Checkliste mit 20 Zimmerpflanzen: Giftige Pflanzen für Kinder und Babys

für Kinder giftige Zimmerpflanzen

Pflanzen sind nicht nur nützlich, sondern auch eine ansprechende Zierde und gehören zum Wohlbefinden dazu. Dennoch ist Vorsicht geboten, da nicht alle Gewächse ungiftig sind. Arten wie die Tollkirsche, Eiben oder der Fingerhut gehören zu den wichtigsten Giftpflanzen in Deutschland und selbst Kindern bekannt. Doch holen sich viele Menschen Zimmerpflanzen ins Haus, die vor allem für Kinder und Babys giftig sind und in schweren Vergiftungsfällen zum Tod führen können.

Zimmerpflanzen

Kinder gefährdet

Warum sind Kinder stärker gefährdet?

Im Haushalt ist es für Erwachsene und selbst Teenager kein Problem zu verstehen, warum bestimmte Pflanzen nicht angefasst oder gar in den Mund genommen werden dürfen. Für Kleinkinder, insbesondere Babys, und Haustiere ist dieses Wissen nicht nachvollziehbar, da Neugeborene ihre Welt mit den Händen und dem Geschmackssinn erkunden. Das macht das Leben als solch ein kleiner Organismus gefährlich, wenn Zimmerpflanzen giftig und in Reichweite sind, da die erste Reaktion das Greifen oder Schmecken der Blätter, Blüten und Früchte ist. Aus diesem Grund ist es essentiell zu wissen, welche Pflanzen im Haus giftig sind.

Giftige Zimmerpflanzen

Bei den folgenden Gewächsen handelt es sich um Arten, die von erwachsenen Menschen recht gut vertragen werden, Kinder jedoch teilweise stark vergiften können. Viele Eltern wissen gar nicht, dass sie sich zum Beispiel mit Narzissen oder Weihnachtssternen Pflanzen ins Haus holen, die das Potential haben, den eigenen Nachwuchs zu vergiften. Dabei sind es die Blätter, Knollen, Zwiebeln, Blüten oder Wurzeln, die verzehrt oder berührt werden. Falls Sie sich nicht sicher sind, ob Sie giftige Zimmerpflanzen zuhause haben, checken Sie die folgende Liste.

Pflanzen von A bis D

Alpenveilchen (bot. Cyclamen)

So prachtvoll das Alpenveilchen auch sein mag, so giftig ist es. Der Verzehr von 0,3 Gramm der Knolle der Pflanze kann zu Vergiftungserscheinungen bei erwachsenen Menschen führen, höhere Dosierungen führen zum Tod. Besonders giftig für Babys ist der Verzehr der Knolle, aber auch hohe Mengen der Blätter führen zu folgenden Erscheinungen.

  • Übelkeit
  • Diarrhö
  • starke Magenschmerzen, Babys weinen meist aufgrund dieser
  • Erbrechen
  • Schweißausbrüche
  • Schwindel
  • Krämpfe
  • falls nicht behandelt, Tod durch Verzehr der Knolle
Alpenveilchen, Cyclamen
Alpenveilchen, Cyclamen

Azalee (bot. Rhododendron simsii und weitere)

Azaleen haben es in sich. So wie der Rhododendron giftig ist, so sind es auch Azaleen. Alle Pflanzenteile sind giftig und aufgrund ihrer ansprechenden Farben werden sie gerne verspeist. Mögliche Folgen sind folgend Beschriebene.

  • Verdauungssystem entzündet sich
  • Krampferscheinungen
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Diarrhö
  • starke Schweißausbrüche
  • gestörte Herztätigkeit
Zimmerazalee ist giftig
Zimmerazalee

Becherprimeln (bot. Primula obconica)

Ebenfalls ein kleines, unscheinbares Giftpaket. Bei den wunderschönen Becherprimeln sind ebenfalls alle Pflanzenteile giftig und Kleinkinder sollten diese nicht einmal berühren, sonst kann es schon zu Hautreizungen und Entzündungen führen. Bei Verzehr wird vor allem der Verdauungstrakt angegriffen und es kommt zu möglichem Durchfall und Schmerzen.

Becherprimel, Primula obconica
Becherprimel, Primula obconica

Buntwurz (bot. Kaladium)

Eine ansprechende Pflanze mit interessanten Blattfärbungen, die schon nach dem Verzehr kleiner Blättermengen zum Tod führen kann. Andere Symptome sind eine gereizte Mundhöhle, Magenschmerzen, Gleichgewichtsprobleme, Krampf- und Zitteranfälle und Atemstillstand. Die Wirkung ist ähnlich wie bei Zantedeschien.

Buntwurz, Caladium, Kaladien
Buntwurz, Caladium, Kaladien

Christusdorn (bot. Euphorbia milii)

Der Christusdorn gehört zu den giftigen Wolfsmilchgewächsen, ebenso wie der Weihnachtsstern, und bildet einen Milchsaft, der bei Verzehr zur Reizung der Schleimhäute führt. Bei Berührung erzeugt der Milchsaft Hautreizungen. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn sich Kleinkinder die Augen abwischen, nachdem sie den Milchsaft berührt haben, da dies äußerst schmerzen kann.

