Pflanzen im Hochbeet


Spätestens, wenn das Hochbeet mit allen Schichten fertiggestellt ist, kommt die Frage auf: mit was bepflanzen? Hier ist Vorsicht geboten, denn geeignet sind im ersten Jahr nur bestimmte Blumen und Gräser.

Erstbepflanzung mit Starkzehrern

Das Besondere an einem Hochbeet sind die einzelnen Schichten, die „Stück für Stück“ für eine kontinuierliche Nährstoffbildung sorgen. Frisch geschichtete Hochbeete besitzen eine nährstoffreiche Erde, um von Beginn an den Nährstoffgehalt bis zum Verrottungsprozess auf einem höheren Niveau zu gewährleisten. Im Laufe des ersten Jahres werden so viele Nährstoffe freigesetzt, dass für die Bepflanzung ausschließlich Blumen und Gräser zu wählen sind, die einen hohen Nährstoffbedarf haben, da es ansonsten zu einer Überversorgung kommt. In dessen Folge wirkt sich dies wie eine Überdüngung aus und die Pflanzen könnten somit absterben. Deshalb gilt für das Bepflanzen im ersten Jahr: nur starkzehrende Pflanzen setzen.

Ausnahme: Herbst-/Winterbepflanzung

Sobald das Hochbeet im Herbst (neu) geschichtet wird, können direkt im Anschluss auch Herbst- und Winterblumen aus den Kategorien Mittel- und Schwachzehrer gepflanzt werden. Dies ist möglich, weil die kühler werdenden Temperaturen die Nährstoffbildung in den Hochbeeten „blockieren“ und der Verrottungsprozess vor allem durch Frost gestoppt wird. Dadurch stehen in der Regel nur Nährstoffe aus der obersten Hochbeeterde zur Verfügung, sodass es zu keiner Überversorgung von Nährstoffen für mittel- und schwachzehrenden Pflanzen kommen kann. Als geeignet zeigen sich zum Beispiel:

Krokus, Crocus
  • Schneeglöckchen (Galanthus)
Schneeglöckchen mit schneeweißen Blüten
Schneeglöckchen mit schneeweißen Blüten
  • Winterheide (Erica)
Winterheide gibt es in vielen Farbnuancen
Winterheide
  • Tulpen (Tulipa) – können im Beet als Starkzehrer verbleiben
Tulpe, Tulipa

Tipp: Sind Tulpenzwiebeln gesetzt, sollten nach der Blüte keine einjährigen Sommerblumen pflanzen, weil diese in der Regel gleichmäßig feucht zu halten sind, die Tulpenzwiebel aber Trockenheit bevorzugen.

Erstbepflanzung ein- oder mehrjährig

Als Erstbepflanzung eines Hochbeets ist es währenddessen ratsam, sich überwiegend auf einjährige Pflanzen zu beschränken. Der hohe Nährstoffgehalt in Hochbeeten wird im ersten Jahr enorm von den Starkzehrern gemindert, sodass im zweiten Jahr eine Auslaugung des Bodens/der Schichten erfolgen könnte. Da die Nährstoffversorgung eines Hochbeets durch die Schichten für etwa fünf Jahre „geplant“ ist, würde eine längerfristige Bepflanzung mit Starkzehrern zu einer zu hohen Bodenbelastung führen und die „Lebensdauer“ der Befüllung verkürzen kann. Ideal ist es somit, beim Bepflanzen im ersten Jahr darauf zu achten, dass es sich um einjährige Blumen und Gräser handelt oder mehrjährige zumindest zum Großteil im Folgejahr in einem anderen Beet einen Platz finden, sodass sie nicht entsorgt werden müssen.

Tipp: Sollten dennoch mehrere starkzehrende Pflanzen im ersten Pflanzjahr gesetzt und auch im zweiten Jahre verbleiben, empfiehlt sich eine Bodenanalyse vorzunehmen, um gegebenenfalls mit der Gabe von Dünger den Boden zu „entlasten“.

Pflanzbeginn

Offiziell beginnt das Pflanzjahr im Mai eines jeden Jahres. Wenn der Frost vorüber ist, können Sie ab den Eisheiligen mit dem Bepflanzen von Blumen und Gräsern beginnen. Der ideale Pflanzzeit ist aber natürlich von den einzelnen Pflanzenarten/-sorten abhängig. Die folgende Liste präsentiert alle Blumen, die im ersten Pflanzjahr ins frisch geschichtete Hochbeet können.

Starkzehrende Blumenarten

  • Astern (Aster)
Astern pflegen
  • Chrysanthemen (Chrysanthemum)
Chrysantheme
  • Dahlien (Dahlia)
Herbstbepflanzung
  • Engelstrompeten (Brugmansia)
Engelstrompete ist ein Nachtschattengewächs
  • Flammenblume (Phlox)
Teppich-Flammenblume, Phlox subulata
Teppich-Flammenblume, Phlox subulata
  • Geranie/Pelargonie (Pelargonium)
Geranien vor der Winterruhe zurückschneiden
Montbretien, Crocosmia
Oleander, Nerium oleander
Oleander, Nerium oleander
Petunia wächst überhängend
  • Rittersporn (Delphinium)
Rittersporn
Gewürztagetes
  • Sonnenblume (Helianthus annuus)
Sonnenblume
  • Stechapfel (Datura) – Vorsicht: stark giftig
  • Wüstenschweif (Eremurus)
Wüstenschweif (eremurus)
Quelle: Dinkum, Massifs de fleurs – Parc floral 2, bearbeitet von Plantopedia, CC0 1.0
  • Zweizahn (Bidens)
Zweizahn, Goldmarie, Bidens ferulifolia
Zweizahn, Goldmarie, Bidens ferulifolia

