Gelbe und braune Blätter am Buchsbaum: Ursachen und Hilfe

Gelbe und braune Blätter am Buchsbaum

Kaum ein Gewächs ist so vielseitig einsetzbar wie der Buchsbaum. Ob als blickdichte Hecke, Einfassung für Beete oder schön geformter Blickfang, Tag für Tag bleibt er unverändert grün. Nur Geduld muss man haben, denn er wächst im Schneckentempo heran. Wenn sich unerwartet gelbe oder braune Blätter am Buchsbaum zeigen, ist das Entsetzen daher umso größer. Ist die ganze jahrelange Mühe umsonst gewesen oder kann die Ursache leicht gefunden und zeitnah behoben werden?

Ursachen

Wenn alle Ursachen aufgelistet werden, die beim Buxus sempervirens, wie der Buchsbaum botanisch heißt, für gelbe oder braune Blätter sorgen können, wird diese Liste wirklich lang. Grob betrachtet können sie in folgende vier Kategorien unterteilt werden:

  • schlechte Standortbedingungen
  • Pflegefehler
  • Krankheiten
  • Schädlinge

Lassen Sie sich davon nicht abschrecken. Einige von ihnen können mit geeigneten Maßnahmen wirksam bekämpft bzw. beseitigt werden. Zuvor muss aber der Grund für das verfärbte Blätterkleid eindeutig identifiziert werden. Dabei ist es empfehlenswert, alle möglichen Ursachen zu checken, weil durchaus mehrere von ihnen gleichzeitig als unerwünschte „Blattumfärber“ tätig sein können.

Schlechte Standortbedingungen

Ein nicht ganz optimaler Standort bewirkt im Zusammenspiel mit den Wetterelementen unerwünschte Blattverfärbungen am Buchsbaum. Wenn zusätzlich eine ausgleichende Pflege fehlt, sind gelbe beziehungsweise braune Blätter am Buchsbaum irgendwann vorprogrammiert. Zusammengefasst kann gesagt werden, dass jeder Standort ungeeignet ist, der einen oder mehrere der folgenden Merkmale aufweist:

  • bietet keinerlei Schutz vor Wintersonne
  • ist im Sommer durchgehend sehr sonnig
  • neigt zur Staunässe
  • ist zu sandig, neigt zur Trockenheit (auch Nähstoffaufnahme ist gestört)

Wenn sich am Buchsbaum gelbe Blätter unmittelbar im Winter zeigen, ist sehr wahrscheinlich Kälte in Verbindung mit der Wintersonne daran schuld. Gerade wenn die Buchsbaumblätter mit Raureif überzogen sind, wirkt die Wintersonne verheerend. Bildet ein Buchsbaum dagegen im Sommer und auf der sonnenzugewandten Süd- bzw. Südostseite gelbe Blätter bzw. ganze Blattpartien, hat er einen Sonnenbrand bekommen. Besonders nach dem Rückschnitt kann es zu derartigen Verbrennungen kommen, da dann zuvor gut beschattete Blätter der vollen Sonne ausgesetzt sind. Wenn es um den Wasserhaushalt geht, müssen Sie den Boden zu Füssen des Buchsbaumes genau in Augenschein nehmen, um in dieser Hinsicht richtige Schlüsse zu ziehen.

Buchsbaum ist eine immergrüne Pflanze

Maßnahmen

Wenn Sie einen ungünstigen Standort als mögliche Ursache erkannt haben, müssen Sie nicht sofort ans Aufgeben oder Umpflanzen denken. Versuchen Sie zunächst mit ersten Maßnahmen das Problem in den Griff zu kriegen und abzuwarten, ob der Baum sich erholt. Nur wenn der Standort sehr ungünstig ist und die ergriffenen Maßnahmen nicht ausreichen, muss das Gewächs umgepflanzt werden.

  • sonnenverbrannte Triebe zurückschneiden
  • nach Möglichkeit andere Gehölze als Schattenspender davor pflanzen
  • sie schützen den Baum auch vor der Wintersonne
  • nassen Boden erst richtig abtrocknen lassen
  • erst danach wieder bei Bedarf und vor allem mäßig gießen
  • trockenen Boden dagegen regelmäßig mit Feuchtigkeit versorgen
  • sandige Böden mit Kompost aufbessern
  • ggf. mit Hornspänen Nährstoffdepot auffüllen

Zum Glück ist nicht jeder Sommer hierzulande extrem heiß und nicht jeder Winter bitterkalt und sonnig zugleich.