Christusdorn eignet sich bestens als Zimmerpflanze
Christusdorn

Dieffenbachie (bot. Dieffenbachia seguine)

Mit der Dieffenbachie findet sich eine besonders giftige Pflanze. Kleinkinder sollten diese Pflanzen niemals anfassen, da sie bei Berührung Nadeln und Gift verschießen, das vor allem auf das Gesicht zielt. Besonders gefährlich wird es, wenn sie verzehrt wird. Mögliche Symptome sind die Folgenden.

  • Verätzungen der Augen
  • Reizungen der Haut und Augen
  • verkrampfte Augenlider
  • Augen tränen
  • Pusteln auf der Haut
  • Zunge und Schleimhäute röten sich und schwellen an
  • Kind kann nur schwer artikulieren
  • Durchfall und Übelkeit
  • Erbrechen
  • Benommenheit oder Lähmungserscheinungen
  • Störungen des Herzrhythmus
Dieffenbachia camilla, Dieffenbachie
Dieffenbachia camilla, Dieffenbachie

Pflanzen von E bis F

Efeutute (bot. Epipremnum aureum)

Dieses Aronstabgewächs wird gerne als Zimmerpflanze kultiviert und aufgrund der zahlreichen Blätter leicht für Kinder und selbst Babys zu erreichen. Vergiftungserscheinungen bei Verzehr sind ein erhöhter Speichelfluss und Schluckbeschwerden, ebenso wie Erbrechen und Durchfall.

Efeutute ist auch für Haustiere gefährlich
Efeutute

Einblatt (bot. Spathiphyllum)

Ebenfalls ein Aronstabgewächs und sehr reizend auf die Schleimhäute. Ebenfalls schwellen diese an. Mögliche Symptome bei Verzehr sind Erbrechen und Durchfall.

Einblatt bevorzugt einen hellen Standort
Einblatt

Fensterblatt (bot. Monstera)

Monstera wirkt zwar ungiftig, Babys können aber durch den Verzehr der Blätter vergiftet werden. Sie sind nicht so giftig wie das Alpenveilchen, doch kommt es vor allem zu Schluckbeschwerden in Kombination mit einer angeschwollenen Zunge.

Monstera deliciosa auf verschiedene Arten vermehren
Fensterblatt

Flamingoblume (bot. Anthurium)

Die Flamingoblume ist aufgrund ihrer einzigartigen Blüte sehr beliebt und Kleinkinder sind fasziniert von dem Aussehen der Pflanzen. Die Zimmerpflanzen sind sehr giftig und sollten nicht berührt werden, da sie über einen Verteidigungsmechanismus verfügen. Werden sie berührt, leiten sie über mikroskopisch kleine Nadeln das Gift in die Haut. Anschließend zeigen sich Rötungen und recht große Blasen auf der Haut.

Anthurie, Flamingoblume
Anthurie, Flamingoblume

Pflanzen von G bis N

Gummibaum (bot. Ficus)

Ficus ist ebenfalls nicht ungiftig und sollte daher aus der Nähe von Babys verbannt werden. Hier ist eine Vergiftung aber nur möglich, wenn Ihr Sprössling den weißen Milchsaft im Inneren der Blätter und Zweige zu sich nimmt. Die Folge daraus sind Magenbeschwerden und mögliches Erbrechen, seltener Durchfall.

Gummibaum
Gummibaum

Kalanchoe

Diese Dickblattgewächse locken Kinder durch ihre tiefe Farbgebung an, sollten aber nie verzehrt werden. Kalanchoe verfügt über ein Gift, das Kinder unter spastischen Muskelkontraktionen leiden lässt.

Flammendes Käthchen, Kalanchoe
Flammendes Käthchen, Kalanchoe

Korallenbäumchen (bot. Erythrina)

Die Beeren der Zimmerpflanzen wirken äußerst verlockend auf die kleinen Leckermäuler, doch dürfen die Früchte dieser Pflanzen niemals verzehrt werden. Im Extremfall kann die Atmung des Kindes so stark beeinträchtigt werden, dass es zu einem kompletten Atemstillstand kommt. Normale Symptome des Korallenbäumchens sind Erbrechen, Übelkeit und Magen-Darm-Beschwerden.

Korallenstrauch, Solanum pseudocapsicum, Erythrina
Korallenstrauch, Solanum pseudocapsicum, Erythrina

Lilien (bot. Lilium)

Alle Pflanzenteile der beliebten Zimmerpflanzen sind giftig und landen aufgrund ihrer Form schnell im Mund der Sprösslinge. Dennoch setzen die Vergiftungserscheinungen erst nach einer recht hohen Menge verzehrter Pflanzenteile ein, darunter Appetitlosigkeit, Schwächegefühl und Erbrechen.

