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Brombeeren radikal zurückschneiden: so geht’s

Brombeeren radikal zurückschneiden

Brombeeren gehören zu den ältesten Obstsorten in Mitteleuropa. An einem sonnigen Standort ist die Ernte großer Beeren reichhaltig. Damit das so bleibt, sollten Sie alle abgetragenen Ruten der Brombeeren radikal zurückschneiden. So gehen Sie dabei vor.

Auf den Punkt gebracht

  • Brombeeren wachsen schnell und stark
  • Radikalschnitt im Frühjahr
  • abgetragene Ruten bieten Schutz im Winter
  • lediglich vier bis sieben neue Jungtriebe belassen
  • abgetragene Ruten radikal bodennah zurückschneiden

Radikalschnitt empfohlen

Brombeeren (Rubus sect. Rubus) haben einen sehr starken Wuchs. Sie können eine Wuchshöhe zwischen 50 und 400 cm erreichen. Daher ist regelmäßig ein Zurückschneiden notwendig, um nicht in kürzester Zeit eine undurchdringliche Hecke zu erhalten. Das Gehölz kann dabei radikal geschnitten werden. Es treibt dann auch sehr schnell wieder aus den basalen Knospen und ebenso aus der Wurzel wieder aus. Ein Radikalschnitt der Brombeeren hat folgende Vorteile:

  • Brombeerstrauch behält seine Form
  • dient der Gesunderhaltung
  • keine Einwurzelung langer Triebe
  • rechtzeitige Entfernung krankheitsanfälliger Triebe möglich
  • sorgt für gute Ernte und große Beeren
Brombeeren pflanzen

Tipp: Da Brombeeren stark zum Wuchern neigen, sollte beim Pflanzen eine Rhizomsperre eingebaut werden. Dazu eignet sich Teichfolie in einer Tiefe von 30 cm, da Brombeeren verhältnismäßig flach wurzeln.

Bester Zeitpunkt

Bei Brombeeren ist es notwendig, alle abgetragenen alten Triebe radikal zu entfernen. In milden Regionen kann das bereits nach der Ernte im September/Oktober erfolgen. Besser ist es allerdings, wenn diese Ruten noch über Winter am Gehölz verbleiben. Sie bieten so den Jungtrieben ausreichend Schutz vor Kälte, Frost und Wintersonne. Ein Zurückschneiden und zwar radikal ist dann jedoch im zeitigen Frühjahr, spätestens bis März, erforderlich.

Alte Ruten erkennen

Abgetragene, alte Ruten können im Frühjahr verhältnismäßig gut von tragfähigen Jungtrieben unterschieden werden. Alte Triebe, die älter als ein Jahr sind, werden keine Früchte mehr tragen. Sie sind größtenteils stark verholzt und braun gefärbt. Junge Triebe hingegen sind

  • schön hellgrün
  • sehr glatt und
  • kaum verholzt.
Alter Brombeerstrauch
Alter Brombeerstrauch

Hinweis: Eine Brombeere bildet nur am einjährigen Holz, also Trieben, die im Vorjahr gewachsen sind, ihre Früchte aus.

Radikalschnitt: Anleitung

Bei einem solchen Rückschnitt im Frühjahr ist einiges zu beachten, damit auch im selben Jahr noch eine gute Ernte erfolgen kann. Wichtig zuerst einmal das richtige Werkzeug:

  • scharfe Rosenschere
  • vor und nach Gebrauch mit Alkohol desinfizieren
  • Handschuhe zum eigenen Schutz

Nach einer Vorbereitung kann dann das radikale Zurückschneiden der Brombeeren erfolgen. Vorgegangen wird dabei wie folgt:

