Begonien überwintern – so gelingt die Pflege im Winter

Begonien richtig überwintern

Die Begonie zählt zu einer der beliebtesten Pflanzen, die sowohl im sommerlichen Garten als auch als Zimmerpflanze ihren Platz findet. Mit wenigen Ausnahmen sind die Sorten nicht winterhart und auch im warmen Raum gehalten, bedürfen sie einer besonderen Behandlung/Pflege, weil sie andere Ansprüche besitzen, als im Sommer. Schon die richtige Vorbereitung auf den Winter sorgt dafür, dass im Folgejahr die Pflanze gesund sowie kräftig gedeiht und sich viele Blüten bilden.

Überwinterung

Begonien überwintern – so gelingt die Pflege im Winter

Bei der Überwinterung und der Winterpflege wird unterschieden zwischen Freiland-Begonien und reinen Zimmerpflanzen. Während einige Topfexemplare bis in den Winter hinein blühen, beginnen die Gartenpflanzen bereits im Herbst mit der Ruhephase. Dementsprechend unterschiedlich gestalten sich der Pflegebedarf und die Vorbereitung auf die kalte Saison.

Zimmerbegonie

In den Wintermonaten kann das ansonsten robuste Schiefblattgewächs vor allem auf Lichteinflüsse empfindlich reagieren. Erhält sie zu viel oder zu wenig, reagiert sie meist mit einem Blätterabwurf. Hier bedarf es eines optimalen Zusammenspiels von Raumtemperatur und Lichtzufuhr. Durch das Schneiden wird das Wachstum der Triebe und Blüten im nächsten Jahr gefördert. Vor allem Begonien, die lange blühen, zeigen sich meist im folgenden Jahr mit einem weniger ausgeprägten Blütenreichtum. Auch die Luftfeuchtigkeit muss stimmen, da Begonien im Winter sehr anfällig für Schimmel sind und das Risiko der Austrocknung besteht.

Begonia geogoensis, Schiefblatt
Begonia geogoensis, Schiefblatt

Schneiden

Ist die Begonie verwelkt, werden grundsätzlich die Blütenreste und vertrockneten Pflanzenteile abgeschnitten. Blüht sie lange in den Herbst oder sogar in den Winter hinein, ist die gesamte Pflanze um ein Drittel zurückzuschneiden, weil sie ansonsten im kommenden Jahr dazu neigt, lichter zu werden. Der Rückschnitt sorgt dafür, dass in der nächsten Wachstumsphase das Blattkleid dichter wächst und sich die Anzahl von kräftigen Blüten erhöht. Zudem wird die Begonia durch den Rückschnitt insgesamt robuster.

Beim Schneiden ist unbedingt auf ein sauberes Schneidewerkzeug zu achten. Eventuelle Bakterien könnten ansonsten in die feuchten Schnittstellen eintreten und die Pflanze schlimmstenfalls lebensbedrohlich erkranken lassen.

TIPP: Vor allem bei einem Rückschnitt größerer Pflanzenexemplare und dickerer Stiele empfiehlt es sich, Kohlenstaub oder Harz auf die Schnittstellen zu legen, damit diese schneller abtrocknen und bei hoher Luftfeuchtigkeit im Winter keine Angriffsfläche für Infektionen bieten.

Begonia geogoensis, Schiefblatt
Begonia geogoensis, Schiefblatt

Standort

Die Zimmerbegonie mag es im Winter dunkler und kühler. Hier gilt grundsätzlich: je kälter sie steht, desto dunkler sollte der Standort gewählt werden.

  • Umgebungstemperatur zwischen 16 Grad Celsius und 20 Grad Celsius
  • optimal: „kühle“ Nordfenster oder „wärmere“ West-/Ostfenster
  • an grauen Wintertagen gegebenenfalls Kunstlicht an West-/Ostfenstern verwenden
  • kein direktes Sonnenlicht
  • für hohe Luftfeuchtigkeit sorgen

Gießen und Düngen

  • ab September sollte das Düngen mit Blühdünger eingestellt werden
  • Dezember bis Blühbeginn im April, alle acht Wochen Grünpflanzendünger verabreichen
  • nur leicht gießen, wenn Erdoberfläche deutlich angetrocknet ist
  • alternativ: Pflanze einmal pro Tag leicht besprühen

Ab Februar/März wird wieder mit der gewohnten Pflege von Zimmerbegonien begonnen.