Lilien als Zimmerpflanze
Lilien

Narzissen (bot. Narcissus)

Narzissen gehören zum Frühling dazu wie Weidenkätzchen und Tulpen. Die Osterglocken sind der Favorit schlechthin und vor allem Babys werden diesen Gewächsen häufig ausgesetzt und könnten dadurch Teile der Pflanze verschlucken, die alle giftig sind. Mögliche Symptome sind die Folgenden.

  • starke Schweißausbrüche
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Magenbeschwerden
  • beim Verzehr hoher Mengen können Lähmungserscheinungen auftreten
zweifarbig blühende Narzissen
Narzissen

Pflanzen von R bis S

Rittersterne (bot. Amaryllis)

Rittersterne sind ebenfalls giftig, aber noch lange nicht so bösartig wie die Dieffenbachie. Kleinkinder sollten die Amaryllis-Knollen nicht verzehren, ebenso wie die Blüten und Blätter, obwohl die Knolle den größten Effekt hat. Die Symptome belaufen sich hier auf Herzrasen, Schwindel, Schweißausbrüche in starkem Ausmaß und Erbrechen. Werden die Blätter und Blüten berührt, kommt es zu Hautreizungen.

Amaryllis als Zimmerpflanze
Amaryllis

Ruhmeskrone (bot. Gloriosa superba)

Aufgrund ihres spektakulären Aussehens sind Kinder fasziniert von der Ruhmeskrone, die jedoch eine tickende Zeitbombe darstellt. Sie enthält den Giftstoff Colchicin, der zum Beispiel in den Herbstzeitlosen vorkommt, selbst in kleinen Mengen tödlich ist. Alle Pflanzenteile sind giftig, doch werden am häufigsten Blätter und Blüten verschluckt, die zu folgenden Symptomen führen können.

  • Übelkeit
  • Schwindel
  • Herzrasen
  • Diarrhö
  • Erbrechen
  • Hautausschlag, sobald der Pflanzensatz berührt wird
  • Ohnmacht, im extremen Fall bis zum Tod
Ruhmeskrone, Gloriosa superba
Ruhmeskrone, Gloriosa superba

Strahlenaralien (bot. Schefflera)

Die Blätter dieser kleinen Bäumchen sind bei Verzehr sehr unangenehm für den Nachwuchs. Irritationen der Schleimhäute, gefolgt von Appetitlosigkeit und heftigen Brechdurchfällen.

Strahlenaralie, Schefflerie, Schefflera arboricola
Strahlenaralie, Schefflerie, Schefflera arboricola

Pflanzen mit W

Weihnachtsstern (bot. Euphorbia pulcherrima)

Ungiftig ist auch der allseits bekannte und beliebte Weihnachtsstern nicht. Hier sind alle Pflanzenteile giftig, doch nur der Verzehr führt zu einer Vergiftung. Vor allem die Schleimhäute im Mund werden gereizt und können zu unangenehmen Schmerzen führen, die sich bei Babys vor allem in Schreien und heftigem Weinen äußern.

Weihnachtsstern eine dekorative Pflanze
Weihnachtsstern

Wüstenrose (bot. Adenium obesum)

Wüstenrosen sind noch ein Geheimtipp für Zimmerpflanzenbegeisterte, doch sollten Sie auf die Giftigkeit des Hundsgiftsgewächses achten, wenn Sie Kinder haben. Die Blüten und der Milchsaft sind hier die gefährlichen Pflanzenteile und führen bei Verzehr zur Reizung der Schleimhäute, Beschwerden im Magen- und Darmbereich, Krämpfe und Störungen des Herzkreislaufsystems bis zum möglichen Atemstillstand.

Wüstenrose, Adenium obesum
Wüstenrose, Adenium obesum

Tipp: Falls Sie eine der oben genannten Giftpflanzen besitzen, sollten Sie diese sofort entfernen oder so platzieren, dass selbst Kinder im Kindergarten- oder Grundschulalter nicht an diese gelangen können.

Maßnahmen bei Vergiftung

Was tun bei einer Vergiftung?

  • bewahren Sie Ruhe (ganz wichtig!)
  • kontaktieren Sie den Giftnotruf
  • dieser hält Informationen bereit und bietet direkte Hilfe
  • bewahren Sie Pflanzenteile und Erbrochenes, falls vorhanden, auf
  • diese dienen der Identifikation der Pflanze, falls Sie viele verschiedene Arten zu Hause haben
  • bringen Sie Babys nicht zum Erbrechen, da Erstickungsgefahr
  • Wasser oder Tee zum Trinken geben
  • verzichten Sie auf Milch, da dies die Aufnahme von Giftstoffen im Magen und Darm erleichtert
  • verabreichen Sie Ihrem Kind eine Kohletablette
  • diese zerdrücken und ins Wasser mischen
  • Dosierung: 1 g Aktivkohle per kg Körpergewicht
  • falls notwendig, zum Kinderarzt oder ins Krankenhaus