Bougainvillea blüht nicht: alle Ursachen | 7 Pflege-Tipps

Bougainvillea ist eine schnittverträgliche Pflanze

Die Bougainvillea oder Drillingsblume ist bekannt für ihre malerischen Blüten, die an das Mittelmeer und die Subtropen, der ursprünglichen Heimat dieser Wunderblumengewächse (bot. Nyctaginaceae), erinnern. Umso trauriger ist es, wenn sie nicht blüht oder nur wenige Blüten ausbildet. Zahlreiche Ursachen können der Grund dafür sein, dass die Bougainvillée während der Blütezeit die kleinen Blüten mit ihren eindrucksvollen Hochblättern nicht präsentiert. Häufig stecken die Fehler in der Pflege oder dem Standort.

Ursachen und Pflege-Maßnahmen

Wenn die Blüte der Bougainvillea ausbleibt, ist die Sorge um die Vitalität der beliebten Wunderblume groß. Da sie in Mitteleuropa nicht wirklich zuhause ist, können selbst kleine Probleme die Freude auf die zahlreichen Blüten zunichtemachen. Wie Sie als Besitzer einer solch majestätischen Kübelpflanze bereits wissen müssten, handelt es sich nicht wirklich um ein pflegeleichtes Gewächs. Aus diesem Grund können selbst kleine Pflegefehler zu Problemen führen. Weiten unten folgen die sechs typischen Ursachen für eine blühfaule Drillingsblume mit den erforderlichen Maßnahmen, um diese wieder auf Vordermann zu bringen.

Bougainvillea mit ihren gefärbten Hochblättern

Tipp: In vielen Fällen kann es selbst bei einer idealen Pflege zum Ausbleiben der Blüte kommen, was vor allem am mitteleuropäischen Klima liegt. Die Drillingsblume benötigt hohe Temperaturen und viel Sonne, was in einem kühlen, bedeckten oder regnerischen Jahr schnell zum Verlust der Blüten führen kann.

Fehler beim Überwintern

Der Großteil der Fälle einer ausbleibenden Blüte ist auf falsche Überwinterung zurückzuführen. Da es sich bei den Pflanzen nicht um einheimische Gewächse handelt, müssen diese über den Winter einquartiert werden, um nicht einzugehen. Wird sie über die Ruhezeit von November bis Anfang März Frost ausgesetzt, leidet die gesamte Pflanze. Ebenso sollte sie nicht zu warm stehen, da sie sonst anfängt auszutreiben. Die folgenden Punkte sollten Sie beim Überwintern beachten, damit Ihr Exemplar im Folgejahr erblüht:

  • Temperatur: 5 °C – 10 °C
  • so viel Sonne wie möglich
  • geeignete Standorte: Wintergärten, Gartenhäuser mit Fenster, Gewächshaus, sehr helle Treppenhäuser
  • keine Zugluft

Richtig Auswintern

Die Bougainvillea müssen Sie über den Winter nicht gießen. Erfahrungsgemäß speichert das Substrat bis November ausreichend Feuchtigkeit und diese wird im kühlen Winterquartier kaum verbraucht. Gießen Sie über den Winter wie im Sommer, leidet die Pflanze schnell an Staunässe und kann daraufhin eingehen. Ebenfalls dürfen Sie Drillingsblumen nicht zu spät an Sonnenlicht und Wärme gewöhnen:

  • je nach Wohnregion früher oder später mit Gewöhnung an Licht und Wärme beginnen
  • im Südwesten Deutschlands schon ab Ende Februar, in Sachsen mindestens bis April warten
  • Pflanzenlampen nutzen, um Lichtmenge langsam zu erhöhen
  • vorsichtig wärmeren Temperaturen aussetzen, für Ausbildung neuer Triebe und Blütenknospen
  • Pflanzenlampen langsam abbauen sobald Tage länger werden
  • ebenfalls Wärme reduzieren
  • nach den Eisheiligen Pflanze an passenden Standort ins Freie stelle

Wundern Sie sich nicht, wenn Ihr Exemplar über den Winter Blätter verliert. Das ist völlig normal für die Pflanze, sobald sie in Winterruhe geht und wirkt sich nicht auf die Blütenbildung aus.

