Mann untersucht Zimmerbambus

Mit der richtigen Pflege wächst ein Bambus im Kübel mit einem dichten Blattwerk und bis zu einer Höhe von fünf Meter empor. Er eignet sich somit ideal als mobiler Sicht- und Sonnenschutz. Im Kübel stellt er jedoch teilweise andere Bedingungen an die Pflege, als in der Gartenerde eingepflanzt. Das zeigt sich vor allem in Bezug auf das Gießen. Die wichtigsten Pflege-Details für ein gesundes und üppiges Wachstum sind im Folgenden beschrieben.

Bambus im Kübel

Es gibt aus der Süßgräser-Familie derzeit 116 bekannte Unterkategorien. Nicht jede Bambus-Sorte ist ideal für das Eintopfen geeignet. Die Gründe liegen vorrangig im immensen und kraftvollen Wurzelwachstum sowie an der Höhe mit entsprechendem Gewicht und letztendlich an der mächtigen Rhizombildung, die jeden Topf zum Sprengen bringen kann. Optimal zeigen die Fargesia-Sorten, welche leicht in ihrer Endhöhe beeinflusst werden können und bei denen sich keine Rhizome bilden. Zu den beliebtesten Sorten zählen dabei:

  • Chinesischer Tram-Bambus ‚Fargesia spathacea‘
  • Elfenbeinbambus (Fragesia ‚Ivory Ibis‘)
  • Fargesia nitida ‚Jiuzhaigou-Geneve‘
  • Fontänenbambus (Fargesia nitida ‚Fontäne‘)
  • Schirmbambus (Fargesia murielae)
  • Zebra-Bambus (Fragesia Robusta Campbell)

Standort

Der richtige Standort ist dabei Grundvoraussetzung für ein prachtvolles Wachstum und eine hohe Lebensdauer. Manche Exemplare eignen sich für nahezu jeden Standort, wie zum Beispiel der Jade-Bambus. Wer nicht genau weiß, welche Bambus-Sorte vorhanden ist, fährt mit folgenden Standort-Eigenschaften immer gut:

  • Sonnig bis absonnig – Halbschatten wird toleriert
  • Keine Mittagshitze oder direktes Sonnenlicht
  • Windgeschützt
  • Hohe Luftfeuchtigkeit – ideal mindestens 70 Prozent

Kübel/ Topf

Ist ein Bambus gekauft, ist er aus dem „Verkaufscontainer“ zügig zu entnehmen, weil diese in der Regel schnell zu klein werden und vielfach auch das Substrat in seiner Qualität zu wünschen übrig lässt.

Wichtig ist für das richtige Pflanzen von Bambussen in Kübel und Töpfe, dass diese über eine ausreichende Größe verfügen und für die nächsten zwei bis drei Jahre den Wurzeln genug Entwicklungsspielraum gewährleisten. Ideal dafür sind breite, rechteckige Pflanzgefäße, die im Handel seltener angeboten werden. Zudem sind Bambusse stets in einen Kunststoffcontainer einzupflanzen und erst damit in einen Übertopf zu stellen. Ansonsten können sich die Wurzeln an den Kübel-/Topfwänden festsetzen und die Pflanze lässt sich im schlimmsten Fall dann nur mit „Gewalt“ auspflanzen, was meist zu einem Bruch führt.
Folgende Vorbereitungen/ Voraussetzungen sollten vorliegen:

  • Topfhöhe: mindestens 40 Zentimeter (entsprechend der jeweiligen Pflanzhöhe anzupassen)
  • Ideale Topfbreite: ab 60 Zentimeter
  • Zwischenraum von Einpflanztopf und Übertopf mit Styropor füllen (schützt vor Andocken der Wurzeln sowie Kälte und Hitze)
  • Einpflanz- und Übertopf sollten Wasserablauflöcher besitzen (zum Vermeiden von Staunässe)
  • Ideal ist rollbarer Untersatz, um gewichtige Pflanzen unkompliziert zu bewegen/umzustellen
  • Rund zwei Zentimeter dicke Drainageschicht aus Kies oder Quarzsand am Topfboden auslegen (zur Vermeidung von Staunässe)

Bambus im Kübel

Substrat

Beim Substrat stellt ein Bambus verhältnismäßig hohe Ansprüche. Weil er massive Probleme mit verdichteter Erde bekommen könnte, ist unbedingt auf ein hochwertiges Substrat zu achten. Fertigprodukte, wie beispielsweise spezielle Bambuserde, haben sich als optimal bewährt. Weitere Möglichkeiten sind aus Erfahrungen ebenfalls verwendbar:

  • Mischung aus Lehm, Sand, grober Torf, Tongranulat sowie Pinienrinden, mit sieben bis 15 Millimeter Körnung
  • Normale Pflanzenerde mit circa 20 Prozent Tongranulat mischen (optimiert Speicherung von Wasser und lockert Erde auf)
  • Normales Substrat mit 10 Prozent Perlite und Styroporkugeln mischen
  • Reines Tongranulat (wie beispielsweise Seramis)

Tipp: Auf feines Substrat sollte verzichtet werden, da dieses über ein höheres Risiko einer Bodenverdichtung verfügt.

