Clematis lässt Blätter hängen: schnelle Hilfe | Welke Blätter

Clematis Blätter hängen

Die Clematis gehört zu den beliebtesten Rankgewächsen für den Garten und wird oft auch als die „Königin unter den Kletterpflanzen“ bezeichnet. Eigentlich ist die Waldrebe sehr pflegeleicht. Neben einem halbschattigen Standort benötigt sie lediglich gelegentliches Düngen und Gießen. Lässt die Clematis plötzlich die Blätter hängen, stimmt etwas nicht. Jetzt heißt es, sorgfältig prüfen!

Ursachen

Die Gründe für die welken Blätter können sehr unterschiedlich sein und von schlichter Trockenheit bis hin zur gefürchteten Clematiswelke reichen. Im ersten Schritt gilt es also, die Pflanze eingehend zu untersuchen. Als erster Hinweis kann die momentane Wetterlage dienen. Ist es schon längere Zeit feucht und regnerisch oder eher heiß und trocken? In beiden Fällen kommen unterschiedliche Ursachen für die hängenden Clematis Blätter infrage.

Wassermangel

Vielleicht muss die hübsche Rankpflanze ja nur gegossen werden? Eine gute Wasserversorgung ist wichtig für das perfekte Gedeihen der Clematis. Denn eine ausreichend versorgte Pflanze zeigt sich besonders widerstandsfähig. Generell sind Waldreben sehr durstige Pflanzen, die regelmäßig bewässert werden müssen. Besonders im Frühjahr und der Sommerzeit ist das sehr wichtig. Beim Gießen wird möglichst nur der Boden um die Wurzeln benetzt, da Feuchtigkeit auf den Trieben und Blättern die Ausbreitung von Pilzen begünstigt. Fehlt der Clematis Feuchtigkeit, hängt meist das gesamte Laub herab. In Einzelfällen sind jedoch nur die in der Sonne liegenden Triebe betroffen.

Tipp: Graben Sie mit dem Finger eine kleine Mulde in Wurzelnähe. Ist der Boden auch in zehn Zentimeter Tiefe staubtrocken, braucht die Pflanze wahrscheinlich nur Wasser.

Clematis ist eine schöne Kletterpflanze

Zu warme Füße

Da die Wildformen der Clematis in Wäldern leben, fühlen sie sich unter ähnlichen Bedingungen am wohlsten. Das bedeutet in der Praxis:

  • am Boden schattig
  • weiter oben sonnig

Scheint die pralle Sonne zu lange auf den Wurzelbereich, quittieren Waldreben das in der Regel mit welken Blättern. Sie sollten daher den Bodenbereich mit Mulch oder Steinen abdecken oder einen flachen Bodendecker pflanzen, der für Schatten und kühle Wurzeln sorgt. Oft ist der Boden gleichzeitig zu trocken, sodass die Pflanze anschließend vorsichtig gegossen werden sollte.

Tipp: Achten Sie beim Pflanzen von Bodendeckern darauf, dass diese keine ausgeprägten Wurzeln ausbilden, die dann in Konkurrenz mit der Clematis treten.

Geknickte Triebe

Die filigrane Blütenpflanze sollte generell nur an geschützte Standorte gepflanzt werden, an der die Luft trotzdem gut zirkulieren kann. An ungünstigen Standorten im Garten können die zarten Triebe leicht bei starken Winden oder einem Unwetter mit Sturm und Hagel abknicken. Hängen die Blätter nur an einer Seite oder bestimmten Trieben der Clematis nach unten, ist es wahrscheinlich, dass ein oder mehrere Triebe mechanischen Schaden genommen haben und die Wasser- und Nährstoffversorgung in den Leitungsbahnen unterbrochen wurde. Das führt zum Welken und Absterben der betroffenen Region und äußert sich zunächst darin, dass die Blätter schlaff herunterhängen. Untersuchen Sie Ihre Kletterpflanze ganz genau auf Bruchstellen oder Verletzungen. Die absterbenden Triebe sind nicht nur unschön, sondern durch die Wunden können auch Erreger wie Pilze, Viren und Bakterien in die Pflanze eindringen und diese unwiderruflich schädigen.

