Bayern-Kiwi 'Weiki' - Titel

Die Bayern-Kiwi ‚Weiki(R)‘ (Actinidia arguta) ist eine ertragreiche, kleinfruchtige und sehr süße Kiwisorte mit stachelbeergroßen Früchten. Aufgrund der Größe ihrer Früchte kennt man sie auch als Kiwibeere, Mini- oder Baby-Kiwi.

Auf den Punkt gebracht

  • die Weihenstephaner Kiwi ist eine zweihäusige Sorte
  • benötigt deshalb zur Fruchtbildung eine weibliche und eine männliche Pflanze
  • Ertrag ist abhängig von der Sorte und den Standortbedingungen
  • Anbau im heimischen Garten ohne großen Aufwand möglich
  • erste Früchte frühestens nach drei bis vier Jahren

Standortansprüche

Die Bayern-Kiwi oder Kiwibeere (Actinidia arguta) ist vermutlich die bekannteste aller Beerenkiwi-Arten. Sie ist sehr robust und ertragreich, sofern man auf optimale Bedingungen achtet.

  • Kiwibeere ist eine wärmebedürftige Pflanze
  • benötigt einen warmen und sonnigen Standort
  • kann auch gut im Halbschatten stehen
  • Nähe einer wärmenden Hauswand optimal
  • Standort in Südlage nicht empfehlenswert
  • Fuß der Kiwipflanze muss beschattet sein
  • beispielsweise durch eine Schicht Mulch
  • Grund hierfür sind die flach unter der Oberfläche verlaufenden Wurzeln
  • auch Früchte sollten von Blättern beschattet sein
  • reifen dann in der Regel schneller und sind qualitativ hochwertiger
Bayern-Kiwi 'Weiki' am Strauch

Sind die Kiwis an ihrem Standort dauerhaft der prallen Sonne ausgesetzt, neigen sie zu Sonnenbrand und Verkorkungen. Generell kommen die Früchte auch mit kühleren Temperaturen zurecht, sollten aber dennoch an einem geschützten Platz stehen. Starken Wind verträgt die Bayern-Kiwi nur schlecht. Mit einer entsprechenden Rankhilfe lässt sich dieses Problem aber lösen.

Hinweis: In besonders winterkalten Lagen, die zudem vermehrt von Spätfrösten betroffen sind, wird es schwierig. Hier ist es der Mini-Kiwi vermutlich zu kalt.

Bodenbeschaffenheit

Was die Beschaffenheit des Bodens betrifft, muss dieser vor dem Anbau der Bayern-Kiwi möglicherweise angepasst bzw. aufgewertet werden. Im besten Falle ist er tiefgründig, mittelschwer, humos, leicht feucht und nährstoffreich mit einem sauren pH-Wert von 4,5 bis 5,5. Kalkhaltigen Böden gegenüber reagieren glattschalige Arten, zu denen auch die Bayern-Kiwi gehört, wesentlich toleranter als Arten mit behaarten Früchten. Völlig ungeeignet für den Kiwi-Anbau sind staunasse und verdichtete Böden.

Pflanzung

Bester Zeitpunkt für eine Pflanzung ist im Frühjahr, wobei auch noch im Herbst bzw. Oktober gepflanzt werden kann. Sobald es draußen frostfrei ist und auch keine Spätfröste mehr zu erwarten sind, kann gepflanzt werden.

  • zuerst den Boden im Pflanzbereich gründlich auflockern
  • bis in eine Tiefe von mindestens 40 cm
  • in der Zwischenzeit den Ballen der Pflanzen gut wässern
  • ausreichend große Pflanzgruben ausheben
  • etwa doppelt so breit und tief wie der Ballen
  • Pflanzabstände von mindestens 200 cm
  • Sohle in der Grube gut lockern
  • als Starthilfe Erdaushub mit Humusstoffen mischen
  • wie Kompost, Rhododendronerde, Hornspänen oder zersetzte Walderde
  • Pflanzen mittig einsetzen
  • mit Erdaushub auffüllen, Erde festtreten, wässern

Hinweis: Um die flach verlaufenden Wurzeln der Kiwisorte ‚Weiki‘ nicht zu verletzen, sollte man im Bereich der Wurzel auf mechanische Bodenbearbeitung beispielsweise Hacken möglichst verzichten. Übrigens kann die Bayern-Kiwi auch im Kübel kultiviert werden.