Tipp: Wenn Sie auf Nummer sicher in Bezug auf die Feuchtigkeit über den Winter gehen möchten, besorgen Sie sich einen elektrischen Feuchtigkeitsmesser für Pflanzen. Diesen stecken Sie in die Erde und überprüfen dadurch, ob die Erde vollständig ausgetrocknet ist oder sich noch Feuchtigkeit in den untersten Schichten befindet.

Bougainvillea braucht das richtige Winterquartier

Lichtmangel

Lichtmangel ist neben dem falschen Winterquartier die häufigste Ursache für ausbleibende Blüten. Wenn nicht ausreichend Licht zur Verfügung steht, kann die Drillingsblume keine Photosynthese betreiben und blüht nicht. Daher ist es wichtig, dass sie so viel Sonne erhält wie möglich. Hier ist der Clou bei der Bougainvillea: Bis auf die Winterzeit benötigt die Wunderblume ungefiltertes Sonnenlicht, um viele Blüten ausbilden zu können. Das heißt, die Gewächse sollten von Mai bis Ende Oktober nicht hinter einer Scheibe verweilen, sondern in die direkte Sonne ins Freie gestellt werden. Je mehr Sonne, desto intensiver sind die Farben und desto mehr Blüten zeigen sich.

Falscher Standort

Weiterhin gehört zu den Ursachen der falsche Standort. Hier kann eine Menge falsch gemacht werden. Viele Gärtner glauben, dass die Drillingsblume aufgrund ihrer recht anspruchsvollen Art den Aufenthalt im Freien nicht aushält. Jedoch handelt es sich bei der Wunderblume je nach Art um eine robuste Kletterpflanze oder einen Baum, der kein Problem mit schwachen Winden und intensiver Sonneneinstrahlung hat. Der richtige Standort von Mai bis Oktober sollte demnach wie folgt beschaffen sein, damit die Pflanze ausreichend Sonne und Wärme erhält, um alle Energie in die Blütenbildung leiten zu können:

  • Lichtbedarf: vollsonnig
  • am besten vor eine südlich oder südwestlich ausgerichtete Hauswand
  • hell gestrichene Wände sind ideal
  • Abstand zu Wänden: etwa 10 cm
  • geschützt vor starken Regenfällen
  • luftig

Frische Luft, viel Sonne und ein gutes Mikroklima sind essentiell, um die Kübelpflanze zum Blühen zu bringen. Falls die Nächte noch etwas kühl sind, können Sie die Bougainvillea problemlos ins Haus holen und am nächsten Morgen wieder auf die Terrasse, den Balkon oder vor die jeweilige Hauswand stellen.

Gießfehler

Das Gießen erweist sich als eine schwierige Angelegenheit und kann die Blüte schnell zunichtemachen. Vor allem Staunässe macht den Pflanzen zu schaffen. Falls Ihre Drillingsblume nicht blüht, überprüfen Sie den Untersetzer, ob dieser vielleicht überlaufen ist. Leeren Sie diesen und lassen Sie das Substrat etwas trocknen, falls die Blätter nicht gelblich sind. Gelbe Blätter deuten auf Staunässe hin. Sie gießen auf die folgende Weise:

  • im Sommer täglich gießen
  • Morgens Untersetzer bis zur Hälfte mit kalkarmen Wasser füllen
  • warten bis gesamtes Wasser aufgebraucht ist
  • nachfüllen
  • im Herbst jeden zweiten oder dritten Tag gießen
  • im Winter überhaupt nicht

Nährstoffmangel

Ein Nährstoffmangel gehört ebenfalls zu den Ursachen für eine Bougainvillea ohne Blüte. Verwenden Sie ausschließlich flüssigen Blüten- oder Blumendünger, am besten auf mineralischer Basis. Organische Dünger haben sich nicht bei der Tropenpflanze bewährt. Gedüngt wird mit diesem wöchentlich nach Angaben des Herstellers vom ersten neuen Blattaustrieb bis zum Einzug ins Winterquartier. Verabreichen Sie den Dünger über das Gießwasser.

Bougainvillea kann unterschiedlich überwintert werden

Versäumter Rückschnitt

Wenn Ihre Drillingsblume nicht blüht, kann das ebenfalls mit einem versäumten Rückschnitt zusammenhängen. Zieht Ihr Exemplar zu groß ins Winterquartier, muss es mehr Nährstoffe aufwenden, um das Pflanzenmaterial zu erhalten. Daher sollten Sie kurz vor dem Einzug ins Winterquartier die Pflanze einkürzen. Dabei werden alle neuen Austriebe aus dem Sommer eingekürzt. Ebenso sollten Sie Vertrocknetes oder zu lange Triebe vor dem Auszug ins Freie nach dem Überwintern entfernen. Weniger Pflanzenmaterial bedeutet mehr Energie für die Blütenbildung.

