Bittersalz-Dünger: Welche Pflanzen vertragen es? | Anwendung

Bittersalz Dünger

Bittersalz – ein farbloses, geruchloses und wasserlösliches Mineral ist für seine unterschiedlichen Verwendungsmöglichkeiten bekannt. Seinen Einsatz findet es nicht nur in der Medizin und Chemie, sondern auch in der Landwirtschaft und im Gartenbau. Nun schwören viele Hobbygärtner dabei auf das „Wundermittel“ Bittersalz. Allerdings ist hier etwas Vorsicht bei der Anwendung im heimischen Garten geboten. Nicht immer kommt es dabei zu den gewünschten Erfolgen. Jedoch richtig eingesetzt, profitieren die Pflanzen davon mit einem gesunden Wachstum.

Bittersalz Dünger

Das natürliche Mineral ist ein Magnesiumsulfat (MgSO4) und auch als Epsomit oder Epsom-Salz bekannt. Bittersalz enthält 15 Prozent Magnesiumoxid (MgO) und 30 Prozent Schwefelsäureanhydrid (SO3). Aufgrund dessen handelt es sich hierbei um einen hervorragenden Magnesium- und Schwefellieferanten, kurz einem speziellen Dünger für Pflanzen.

Magnesium ist ein Baustein des pflanzlichen Farbstoffs Chlorophyll (verantwortlich für das Blattgrün). Pflanzen benötigen Magnesium zum Aufbau von Zuckerstoffen, woraus sie schließlich Zellulose und andere körpereigene Substanzen herstellen, welche für die Photosynthese notwendig sind. Bittersalz ist daneben in verschiedenen Mehrnährstoffdüngern, den sogenannten „Volldüngern“, ein wichtiger Bestandteil.
In der Landwirtschaft und im Gartenbau wird das Mineral dabei hauptsächlich zum Ausgleich von Magnesiummangel im Boden eingesetzt. Gleichzeitig wird bei beim Einsatz der pH-Wert des Bodens herabgesetzt. Anwendung findet Bittersalz als Granulat, aber auch als Flüssigdünger, jedoch nicht alle Pflanzen vertragen diesen Dünger. Dazu später mehr.

Hinweis: Daneben findet das Salz auch erfolgreich Verwendung in der Medizin, beispielsweise In „Heat Packs“ zur Erzeugung therapeutischer Wärme oder als Abführmittel, zur Entschlackung, bei Zerrungen, Verstauchungen und Arthritis.

Bittersalz für gesunde Nadelbäume

Bittersalz zur Schwefelversorgung

Da Bittersalz auch einen sehr hohen Anteil Schwefel enthält, eignet es sich hervorragend als Schwefeldünger. Ein Schwefelmangel im Boden äußert sich hauptsächlich ähnlich den Symptomen eines Stickstoffmangels. Meist verfärbt sich dann das gesamte Blatt inklusive der Blattadern gelb. Allerdings sind davon in der Regel nur junge Blätter betroffen.
Durch eine regelmäßige Einarbeitung von reifem Kompost oder verrottetem Rinderdung kann im Vorfeld ein Mangel an Schwefel im Boden vorgebeugt werden. Daneben kann aber auch durch gezielte Gaben von Bittersalz oder anderen mineralischen und organischen Mehrnährstoffdüngern der Schwefelhaushalt ausgeglichen werden.

Nicht alle Böden vertragen eine Gabe von Bittersalz gleich gut. Bevor nun eine Düngung mit Epsom-Salz erfolgt, muss die Beschaffenheit des Bodens bekannt sein. Die Bestimmung des pH- Werts kann leicht selbst mittels Schnelltest erfolgen. Jedoch eine ausführliche Bodenanalyse sollte einem Labor überlassen werden.

Hinweis: Bodenanalysen führen beispielsweise Landwirtschaftliche Untersuchungs- und Forschungsanstalten (LUFA) durch. Informationen sind bei den örtlichen Umweltämtern erhältlich. Die Kosten liegen je nach Umfang zwischen 20 und 50 Euro.

Bodenanalyse

Vor einer Düngung mit Bittersalz ist es wichtig die Bodenverhältnisse zu kennen. Eine Bodenanalyse bietet dabei Schutz vor einer Überdüngung mit Nährstoffen. Sonst kann es schnell zu Wurzelverbrennungen durch einen überhöhten Salzgehalt kommen. Letztendlich vertrocknen die Pflanzen dann. Eine professionelle Bodenanalyse gibt dabei Auskunft über

  • pH-Wert des Bodens
  • Überblick der vorhandenen Nährstoffe wie
    • Magnesium
    • Stickstoff
    • Kalium
    • Phosphor
    • Kupfer
    • Eisen
    • Bor
  • gleichzeitig erfolgt Düngeempfehlung

Durchführung der Bodenanalyse

Es sollten immer mindestens 500 g Erde aus einem einheitlich genutzten Gartenbereich, beispielsweise Gemüsegarten oder Rasenfläche, entnommen werden. Je mehr Proben dabei zur Verfügung stehen, desto zuverlässiger wird das Ergebnis.

  • gleichmäßige Entnahme von 10 bis 15 Proben über gesamte Fläche
  • Proben im Eimer gründlich mischen
  • 500 g in Plastiktüte abfüllen
  • mit Namen, Datum und Gartenbereich versehen

Wichtig bei der Entnahme ist jeweils die richtige Tiefe aus der gesamten Wurzelzone der betreffenden Pflanzen. Von Bedeutung sind dabei die Nährstoffvorkommen, welche von den Pflanzenwurzeln auch erreicht werden.

