Brunnen bohren - Titel

Neben der Regenwassernutzung ist der eigene Brunnen eine gute Möglichkeit, Trinkwasser zu sparen und den eigenen Garten zu versorgen. Aber bis in welche Tiefe muss man eigentlich bohren?

Auf den Punkt gebracht

  • die nötige Bohrtiefe hängt vom Grundwasserniveau ab
  • der Grundwasserpegel variiert von Untergrund zu Untergrund stark
  • jede Bohrung muss vorab beantragt und genehmigt werden

Wie tief ist das Grundwasser?

Die Frage nach der nötigen Tiefe für Ihren Förderbrunnen lässt sich zunächst einmal sehr einfach beantworten: Sie müssen so tief bohren, dass Sie das Grundwasser erreichen.
Nun, ganz so einfach ist es aber doch nicht. Denn wie tief ist das Grundwasser? Und wo erhalte ich diese Informationen?
Wie weit Sie bis zu einer wasserführenden Schicht im Boden vordringen müssen, hängt von unterschiedlichsten Faktoren ab:

Brunnen
  • Nähe offener Gewässer, wie Flüsse oder Seen (je näher, desto eher geringe Bohrtiefe)
  • geologische Gegebenheiten (z.B. stark sickerfähiger Untergrund – tieferer Grundwasserstand)
  • topographische Beschaffenheit der Bohrstelle (Hang- oder Höhenlagen meist mit großer Bohrtiefe)
  • Wetter (absinkender Grundwasserspiegel in trockenen Jahren)

Am besten informieren Sie sich bei Ihrem zuständigen Amt für Wasserwirtschaft und Bodenschutz. Denn hier werden alle bekannten Informationen zu Grundwasserständen, Bodenbeschaffenheiten und sonstigen relevanten Rahmenbedingungen gesammelt.

Trinkwasser oder Nutzwasser?

Ein weiterer Faktor für die „richtige“ Bohrtiefe Ihres Brunnens ist außerdem die Art und Weise, wie Sie das geförderte Wasser später nutzen wollen. Für die einfache Gartenbewässerung reicht es aus, wenn Sie schlicht und ergreifend überhaupt Grundwasser erreichen. Für eine Verwendung als Trinkwasser sollten Sie aber in größere Tiefen vordringen, da das Oberflächenwasser nach dem Versickern so mehr Zeit hat, durch verschiedene Bodenschichten zu wandern und sich selbst zu reinigen.

Hinweis: Einen Trinkwasser-Brunnen zu bohren ist in Deutschland nur in Ausnahmefällen gestattet. Normalerweise muss Trinkwasser aus dem öffentlichen Versorgungsnetz bezogen werden.

Welche Tiefe ist richtig?

Natürlich wollen Sie auch Zahlen wissen, mit welchen Tiefen und letztlich natürlich auch welchem Aufwand Sie für Ihren Brunnen rechnen müssen. Bei sehr hohen Grundwasserständen, also etwa in Flussnähe, können Sie bereits nach wenigen Metern auf Grundwasser stoßen. Dringen Sie trotzdem mindestens Drei bis vier Meter tief vor, um die selbst bei sehr feuchten Untergründen immer auftretenden oberflächennahen Schwankungen zu umgehen. Bei tiefen Grundwasserständen kann es aber durchaus auch vorkommen, dass Sie weit in den zweitstelligen Meterbereich hinein vordringen müssen. Wichtig ist, dass Sie nicht einfach „drauf los“ bohren, bis Sie auf Wasser stoßen. Holen Sie vom bereits erwähnten zuständigen Amt klare Vorgaben ein, wie tief Ihr Vorstoß erfolgen muss, um eine möglichst dauerhafte Entnahme sicherzustellen.

Hinweis: Erstellen Sie Ihre Bohrungen so, dass über der Entnahmestelle mindestens rund 2 Meter Wassersäule ansteht. Dann unterstützt das Gewicht des Wassers den Ansaugprozess Ihrer Pumpe. Ihre Technik wird es Ihnen auf Dauer danken.

Brunnen

Theorie und Praxis – die Bohrgenehmigung

Nun ist Ihnen bereits zweimal das Amt für Wasserwirtschaft und Bodenschutz als zuständige Behörde begegnet. Neben der Funktion einer Auskunftsstelle hat dieses Amt noch eine andere, weit wichtigere Aufgabe: Es ist die zuständige Stelle, um die für Ihren Brunnen notwendige Genehmigung zu erteilen. Denn in Deutschland brauchen Sie für jede Bohrung in den Untergrund und jede Entnahme von Wasser eine entsprechende Genehmigung.
Üblicherweise müssen Sie Ihrem Antrag folgende Informationen beifügen:

  • Lage der Bohrung
  • Geplante Tiefe (meist in Abstimmung mit dem Amt)
  • Entnahmemenge
  • Verwendungszweck
  • Technische Angaben zu Bohrung und Brunnen

Häufig gestellte Fragen

Warum brauche ich für einen privaten Förderbrunnen eine Genehmigung?

Das Grundwasser genießt als Basis unserer Wasserversorgung einen hohen Schutzstatus. Private Bohrungen werden überhaupt nur dann erlaubt, wenn Ihre Entnahme keine Beeinträchtigung von Boden, Grundwasserpegel oder Wasserqualität befürchten lässt.

Warum darf ich kein Trinkwasser fördern?

Die Trinkwasserförderung über einen eigenen Brunnen wird nur dann erlaubt, wenn die Versorgung aus dem öffentlichen Leitungsnetz ausscheidet. Hintergrund ist der enorme Aufwand, mit dem die für Trinkwasser vorgeschriebene Qualität Ihres Förderwassers kontrolliert und sichergestellt werden muss.

Wie groß ist der Aufwand für einen selbst gebohrten Brunnen?

Alleine für die Bohrung variiert der Aufwand in Abhängigkeit von der nötigen Tiefe stark. Bohren Sie nur in wenige Meter, kann ein einfaches händisches Bohrgerät ausreichen. Über 10 Metern ist meist ein aufwändiges, meist an einen Bagger montiertes Bohrgerät unverzichtbar. Die Kosten richten Sie dann nach den Leihgebühren und möglichen Honoraren für Fachpersonal. Kontaktieren Sie frühzeitig eine qualifizierte Bohrfirma und lassen Sie sich ein Angebot erstellen.