Riesenbärenklau bekämpfen - Titel

Riesenbärenklau im Garten stellt besonders für Kinder du Haustiere eine Gefahr dar. Aus diesem Grund muss er beseitigt werden. Wie Sie Riesenbärenklau bekämpfen und was dabei zu beachten ist, steht in diesem Artikel.

Auf den Punkt gebracht

  • Riesenbärenklau ist eine giftige, invasive Pflanze
  • seine Bekämpfung ist nicht einfach
  • schützende Kleidung ist Pflicht
  • nur Ausgraben der Wurzel hilft nachhaltig
  • Herbizide sind zur Privatanwendung nicht zugelassen

Riesenbärenklau erkennen

  • botanisch: Heracleum mantegazzianum
  • Synonym: Herkulesstaude
  • ursprünglich im Kaukasus beheimatet
  • zweijährig
  • Pflanze nimmt imposante Auswüchse an
  • wächst auf Schuttplätzen, an Waldrändern, in Gärten
  • aufrechtes Wachstum, große stachelige Blätter
  • bildet Doldenblüten mit unzähligen Samen
Riesenbärenklau abgesperrt

Notwendige Bekämpfung

Der Riesenbärenklau ist eine invasive Art, die heimische Gewächse verdrängt. Außerdem ist die Pflanze giftig und schon die Berührung mit der Staude kann zu Hautirritationen führen. Der Grund dafür sind Inhaltsstoffe, die mit Sonnenlicht reagieren und zu Verbrennungen führen. Der Ablauf der Hautschäden ist folgendermaßen:

  • Die Pflanze wird berührt. Meist führt das noch nicht zu Problemen, außer bei sehr empfindlichen Menschen oder sensiblen Hautstellen.
  • Die Person kommt in Kontakt mit UV-Strahlung. Je früher die betroffenen Hautstellen mit Sonnenlicht in Kontakt kommen, umso gefährlicher ist es. Allerdings kann Sonne auch noch Tage später Schäden auslösen.
  • Symptome zeigen sich dann rund einen Tag nach der Einwirkung der Sonnenstrahlen. Dazu gehören Rötungen, Verbrennungen, Blasenbildung.
  • Die Wunden heilen schlecht. Weitere UV-Strahlung kann es noch schlimmer machen.
  • Wenn Pflanzensaft auf die Haut kommt, diese großflächig abwaschen und mindestens drei Tage nicht der Sonne aussetzen. Bei Brennen, Jucken oder Rötungen einen Arzt aufsuchen.

Maßnahmen

Wichtigste Voraussetzung um Riesenbärenklau zu bekämpfen ist die richtige Kleidung. Dazu gehört nicht nur langärmelige Kleidung aus festem Stoff, sondern auch Schutzbrille und dicke Handschuhe.
Der richtige Zeitpunkt für die Maßnahmen ist ebenfalls wichtig. Es sollte keine Sonne scheinen. Am besten ist ein bedeckter, regnerischer Tag. Oder es wird abends gearbeitet, wenn die Sonne untergegangen ist.

Pflanze abtrennen

  • abgesehen von der Schutzkleidung wird scharfes Werkzeug benötigt
  • geeignet sind Spaten oder Messer
  • bester Zeitpunkt im Frühjahr
  • Pflanze ist dann noch jung und klein
  • wichtig ist tiefes abschneiden
  • dafür Pflanzentrieb und Wurzel teilweise freilegen
  • Pflanze selbst möglichst nicht verletzen
  • Wurzel mindestens 15 cm tief abschneiden, besser noch tiefer
  • abgetrenntes Wurzelstück im Hausmüll entsorgen
  • Loch im Boden am besten offenlassen
  • neue Austriebe ebenfalls entfernen
  • es kann eine Weile dauern, bis die Pflanze vollständig vernichtet ist
Junger Riesenbärenklau
Riesenbärenklau entfernen Sie am besten schon im jungen Stadium.

Herbizide

  • schützende Kleidung ist bei Herbizideinsatz ebenfalls wichtig
  • nur mit Sachkundenachweis durchführen oder durchführen lassen
  • bester Zeitpunkt bei halb hohen Pflanzen mit nicht zu viel Blattmasse
  • Herbizid nur für diesen Zweck verwenden
  • vermeiden, dass andere Pflanzen in Mitleidenschaft gezogen werden
  • am besten wirken Mittel, die über die Blätter aufgenommen werden
  • Pflanzer genau nach Vorschrift des Mittels behandeln
  • möglicherweise überlebt ein Teil der Wurzel
  • neue Austriebe müssen dann erneut behandelt werden

Samenstände entfernen

  • für diese Bekämpfung muss die Pflanze zuerst wachsen und blühen
  • Schutzkleidung tragen, Messer oder andere scharfe Schneidewerkzeuge nutzen
  • bester Zeitpunkt ist, wenn die Hauptblüten verblüht, die Samen aber noch nicht ausgereift sind
  • die Dolden mit einer Plastiktüte sichern
  • diese verhindert, dass Samen ausfallen
  • Dolden abschneiden, dabei auch die Nebendolden nicht vergessen
  • alle abgeschnittenen Pflanzenteile einsammeln und in den Müll werfen
  • restliche Pflanze stehen lassen, sie verwelkt von allein
Riesen-Bärenklau, Heracleum mantegazzianum

Ungeeignete Maßnahmen

  • Geräte, die die Gefahr vergrößern, dass der Pflanzensaft weit verteilt wird
  • alles was dafür sorgt, dass sich die Samen verbreiten können
  • thermische Behandlungen vor der Blüte, die Wurzel treibt erneut aus
  • oberflächliches Haken oder Mähen

Frei wachsender Riesenbärenklau

Um wild wachsende Pflanzen des Riesenbärenklau zu bekämpfen, ist das örtliche Ordnungsamt zuständig oder falls vorhanden, speziell eingerichtete Meldestellen. Diese regeln dann die Entfernung der Pflanzen vor Ort.

Häufig gestellte Fragen

Wie kann man Bärenklau von ähnlichen Pflanzen unterscheiden?

Ausgewachsene Pflanzen kann man aufgrund ihrer Größe nicht verwechseln. Anders verhält es sich bei Jungpflanzen, die mit einheimischen Arten verwechselt werden können, wie etwa dem Wiesen-Bärenklau. Dieser besitzt einen Stiel, der keine rötlichen Flecken aufweist.

Fressen Tiere den Riesenbärenklau?

Tatsächlich fressen manche Schafe und Ziegen die Pflanze, allerdings nur notgedrungen. Sie schadet ihnen nicht. Das dauerhafte Abweiden kann sehr effektiv gegen die Bestände der Pflanzen sein.

Kann Riesenbärenklau nützlich sein?

Tatsächlich sind die unzähligen Blüten eine gute Bienenweide. Da die Mutterpflanze nach der Blüte sowieso abstirbt, ist es sinnvoll, die Verbreitung erst vor der Samenreife einzuschränken.