Wenn Ihr Buchsbaum in einem Kübel gedeiht, können Sie ihn sofort an einen neuen, besser geeigneten Standort aufstellen. Gegebenenfalls kann auch Umtopfen sinnvoll sein, um zum Beispiel eine fehlende Drainageschicht einzufügen.

Pflegefehler

Durch Unachtsamkeit und mangelnde Kenntnisse über die Pflegebedürfnisse dieser immergrünen Pflanze kann ein Buchsbaum sehr schnell Nachteile erleiden. Die Pflege muss zudem flexibel auf den gegebenen Standort und die aktuelle Wetterlage ausgerichtet werden. Häufigste Pflegefehler sind:

  • Unterversorgung mit Nährstoffen
  • verursacht durch falsche Dosierung
  • unregelmäßiges Düngen
  • falsche Zeit (Düngezeit ist April bis September)
  • falscher Dünger, z.B. Blaukorn
  • zu nasse oder zu trockene Erde durch Fehler beim Gießen
  • keine bedarfsgerechte Gießwassermenge
  • ein nicht geeignetes Gießintervall
  • Gießen wurde im Winter und Sommer vernachlässigt

Bronzefarbene Verfärbungen sind ein Anzeichen für Stickstoffmangel. Doch auch unbeabsichtigt kann man dem Buchsbaum schaden, wenn zum Beispiel in seiner unmittelbaren Nähe Unkrautvernichtungsmittel ausgebracht werden.

Rettungsmaßnahmen

Es ist höchste Zeit, sich ausführlich über die Bedürfnisse des Buchsbaumes zu erkundigen, um ab sofort Pflegefehler zu vermeiden. Darüber hinaus sollten Sie folgende Maßnahmen ergreifen:

  • einen trockenen Boden sofort reichlich wässern
  • an heißen Sommertagen täglich gießen
  • Boden regelmäßig auflockern
  • Mulchschicht als Schutz vor Austrocknung ausbringen
  • einen nassen Boden vor weiteren Wassergaben abtrocknen lassen
  • bis in die tieferen Schichten hinein
  • gelbe bzw. braune Pflanzenteile im Herbst zurückschneiden
  • Buchsbaum mit einem Langzeitdünger versorgen
  • z. B. mit Kompost oder Hornspänen
  • oder speziellen Buchsbaumdünger verwenden

Tipp: Ein Buchsbaum muss gelegentlich auch im Winter gegossen werden, insbesondere wenn er im Kübel wächst. Das ist die Zeit, in der er seine Wurzeln ausbildet.

Krankheiten

Die Überschrift könnte auch gut Pilzkrankheiten lauten, denn diese sind es, die in den letzten Jahren dem Buxus sempervirens zu schaffen machen. Nicht alle von ihnen verursachen gelbe und braune Blätter am Buchsbaum. Bei Pilzkrankheiten sind auch nicht nur die Blätter fleckig oder ganz verfärbt, meist zeigt sich auch ein Pilzbelag, der häufig erst nach genauem Hinschauen entdeckt wird.

Besonders vier Pilzkrankheiten können gelbe und braune Verfärbungen an den Blättern herbeiführen und sie sogar zum Absterben bzw. Abfallen bringen.

Buchsbaumkrebs

Der Baumkrebs breitet sich mit Vorliebe in kühlen Sommern aus. Das erste Anzeichen, der orangefarbene Pilzbelag auf den Blattunterseiten, wird zumeist übersehen. Es folgen verfärbte Blätter, die allerdings noch lange an den Trieben bleiben. Diese Pilzkrankheit wirkt nicht sehr schlimm, doch das täuscht. Ohne Hilfe kann der Buchsbaum an ihr sterben.

Buchsbaumwelke

Diese Pilzkrankheit ist meist an bereits geschwächten Buchsbäumen anzutreffen. Sie zeigt ähnliche Symptome wie der Baumkrebs, kann aber gut mit Rückschnitt bekämpft werden.

Buchsbaumwelke, Fusarium buxicola

Buchsbaumrost

Auch der Baumrost hat bei geschwächten bzw. alten Pflanzen ein leichteres Spiel. Dieser Pilzerreger verfärbt nicht die kompletten Blätter. An den Blattoberseiten sind vielmehr kleine und leicht erhabene Rostflecken erkennbar. Ihre Farbe geht ins Rotbraun.

