16 Bodendecker für den Hang | Pflanzen für Schatten und Sonne

Sternmoos als Bodendecker für den Hang

Ein Hang muss stabilisiert werden. Dies gelingt jedoch auch mit entsprechenden Bodendeckern, die für eine Hanglage geeignet sind. Denn gerade blühende Bodendecker für den Hang bilden grüne Teppiche, die mit vielen kleinen Blüten versehen sind. Vor allem der Standort ist dabei wichtig, um die geeigneten Pflanzen für den eigenen Hang zu finden. So sollte bei der Auswahl der Pflanzen darauf geachtet werden, ob dieser in der Sonne, im Halbschatten oder sogar im Schatten liegt. Der folgende Artikel gibt Aufschluss darüber, welche Pflanzen dabei für den jeweiligen Standort geeignet sind.

Bodendecker für den Hang

Wenn die Hanglage befestigt werden soll, gibt es hier verschiedene Methoden. Eine davon ist beispielsweise die Bepflanzung mit entsprechenden Bodendeckern, die einige Vorteile bietet. So verhindern die bodenbedeckenden Gewächse eine Erosion, weil sie mit ihrem dichten Wurzelwerk die Erde festhalten. Diese kann dann auch bei sehr viel Nässe nicht mehr nach unten wegrutschen. Hinzu kommt, dass die Feuchtigkeit in der Erde gehalten wird. Die niedrigen, auf dem Boden liegenden Blätter verhindern außerdem eine schnelle Verdunstung, der Hang muss weniger gegossen werden. Entsprechend hat auch Unkraut keine Chance, da kaum Licht an den Boden gelangt. In der folgenden Liste wurden die schönsten Bodendecker für den Hang nach den folgenden Kriterien zusammengestellt:

  • Sonne
  • Schatten
  • Halbschatten

Hinweis: Neben der Optik und der Farbauswahl ist jedoch auch der passende Standort ein wichtiges Kriterium. Denn an einem Südhang könnten schattenliebende Bodendecker schnell verbrennen. Hingegen verkümmern die sonnenliebenden Gewächse an einem Standort im Schatten. Dazu gibt es Bodendecker für den Hang, die mit beidem gut zurechtkommen und daher für den Halbschatten besonders gut geeignet sind.

Bodendecker für Schatten

Im Schatten sollten wirklich nur die Bodendecker gepflanzt werden, die dabei auch geeignet sind. Denn gerade die sonnenhungrigen Gewächse können an einem immer schattigen Standort schnell verkümmern. Somit eignen sich die folgenden Pflanzen gut für einen schattigen Standort:

Dickmännchen (Pachysandra terminalis)

  • Familie der Buchsbaumgewächse (Buxaceae)
  • ursprünglich aus den Wäldern Chinas und Japans
  • weiße Blüten
  • Blütezeit April bis Mai
  • sandiger bis lehmiger Boden
  • nährstoffreich und humos
  • winterhart
  • flachwüchsig und teppichbildend
  • dabei mäßig feucht halten
  • kalkempfindlich
Pachysandra terminalis, Dickmännchen
Pachysandra terminalis, Dickmännchen

Efeu (Hedera helix)

  • Verbreitungsgebiet von Europa bis Asien
  • besitzen Haftwurzeln
  • jedoch auch als Bodendecker gut geeignet
  • Klassikerpflanze für den Schatten
  • immergrün
  • kugelförmige gelbe Blütedolden im Alter
  • schwarze Früchte im Winter
  • gute Nahrung für Vögel
  • durchlässiger, feuchter Boden
  • Düngung im Freiland nicht notwendig
Gemeiner Efeu, Hedera helix
Gemeiner Efeu, Hedera helix

Elfenblume (Epimedium)

  • Familie der Berberitzen (Berberidaceae)
  • auch Sockelblumen genannt
  • ursprünglich aus Asien, Nordafrika und Mittelmeerraum
  • trotz 30 Zentimeter Höhe als Bodendecker für den Hang kultivierbar
  • mit Halbstrauchcharakter
  • immergrüne Sorte wählen
  • mäßig trockener Boden
  • humusarme Erde wird toleriert
  • kleine Blüten an filigranen Stielen
  • Blüte im Frühling vor dem neuen Austrieb
Elfenblume 'Frohnleiten', Epimedium perralchicum
Elfenblume ‚Frohnleiten‘, Epimedium perralchicum

