Braune Flecken im Rasen: So werden Sie die braunen Stellen los

Braune Flecken im Rasen sind unansehnlich und können vielseitige Ursachen haben. Neben Trockenheit kommen auch mangelnde Pflege, Staunässe und Schädlinge als Gründe für die Verfärbungen infrage. Bevor Sie die braunen Stellen loswerden können, müssen daher die Standortbedingungen und die Kultur überprüft werden. Erst dann können die passenden Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Ist der Auslöser gefunden, ist die Rettung des Rasens meist sehr einfach. Wir verraten, worauf es dabei ankommt.

Ursachen und Maßnahmen

Trockenheit

Trockenheit und Verbrennungen sind zwei der häufigsten Gründe für braune Stellen auf dem Rasen. In besonders niederschlagsarmen Zeiten und bei starker Sonneneinstrahlung sind die Verfärbungen oftmals nicht nur als einzelne Flecken vorhanden. Stattdessen kann der gesamte Rasen verdorren und braun werden.

Rasen wässern

Das Austrocknen und Verbrennen beschleunigt sich, wenn Sie in der heißen Mittagssonne zum Rasenmäher greifen. Denn dann verlieren die Halme vermehrt an Feuchtigkeit und die Schnittstellen sind anfälliger für Verbrennungen. Das Rasenmähen sollte daher an bedeckten Tagen oder in den Abendstunden durchgeführt werden.
Zusätzlich ist eine regelmäßige Wässerung wichtig. Ideal ist das Rasensprengen ebenfalls am Abend, in der Nacht oder in den frühen Morgenstunden. Das hat gleich drei Gründe:

1. Wenn die Temperaturen abends oder in der Nacht sinken, verdunstet weniger Wasser. Dadurch kann sparsamer gegossen werden und das Wasser hat länger Zeit, um von dem Erdboden aufgenommen zu werden.

2. Wenn tagsüber gegossen wird, können Wassertropfen auf den Halmen als eine Art Lupe fungieren und die Sonnenstrahlen bündeln. Dadurch kann es zu punktförmigen Verbrennungen auf den Gräsern kommen. Beim abendlichen oder nächtlichen Sprengen besteht dieses Risiko nicht.

3. Abgestimmtes Wässern wird möglich. Nach sehr heißen Tagen sind größere Wassermengen von Nöten, um den Feuchtigkeitsverlust auszugleichen. Nach bedeckten Tagen reicht hingegen sparsamen Sprengen oder Sie können es aussetzen.

Aber Vorsicht, das abendliche Sprengen sollte nur dann erfolgen, wenn die Wiese tagsüber wieder gut abtrocknen kann. Anderenfalls könnte die anhaltende Feuchtigkeit für die Ausbreitung von Pilzsporen sorgen.

Staunässe und Pilzbefall

Anhaltende Nässe und Feuchtigkeit, beispielsweise durch zu starkes Wässern, Moos, aufliegendes Laub oder zu dichtes Gras kann die Wurzeln schädigen und stellt einen idealen Nährboden für Pilzinfektionen dar. Beides kann zu braunen Verfärbungen führen.
Handelt es sich zunächst nur um übermäßige Feuchtigkeit beziehungsweise Staunässe, sind die Gegenmaßnahmen vergleichsweise einfach. Sie umfassen:

Vertikutieren

Das Vertikutieren hat gleich mehrere Vorteile. Zum einen lockert es den Boden auf und entfernt Moos. Dadurch kann Wasser besser in den Boden eindringen. Zum anderen wird das Gras besser belüftet, sodass sich keine Feuchtigkeit stauen kann. Durch das Vertikutieren wird also zugleich die Versorgung verbessert und das Risiko für Pilzinfektionen gesenkt.

Rasenmähen

Lange Halme neigen dazu, Feuchtigkeit stärker zu stauen und die Verdunstung zu reduzieren. Regelmäßiges Rasenmähen verbessert hingegen wiederum die Belüftung.

Rasen mähen

Angepasstes Wässern

Es ist wichtig den Rasen zu wässern, allerdings nur in Trockenphasen beziehungsweise während des Sommers. Auch dann sollte das Sprengen möglichst angepasst erfolgen, sodass das Gras nicht überschwemmt.

Das Grün freihalten

Laub aber auch auf dem Rasen liegender Reisig kann helle, gelbe bis braune Flecken hervorrufen und stellt zudem ein Risiko für gestaute Feuchtigkeit und damit für einen Pilzbefall dar. Das Grün sollte daher freigehalten werden.

Diese Maßnahmen sind auch sinnvoll, um einem Pilzbefall vorzubeugen. Liegt ein solcher bereits vor – wie beispielsweise die sogenannte Rotspitzigkeit, bei der sich das Gras gelb bis braun verfärbt – sterben die Halme davon nicht sofort ab. Um die Flecken loswerden zu können, muss jedoch die Ursache beseitigt werden. Ein anderweitig gesunder Rasen kann sich dann von dem Befall erholen. Das Regulieren der Feuchtigkeit ist dafür entscheidend. Zudem sollte das Gras durch einen Rasendünger gestärkt werden.

Braune Stellen durch Nährstoffmangel

Gras kann sich in der Regel gut selbst mit Nährstoffen versorgen. Abhängig vom Boden kann es aber auch mit Nährstoffen unterversorgt sein. Farbliche Veränderungen sind dann nicht ungewöhnlich. Zum einen durch den Nährstoffmangel selbst. Zum anderen durch die verringerten Abwehrkräfte, die daraus entstehen.

