Blatt einfach ab. Ebenso sollten Sie, wenn es sich vermeiden lässt, nicht auf die Pflanzen treten. Das ist nicht nur wichtig während der Erntezeit. Anschließend nutzen Sie den Plastikbeutel zum Aufbewahren der Blätter wie folgt.

  • tröpfeln Sie einige Wassertropfen in den Beutel
  • legen Sie die Blätter hinein
  • fahren Sie damit so lange fort, bis Sie ausreichend gesammelt haben
  • pusten Sie Luft in den Beutel
  • verschließen Sie diesen

Zwar ist ein gefüllter Weidenkorb voller Bärlauch während der Erntezeit ein romantischer Hingucker, doch lohnt es sich in Bezug auf das Aroma mehr, die Blätter in einem Plastikbeutel aufzubewahren. Die Luft schützt die Blätter zusätzlich davor, während des Transports zerdrückt zu werden.

Tipp: Alternativ können Sie auch die Finger zum Abknipsen der Blätter nutzen, sollten dabei aber darauf achten, diese nicht herauszureißen. Falls die Pflanze zusammen mit der Zwiebel aus Versehen jedoch herausgerissen wird, sollten Sie diese wieder einbuddeln und im Idealfall kann Sie erneut anwachsen.

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