Brinellhärte: Das härteste Holz in Deutschland | Holzhärte-Liste

Die Brinellhärte gibt die durchschnittliche Härte beziehungsweise Druckfestigkeit von Holzarten an. Der Wert wird in Newton pro Quadratmillimeter – also N/mm² – angegeben. Dieser Wert ist unter anderem wichtig, um die Härte und damit die Holzart passend zur angedachten Verwendung auszuwählen und entsprechend planen zu können. Die Belastbarkeit, beispielsweise von Fußböden oder Möbeln, ist direkt davon abhängig. Vor allem aber nicht nur bei größeren Bauvorhaben, sollte der Brinellwert daher berücksichtigt werden.

Brinell und Belastbarkeit

Die Brinellhärte wird in Newton pro Quadratmillimeter angegeben und oftmals noch mit dem Kürzel HB oder HBW (Härte Brinell) versehen. Sie gibt an, wie hoch die Druckfestigkeit ausfällt und damit, ab wann ein Holz durch Druck und Gewicht Schaden nimmt.
Liegt die Härte beispielsweise bei 22 N/mm² wie bei europäischer Birke, kann ein Quadratmillimeter mit 2,2 Kilogramm belastet werden, ohne beschädigt zu werden. Das klingt zunächst nicht nach viel, in gebräuchlicheren Dimensionen wird die Trag- und Widerstandskraft aber deutlicher:

Holz als Brennholz aufgeschichtet

22 N/mm² sind auf Dezimeter umgerechnet bereits 22 Tonnen, die auf einer Fläche von 10 mal 10 Zentimetern getragen werden können – das entsprechende Holz ist also vergleichsweise hart.

Härteprüfung – Formel und Kennzeichnung

Die Holzhärte nach Brinell wird mit einem entsprechenden Messgerät und -verfahren ermittelt. Dabei wird ein genormter Festkörper – eine Hartmetallkugel – mit der Kraft F in das Holz gedrückt. Zur Berechnung wird der Durchmesser dieser Metallkugel und der Durchmesser des erzeugten Eindrucks im Holz verwendet.

Das Verfahren nach Johan August Brinell existierte bereits im 19. Jahrhundert. Der schwedische Ingenieur stellte es im Jahr 1900 auf der Pariser Weltausstellung vor. Verfahren und Angabe der Werte haben sich seither nicht geändert. Die Formel lautet noch immer:

Formel zur Berechnung von Brinellhärte

Das folgende Rechenbeispiel zeigt, wie mithilfe dieser Formel die Härte ermittelt werden kann:

Berechnungsbeispiel für die Brinellhärte

Die Einwirkzeit des Festkörpers in Kombination mit der Kraft beträgt im Normalfall 10 bis 15 Sekunden. Nur wenn es bei der Dauer Abweichungen gibt, wird die Dauer als letzte Angabe an den Härtegrad angeschlossen. In der Formel kommt die Dauer jedoch nicht vor. Bei einer ausführlichen und normgerechten Kennzeichnung könnte das wie folgt aussehen:

44,9 HBW 2,5/31,25/20

  • 44,9 HBW – gibt die Brinellhärte an.
  • 2,5 – entspricht dem Kugeldurchmesser, also dem Durchmesser des Festkörpers, der zur Prüfung eingesetzt wird.
  • 31,25 – Prüfkraft in kp (Kilopond)
  • 20 – abweichende Prüf- beziehungsweise Einwirkdauer in der Länge von 20 Sekunden.

Wird die Dauer nicht angegeben, würde die Bezeichnung sich also auf Brinellhärte, Kugeldurchmesser und Prüfkraft beschränken und damit in diesem Beispiel wie folgt aussehen:

44.9 HBW 2.5/31.25

Holzhärte deutscher Arten

Wie hart sind die Holzsorten?

Für die Verwendung von Holz ist es wichtig zu wissen, wie hart die jeweiligen Sorten sind. Wer zudem nachhaltige und regionale Forstwirtschaft unterstützen möchte, wird sich vor allem auf in Deutschland kultivierte Holzsorten konzentrieren. Aus diesem Grund haben wir gängige Arten samt der zugehörigen Härtegrade zusammengestellt:

Die 3 härtesten Holzsorten Deutschlands

Eibe

HBW: 50 N/mm² – Dieses besonders harte Holz kommt im Handel nur noch in kleinen Mengen vor. Anfangs ist es gelblichweiß, später rotbraun. Aufgrund seiner Eigenschaften und der eher unauffälligen Maserung wird es besonders gerne für Musikinstrumente, Bildhauerarbeiten und Schnitzereien verwendet.

Robinie

HBW: 46 N/mm² – Der aus Amerika stammende Baum wird seit mehreren Jahrhunderten auch in Europa angepflanzt und dient unter anderem der Bodenverbesserung. Das schwere und widerstandsfähige Holz ist hart und weist im getrockneten Zustand eine goldbraune Färbung auf. Es ist sehr vielseitig einsetzbar. Zur Verwendung gehören Parkett, Treppen, Gartenmöbel, Kleinmöbel aber auch Tore und Zäune.

Esche

HBW: 38 N/mm² – Eschenholz ist weißlich, goldgelb oder rötlich bis schokoladenbraun und ausgesprochen vielseitig einsetzbar. Böden und Möbel können ebenso wie Vertäfelungen von Decken und Wänden daraus gefertigt werden.

Robinia pseudoacacia, Robinie
Robinia pseudoacacia, Robinie

Weitere Holzarten und ihre Härte

  • Buche: 34 N/mm²
  • Douglasie: 18 N/mm²
  • Erle: 12 N/mm²
  • Espe: 21 N/mm²
  • Europäische Eiche: 34 N/mm²
  • Europäische Lärche: 19 N/mm²
  • Fichte: 12 N/mm²
  • Kiefer: 19 N/mm²
  • Kirsche: 29 N/mm²
  • Linde: 16 N/mm²
  • Nussbaum: 32 N/mm²
  • Pappel: 20 N/mm²
  • Riesen-Lebensbaum 35 N/mm²
  • Tanne: 20 N/mm²
  • Walnuss: 26 N/mm²
  • Weißbuche: 36 N/mm²

Neben der expliziten Zahl kann auch die Wachstumsgeschwindigkeit mit einbezogen werden. Schnellwachsende Hölzer sind in der Regel deutlich weicher – haben also einen geringen Härtewert. Dazu zählen vor allem Nadelhölzer. Wachsen die Bäume hingegen langsam, ist das Holz meist härter.

Hierdurch entstehen aber auch höhere Kosten und das Holz lässt sich schwerer bearbeiten. Auch aus diesen Gründen ist es ratsam, nicht die härtesten Holzarten zu wählen – sondern eine angepasste Entscheidung zu treffen oder gegebenenfalls sogar eine eigene Härteprüfung durchzuführen.

Pinus parviflora, Mädchenkiefer
Pinus parviflora, Mädchenkiefer

Der Extra-Tipp mal anders:

Eine umfassende und fachkundige Beratung zum Härtegrad von Hölzern ist immer dann sinnvoll, wenn größere Projekte durchgeführt werden sollen. Böden aber auch Möbel oder besonders belastete Bereiche und Objekte müssen immerhin viel aushalten – nicht immer ist aber das härteste Holz von Nöten. Eine fachkundige und abgestimmte Entscheidung kann sowohl Kosten als auch Aufwand sparen.

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