Waldsteinie (Waldstenia ternata)

  • auch Goldbeere genannt
  • im Schatten nur wenige Blüten
  • gelbe Blüten zwischen April und Mai
  • kalkfreies Wasser verwenden
  • Boden feucht halten
  • wenig düngen
  • dabei Kompost und Hornspäne nutzen
  • winterhart
  • Herbst- und Winterfärbung bräunlich-rot
  • alte Blätter werden im Frühjahr bei Neuaustrieb abgeworfen
Waldsteinie, Waldsteinia ternata
Golderdbeere, Waldsteinie, Waldsteinia ternata

Tipp: Soll der Hang auch im Winter grün bleiben, dann sollten wintergrüne Gewächse gewählt werden.

Bodendecker für Sonne

An einem überwiegend sonnigen Standort werden die Gewächse dabei oftmals sehr gefordert. Denn viele vertragen den ständigen Sonnenschein und vor allem die starke Mittagssonne nicht gut und verbrennen dann trotz genügend Wassergaben. Doch die folgenden Bodendecker sind für eine sonnige Hanglage gut geeignet:

von F – G

Frauenmantel (Alchemilla)

  • ursprünglich auf Waldlichtungen und Hochlandwiesen
  • in Europa sowie Asien beheimatet
  • Familie der Rosengewächse (Rosaceae)
  • etwa 1000 Arten, teilweise zum Verwechseln ähnlich
  • sommergrün
  • gelbgrüne Blüten
  • in kleinen Büscheln an den Trieben
  • nährstoffreicher, durchlässiger Boden
  • auch als Beeteinfassung gut geeignet
  • winterhart

Frauenmantel

Goldkörbchen (Chrysogonum virginianum)

  • Familie der Korbblütler (Asteraceae)
  • ursprüngliche Heimat Nordamerika
  • lang blühend
  • von Mai bis Ende September
  • kleine, gelbe Blüten
  • Boden humos und nährstoffreich
  • immer leicht feucht, nicht austrocknen lassen
  • in heißen Perioden zusätzlich gießen
  • winterhart
  • sehr robust

Goldkörbchen, Chrysogonum virginianum

von S – W

Schlangenknöterich (Polygonum bistorta)

  • Familie der Knöterichgewächse
  • ursprüngliche Heimat Europa und Asien
  • auch Wiesenknöterich genannt
  • gehört zu den alten Heilkräutern und Wildgemüsen
  • rosa Blüten von Mai bis August
  • Boden feucht und durchlässig
  • benötigt dabei kaum Pflege
  • nur vertrocknete Blüten entfernen
  • im Frühjahr auf den Stock setzen
  • sehr robust und frosthart

Schlangenknöterich, Polygonum bistorta

Sternmoos (Sagina subulata)

  • Familie der Nelkengewächse (Caryophyllaceae)
  • auch als Pfriemen-Mastkraut bekannt
  • Boden durchlässig und mit Sand angereichert
  • nur auf magerem Boden düngen
  • wird oft als Rasenersatz genutzt
  • tägliche Bewässerung im Sommer
  • winterhart
  • kahle Stellen immer sofort neu aussäen
  • Blütezeit von Juni bis August
  • kleine weiße Blüten
Sternmoos, Sagina subulata als Bodendecker
Sternmoos, Sagina subulata

Storchschnabel (Geranium)

  • Balkan-Storchschnabel beliebter Bodendecker
  • Heimat Mitteleuropa, Südeuropa oder Asien
  • viele verschiedene Arten (etwa 400)
  • einige dabei immergrün und winterhart
  • Sommerblüte
  • von Mai bis in den Oktober
  • viele verschiedene Farben
  • mäßig feuchter und nährstoffreicher Boden
  • können mit sommerlicher Trockenheit gut umgehen
  • schneiden, was über Beetumrandung wächst

Storchschnabel, Geranium wallichianum ist ein Bodendecker

Teppichsedum (Sedum spurium)

  • Familie der Dickblattgewächse (Phedimus)
  • Kaukasus- oder Asiatenfetthenne
  • ursprüngliche Heimat nördlicher Iran, Kaukasus und Asien
  • immergrün
  • winterhart
  • neigt zum Verwildern
  • verschiedenfarbige Blütendolden
  • Blütezeit zwischen Juni und August
  • frischer, nährstoffarmer, trockener Boden
  • wenig gießen und düngen
Fetthennen, Sedum
Fetthennen, Sedum

