Brunnen bohren

Ein Brunnen im Garten ist der Wunsch vieler Grundstücksbesitzer. Das große Interesse an einem eigenen Brunnen ist meist finanzieller Natur, kein Wunder bei den steigenden Preisen für Trinkwasser und Abwasser. Einige behördliche Auflagen sind jedoch beim Brunnenbau zu beachten.

Brunnenbau im Garten

Wer auf dem eigenen Grundstück einen Brunnen bohren möchte, muss zunächst prüfen, ob Grundwasser in erreichbarer Tiefe vorhanden ist. Des Weiteren sind einige Genehmigungen notwendig. Auch wenn das Grundwasser unter dem Grundstück zum Eigentum des Grundstücksinhabers zählt, ist der Brunnenbau ohne behördliche Genehmigung nicht erlaubt. Grund dafür ist, dass bei einer Verschmutzung des Grundwassers eine Gefahr für die Allgemeinheit entsteht.

Genehmigungen

Für die Genehmigung der Installation eines Hausbrunnens ist die Untere Wasserbehörde zuständig. In den meisten Bundesländern ist diese Behörde bei der Landkreisverwaltung zu finden. Keine Angst, das Genehmigungsverfahren ist nicht sehr kompliziert. Sie sollten folgende Schritte beachten:

  • Fragen Sie bei Ihrem Wasserversorger nach der Tiefe des Grundwasserspiegels nach. Bei durchschnittlich großen Eigenheimgrundstücken gilt eine Tiefe des Grundwasserspiegels von 6 Metern als Richtgröße. Bei größeren Grundstücken amortisiert sich ein eigener Brunnen auch bei einem tiefer gelegenen Grundwasserspiegel.
  • Prüfen Sie beim Katasteramt, ob fremde Wasserrechte betroffen sind.
  • Zeigen Sie den Brunnenbau bei der Unteren Wasserbehörde Ihres Landkreises an.
  • Lassen Sie prüfen, ob sich Ihr Grundstück innerhalb einer Wasserschutzzone befindet. In diesem Fall ist die Beantragung umfangreicher. Sie benötigen für das Brunnen Bohren eine ausdrückliche Genehmigung der Wasserbehörde.

Genehmigung einholen

Gebühren

Das Genehmigungsverfahren ist in den meisten Fällen kostenfrei, die Gebührensätze werden von den Bundesländern und Kommunen geregelt. Wenn sich Ihr Grundstück jedoch in einem Wasserschutz- oder Überschwemmungsgebiet befindet, können die Genehmigungen sehr kostenintensiv werden. Lassen Sie sich von den Behörden beraten.

Brunnen im Wasserschutzgebiet

Wenn sich Ihr Grundstück in einem Wasserschutzgebiet befindet, ist das Brunnen Bohren nicht automatisch ausgeschlossen. Eine formlose Anzeige des Brunnenbaus bei der unteren Wasserbehörde reicht in diesem Fall nicht aus und das Genehmigungsverfahren ist allerdings recht aufwändig. Wenn Sie dies nicht beachten, drohen empfindliche Strafen und Bußgelder in Höhe von bis zu 50.000 EUR.
Wenn sich Ihr Grundstück im Wasserschutzgebiet befindet, benötigen Sie folgende Unterlagen:

  • Antrag auf den Bau eines Brunnens
  • Genaue Angaben zum Grundstück (Adresse, Gemarkung, Eigentumsverhältnisse)
  • Bestätigung zu eventuellen Altlasten
  • Ihre Planungsunterlagen zum Brunnenbau mit Angabe der Entnahmestelle und der geplanten Entnahmemenge
  • Die verschiedenen Brunnenarten

Rammbrunnen sind die meistgenutzten Brunnen im eigenen Garten. Sie lassen sich mit etwas handwerklicher Begabung und Muskelkraft selbst installieren.
Schachtbrunnen erfordern einen umfangreicheren Erdaushub als Bohrbrunnen. Während des Aushubs werden Betonringe in die Erde gelassen. Schachtbrunnen werden von Fachfirmen gebaut.

Rammbrunnen selbst bohren

Wenn das Grundwasser nicht mehr als 8 bis 10 Meter unter der Erdoberfläche liegt, entscheiden sich die Grundstückseigentümer meist für den Bau eines Rammbrunnens. Der Rammbrunnen ist im Vergleich zu anderen Brunnenarten preisgünstig, allerdings ist viel Muskelkraft erforderlich. Ein Rammbrunnen ist im Grunde genommen ein Metallrohr mit einem Filter, welches in das Erdreich getrieben wird.

