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Buchsbaum durch Stecklinge vermehren: Anleitung

Buchsbaum durch Stecklinge vermehren

Der Buchsbaum (Buxus) kann simpel durch Stecklinge vermehrt vermehrt werden. Wichtige Details und eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für Beet- und Topf-Vermehrung sind hier zu finden.

Auf den Punkt gebracht

  • Vermehrung durch Stecklinge am erfolgversprechendsten
  • richtiger Zeitpunkt ist ausschlaggebend
  • verholzte Triebe verringern Pilzrisiko
  • anschließend Steckling optimal pflegen

Bester Zeitpunkt

Theoretisch ist ein Buchsbaum während der gesamten Gartensaison/Vegetationsperiode durch Stecklinge zu vermehren. Der optimale Zeitpunkt ist allerdings frühestens mit dem Hochsommer gekommen. Im Idealfall wird der Spätsommer Ende August bis Anfang September gewählt. Dann profitieren Hobbygärtner von folgenden Vorteilen:

  • Verholzung neuer Triebe begonnen – reduziert Risiko von Pilzinfektionen
  • ausreichend robuste Triebe, um hohe Belastung von Verwurzelung und Austrieb auszuhalten   
  • im Hoch-/Spätsommer wächst Buchsbaum schneller – besser fürs Anwachsen
  • Beet ausreichend vor erstem Frost schützen

Alternative im Topf

Ist der beste Zeitpunkt zur Stecklingsvermehrung versäumt worden, können Buchsbäume in einen Topf bis Oktober gesetzt werden. Die Vorteile bleiben bestehen, aber im Falle nahendem Frost und zunehmend kälterer Nächte ziehen die Stecklinge in frostfreie Winterquartiere. Das spart ihnen Energie, die sie für das Anwurzeln benötigen.

Geeigneter Buchsbaum

Damit die Stecklinge des Buchsbaums gut anwachsen, vor dem ersten Frost noch Wurzeln bilden und robust durch die Wintermonate kommen, ist eine kräftige, gesunde Mutterpflanze erforderlich. Dies ist zudem Voraussetzung dafür, dass auch die Mutterpflanze den Triebverlust gut übersteht und nicht geschwächt wird.

Buchsbaum (Buxus sempervirens)

Ein geeigneter Buxus erfüllt folgende Kriterien:

  • dichtes Wachstum
  • sattes Blattgrün
  • groß gewachsen
  • mindestens zwei-, besser dreijährig oder älter 
  • schädlingsfrei
  • gesund ohne vorherige oder aktuelle Erkrankungen

Geeigneter Steckling

Der ideale Steckling sieht folgendermaßen aus:

  • gut entwickelt
  • circa zehn Zentimeter lang
  • leichte Braunfärbung der Rinde
  • nicht vollständig verholzt; ansonsten Wurzelbildung erschwert

Anleitung zur Stecklingsvermehrung

Schneiden und vorbereiten

Steckling schneiden
  • Triebe mit mehreren mindestens zweijährigen Seitentrieben (Stecklinge) wählen und abtrennen
  • Seitentriebe am „Triebstamm“ abreißen, damit Astring mit teilungsfähigem Gewebe bestehen bleiben
  • Rindenzunge am Rissling (Steckling) für gerade Schnittstelle und besseres Stecken abschneiden
  • Spitzen der Risslinge um ein Drittel kürzen (verhindert schnelle Austrocknung und begünstigt dichten Kronenwuchs)
  • unteres Drittel von Blättern befreien
  • Rissling zwei bis drei Zentimeter zwischen zwölf und 24 Stunden in Wasserbehältnis stellen
  • vor dem Setzen Schnittstelle in Algenmehl oder speziellem Mineral-Verwurzelungspulver tauchen

Hinweis: Das Eintauchen in Verwurzelungspulver beziehungsweise Algenmehl ist nicht zwingend erforderlich, aber es fördert das Anwachsen deutlich.

Setzen

Im Beet

  • Erde: normale, durchlässige, lockere Gartenerde mit Sand vermischen
  • Stecklinge bis erste Blätter in Erde stecken
  • Pflanzabstand: kleine Sorten bis 15 Zentimeter Höhe sechs bis acht Stecklinge; über 15 Zentimeter Wuchshöhe vier bis sechs Stecklinge
  • Standort: windgeschützt; sonnig bis halbschattig; nicht heiß

 Im Topf

  • Topf mit Wasserabflussloch verwenden
  • Anzuchterde oder nährstoffarmes Substrat einfüllen
  • Steckling bis zu ersten Blättern einstecken
  • für Stabilität: Erde leicht andrücken
  • großzügig angießen
  • Pikieren: sobald erste Triebe/Blätter ersichtlich
  • nach Pikieren in nährstoffhaltiges Substrat pflanzen
Setzlinge im Topf

Tipp: Es empfiehlt sich für das Halten einer kontinuierlichen Feuchtigkeit, über die Töpfe eine lichtdurchlässige, transparente Folie zu spannen. Diese ist jeden zweiten Tag für den Sauerstoffaustausch zu öffnen und nach der Bildung erster Neutriebe/Blätter wieder abzunehmen.