Umtopfen

Ein regelmäßiges Umtopfen ist unumgänglich, wenn Bambusse viele Jahre prächtig gedeihen sollen. An die nachfolgende Anleitung sollte sich gehalten werden:

  • Umtopfen alle zwei bis drei Jahre
  • Bester Zeitpunkt: zeitiges Frühjahr, vor der Bildung von neuen Blättern und Halmen
  • Stets altes Substrat durch neues ersetzen
  • Kübel- und Topfgröße circa zwei Nummern (mindestens drei Zentimeter) größer wählen
  • Drainage nicht vergessen

Anleitung 

  • Bambus wässern – lässt Erde besser aus dem Topf lösen
  • Pflanze auf die Seite legen
  • Untere Halme umfassen und vorsichtig einige Zentimeter hoch- und runterrütteln
  • Behutsam aus dem Topf herausziehen
  • Wurzeln von alter Erde befreien
  • Verfaulte Wurzelteile abschneiden
  • Substrat in Topf füllen und Bambus mit ungefähr gleichen Abständen zu Topfwänden einsetzen
  • leicht andrücken
  • Substrat und Blätter mit Wasser besprühen
  • Feuchtigkeitsgehalt für die nächsten ein bis zwei Wochen vermehrt prüfen

Gießen

Beim Gießen gilt, die Balance zwischen hohem Wasserbedarf zu decken und gleichzeitig ein Übergießen zu vermeiden. Bambusse vertragen vor allem keine Staunässe, reagieren aber auf Trockenheit ebenfalls empfindlich. Die Anleitung zeigt, wie das Gießen ideal klappt:

  • Saison: das Jahr über (im Winter besteht Vertrocknungsgefahr)
  • Häufigkeit: im Sommer täglich mit Daumenprobe prüfen
  • Bei hohen Temperaturen früh morgens gießen – während Mittagszeit verdunstet Wasser zu schnell
  • Alternative zum Gießen: abduschen (Pflanze nimmt Feuchtigkeit über Blätter auf)
  • Wird abgeduscht, gießen des Substrats reduzieren/einstellen
  • Im Winter weniger gießen, aber nicht austrocknen lassen

Hinweis: Mit der Daumenprobe kann optimal ermittelt werden, ob oder ob nicht zu gießen ist. Lässt sich die Erde leicht mit dem Daumen weniger als zwei Zentimeter eindrücken, besteht noch ausreichend Feuchtigkeit im Topf.

Düngen

Bambus zählt zwar zu den Schwachzehrern, aber da nur ein beschränktes Volumen an Substrat/ Erde in Kübeln vorhanden ist, sind Nährstoffe relativ zügig verbraucht. Aus diesem Grund ist ein regelmäßiges Düngen unerlässlich. Vorzugehen ist beim Düngen folgendermaßen:

  • Düngezeit: zwischen Ende März und Ende Juni
  • Düngerhythmus: alle vier bis sechs Wochen
  • Düngemittel: ideal ist Bambusdünger
  • Alternativ flüssiger Volldünger mit hohem Stickstoffanteil
  • Unbedingt Dosierempfehlung des Herstellers beachten

Himmelsbambus

Überwinterung

Nur manche Exemplare sind uneingeschränkt winterhart, aber in Kübeln und Töpfen gepflanzt, sind auch diese Sorten vor der Kälte zu schützen. Dies beruht darauf, dass die Wurzeln hier keinen Schutz mittels dicken Erdschichten erhalten. Durch die Topf- und Kübelwände dringt folglich die Kälte ebenso „ungefiltert“ an die Wurzeln heran, wie durch den Boden. Im Idealfall überwintert ein Bambus frostfrei in einem Winterquartier – nicht-winterharte Sorten müssen sogar frostfrei zwischen drei und sieben Grad Celsius stehen. Lediglich tropische Sorten können den Winter in beheizten Räumen verbringen, ist aber weniger empfehlenswert. Für Pflanzen, die im Freien verbleiben, sollten folgende Schutzmaßnahmen vorgenommen werden:

  • An einen windgeschützten Platz stellen
  • Pflanzgefäß auf isolierenden Untergrund stellen (beispielsweise Styropor oder Holz)
  • Gefäß mit Folie oder Vlies ummanteln
  • Auf Substrat/ Erde dicke Schicht aus Laub, Stroh, Reisig oder Tannennadeln füllen
  • Nur an frostfreien Tagen und ausschließlich mit lauwarmen Wasser gießen

Tipp: Bei der Überwinterung in geschlossenen Räumen, wie beispielsweise einem Wintergarten, ist dringend auf einen regelmäßigen Luftaustausch sowie circa vier Stunden Licht zu achten. Fehlt es daran, vergeilt die Pflanze zügig und die Halme verweichen und sinken anschließend in sich zusammen. Zu viel Wintersonne führt jedoch schnell zu Verbrennungen.