Buchsbaumtriebsterben

Diese Pilzkrankheit ist zunächst an orange-braunen Blattflecken zu erkennen. Die Sporenlager befinden sich versteckt an den Blattunterseiten und weisen eine weiße Färbung auf. Die Triebspitzen sind dagegen mit schwarzen Streifen durchzogen.

Pilzbefall bekämpfen

Pilzkrankheiten machen dem Buxus sempervirens noch mehr zu schaffen als ein ungünstiger Standort oder falsche Pflege. Wenn Pilzkrankheiten unerkannt bleiben bzw. die Pflanze zu spät Hilfe bekommt, kann sie daran ganz zugrunde gehen.

  • schon bei ersten Symptomen schnell handeln
  • befallene Triebe zurückschneiden
  • bis ins gesunde Holz
  • immer desinfiziertes Schnittwerkzeug verwenden
  • entfernte Triebe und abgefallene Blätter entsorgen
  • Boden unterhalb der Pflanze austauschen
  • darin sind Pilzsporen, die erneut zuschlagen würden
  • erst danach wieder mit organischem Langzeitdünger versorgen

Aufgrund des sehr langsamen Wachstums kann es mehrere Jahre dauern, bis sich der Buchsbaum von krankheitsbedingtem Rückschnitt vollständig erholt hat. Sollten Sie eine chemische Bekämpfung in Erwägung ziehen, lassen Sie sich entsprechend im Fachhandel beraten. Bedenken Sie jedoch dabei, dass Fungizide auch einen schädlichen Einfluss auf die Umwelt haben.

Schädlinge

Buxus sempervirens ist eine köstliche Nahrung für einige Schädlinge. Viele Arten werden an ihm gesichtet, doch vor allem zwei von ihnen führen schon zu Beginn zu einer Veränderung der Blattfarbe.

Buchsbaumzünsler

Wenn sich die Pflanze gelb bis hellgelb verfärbt und von vielen Blättern lediglich noch die Blattrippen übrig bleiben, haben sich die Raupen der Buchsbaumzünsler gut geschützt im Inneren der Pflanze wochenlang durchgefressen. Die Raupe ist etwa 5 cm lang, grün und mit schwarzen Punkten gemustert. Der Falter lebt weniger als 10 Tage und versteckt sich währenddessen unter den Blättern. Er ist zu meist weiß mit schwarzen Mustern.

Buchsbaumzünsler, Cydalima perspectalis

Buchsbaumspinnmilbe

Die Spinnmilbe sorgt für einen deutlichen Verlust der Grünfärbung. Doch zu Beginn schickt sie kleine gelbe Sprenkel voraus, die für ein geübtes Auge ein Alarmsignal darstellen. Später werden die Blätter bronzefarben umgefärbt. Diese Milbenart mag trockne und warme Witterung. Sie ist mit 0,5 mm sehr klein und wird deswegen leicht übersehen.

Schädlinge loswerden

Bei seinem Kampf gegen die Schädlinge benötigt der Buchsbaum die Hilfe seines Besitzers.

  • Spinnmilben natürlich mit Raubmilben bekämpfen
  • ggf. handelsübliche Präparate einsetzen
  • im Frühjahr Eier mit Mitteln auf Ölbasis behandeln
  • im Frühjahr Raupen der Buchbaumzünsler aufsammeln
  • alternativ Folie um die Pflanze ausbreiten
  • Raupen mit Laubbläser oder Hochdruckreiniger entfernen
  • Raupen mit Folie entsorgen
  • bei starkem Befall Pflanzenschutzmittel einsetzen

Vorbeugende Maßnahmen

Pilzkrankheiten und Schädlingsbefall können Sie gut vorbeugen, indem sie die Pflanzenwiderstandskraft stärken. Stets gute Pflege ist dabei das wichtigste Mittel. Auch spezielle Pflanzenstärkungsmittel können Sie regelmäßig verabreichen. Inwiefern vorbeugende Fungizidspritzungen sinnvoll sind, muss jeder für sich entscheiden, immerhin sind diese Mittel nicht gerade umweltfreundlich.
Bei Neupflanzungen sollten Sie gleich auf einem optimalen Standort achten. Zudem bietet der Markt einige weniger anfällige Buchsbaumarten an.

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