Gießen

Für die Wurzelbildung und Festsetzung ist eine mäßige Bodenfeuchte erforderlich. Ein „Übergießen“ sowie Staunässe sind unbedingt zu vermeiden, weil sie Schimmel provozieren. Der optimale Gieß-Zeitpunkt ist mittels Daumenprobe herauszufinden:

  • Daumen lässt sich leicht mehr als zwei Zentimeter in Erdoberfläche drücken: nicht gießen
  • Daumen lässt sich weniger als zwei Zentimeter in Erdoberfläche drücken: Gießbedarf

Überwintern

Bei der Überwinterung der Buchsbaum-Stecklinge ist zwischen Beet- und Topf-Pflanzung zu unterscheiden.

Im Beet

Sind die Stecklinge im Spätsommer ins Gartenbeet gesetzt worden, sind sie bei zum Frost-/Winterbeginn in der Regel zu lebensfähigen Jungpflanzen herangewachsen. Eine isolierende Schicht auf der Erdoberfläche schützt sie vor eisigen Temperaturen. Dafür eignen sich verschiedene Materialien, wie beispielsweise:

  • Stroh
  • Laub
  • Reisig
  • Tannennadeln
  • Rindenmulch
  • Gartenvlies
Buchsbaum mit Mulchschicht
Rindenmulch ist ein guter Winterschutz für den Buchsbaum.

Im Topf

Durch Topfwände sowie den Boden gelangt die Kälte ungefiltert. Durchfriert das Substrat, können die frisch gewachsenen und noch empfindlichen Wurzeln lebensbedrohliche Schäden erleiden. Aus diesem Grund sind Stecklinge in Töpfen immer in ein frostfreies Winterquartier umzusiedeln. Folgende Voraussetzungen sollte dieses erfüllen:

  • Temperatur: zwischen zwei und fünf Grad Celsius
  • Licht: Halbschatten
  • kein Wind oder Zuglüfte
  • ideale Standort-Beispiele: heller Keller; unbeheizter/s Wintergarten oder Gewächshaus; Garage oder Gartenhaus mit Fenstern 

Pflege im Anschluss

Wenn die Stecklinge gesund über den Winter gekommen sind, erleben sie ihren ersten Frühling als eigenständige, selbst vermehrte Pflanze. Folgendes sollte dabei beachtet werden:

Beet-Stecklinge

  • Erde mit reifem Kompost anreichern
  • regelmäßig gießen, ohne zu überwässern
  • erster Schnitt nicht vor Herbst
  • Gründüngung erst ab zweitem Jahr
Jungen Buchsbaum schneiden
Jungen Buchsbaum sollten Sie nicht gleich schneiden.

Topf-Stecklinge

  • langsam ans Freiland gewöhnen
  • frühestens ab Mitte Mai nach Eisheiligen ins Gartenbeet pflanzen
  • Gartenbeet vorher mit reifem Kompost mischen
  • vor direkter und zu viel Sonnenlicht schützen, sonst Verbrennungsgefahr
  • nicht vor zweitem Jahr nach Anpflanzung düngen
  • gleichmäßige Bodenfeuchte sicherstellen
  • können Winter nun im Gartenbeet verbringen

Häufig gestellte Fragen

Wie schnell wächst ein Steckling zum Buchsbaum heran?

Trifft ein Steckling auf ideale Bedingungen, wächst er in der Regel zwischen zehn und 15 Zentimeter pro Jahr. Große Sorten können auch eine Wuchsgeschwindigkeit bis zu 20 Zentimeter pro Jahr erreichen.

Ist durch Schneiden das Wachstum von Buchsbaum-Stecklingen zu beschleunigen?

Buchsbäume sollten prinzipiell nicht häufiger als einmal in vier Wochen geschnitten werden. Bei Einhaltung dieser „Regel“ ist ein beschleunigtes Wachstum nicht zu erreichen. Allerdings können Stickstoff-Dünger das Wachstum begünstigen. Das sollten Sie aber nicht praktizieren, denn schnelles Wachstum bedeutet für einen Buxus stets auch eine höhere Anfälligkeit für Erkrankungen und Schädlinge. Zudem schwächt es vor allem die Jungpflanzen, die in der Folge im schlimmsten Fall den nächsten Winter nicht schadlos überstehen.

Wann ist der Kälteschutz für Stecklinge im Beet spätestens zu legen?

Kälteschutz sollten Sie spätestens legen, wenn die Wettervorhersage Frost für die nächsten Tage ankündigt. Besser ist es, bereits vorher auf Nummer sicher zu gehen, denn Frost kann auch überraschend auftreten. Bis Mitte Oktober ist ein empfehlenswerter Zeitpunkt.

Mirko ist zwar studierter Anglist, beherrscht aber auch die Sprache der Pflanzen perfekt. Er wuchs quasi im Schrebergarten seiner Großeltern auf und verbringt den Großteil seiner Freizeit in der Natur, wenn er nicht gerade schreibt.

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