TIPP: In den Wintermonaten sollte die Begonia regelmäßig nach Schädlingen überprüft werden, welche sich vor allem von einer hohen Luftfeuchtigkeit angezogen fühlen. Eine Bekämpfung ist dann unverzüglich einzuleiten, um größere Schäden zu vermeiden.

Begonia x semperflorens cultorum, Eisbegonie
Begonia x semperflorens cultorum, Eisbegonie

Freilandbegonien

Einige Begoniensorten, wie zum Beispiel die Eisbegonie, können bis zum ersten Frost draußen bleiben. Alle anderen Sorten sollten bereits vorsorglich im Oktober auf die kommenden kalten Temperaturen und die Überwinterung an frostfreien Plätzen vorbereitet werden.

Standort

Im Gegensatz zu den wärmegewohnten Zimmerbegonien, benötigt die nicht-winterharte Freilandbegonie sowohl als Topfpflanze als auch als Knolle, einen kalten Raum, der sie vor Frost schützt. Dazu bieten sich zum Beispiel Keller, Garagen oder ein Gartenhäuser an. Wenngleich sie eine Umgebungstemperatur von bis zu 0 Grad Celsius aushält, so sollte diese dennoch weiter im Plusbereich liegen, damit die Kälte nicht zu sehr an den Kraftreserven zerrt.

  • optimale Umgebungstemperatur: 10 Grad Celsius
  • Licht: schattig/dunkel – direktes Sonnenlicht vermeiden
  • für Luftausgleich sorgen durch regelmäßiges Lüften
  • nach den Eisheiligen im Mai wieder ins Freie setzen
Begonia tuberhybrida, Knollenbegonien
Begonia tuberhybrida, Knollenbegonien

Topf-Überwinterung

Soll die Begonie aus dem Beet in einen Topf zum Überwinter gepflanzt werden oder hat sie den Sommer in einem Kübel im freien verbracht, sind folgende Maßnahmen erforderlich, damit sie den Winter problemlos überstehen.

  • spätestens im Oktober ausgraben und eintopfen
  • trockenes, lockeres Substrat verwenden
  • Kübelpflanzen eventuell umtopfen
  • bei Bodenkontakt, Topf/Kübel auf Styropor, Holz oder Pappe stellen
  • Pflanze auf Schädlinge und Erkrankungen untersuchen und ggf. bekämpfen/behandeln
  • bei sehr nassen Zwiebeln/Knollen diese vor dem Ein-/Umtopfen gut mit Küchenpapier abtrocknen
  • Blattbestand um circa zwei Zentimeter kürzen
  • Erde mit Reisig, Laub oder Stroh abdecken
  • kein Rindenmulch verwenden – Schimmelgefahr!
  • erst leicht gießen, wenn obere Erdschicht angetrocknet ist
  • nicht mehr düngen
Begonia x semperflorens cultorum, Eisbegonie
Begonia x semperflorens cultorum, Eisbegonie

Knollen-Überwinterung

Überwintert von dem Schiefblatt, wie Begonien ebenfalls genannt werden, nur die Knolle, ist wie folgt vorzugehen.

  • Knollen spätestens vor dem ersten Frost ausgraben
  • Knollen von Erde befreien
  • Pflanze bis auf eine Handbreit über der Knolle kürzen
  • in Zeitungspapier locker eindrehen
  • Standort nach Möglichkeit nicht während der Ruhephase wechseln
  • gelegentlich die Knollen feucht besprühen
  • Zeitungspapier circa einmal die Woche zum „Lüften“ öffnen

Die Knollenüberwinterung eignet sich vor allem für die Hobbygärtner, die keine Zeit mit gelegentlichem Gießen verbringen möchten.

Winterharte Begonien

Winterfeste und frostresistente Sorten sind zum Beispiel die Begonia grandis ssp evansiana sowie die Begonia sinensis ssp evansiana. Bei beiden handelt es sich um Stauden-Begonie, die Temperaturen bis zu minus 10 Grad Celsius vertragen. Allerdings empfiehlt es sich, die Erde über dem Wurzelbereich mit isolierendem Material, wie Reisig, Tannenadeln, Stroh oder Laub abzudecken.

