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Bonsai züchten Anleitung: Anzucht aus Samen

Beitragsbild Bonsai züchten aus Samen

Einen Bonsai erhalten Sie heute fix und fertig im Fachmarkt. Befriedigender ist es jedoch, die markanten Mini-Bäumchen selber aus Samen zu züchten. Mit unserer Anleitung gelingt das Bonsai züchten Schritt für Schritt.

Auf den Punkt gebracht

  • jeder Samen ist zur Anzucht geeignet, spezielle Bonsaisamen gibt es nicht
  • der richtige Schichtaufbau aus Drainage und Substrat  ist von wesentlicher Bedeutung
  • erst nach rund drei Jahren ist der Schößling zur Erziehung als Bonsai geeignet

Bonsai züchten – die Anleitung

Haben Sie sich für’s selber Bonsai züchten entschieden, führen wenige Schritte zum Erfolg. Gerade weil es sich nur um eine Handvoll Tätigkeiten handelt, kommt der gewissenhaften und richtigen Umsetzung jedes einzelnen Schrittes eine enorme Bedeutung für den späteren Erfolg zu.

1. Die Auswahl der Samen

Vorweg sei eines gesagt: Spezielle Bonsaisamen existieren nicht! Stattdessen eignet sich jeder „normale“ Baum dazu, als Schößling zum Bonsai erzogen zu werden. Dieser Sachverhalt macht die Anzucht und insbesondere die spätere Pflege zwar aufwändiger. Er bedeutet aber gleichzeitig eine enorme Freiheit bei der Gestaltung Ihres  eigenen, individuellen Miniaturbaumes. Je nach individuellen Möglichkeiten, können Sie die Keimlinge entweder direkt von einem bestehenden Baum gewinnen, oder aber im Fachhandel erwerben.

ACHTUNG: Einige Samenarten benötigen Frost, um ihre Keimfähigkeit zu erlangen. In freier Natur gesammelt, müssen sie erst stratifiziert, also im Gefrierfach einem künstlichen Winter ausgesetzt werden. Im Fachhandel entfällt dieser Aufwand, da die Wahre üblicherweise bereits vom Verkäufer behandelt wird.

2. Die Pflanzschale

Flache Bonsaischalen sind optimal für die Pflanze.

Als nächstes wählen Sie eine geeignete Pflanzschale aus, in dem sie Ihren Bonsai züchten wollen. Sie können den Schößling bereits in der späteren Schale des Baumes züchten und sich so schon kurz nach dem Keimen an seinem Wachstum erfreuen. Die ideale Schale weist folgende Eigenschaften auf:

  • Größe abhängig von Wunschgröße des Baumes, Mindestdurchmesser um 15 bis 20 Zentimeter
  • flache Form mit niedriger Tiefe ab ca. 5 Zentimeter
  • Drainageöffnungen am Boden
  • flacher Untersetzer oder Auffangschale für überschüssiges Gießwasser, idealerweise im selben Design

Tipp: Wählen Sie eine Tonschale mit nach innen unbehandelter Oberfläche. So kann der Ton Feuchtigkeit aufnehmen und abgeben und so eine Regulierung der Bodenfeuchte unterstützen.

3. Die Drainageschicht

Dieser Schritt ist kein unbedingtes Muss, er hilft aber ganz wesentlich, ein feuchtes, aber nie nasses Substrat während der Anzucht zu erhalten. Beginnen Sie mit dem Schichtaufbau in der Pflanzschale zuunterst mit einer Drainageschicht, die überschüssiges Gießwasser zu den Drainageöffnungen im Schalenboden abführt. Gut geeignet sind beispielsweise:

  • grober gewaschener Sand
  • feiner Split
  • Trongranulat (z.B: „Seramis“)

Die Schichtdicke kann sich dabei auf ein Minimum beschränken, sollte aber einen Zentimeter nicht unterschreiten. Denn auf Dauer wird sich ein Teil des nachfolgenden Substrats in die gröbere Drainage einschwemmen, so dass bei ausreichender Schichtdicke immer noch eine wirksame Restschichtdicke verbleibt.