Kiwibeeren

Rankgerüst empfehlenswert

Da es sich bei dieser Kiwi um eine stark wüchsige Sorte handelt, die im Laufe der Jahre 300-400 cm lange Triebe entwickelt, benötigt sie eine entsprechende Rankhilfe. Trotz der Wüchsigkeit und der Länge der Triebe ist diese Pflanze kein Schwergewicht, dennoch ist ein stabiles Gerüst erforderlich. Als Rankhilfe eignen sich Spaliere, gespannte Drähte oder eine Pergola, an der die Pflanze emporranken kann. Im Handel werden auch fertige Rankhilfen angeboten. Unabhängig von der Art des Spaliers sollte es schon bei der Pflanzung mit angebracht werden.

Gießen

Gießen ist wohl der wichtigste Teil der Pflege. Die Kiwibeere bildet relativ viel Blattmasse. Dementsprechend ist die Verdunstung hoch. Darüber hinaus stammt sie aus feuchten und tropischen Regionen der Erde, sodass auf eine ausreichende Wasserzufuhr geachtet werden muss. Der Boden sollte zu keiner Zeit komplett austrocknen.

  • Wurzeln der Kiwi ‚Weiki‘ verlaufen flach unter der Bodenoberfläche
  • können dadurch kein Wasser aus tieferen Bodenschichten aufnehmen
  • gründliches Wässern in den ersten Tagen nach der Pflanzung besonders wichtig
  • sowie in besonders trockenen und heißen Sommern
  • bei Trockenheit zwei- bis dreimal pro Woche gießen
  • bei jedem Gießgang etwa 10-15 Liter Wasser pro Pflanze
  • während der Hauptwachstumszeit zusätzliche Bewässerung generell empfehlenswert

Die Lianen der Kiwi ‚Weiki‘ reagieren empfindlich auf Bodenerwärmung, was zum Absterben der oberen Wurzeln führen kann. Anzeichen dafür sind eingerollte Blattränder. Um dem entgegenzuwirken, empfiehlt sich das Ausbringen einer Mulchschicht, beispielsweise aus Rasenschnitt, Laub oder Kiefernnadeln. Als eigentliche Waldpflanze liebt auch die Mini-Kiwi eine dauerhafte Mulchschicht aus Humus und organischen Materialien.

Tipp: Exemplare im Kübel müssen entsprechend häufiger gegossen werden, da hier das Substrat aufgrund des geringen Volumens deutlich schneller austrocknet.

Düngen

Das erste Mal düngen sollte man ab dem dritten Standjahr. Bei der Wahl des Düngers sollte man unbedingt darauf achten, dass er chloridfrei ist, denn auf Chlorid reagieren diese Pflanzen sehr empfindlich. In der Regel ist eine einmalige Gabe von Kompost oder Tiermist im Frühjahr ausreichend. Pro Pflanze rechnet man etwa ein bis drei Liter Kompost. Wer Mineraldünger verwenden möchte, sollte diesen etwa alle zwei bis drei Monate verabreichen und auch erst ab dem dritten Standjahr. Kübelpflanzen kann man von März bis September etwa alle vier Wochen mit einem handelsüblichen flüssigen Beerendünger düngen.

Hinweis: Stickstoff sollte nur sehr zurückhaltend verabreicht werden. Zu viel davon hat die Bildung zu starker, langer und schlecht ausgereifter Triebe zur Folge und erhöht zudem die Gefahr von Frostschäden.

Schnitt

Die Mini-Kiwi ‚Weiki‘ ist eine wuchsfreudige Lianenpflanze, die hoch hinaus wächst. Damit sie auch einen möglichst hohen Ertrag liefert, sind entsprechende Schnittmaßnahmen notwendig, wobei speziell diese Kiwi nur wenig Schnittarbeit erfordert. Der beste Zeitpunkt hierfür ist sowohl im Sommer als auch im Herbst. Das Frühjahr ist ungeeignet, weil die Pflanze zu dieser Zeit stark bluten würde.

Kiwi-Beere 'Weiki'

Am Spalier

  • in den ersten drei bis fünf Jahren so wenig wie möglich schneiden
  • Triebe in regelmäßigen und gleichmäßigen Abständen am Spalier befestigen
  • jedes Jahr im Frühjahr schwache und abgestorbene Triebe entfernen
  • auslichten, wenn die Pflanze zu dicht wird
  • Fruchtholzschnitt wie bei anderen Arten ist nicht notwendig
  • erste Früchte ab dem dritten Jahr

An einer Pergola

  • Schnitt an einer Pergola wesentlich einfacher
  • Triebe in unterschiedliche Richtungen ableiten
  • Pflanze nach der Ernte etwas ausdünnen
  • dabei die ältesten Triebe auf junge Seitentriebe einkürzen
  • im Sommer zu lange und störende Triebe entfernen
  • Ertrag hier in der Regel geringer