  • Rasen mindestens 10 cm
  • Gemüse- und Staudenbeet 30 cm
  • Obst- und Nadelgehölze maximal 60 cm

Mutterboden

Hinweis: Eine professionelle Bodenanalyse liefert Langzeitergebnisse für fünf Jahre. Danach sollte eine Wiederholung erfolgen.

Dosierung

Je nach Bodenbeschaffenheit und dem jeweils vorhandenen Magnesiumwert pro 100 g Boden ergeben sich nachfolgende Dosierungsempfehlungen:

Leichte Böden

  • Wasser versickert schnell
  • Auswaschung von erhöhtem Anteil Magnesium
  • 30 g Salz pro Quadratmeter bei einem Magnesiumwert von 1 bis 2 mg pro 100 g Boden
  • 15 g Salz pro Quadratmeter bei einem Magnesiumwert von 3 bis 5 mg pro 100 g Boden
  • keine Gabe bei Magnesiumwert über 5 mg pro 100 g Boden
  • Düngung zwei- bis dreimal pro Saison
  • erste Düngung im Juni
  • Wiederholung im August

Mittlere Böden

  • 30 g Dünger pro Quadratmeter bei Magnesiumwert von 1 bis 4 mg pro 100 g Boden
  • 15 bis 20 g Dünger pro Quadratmeter bei Magnesiumwert von 5 bis 10 mg pro 100 g Boden
  • keine Gabe bei Magnesiumwert höher als 10 mg pro 100 g Boden
  • Düngung einmal pro Saison

Schwere Böden

  • 30 g Dünger pro Quadratmeter bei Magnesiumwert von 1-8 mg pro 100 g Boden
  • 15 bis 20 g Dünger pro Quadratmeter bei Magnesiumwert von 9 bis 13 mg pro 100 g Boden
  • keine Gabe bei Magnesiumwert über 14 mg pro 100 g Boden
  • Düngung einmal pro Saison

Granulat oder Flüssigdünger

Die Ausbringung von Bittersalz kann in flüssiger Form aber auch als Granulat erfolgen. Dabei sollte einiges beachtet werden:

Sprühlösungen

  • Anwendung bei akutem Magnesiummangel
  • 200 g Salz in 10 Liter Wasser lösen
  • nie bei Sonnenschein verwenden
  • kommt dann zu Verbrennungen
  • nicht vor Regenperioden ausbringen
  • vor Anwendung Pflanzen mit Gartenschlauch abspritzen
  • alternativ Sprühen nach Regen
  • gut geeignet sind trübe Apriltage

Granulat

  • Zeitpunkt Frühjahr
  • gegebenenfalls Wiederholung im Herbst
  • rund um Pflanzen streuen
  • nicht direkt auf Wurzeln
  • einige Entfernung vom Stamm
  • dann gut wässern
  • Vorsicht: Salz nicht gänzlich auswaschen

Bittersalz als Langzeitdünger

Geeignete Pflanzen

Nicht alle Pflanzen vertragen gleich gut eine Salzdüngung. Daher ist immer Vorsicht geboten. Der spezielle Pflanzendünger kann dann bei einer richtigen Anwendung bei folgenden Pflanzen gut Dienste leisten:

Koniferen

Alle Nadelgehölze, Thujen und Zypressen haben einen hohen Magnesiumverbrauch.

  • 20 g Salz pro Quadratmeter gleicht Defizit aus
  • Verwendung als Granulat oder zum Gießen
  • bei gelbgefärbten Nadeln Ausbringung 2%igen Spritzlösung
  • Unterseite Nadeln und Triebe besprühen
  • Herstellung Lösung 200 g Salz in 10 Liter Wasser auflösen

Hinweis: Falls die Nadeln bereits braun gefärbt sind, besteht ein Kaliummangel. Dann ist der Einsatz von speziellem Tannendünger oder Kaliumsulfat ratsam.

Rasen

Viele Rasenflächen sind mit Nährstoffen wie Kalium oder Magnesium unterversorgt. Bittersalzdüngungen können dabei Abhilfe schaffen.

  • Zeitpunkt Frühjahr
  • Düngung nach erstem Rasenschnitt
  • 50 g Salz pro Quadratmeter
  • gut auf Rasen verstreuen
  • anschließend wässern
  • Tage vor Regen bestens geeignet
  • verhindert Unkrautwuchs

In Rasendüngermischungen ist das Salz ebenfalls enthalten.

Rasen düngen

Moorbeetpflanzen

Rhododendron, Azalee und Erika lieben zum Wachsen ein saures Milieu. Bei einem zu hohem pH-Wert des Bodens kann das Salz deshalb Einsatz finden.

  • 150 g Salz in 10 Liter Regenwasser auflösen
  • Boden gleichmäßig gießen
  • Unterstützung der Photosynthese
  • Stabilisierung des Chlorophyllgehalts der Blätter

Auf einen Quadratmeter ausgebrachte Lösung senkt den pH-Wert dabei um einen Punkt.

Gemüsepflanzen

Starkzehrer wie beispielsweise Tomaten, Gurken, Sellerie, Rote Beete oder Spinat haben einen hohen Magnesiumbedarf. Schnell kann es dabei zu Mangelerscheinungen kommen. Eine gezielte Gabe des Salzdüngers sorgt dann für eine ausreichende Magnesiumversorgung.

  • wöchentliche Blattdüngung
  • Verwendung 0,5%iger Salzlösung

Tipp: Bei der Blattfleckenkrankheit kann durch Spritzung einer Bittersalzlösung in 2%iger Konzentration ebenfalls eine Verbesserung der Symptome erreicht werden. Dabei muss dann jedoch auf die Gabe von stickstoffbetontem Dünger verzichtet werden.