Wollthymian (Thymus pseudolanuginosus)

  • sehr robust
  • kann dabei auch betreten werden
  • bei Kontakt wird angenehmer Duft verströmt
  • Blätter mit grauen Umrandungen
  • Blütezeit im Sommer
  • kleine violette bis rosa Blüten
  • winterhart und robust
  • kaum Pflege nötig
  • sehr durchlässiger Boden ohne Staunässe
  • sumpfartigen Boden mit Kies und Sand anreichern
Thymian, Thymus
Thymian, Thymus

Tipp: Sie können dabei auch verschiedene Bodendecker miteinander kombinieren oder Stauden und kleine Bäumchen mit in den Hang pflanzen. Achten Sie hierbei darauf, dass es sich um tiefwurzelnde Gewächse oder Gehölze handelt, damit diese einen guten Halt auf dem steilen Boden haben.

Bodendecker im Halbschatten

Die meisten Gewächse vertragen Halbschatten. Hier sind sie vor der starken Mittagssonne gut geschützt, stehen aber dennoch hell genug, um genügend Sonnenstrahlen zu bekommen und somit nicht zu verkümmern. So fühlen sich auch die folgenden Bodendeckergewächse an einem halbschattigen Hang besonders wohl:

Bodendeckerrose

  • Kleinstrauchrosen (verschiedene Arten)
  • breiten sich flächendeckend aus
  • sehr gute Frosthärte
  • Dauerblüher
  • vom Frühjahr bis Herbst
  • viele verschiedene Blütenfarben
  • lockere, durchlässige Erde
  • hoher Anteil an Nährstoffen und Humus
  • regelmäßig düngen
  • schneiden, wenn zu hoch geworden
Bodendecker Rosen
Bodendeckerrosen

Kleines Immergrün (Vinca minor)

  • Familie der Hundsgiftgewächse (Apocynaceae)
  • von Westasien bis Europa verbreitet
  • in allen Teilen giftig
  • Blütezeit April und Mai
  • Blütenfarbe blau bis violett oder weiß
  • nährstoffreiche und lockere Erde
  • gedeiht an feuchten und kühlen Plätzen
  • dunkelgrünes, glänzendes Laub
  • winterhart
  • benötigt keinen Schnitt

Weißes Immergrün, Vinca minor 'Alba'

Kriechspindel (Euonymus fortunei)

  • Familie der Spindelbaumgewächse (Celastraceae)
  • auch als Kletterspindel bekannt
  • ursprünglich in China beheimatet
  • Blütezeit zwischen Juni und Juli
  • Blüten grün bis weiß
  • immergrün
  • winterhart
  • sehr langlebig und robust
  • trockener bis feuchter Boden
  • nährstoffreich und humos

Immergrüne Kriechspindel, Euonymus fortunei als Bodendecker

Sternmiere (Stellaria) 

  • Familie der Nelkengewächse (Caryophyllaceae)
  • Frühlingsblüher
  • gedeiht wild an Waldrändern
  • Standort windgeschützt
  • kalkarmer, lehmig-sandiger, humoser Boden
  • saure und alkalische pH-Werte
  • entwickelt weiße Kronblätter
  • Frühling und Sommer durchgehender Blütenteppich
  • winterhart
  • im Sommer regelmäßig gießen

Sternmiere, Stellaria

Teppichmispel (Cotoneaster radicans)

  • ursprünglich aus China
  • auch Kriechmispel
  • immergrün
  • einfache Pflege
  • schneiden, um Ausbreitung zu verhindern
  • Blütezeit zwischen Mai und Juni
  • kleine weiße Blüten
  • im Herbst rote Beeren, nicht zum Verzehr geeignet
  • nährstoffreicher, humoser Boden
  • Regen reicht als Wassergabe aus

Zwergmispel - Cotoneaster als Bodendecker für den Hang

Hinweis: Nicht nur auf den passenden Standort sollten Sie bei der Auswahl achten. Ebenso wichtig ist hier auch die Winterhärte, damit Sie weniger Pflegeaufwand betreiben müssen. Müssen die Pflanzen in Hanglage in jedem Winter geschützt werden, dann kann dies sehr aufwendig werden.