Begonia geogoensis, Schiefblatt
Begonia geogoensis, Schiefblatt

Zurückgeschnitten werden winterharte Begoniensorten im Herbst nicht, da sie meist bis kurz vor Wintereinbruch noch blühen. Hier sollte ein Rückschnitt erst im frühen Frühjahr vor der neuen Wachstumssaison erfolgen. Im Herbst werden lediglich verwelkte Blüten und vertrocknete Pflanzenteile abgetrennt.

Winterende/Frühjahrsbeginn

Ab circa Februar läuten Zimmer- und Freilandbegonien das Winterende ein und kommen langsam aus der Winterruhe ins aktive Leben zurück. Deshalb sollten sie an einen Platz umgestellt werden, der wärmer und heller ist, als ihr Winter-Standort. An West- oder Ostfenstern genießen Zimmerpflanzen die Morgen- beziehungsweise Abendsonne. Freilandbegonien im Topf oder Kübel sollten ab Mitte April nachmittags einige Stunden Sonne im Freien erhalten. Nach den Eisheiligen können Freilandbegonien und Knollen wieder in den Garten oder auf den Balkon.

Frühjahresschnitt

Ende März/Anfang April können die Pflanzen geschnitten werden, die im vorangegangenen Jahr lange geblüht haben. Sind Pflanzenteile über die Wintermonate vertrocknet oder weisen eine sehr hohe Feuchtigkeit auf, sind diese abzuschneiden. Vor allem bei Freilandbegonien und zu viel Nässe besteht ansonsten die Gefahr von Schimmelbildung, wenn nach dem Rausstellen viel Regen auf sie trifft.

Begonia tuberhybrida, Knollenbegonien
Begonia tuberhybrida, Knollenbegonien

Gießen und Düngen

Ist die Begonie an ihrem Standort für das Frühjahr angekommen, so beginnt sich langsam der Wasserbedarf zu steigern. Während draußen dieser in der Regel noch durch Regen gedeckt wird, benötigen die Zimmerpflanzen nun wieder Gießwasser, denn durch den wärmeren Standort, trocknet die Erde schneller aus.

Gedüngt werden alle Begonienarten, sobald ausgetrieben wurde und sich erstes Blattgrün an den Neutrieben zeigt. Anfangs sollte ein reiner Grünpflanzendünger verwendet werden, der nährstoff- und mineralreich ist, damit das Wachstum begünstigt wird. Sobald die ersten Blütenknospen zu sehen sind, kann dieser gegen Blühdünger ausgewechselt werden.

Knollen

Ende Februar oder Anfang April sind die optimalsten Zeiten, wenn überwinterte Begonienknollen beziehungsweise Zwiebeln aus dem Zeitungspapier ausgewickelt und in ein nährstoffreiches Substrat gepflanzt werden sollten. Dann benötigen sie vorübergehend einen hellen Standort, wo sie aber weiterhin vor Frost geschützt sind. Auch sie dürfen dann ab den Eisheiligen nach draußen.

Begonia geogoensis, Schiefblatt

Fazit

Da das Schiefblatt an Standorten gedeiht, wo andere Pflanzen kaum eine Überlebenschance besitzen, lohnt es sich, sie optimal über den Winter zu bringen, damit sie im Folgejahr wieder unspektakuläre Bereiche im Garten, auf dem Balkon oder im Wohnraum mit ihren farbigen Blüten auffrischen.

Wenn Sie sich an die hier genannten Pflegepunkte vor, während und nach der Winterzeit halten, gelingt Ihnen die Überwinterung der Begonien ohne Probleme. Wichtig ist neben dem aber ebenso die regelmäßige Überprüfung nach Schädlingen, die der Winter vermehrt mit sich bringt. Die Pflege kann noch so perfekt erfolgen, aber wenn Parasiten unentdeckt ihr Unwesen treiben können, bringt auch die beste Pflege nichts, sondern nur eine schnelle Reaktion zur Schädlingsbekämpfung.

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