Fällt das Wachstum generell eher schwach aus, ist eine Mangelversorgung wahrscheinlich und eine Düngung angeraten. Am einfachsten ist es, hierfür einen speziellen Rasendünger zu verwenden. Langzeitdünger bereitet den geringsten Aufwand, da er nur selten ausgebracht werden muss. Für eine möglichst gleichmäßige Verteilung können Sie ein Streugerät verwenden.

Rasen düngen mit einem Streugerät
Ein Streugerät hilft beim gleichmäßigen Düngen.

Falsches Düngen

Ebenso wie ein Mangel an Nährstoffen für braune Stellen auf dem Rasen sorgen kann, können sich die Verfärbungen auch durch falsches Düngen entwickeln. Möglich ist das beispielsweise durch:

  • zu wenig oder zu viel Stickstoff
  • generelle Überdüngung
  • unregelmäßiger Auftrag des Düngemittels
  • Dünger zieht nicht ausreichend in den Boden ein

Das Gras benötigt Kalium, Phosphor und Stickstoff in der richtigen Zusammensetzung. Ein Rasendünger bietet diese Mineralien – jedoch nicht immer in der richtigen Menge. Grassorte, Beanspruchung und der Nährstoffgehalt der Erde spielen hierbei entscheidende Rollen. Wenn der Rasen also trotz einer vermeintlich richtigen Düngung braune Flecken aufweist, kann eine Analyse des Bodens sinnvoll sein. Basierend darauf können Sie das Ausbringen der Nährstoffe anpassen .

Zudem ist zu beachten, dass der Dünger gleichmäßig auszubringen ist. Sammelt sich auf einer Stelle eine große Nährstoffmenge, ist hier eine Überdüngung gegeben. Rund um diese hohen Konzentrationen kann sich hingegen eine Unterversorgung einstellen. Bei Überdüngung finden sich bräunliche Verfärbungen, bei Unterversorgung wird das Gras hingegen heller. Der bereits erwähnte Streuwagen ist daher eine gute Investition. Bei diesem ist wiederum auf die richtige Einstellung zu achten.

Nicht zuletzt kommt es auch darauf an, dass der Dünger gut in den Boden einziehen kann. Liegt der trockene Dünger auf dem Gras, kann es zu chemischen Verbrennungen kommen. Die Düngung sollte daher möglichst kurz vor Regen erfolgen. Alternativ muss der Rasen nach dem Düngen gesprengt werden. Das gilt allerdings nur für mineralische Dünger. Bei organischen Mitteln, wie beispielsweise sehr kurzem Rasenschnitt, der auf dem Gras verbleibt, ist das Wässern nicht erforderlich.

frisches Rasenstück

Tipp: Eisendünger als Moosvernichter kann vorübergehend bräunliche, rötliche oder schwarze Flecken erzeugen. Hierbei handelt es sich nicht um eine Schädigung, sondern lediglich um oxidiertes Eisen. Durch gründliches Wässern verschwindet der Effekt innerhalb von ein paar Tagen.

Schädlinge

Eine weitere Möglichkeit für braune Flecken auf dem Rasen sind Schädlinge. Sowohl die Larven der Wiesenschnacke als auch der Grasmücke finden sich kurz unterhalb der Grasnarbe und ernähren sich von den Wurzeln des Grases. Die Braunverfärbung entsteht also dadurch, dass das Gras an den betroffenen Stellen abstirbt.

Für das Loswerden bieten sich in beiden Fällen keine Insektizide an, da diese für die Verwendung im privaten Bereich nicht zugelassen sind. Es gibt aber andere Methoden und Möglichkeiten, um die Schädlinge zu bekämpfen. Dazu gehören:

Vertikutieren

Das kontrollierte Aufreißen der Grasnarbe macht es für die Larven „ungemütlich“. Ein gut belüfteter Rasen ist zudem für die Eiablage unattraktiver.

Rasen vertikutieren und regelmäßig kalken

Nematoden

SC-Nematoden sind Fadenwürmer, die im Fachhandel erhältlich sind. Sie verteilen sich nach dem Ansetzen auf dem Rasen und arbeiten sich zunächst in die Erde ein. Im Anschluss befallen sie die Larven der Wiesenschnake und infizieren sie mit einem Bakterium. Die Larven verenden.

Kalkstickstoff

Am Anfang des Frühjahrs ausgebrachter Kalkstickstoff bekämpft die Larven der Wiesenschnake. Zudem wirkt das Mittel als Dünger.

Larven anlocken und absammeln

Zehn Teile angefeuchtete Weizenkeime und ein Teil Zucker werden miteinander vermischt und in einer flachen Schale oder auf einem Teller auf den Rasen gestellt. Die Mischung dient als Köder für die Larven. Mit Einsetzen der Dämmerung sammeln sie sich darauf und können dann eingesammelt und vernichtet werden.

Grasnarbe abtragen

Bei einem sehr starken Schädlingsbefall und vor allem bei den Larven der Grasmücke kann es notwendig werden, die gesamte Grasnarbe samt der obersten Erdschicht abzuheben und zu entsorgen oder zu vernichten. Auf dem Kompost sollten Gras, Erde und Wurzeln jedoch nicht landen, da sich die Schädlinge von hier aus nur wieder auf dem neu ausgesäten Rasen ausbreiten würden.

Rasen neu anlegen oder erneuern

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