  • alte und neue einjährige Triebe trennen
  • abgetragene Alttriebe radikal bodennah entfernen
  • vier bis sieben kräftige Neutriebe auswählen
  • normal für reichhaltige Ernte vier Triebe ausreichend
  • restliche Triebe ebenfalls bodennah entfernen
  • verbliebene Triebe am Spalier oder Drahtgerüst nach oben aufbinden
  • vorhandene Seitentriebe an Jungruten auf zwei bis drei Augen einkürzen
  • alle zu dicht stehenden, erfrorenen, abgestorbenen und kranken Ruten an Basis entfernen

An den neuen Trieben wird an den verbleibenden Knospen im nachfolgendem Frühjahr das Fruchtholz gebildet. Erst erscheinen die Blüten und im August bis September dann die Beeren. Der anfallende Pflanzenschnitt kann einfach geschreddert und anschließend auf dem Kompost entsorgt werden. Ausgenommen sind natürlich kranke Triebe. Diese kommen in den Restmüll.

Große Brombeeren

Tipp: Je weniger Fruchttriebe am Gehölz verbleiben, desto besser der Fruchtansatz und Qualität der Beeren. Bei vielen Seitentrieben werden nur kleine Beeren gebildet.

Radikalschnitt beim Umpflanzen

Auch bei einem erneuten Umpflanzen des Gehölzes ist ein extremer Schnitt notwendig, besonders wenn nur Wurzelteile verpflanzt werden. Dieses radikale Zurückschneiden der Brombeeren bewirkt, dass die Wurzel die Pflanze noch vollständig erhalten kann. Erfolgt kein Rückschnitt, würde der Wurzelstock nicht mehr in der Lage sein, die am Gehölz verbliebenen und ungekürzten Triebe ausreichend mit Wasser und Nährstoffen zu versorgen. Das Umpflanzen und ebenso der radikale Rückschnitt sollte vor April erfolgen. Die Brombeere ist dann noch in der Lage gut auszutreiben und ausreichend Früchte anzusetzen. So kann noch im gleichen Jahr eine reiche Ernte erfolgen.

Häufig gestellte Fragen

Welche Ansprüche stellen Brombeeren an Standort und Boden?

In der freien Natur wachsen sie als Hecken auf sonnigen Waldlichtungen und Ruderalflächen. Auch im Garten bevorzugen sie einen sonnigen Standort. Hier setzen sie viele Blüten an und durch den intensiven Besuch von Insekten ist eine hohe Befruchtung gewährleistet. Der Boden sollte gut durchlässig, humusreich, nicht zu leicht und kalkhaltig sein. Optimal ist ein pH-Wert zwischen 5,5 und 6,5.

Wie sollten Brombeerbüsche gegossen und gedüngt werden?

Im Frühjahr, genauer im März ist eine Nährstoffgabe zu verabreichen. Dazu werden zwei Liter reifer Kompost auf einen Quadratmeter ausgebracht. Bei ärmeren Böden ist eine Zumischung von organischem Beerendünger erforderlich. Diese eine Düngung ist vollkommen ausreichend. Ab Juli ist das Düngen einzustellen. Trockenheit vertragen Brombeeren nicht gut. Der Boden darf niemals vollkommen austrocknen. Nur so können große Beeren geerntet werden. Weiterhin ist ein Mulchen des Bodens ratsam.

Was ist beim Pflanzen von Brombeerbüschen zu beachten?

Allerdings ist das Frühjahr ab Mai optimal. Die Pflanzung erfolgt an Spalieren oder Spanndrähten. Sie werden dabei mindestens drei Fingerbreit tiefer als im Container gesetzt. Dadurch wird die Bildung neuer Ruten gefördert. Alle bereits vorhandenen Ruten werden nach dem Pflanzen bis auf 30 cm eingekürzt. Anschließend erfolgt eine gründliche Wassergabe und eine leichte Mulchschicht wie angetrockneter Rasenschnitt wird aufgebracht.

Mirko ist zwar studierter Anglist, beherrscht aber auch die Sprache der Pflanzen perfekt. Er wuchs quasi im Schrebergarten seiner Großeltern auf und verbringt den Großteil seiner Freizeit in der Natur, wenn er nicht gerade schreibt.

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