Gräser zur Erstbepflanzung

Viele Gräserarten bieten eine spannende, abwechslungsreiche Optik in jedem blumenbestückten Hochbeet, können aber auch in Gruppen gepflanzt, einen tollen Sichtschutz bilden. Für die Erstbepflanzung in Hochbeeten fallen indes folgende Gräserarten unter die Starkzehrer:

  • Bambusarten (Bambusoideae) – für sonnigen Standort
Fargesia murielae, Schirmbambus, Muriel-Bambus
Fargesia murielae, Schirmbambus, Muriel-Bambus
  • Japan-Waldgräser (Hakonechloa makra) für halbschattigen, schattigen Standort
Japan-Waldgras (hakonechloa makra)
Quelle: Krzysztof Ziarnek, Kenraiz, Hakonechloa macra All Gold kz2, bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 4.0
  • Lampenputzergräser (Pennisetum alopecuroides) – für sonnigen bis halbschattigen Standort – nicht alle Sorten winterhart
Lampenputzergras, Rotes Pfeifenputzergras gibt es in verschiedenen Arten
  • Magellan-Blaugräser (Elymus magellanicus) – für sonnigen Standort
Magellan Blaugras (elymusmagellanicus)
Quelle: Хомелка, Elymus magellanicus in Botanical garden, Minsk, bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 3.0
  • Moskitogräser (Bouteloua gracilis) – für sonnigen Standort
Moskitogras (Bouteloua gracilis)
Quelle: Pethan, Bouteloua gracilis01, bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 3.0
  • Palmarosa-Süßgras (Cymbopogon martinii) – für halbschattigen, schattigen Standort
  • Zitronellagras (Cymbopogon nardus) – für sonnigen Standort
Zitronellagras (cymbopogon nardus)
Quelle: Mokkie, Citronella (Cymbopogon nardus) 1, bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 4.0
  • Präriegras (Schizachyrium scoparium) – für sonnigen Standort
Präriegras (schizachyrium scoparium)
Quelle: Daderot, Schizachyrium scoparium – Coastal Maine Botanical Gardens – DSC03064, bearbeitet von Plantopedia, CC0 1.0
  • Reiher-Federgräser (Stipa barbata) – für sonnigen Standort
  • Seggen (Carex) – für halbschattigen, schattigen Standort
Segge (Carex)
Quelle: T.Voekler, Carex pulicaris, bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 3.0
  • Zypergras/Indisches Nussgras (Cyperus rotundus) – für sonnigen Standort – mag es feucht
Zypergras (Cyperus rotundus)
Quelle: Jeevan Jose, Kerala, India, Cyperus rotundus in Kadavoor, bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 4.0

Mono- und Mischkulturen

Theoretisch können Sie ein Hochbeet ausschließlich mit einer einzigen Lieblingsblume bepflanzen. Wenn es sich dabei lediglich um eine Ein-Jahres-Bepflanzung handelt, ist dem nichts entgegenzusetzen. Wenn es sich aber um eine mehrjährige Art handelt, sollten Sie den Unterschied zwischen Mono- und Mischkultur kennen, um für die Hochbeet-Erstbepflanzung ideale Entscheidungen treffen zu können.

Monokulturen

Als Monokultur wird eine Bepflanzung bezeichnet, die jedoch aus einer einzigen Blumenart besteht. Das wäre der Fall, wenn Sie beispielsweise nur Bambus-Gräser pflanzen. Der Nachteil einer Monokultur ist, dass die Pflanzen anfälliger für Schädlinge und Erkrankungen, vor allem Infektionen, sind. Auch können sich schneller Pilze in den Schichten bilden, die unter Umständen nicht nur die Pflanzen „angreifen“, sondern auch das Holzmaterial, aus dem Hochbeete gern gefertigt werden. Grundsätzlich empfehlen erfahrende Hobbygärtner und Experten, eine Monokultur für Hochbeete nur dann in Betracht zu ziehen, wenn spätestens im folgenden Jahr eine andere Pflanzenart diese ablöst.

Mischkulturen

Von einer Mischkultur wird gesprochen, wenn verschiedene Pflanzenarten in ein Beet gepflanzt werden. Ideal eignen sich hier zum Beispiel für die Erstbepflanzung eines Hochbeets eine Kombination aus Blumen und Gräsern, wobei ein Mix aus verschiedenen Blumenarten den optimalen Fall ergeben. Das beruht darauf, dass durch mehrere verschiedene Pflanzenarten, aufgrund ihrer entsprechend unterschiedlichen Anfälligkeit für Schädlinge und Erkrankungen, das Risiko eines Befalls minimiert wird. In manchen Fällen können sie sich auch gegenseitig schützen, wenn beispielsweise Gräser Schnecken auf Abstand halten, die sich ansonsten gern an den gepflanzten Geranien oder Astern zu schaffen machen.