Erste-Hilfe-Maßnahmen:

  • Trieb unterhalb der Bruchstelle schneiden
  • sauberes, scharfes Werkzeug benutzen

Clematis fusca violacea

Clematiswelke

Sind alle oben genannten Ursachen für hängende Blätter an der Clematis ausgeschlossen, müssen Sie davon ausgehen, dass die Clematis von der gefürchteten Clematiswelke befallen ist. Die Erkrankung kann einem Hobbygärtner die Freude an einem spektakulären Farbenspiel im Garten so richtig verderben. Denn ist die Waldrebe befallen, stirbt sie innerhalb von kurzer Zeit bis zum Boden hin ab. Was jedoch die wenigsten Menschen wissen, ist, dass es sich bei der Clematiswelke eigentlich um zwei verschiedene Krankheiten handelt. Beide Erkrankungen werden von Pilzerregern verursacht, nehmen aber einen sehr unterschiedlichen Verlauf. Begünstigt wird eine Infektion durch zu hohe Feuchtigkeit im Boden oder auch feuchtwarme Bedingungen wie Nebel oder lange Regenperioden. Eine Erkrankung ist deshalb trotz bester Pflege möglich.

1. Phoma-Clematiswelke

Die häufigere Form der Welke ist die Phoma-Clematiswelke. Verursacht wird sie durch einen Pilz namens Ascochyta clematidina. Der Pilz greift auch auf Stängel und Triebe über. Ist die Witterung feuchtwarm, sind innerhalb von zwei Wochen ganze Triebe verwelkt. Zwar kann generell jede Clematis betroffen sein, der Pilzerreger führt aber vor allem bei großblumigen Hybriden der Waldrebe zum vollständigen Absterben der oberirdischen Triebe. Wichtig ist, dass man die Phoma-Clematiswelke rechtzeitig erkennt. Denn hat der Pilz erst einmal das Triebinnere erreicht, schreitet die Infektion schnell fort und ist kaum noch aufzuhalten.

Anzeichen

  • Zeitpunkt: Frühsommer
  • kleine hellbraune Flecken auf den Blättern
  • gelblicher Hof
  • zunächst auf der Unterseite der Blätter im unteren Bereich
  • Flecken werden größer und dunkler
  • Absterben des gesamten Blattes

Erste-Hilfe-Maßnahmen

  • ab Mai regelmäßig kontrollieren
  • infiziertes Laub entfernen
  • mit handelsüblichem Fungizid behandeln

Ist die Welke der Clematis bereits weit fortgeschritten und die Blätter hängen schlaff herunter oder sind abgestorben, hilft nur noch ein sofortiger, radikaler Rückschnitt bis knapp über das Bodenniveau. Glücklicherweise erholen sich fast alle Waldreben, die so energisch zurückgeschnitten wurden wieder vollständig. Allerdings benötigen sie dazu Zeit.
Tipp: Einige Pflanzen treiben erst im zweiten Jahr wieder aus. Also haben Sie Geduld und pflegen Sie die Clematis weiterhin wie gewohnt.

2. Fusarium-Welke

Die Fusarium-Clematiswelke wird von einem anderen Pilzerreger verursacht: Coniothyrium clematidis-rectae. Sie tritt deutlich seltener auf als die Phoma-Clematiswelke und befällt ausschließlich die großblütigen Hybriden der Waldrebe. Der Pilz dringt über Wunden ins Pflanzeninnere und verstopft die Leitungsbahnen der Kletterpflanze. Solche Verletzungen entstehen häufig durch mechanische Beschädigung oder auch große Temperaturschwankungen in den Wintermonaten. Da wegen der verstopften Leitungen kein Wasser und Nährstoffe mehr in die Triebe und Blätter gelangen, sterben die betroffenen Pflanzenteile ab.

Anzeichen

  • Zeitpunkt: ab Mitte Juni (Pilz benötigt hohe Temperaturen)
  • schlagartiges Welken ganzer Triebteile
  • keinerlei Flecken auf den Blättern (wie bei Phoma-Welke)
  • stattdessen: braune Verfärbungen vom Rand her

Erste-Hilfe-Maßnahmen

  • sofortiger radikaler Rückschnitt
  • bis auf Bodenniveau
  • keine Bekämpfung möglich
  • befallene Pflanzenteile im Hausmüll entsorgen

Auch hier stehen die Chancen gut, dass sich die Clematis von der Welke wieder erholt. Der Pilz schädigt vorrangig die oberirdischen Triebe.

Clematis

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