Für den Bau eines Rammbrunnens benötigen Sie:

  • Brunnenbau-Set (dieses Set beinhaltet Schlagkopf, Rohre, Muffen, Rammfilter und eine Anleitung)
  • Erdbohrer mit Handantrieb oder Motorantrieb
  • Kiespumpe (Plunscher)
  • Dreibock
  • Schwengelpumpe
  • Brunnenkopf
  • Spülmuffe
  • Dichtmaterial, z. B. Hanf
  • Rohrzange
  • Vorschlaghammer
  • Drahtbürste
  • Spaten

Wenn alle Materialien vorhanden sind, kann der Bau starten. Wir haben eine Anleitung für Sie zusammengestellt:

1. Vorbohren

Graben Sie zunächst mit einem Spaten ein Loch an der vorgesehenen Stelle. Oft werden Brunnen am Grundstücksrand platziert. Setzen Sie jetzt den Bohrer an und bohren Sie mit dem handbetriebenen Erdbohrer im Uhrzeigersinn. Immer, wenn Sie den Bohrer nach oben bewegen, wird Erdreich an die Oberfläche transportiert. Bohren Sie bis zum Erreichen der wasserführenden Schicht. Der Bohrer kann dabei durch Rohrstangen verlängert werden. Bohren Sie einzelne Abschnitte von jeweils zwei bis drei Metern. Danach muss der Bohrer herausgezogen und gereinigt werden.

Erdbohrer

Hinweis: Schlagen Sie auf keinen Fall mit dem Vorschlaghammer auf den Erdbohrer. Sollten Sie auf Steine oder andere Hindernisse treffen, ist es ratsam, in einigem Abstand ein weiteres Loch zu bohren.

2. Verrohren des Bohrloches

Wenn Sie das Grundwasser erreicht haben, haben Sie den anstrengendsten Teil bereits geschafft. Der untere Teil des Bohrloches fällt immer wieder in sich zusammen. Aus diesem Grund muss das Bohrloch nun verrohrt werden. Verbinden Sie dafür nun die Rohre. Die Gewinde müssen sorgfältig abgedichtet werden. Verwenden Sie dazu Fermit als Dichtungsmittel und Hanf. Der Hanf darf beim Zusammenschrauben nicht heraus gedrückt werden. Schrauben Sie den Schlagkopf auf. Bringen Sie dann das Brunnengestänge in das Erdloch. Schlagen Sie den Rammfilter ungefähr 2 Meter in die Wasserschicht ein. Setzen Sie die Spülmuffe ein und spülen Sie dann das Rohr mit Wasser. Installieren Sie den Brunnenkopf erst, wenn Sie geprüft haben, ob das Wasser durch den Filter abläuft. Sie arbeiten mit der Kiespumpe weiter.

3. Plunschen

Zu Beginn ist der Wasserstand im Bohrloch noch gering. Fluten Sie das Loch mit Wasser aus dem Gartenschlauch. Jetzt kommt die Kiespumpe zum Einsatz. Sie stellen den Dreibock über dem Bohrloch auf und lassen die Kiespumpe hinab. Führen Sie dann die Kiespumpe immer wieder nach unten und ziehen Sie sie wieder hoch. So füllt sich die Pumpe mit dem Erdreich. Dieser Vorgang wird als Plunschen bezeichnet. Wenn die Kiespumpe voll ist, wird sie hochgezogen und ausgeleert. Dieser Vorgang wird so oft wiederholt, bis das Wasser etwa zwei Meter hoch steht.

4. Schwengelpumpe montieren

Nun können Sie die Schwengelpumpe anbauen. Dafür benötigen Sie zusätzlich ein Fundament. Möglich ist auch die Verwendung einer elektrisch betriebenen Pumpe. Verschließen Sie das Bohrloch mit Quellton.

Hinweis: Ob Kunststoff- oder verzinkte Rohre geeigneter sind, entscheidet der pH-Wert des Wassers. Als Richtlinie gilt, Kunststoffrohre bei einem pH-Wert unter 7, verzinkte Rohre bei einem pH-Wert über 7 zu verwenden. Verzinkte Rohre sind preiswerter als Kunststoffrohre.

5. Inbetriebnahme der Pumpe

Jetzt heißt es: „Wasser marsch“, allerdings ganz langsam!
Pumpen Sie das erste Wasser. Jeweils nach 100 Litern sollten Sie eine Pause einlegen. Das langsame Pumpen verhindert, dass sich der Filter zusetzt. Wenn Sie eine elektrische Pumpe haben, schalten Sie diese kurz an und wieder aus, um das Verstopfen zu verhindern.

Gartenpumpe montieren

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