4. Das Substrat

Das eine „Universalsubstrat“, mit der sich aus jedem Baum der perfekte Bonsai züchten lässt, gibt es leider nicht. Stattdessen hat jede Baumart etwas andere Bedürfnisse an Zusammensetzung und Beschaffenheit des Substrats. Entweder besorgen Sie über den Fachhandel eine für Ihre Baumart zugeschnittene Anzuchterde, oder aber Sie erstellen sich Ihr eigenes Substrat, mit dem die Aufzucht des Sämlings ebenfalls mit einiger Sicherheit gelingt:

  • 2 Teile Gartenerde, idealerweise spezielle Anzuchterde für Gehölze oder Stauden
  • 1 Teil gewaschener Sand (kein „gebrauchter“ Spielplatzsand etc. wegen Belastung durch Keime und Schimmelsporen)
  • Bestandteile gut mischen und bis rund 1 Zentimeter unter Schalenrand locker einfüllen
Mischung Substrat

Hinweis: Das Substrat wird sich durch das Gießen von selbst verdichten und etwas tiefer in die Schale sinken. Verzichten Sie darauf, weitere Erde nachzufüllen, da Sie damit oberirdische Pflanzenteile bedecken und der Erdfeuchte aussetzen.

5. Die Samen einbringen

Legen Sie die einzelnen Kerne lose auf das vorbereitete Substrat. Sofern Sie mehrere Pflanzen in einer Schale züchten wollen, halten Sie zwischen den einzelnen Kernen rund 5 Zentimeter Platz ein. Je enger die einzelnen Sämlinge später stehen, umso früher müssen Sie sie umtopfen bzw. in einzelne Gefäße auseinander setzen. Nun überdecken Sie die Samen mit einer dünnen Schicht des Pflanzsubstrats, die sie lose aufstreuen. Je nach Baumart dauert es nun 4 bis 6 Wochen, bevor der Keimling die Kruste durchbricht und den ersten für Sie sichtbaren Erfolg beim Bonsai züchten zeigt.

Tipp: Sie können die Keimzeit deutlich reduzieren, indem Sie die Samen vor dem Einpflanzen über Nacht in lauwarmem Wasser einweichen.

6. Die Pflege

Die wesentliche Pflege auf dem Weg der Keime zum Schößling ist die Kontrolle und das Aufrechterhalten der nötigen Bodenfeuchte. Achten Sie darauf, die Erde nicht austrocknen zu lassen, da der Keimprozess dann ins Stocken gerät und nur noch schwer wieder in Gang kommt. Übermäßige Feuchtigkeit oder sogar Staunässe wirken Sie dagegen durch hohe Gießintervalle mit jeweils nur geringer Wassermenge entgegen. Zudem unterstützt Sie die Anfangs eingebrachte Drainageschicht bei dieser Aufgabe.

Bonsai

Häufig gestellte Fragen

Warum stockt die Anzucht meines Bonsais nach Trockenheit?

War der Keim bereits entwickelt, kann er bei anhaltender Trockenheit ebenfalls austrocknen und absterben. In diesem Fall helfen auch intensive Wassergaben nicht mehr. Sie müssen mit neuen Samen von vorn beginnen.

Muss ich meinen Schößling umtopfen?

Wenn Sie die Anzucht direkt in der späteren Pflanzschale durchführen wollen, dürfen Sie nur einen einzelnen Keim je Schale züchten. Andernfalls kommen Sie um das Umsetzen nicht herum, da jeder Baum am Ende ja zentral in seiner eigenen Schale stehen soll. Auch bei der Keimung in der eigenen Schale muss die Pflanze im Rahmen der späteren Erziehung entnommen werden, um beispielsweise die Wurzeln zu beschneiden.

Woher weiß ich, ob ein Verkäufer seine Bonsaisamen bereits stratifiziert hat?

Üblicherweise statten die Züchter ihre Ware mit einer kurzen Beschreibung aus. Enthalten sind im Regelfall auch Anweisungen, was vor dem Einpflanzen zu tun ist.


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