Vermehrung

Zur Vermehrung eignet sich ideal der Zeitpunkt, wenn im zeitigen Frühjahr umgepflanzt wird. Die effektivste und erfolgversprechendste Methode ist dabei die Teilung der Wurzeln, welche auch bei den Fargesia-Sorten, die einzige Möglichkeit darstellt. So wird vorgegangen:

  • Pflanze aus dem Topf nehmen
  • Wurzel von Erde befreien
  • Zu weiche Wurzel kürzen sowie schimmelige und trockene Wurzeln ganz abtrennen
  • Wurzel in zwei oder drei gleichmäßig große Bereiche einteilen (je nach Wurzelumfang und gewünschte Teilungsanzahl)
  • Mit scharfem Messer Wurzelballen an den Teilungsgrenzen durchtrennen
  • Jeden Teilbereich in frisches Substrat pflanzen
  • Gut anwässern (Staunässe vermeiden!)
  • Nach circa zwei Wochen erstmals düngen

Zimmerbambus Pogonatherum paniceum

Krankheiten

Am häufigsten sind beim Bambus Krankheiten, deren Ursache in Pflegefehlern und insbesondere in zu viel Wassergaben liegt:

Überwässerung

Gelbe Blätter und Verlust der Stabilität sind eindeutige Anzeichen für eine Überwässerung. In dem Fall sollte unverzüglich gehandelt werden, weil eine Verfaulung zügig stattfindet, die in den meisten Fällen zum Absterben der Pflanze führt. Das ist zu tun:

  • Pflanze auspflanzen
  • Wurzel von Erde befreien und 24 Stunden an der Luft abtrocknen lassen
  • In neues, frisches und trockenes Substrat einpflanzen
  • In den ersten drei bis vier Tagen nicht gießen
  • Danach nur auf das Besprühen beschränken
  • Nach rund zehn Tagen kann mit dem normalen Gießen begonnen werden
  • Unbedingt Wassermenge anpassen
  • Pilzinfektion

Meist ebenfalls in Folge von zu einem zu gut gemeinten Gießen, kann eine Pilzinfektion beim Bambus vorkommen, wenngleich auch seltener, aber dennoch öfter beim Kübel-Bambus. In dem meisten Fällen handelt es sich dabei um den Pilz „Botrytis cinerea“. Dieser ist Verursacher der Grauschimmelfäule. Zu erkennen ist diese Pilzinfektion dabei an weißlichen Pilzteppichen. Der Pflanze werden dabei lebensnotwendige Nährstoffe entzogen und ohne frühzeitige Bekämpfung gehen Bambusse an den Krankheitsfolgen ein. Es stehen jedoch verschiedene Bekämpfungsmaßnahmen zur Auswahl:

  • Pflanze sofort isoliert stellen, um Ausbreitung zu vermeiden
  • Alle betroffenen Pflanzenteile abschneiden
  • Auf kürzestem Wege abgeschnittene Pflanzenteile in Plastiktüte oder Ähnlichem entsorgen (Sporen könnten sonst umherfliegen)
  • Luft- und Pflanzenfeuchtigkeit reduzieren
  • Erfolgschancen: gut bei frühzeitigem Handeln und weiterer Beobachtung

Fungizide

Fungizide zählen zu den chemischen Pflanzenschutzmitteln, die speziell für Pilzinfektionen ihren Einsatz finden. Ihre Verwendung sollte in Rücksicht auf die Umwelt ausschließlich in Betracht gezogen werden, wenn die vorherige Bekämpfungsmaßnahme keinen Erfolg zeigt. Sie sind im Pflanzenfachhandel erhältlich.

Schädlinge

Ein Bambus im Kübel/Topf ist prinzipiell nicht weniger gefährdet, als Garten-Bambusse im Beet. Allerdings macht sich durch das öftere Gießen bei Kübelpflanzen eine höhere Luftfeuchtigkeit in der Umgebung breit, was bei Beet-Pflanzen weniger vorkommt. Das lässt manch einen Schädling vermehrt auf die Pflanzen kommen.

Läuse

Blatt-, Schild-, Woll- und Schmierläuse zieht es gern auf Bambusse. Manche sitzen auf den Blattunterseiten, andere bevorzugen hingegen die Blattoberflächen. Sie zeigen sich dabei überwiegend in Kolonien, die sich vor allem an den Halmen und Blattstielen sammeln. Sie sind nur wenige Millimeter groß und ihre Farben erstrecken von weißlich über Rottöne bis hin zu grau-, braun und schwarz-Nuancen.

  • Schadbild
  • Gelbe und/oder braune Flecken an Blättern
  • Vertrocknete Blätter
  • Vermehrter Blattabfall
  • Pflanze verliert zunehmend an Stabilität
Wollläuse sind auch als Schild- oder Schmierläuse bekannt
Wollläuse

Bekämpfung

Alle genannten Läuse-Arten können simpel und effektiv mit einem einfachen Hausmittel bekämpft werden: Seifenlauge. So geht es:

  • 100 Gramm Schmierseife in einem Liter Wasser auflösen
  • In eine Sprühpumpe füllen
  • Bambus tropfnass einsprühen (von allen Seiten)
  • Alle drei Tage für ein oder zwei Wochen wiederholen
  • Pflanze ansonsten nicht abduschen, sondern nur leicht gießen (weniger Wasser, aber dafür öfter wässern)

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