Bambus schneiden: wann ist der ideale Zeitpunkt? | Gartenbambus

Fargesia murielae, Schirmbambus, Muriel-Bambus

Dass der Gartenbambus sehr üppig wachsen kann, ist nur ein Grund, ihn regelmäßig zu schneiden. Generell lässt sich das Erscheinungsbild von Fargesia murielae auf diese Weise aufwerten. Voraussetzung für ein optimales Wachstum nach dem Schnitt ist jedoch das Abpassen des richtigen Zeitpunkts. Aber wann ist dieser gekommen?

Regelmäßiger Rückschnitt

Fargesia murielae ist dafür bekannt, selbst radikale Rückschnitte gut zu verkraften. Hin und wieder zur Gartenschere zu greifen, ist sogar durchaus sinnvoll, um Folgendes zu bezwecken:

  • einen dichteren, kompakteren Wuchs erzeugen
  • dem Gartenbambus eine ansehnliche Form geben
  • das Wachstum einzudämmen
  • kahle Äste entfernen
  • erkrankte Äste entfernen
  • für mehr Licht sorgen
  • den Bambus verjüngen

Bambus Fargusia muriclae

Schnittarten

Im Gegensatz zu zahlreichen anderen Sträuchern wird der Bambus nicht nur einmal radikal gekürzt. Im Laufe der Zeit empfehlen sich unterschiedlich starke Schnitte zu verschiedenen Zeitpunkten. Man unterscheidet dabei drei Schnittarten:

  • der Pflegeschnitt
  • der Rückschnitt
  • der Formschnitt

Pflegeschnitt

Der Pflegeschnitt erfolgt in der Regel zweimal im Jahr und wird vordergründig bei Bambushecken vorgenommen. Zum einen dient er der Formerhaltung, indem überstehende Äste und kahle Zweige entfernt werden. Für ein dichteres und buschigeres Wachstum sorgt andererseits die bessere Lichtzufuhr durch das Auslichten. Hierzu werden auch die Seitentriebe gekürzt.

Rückschnitt

Alle vier bis fünf Jahren verlangt der Gartenbambus nach einer Verjüngung, indem er radikal bis auf 20 cm über dem Boden zurück geschnitten wird. Wer befürchtet, seinen Strauch auf diese Weise zu stark zu kürzen, wird sich wundern, wie schnell sich dieser von dem Rückschnitt erholt. Schon nach kurzer Zeit belohnt der Bambus die Mühe mit einem intensiven, dichten Wuchs.

Formschnitt

Der Formschnitt spielt vor allem bei der Bonsai Haltung eine große Rolle. Fargesia murielae ist ein sehr schnell wüchsiges Gewächs, weshalb ein formgebender Schnitt für die Erhaltung der Optik regelmäßig notwendig ist. Erfreulicher Weise erlaubt das Gewächs dem Gärtner, sich künstlerisch nach Lust und Laune auszutoben.

Junge Pflanzen

In den ersten Jahren sollte man jedoch von jeglicher Form des Schneidens absehen, da sich die Blätter zunächst vollständig ausbilden müssen. Dies ist wichtig, damit der Bambus Fotosynthese betreiben kann. Bei dem Prozess wandelt er Sauerstoff, Licht und Wasser in Zucker und Glucose um, Stoffe, aus denen er Energie für sein Wachstum bezieht.

Fargesia murielae, Schirmbambus, Muriel-Bambus

Zeitpunkt

Damit sich das Gras gut vom Schneiden erholt, ist der richtige Zeitpunkt von hoher Relevanz. Obgleich die verschiedenen Schnitte mal häufiger, mal seltener durchgeführt werden, sollten sie stets zur gleichen Jahreszeit erfolgen.

Erster Korrekturschnitt

Ein Gartenbambus treibt im Frühling aus. Um das neue Blattgrün nicht zu beschädigen, muss der erste Korrekturschnitt unbedingt zuvor erfolgen. Im März ist der ideale Zeitpunkt, um das Gras zu schneiden. Zunächst werden hierbei lediglich die überstehenden Seitentriebe gekürzt.

Hauptschnitt

Da Bambus rapide wächst, genügt ein jährlicher Korrekturschnitt nicht, um seine Form zu bewahren. Zu einem späteren Zeitpunkt ist ein radikaler Rückschnitt unabdingbar. Um sich möglichst viel Arbeit zu ersparen, sollten Sie diesen nach dem Blattaustrieb ansetzen. Die Entfaltung der Seitenäste dient als zuverlässiges Indiz, dass es an der Zeit für den Hauptschnitt ist. Der Termin des Eingriffs richtet sich zudem nach den klimatischen Bedingungen. In kälteren Gebieten sollte er etwas später, nämlich erst nach den Eisheiligen, geschehen. In wärmeren Regionen ist er bereits früher möglich.

Obgleich der Hauptschnitt das Gewächs stark kürzt, treibt er schon bald neu aus und erreicht in kurzer Zeit die gewohnte Höhe. Um die gewünschte Form zu erzeugen, folgt dem radikalen Rückschnitt etwa anderthalb Monate später ein formgebender Schnitt, bei dem die neuen Triebe der ursprünglichen Wuchsform angeglichen werden. Auch hier ist wieder die Temperatur entscheidend. Wird der Bambus erst im Mai geschnitten, kann der Zweitschnitt noch im Juni getätigt werden.

Bambus im Kübel

Die natürliche Wuchsform des Gartenbambus ragt in die Höhe. Dennoch gewinnt das Gras als Bonsai Kultur oder Kübelpflanze immer größerer Beliebtheit. Im Gegensatz zur Nutzung als Heckenpflanze sind dann mehrere Formschnitte über das ganze Jahr erforderlich. Dabei müssen nicht nur Blätter sondern auch Wurzeln gekürzt werden. Letzteres empfiehlt sich im Zuge des Umtopfens.

Bambus im Kübel

Sonderfall: Bodendeckende Arten

Manche Bambusarten finden Verwendung als Bodendecker im Garten. Allerdings treiben sie unter den hiesigen Witterungsbedingungen später aus als der gewöhnliche Fargesia murielae. Dementsprechend verschiebt sich auch der Schnitt nach hinten.

Schneiden nach Frostschäden

Bei Temperaturen von -20°C kann ein Frostschaden auftreten, der sich an braunen Blättern sowie Zweigen äußert. Meistens werden die Symptome im Februar sichtbar. Dennoch darf der Gärtner trotz der trostlosen Optik nicht sofort zur Schere greifen, sondern sollte auf den regulären Termin des Rückschnitts im Juni warten. Eventuell erholt sich die Pflanze von allein. Erst wenn sich im Sommer keine neuen Wurzeln gebildet haben, verhilft ein Radikalschnitt zu neuem Austrieb.

Tipp: Der Gartenbambus ist deshalb so beliebt, weil kein Risiko besteht, ihn mit einem zu radikalen Rückschnitt zu verunstalten. Selbst nach intensiver Kürzung der Triebe treiben diese schon nach kurzer Zeit wieder aus und verschließen unästhetische Löcher. Das ermöglicht es dem Gärtner, seiner Fantasie freien Lauf zu lassen und sich künstlerisch an verschiedenen Gestaltungsformen auszuprobieren. Dank dieser Eigenschaft eignet sich das Gras auch ideal für die Bonsai Haltung. Allerdings existieren verschiedene Bambus Arten, die eine unterschiedliche Wachstumsgeschwindigkeit aufweisen. Dementsprechend sollte der Gärtner die Intensität und Häufigkeit des Schneidens der jeweiligen Sorte anpassen.

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