7 Pflege-Tipps

Wenn Sie Ihre Wunderblume nicht nur einfach erblühen, sondern mit zahlreichen Blüten erstrahlen lassen wollen, können Sie noch weitere Pflege-Tipps anwenden. Diese sorgen dafür, dass die Bougainvillée noch reicher blüht und selbst in jungen Jahren im Kübel begeistert. Mit den folgenden Tipps wird dies ermöglicht:

1. Verwelkte Blüten entfernen

Entfernen Sie nach der Blüte unbedingt die verwelkten Blütenstände. An sich fallen diese von alleine ab, doch kann es vorkommen, dass einige von den Blüten an der Pflanze bleiben. Diese werden mit einem schnellen Schnitt entfernt. Je früher die verwelkten Blüten entfernt wurden, desto schneller kann die Pflanze neue ausbilden und so mehrmals über den Sommer bis in den Herbst hinein blühen.

2. Triebe kürzen

Ebenfalls kann es helfen, die Triebe der Bougainvillée nach dem Entfernen der verwelkten Blüten zu kürzen. Die Knospen bilden sich immer direkt an den frischen Triebspitzen und können um die Hälfte eingekürzt werden. Das fördert die Verzweigung und Ausbildung neuer Triebe, die wiederum eine ganze Fülle an Blüten tragen können. Gehen Sie dabei aber vorsichtig vor.

3. Umtopfen

Nachdem Sie ihre Bougainvillea nach dem Kauf umgetopft haben, müssen Sie noch etwas bis zur ersten Ausbildung der malerischen Blüten abwarten. Die Wunderblume muss sich noch erst an den neuen Standort, das Substrat und den Topf gewöhnen und steckt dabei die gesamte Kraft in die Ausbildung von Wurzeln und Trieben, bis die Blütenknospen dran sind. Daher sollten Sie während dieser Zeit nicht versuchen, etwas an der Pflege zu ändern, was fatal enden könnte.

4. Blüte beschleunigen

Falls Sie die Blütenbildung nach dem Umtopfen beschleunigen wollen, sollten Sie einen Topf wählen, der nur minimal größer ist. Dadurch durchwurzelt die Drillingsblume innerhalb kürzerer Zeit das Substrat, was die Ausbildung von Blüten schneller macht. Die Größe des Topfes sollte 1,5 im Verhältnis zum Wurzelballen sein.

Bougainvillea mit roten Blüten

5. Nicht auspflanzen

Niemals sollten Sie darüber nachdenken, Ihre Bougainvillea ins Beet zu pflanzen. Zwar würde sie über den Sommer gut im Freien zurechtkommen, jedoch würde sie das häufige Auspflanzen und Eintopfen nicht vertragen. Drillingsblumen sind in Mitteleuropa ausschließlich für die Kübelhaltung geeignet. Selbst in den deutschen Weinbauregionen ist das Auspflanzen im Freien nicht zu empfehlen.

Falls Sie außerhalb von Deutschland wohnen und sich entweder über ein mediterranes oder subtropisches Klima freuen können, ist das Auspflanzen kein Problem.

6. Gießtrick

Mit einem kleinen Trick können Sie eine gut gepflegte Bougainvillea schneller zum Blühen bringen. Lassen Sie die oberste Erdschicht des Substrats komplett trocknen, aber nicht den Wurzelballen. Nun gießen Sie wie gewohnt, was die Bougainvillée dazu anreizt, neue Knospen auszubilden. Diesen Trick sollten Sie aber nicht zu häufig und nur bei etablierten Exemplaren anwenden, damit sie nicht vertrocknet.

7. Substrat überprüfen

Vergessen Sie nicht, jährlich das Substrat auf die Wurzeln zu überprüfen. Ist dieses stark durchwurzelt, unbedingt umtopfen. Das erhält die Blühfreudigkeit.

Tipp: Wundern Sie sich nicht über das späte Erscheinen der Blüten in Deutschland. Da wie oben beschrieben hohe Lichtmengen für die Blütenbildung benötigt werden, beginnen die Pflanzen meist erst ab Ende Juli zu blühen.

Bougainvillea sollte regelmäßig geschnitten werden