Überwintern

Die Winterhärte dieser Kiwi ist sehr gut, sie ist bestens an Winter in Deutschland angepasst. Sie toleriert Temperaturen von bis zu minus 30 Grad und durch die späte Blüte ist sie auch kaum spätfrostgefährdet und die Früchte können gut ausreifen. Etwas anders sieht es mit dem jungen Austrieb aus, der sich bereits im März zeigt. Hier besteht schon die Gefahr von Schäden durch Spätfröste. Auf jeden Fall sollte die Bayern-Kiwi im Winter geschützt stehen, auch vor zu viel Sonne und der Boden gut feucht gehalten werden. Denn auch im Winter sollte der Untergrund nicht austrocknen.

Vermehrung

Aussaat

Für eine Anzucht aus Samen benötigt man neben Saatgut für männliche und weibliche Pflanzen, ein geeignetes Anzucht-Gefäß wie z. B. einen kleineren Topf oder ein Minigewächshaus, handelsübliche Einheitserde und Klarsichtfolie oder eine andere lichtdurchlässige Abdeckung.

  • Topf mit Erde befüllen
  • Samen auf dem Substrat verteilen
  • nicht mit Erde bedecken
  • Substrat anfeuchten und Abdeckung anbringen
  • Abdeckung verhindert das Austrocknen
  • Keimung erfolgt nach etwa zwei Wochen
  • vereinzeln, sobald Keimlinge drei bis fünf Zentimeter groß sind
  • männliche zu weiblichen Pflanzen setzen
  • erst in den Garten, wenn sie etwa 100 cm groß sind

Tipp: Möchte man Samen aus eigenen Früchten verwenden, müssen diese zuvor von der umgebenden Schleimschicht befreit werden.

Stecklinge

Eine weitere Form der Anzucht ist die über Steckhölzer bzw. Stecklinge, die man zu gegebener Zeit von bereits bestehenden Pflanzen schneiden kann.

  • Stecklinge im Frühjahr oder Herbst schneiden
  • können beim Schnitt im Herbst auch verholzt sein
  • sollten etwa 10-15 cm lang sein
  • jeweils von einer weiblichen und einer männlichen Pflanze
  • Stecklinge in kleine Töpfe mit Anzuchterde setzen
  • Erde anfeuchten und gleichmäßig feucht halten
  • lichtdurchlässige Folie über die Töpfe stülpen
  • anschließend an schattigen, windgeschützten Ort stellen
  • zeigen sich die jungen Keimlinge, Folie entfernen
  • bei entsprechender Größe auspflanzen
  • weitere Pflege entspricht der älterer Exemplare

Krankheiten und Schädlinge

Bayern-Kiwi 'Weiki'

Die Bayern-Kiwi ‚Weiki‘ zeichnet sich durch eine sehr gute Widerstandsfähigkeit gegenüber Krankheiten und Schädlingen aus. Hierzulande hat sie keine natürlichen Feinde. Lediglich die Kirschessigfliege aus der Familie der Taufliegen macht sich gern an den reifen Früchten zu schaffen. Mit einer frühzeitigen Ernte kann man diesem Problem erfolgreich entgegentreten.

Häufig gestellte Fragen

Wie lassen sich männliche und weibliche Pflanzen unterscheiden?

Am besten lassen sie sich anhand der Blüten unterscheiden. Während die der männlichen Pflanzen nur gelbe Staubblätter besitzen, haben die weiblichen einen auffälligen weißen Griffel, der von Staubblättern umrahmt ist.

Kann man weibliche und männliche Pflanzen zusammen in eine Pflanzgrube setzen?

Als Flachwurzler benötigt jede dieser Pflanzen ihren Standraum. Die Pflanzabstände zwischen männlicher und weiblicher Pflanze sollten mindestens 200 cm betragen. Männliche haben eine größere Wachstumsleistung als weibliche und würden diese bei Platzmangel bald überwuchern und absterben lassen.

Wann kann man die Bayern-Kiwi ernten?

Die Bayern- oder Mini-Kiwi ‚Weiki‘ kann man von Mitte September bis Anfang Oktober ernten. Reife Früchte erkennt man an ihrer rot-grünen Färbung und daran, dass sie weich sind. Am besten geht man beim Ernten so vor, dass man nicht jede Kiwi einzeln abpflückt, sondern immer die ganze Traube. Kiwis, die bei der Ernte noch relativ fest sind, können bei Zimmertemperatur zwei bis drei Wochen nachreifen.