Hilft Buttersäure gegen Wühlmäuse - Titel

Wühlmäuse sind bei Hobbygärtnern unbeliebt, da sie Gärten innerhalb kurzer Zeit unterminieren und verwüsten. Hilft Buttersäure gegen Wühlmäuse? Oder richten Sie durch ihren Einsatz mehr Schaden an, als Sie an Nutzen erzielen?

Auf den Punkt gebracht

  • Wühlmäuse lassen sich gut durch intensive Gerüche vertreiben
  • Butansäure stinkt, kann aber auch den Organismus intensiv schädigen
  • ungefährlichere Alternativen ermöglichen das Vertreiben, ohne das Leben der Tiere zu gefährden

Was ist Buttersäure?

Buttersäure ist der landläufige Name für eine chemisch korrekt als Butansäure bekannte Substanz. Ihren Namen verdankt sie dem Umstand, dass sie in Reinform zwar geruchslos ist. Kommen Feuchtigkeit und Sauerstoff hinzu, entwickelt sie dagegen einen starken Geruch nach ranziger Butter. Hierzu muss kein Wasser hinzugefügt werden, sondern es reicht bereits aus, wenn die Feuchtigkeit und der Sauerstoffgehalt der normalen Umgebungsluft auf die Säure treffen.

Wie wirkt der Wirkstoff?

Die Wirkung von Buttersäure gegen Wühlmäuse basiert einzig und alleine auf der intensiven Entwicklung eines stechenden, unangenehmen Gestanks. Da die Tiere weitgehend ohne Licht unter der Erde leben, setzen Sie zur Orientierung und vor allem für das Auffinden von Wurzeln als Nahrung stattdessen auf eine besonders feine, gut entwickelte Nase. Sicherlich können Sie nachvollziehen, dass ein Stoff, der bereits menschliche Geruchsorgane nachhaltig beeinträchtigt, für hochentwickelte Geruchssinne eine ungleich größere Störung bedeutet.

Wühlmäuse mit Buttersäure vertreiben

Wie erfolgt das Vergrämen?

Die Anwendung der Buttersäure auf im Garten vorgefundene Wühlmäuse ist daher auch denkbar einfach:

  • Lappen oder andere saugfähige Materialien mit Buttersäure tränken
  • aufgefundene Eingänge in die Wühlmauskolonie mit vorbereiteten Duftquellen ausstatten
  • einen Ausgang in Gartenrandnähe unpräpariert als „Fluchtweg“ belassen
  • Vorgang ggf. nach Ausriechen wiederholen

Achtung: Achten Sie darauf, beim Umgang mit Butansäure unbedingt die nötigen Schutzvorkehrungen in Form von Handschuhen und einer Schutzbrille einzusetzen!

Schonend wirksam oder tödlich?

Wenn das Vergrämen der Wühlmäuse mit Buttersäure doch so einfach ist, sei trotzdem noch die Frage gestattet, ob es dann immer noch harmlos ist. Geht wirkungsvoll und ungefährlich, oder ist der Stoff doch nicht ganz so simpel und unkritisch zu bewerten?
Ein Blick auf die chemischen Eigenschaften der Butansäure zeigt sehr schnell, dass es sich zwar um einen intensiven Geruchsstoff handelt, dass es aber auch eine echte Säure mit all ihren nachteiligen Eigenschaften ist. Mögliche Folgen sind:

  • Reizung der Atemwege durch Dämpfe
  • Verätzungen von Augen und Haut bei direktem Kontakt
  • Übelkeit, im Extremfall Erbrechen
Wühlmäuse vertreiben

All diese Auswirkungen gelten selbstverständlich für den Menschen als „Verursacher“, aber ebenso für die Wühlmaus als betroffener Organismus. Und da sich die Maus gerade nicht durch Schutzbrillen und Handschuhe abschirmen kann, müssen Sie davon ausgehen, dass neben dem unangenehmen Geruch auch starke gesundheitliche Beeinträchtigungen der Nager im Raum stehen. Es zeigt sich also, dass Buttersäure zwar wirksam sein mag, aber bei weitem nicht der harmlose und völlig unbedenkliche Stoff ist, für den sie häufig gehalten wird.

Ratsame Alternativen

Wollen Sie die Tiere nicht schädigen, sondern lediglich vergrämen, lohnt daher der Griff zu der einen oder anderen Alternative:

Buttermilch

Greifen Sie an Stelle der echten Buttersäure zu Buttermilch zum schonenden Vergrämen von Wühlmäusen. Auch sie entwickelt beim Vergären einen intensiv unangenehmen Geruch, den die Wühlmaus verabscheut. Natürlich fallen die Duftstoffe hier weniger stark aus, so dass die Devise gilt „Viel hilft viel“. Geben Sie eine gute Portion Buttermilch in jeden Höhlenzugang und wiederholen Sie das Prozedere alle paar Tage. Den Rest bewerkstelligen Sonne, Temperatur und Mikroorganismen aus dem Erdreich. Gärt die Buttermilch, ziehen dieselben stinkenden Schwaden durch die Gänge und die Maus macht sich auf Dauer auf die Suche nach einem neuen Heim.

Gartengloxinien (Sinningia)

Die Gartengloxinie gilt als relativ duftneutrale, üppig blühende Pflanze. Einzig ihre Knolle verströmt einen üblen Geruch, den Sie selbst wegen der Lage der Knolle im Erdreich nicht wahrnehmen. Anders sieht es dagegen für die Wühlmäuse aus. Der intensive Duft der Knolle dringt aus der Erde in die Höhlen des Wühlmausbaus und sorgt dort erneut zu einer unattraktiven, ja sogar abschreckenden Atmosphäre.

Tipp: Wichtig ist, dass Sie die Pflanzen mehrfach über dem Bau positionieren, da die Übertragung des Geruchsstoffes im Erdreich begrenzt ist.

mit Gartengloxien Wühlmäuse vertreiben

Häufig gestellte Fragen

Warum tritt die Wühlmaus überhaupt in Kontakt zur Buttersäure?

Natürlich könnte man annehmen, dass die Mäuse den Gestank wahrnehmen und verschwinden. In der Realität prüfen die Tiere aber zunächst den Fremdkörper als Eindringling in ihren Bau und kommen ihm dabei sehr nahe. Dieser Kontakt reicht bereits aus, um Lungen, Nasen und Augen der Tiere zu schädigen.

Warum sollte ich die Wühlmaus im Garten nicht einfach töten?

Obwohl Wühlmäuse nicht artenschutzrechtlich geschützt sind, sollten auch Sie nicht unnötig getötet werden. Denn wie jedes andere Tier auch erfüllen Sie eine wichtige Aufgabe in unserem Ökosystem. Vertreiben Sie die Tiere, können sie andernorts leben und ihren Beitrag zu einer funktionierenden Umwelt leisten.

Gibt es andere chemische Duftstoffe zur Vertreibung?

Natürlich lassen sich künstliche Präparate gegen die Wühlmaus einsetzen. In aller Regel führen aber auch diese zu Nebenwirkungen, etwa auf die Pflanzen oder die allgemeine Beschaffenheit des Untergrunds. Besser sind daher „Hausmittel“, die ohnehin in der einen oder anderen Form, meist lediglich in weit geringerer Konzentration, in der Natur vorkommen.