Alpenwaldrebe, Clematis Alpina

Die Waldrebe ist eine wunderschöne Kletterpflanze, die im Frühling und Sommer viele große Blüten hervorbringt. Im Handel gibt es Clematispflanzen mit gefüllten und ungefüllten Blüten, großblütige Hybrid-Sorten und Wildarten wie die Alpen-Waldrebe. Die Pflanzen sind recht pflegeleicht und blühen zuverlässig jedes Jahr aufs Neue. Dennoch kann es vorkommen, dass sich an den Pflanzen plötzlich gelbe oder braune Blätter zeigen. Schuld daran können harmlose Pflegefehler sein oder eine gefährliche Pilzkrankheit.

Symptome

Wenn die ersten Probleme an der Pflanze oder sogar an mehreren Clematis auftauchen, sollte eine genauere Untersuchung stattfinden. Folgende Symptome können zusammen auftreten und markieren jeweils eine Ursache:

  • herabhängende Blätter, die gelb oder braun sind, sehr trockenes oder nasses Erdreich
  • gelblich, blasse, herabhängende Blätter, mangelndes Wachstum, eventuell grüne Blattadern
  • hellbraune Flecken mit gelbem Hof im Frühsommer, besonders auf älteren Blättern
  • alle Blätter eines Triebes werden schlagartig vom Rand her braun und verwelken

Ursachen

Bevor der Gärtner sich große Sorgen um seine Pflanzen macht, sollte er als erstes den Pflegezustand überprüfen. Besonders wenn plötzlich die gesamte Pflanze kümmerlich aussieht, die Blätter traurig herabhängen und sich gelb verfärben, kann ein Pflegefehler die Ursache sein.

Wasserversorgung

Das Erdreich im Wurzelbereich wird auf Trockenheit oder Nässe überprüft. Sowohl ein zu trockener Standort als auch Staunässe hindern die Wurzeln daran, Wasser und Nährstoffe in die grünen Pflanzenteile weiterzuleiten. Die Pflanze vertrocknet. Bei zu trockenem Standort ist kräftiges Gießen die wichtigste Maßnahme. Danach sollte für eine Beschattung des Wurzelbereichs gesorgt werden. Dafür kann Mulch verwendet werden oder der Bereich wird mit niedrigen Pflanzen bepflanzt. Clematis mögen es im Wurzelbereich schattig.

Ist Staunässe eine mögliche Ursache, wird die Pflanze ausgegraben. Alle verfaulten Wurzeln werden entfernt und die Waldrebe bekommt einen neuen Standort mit entsprechender Drainage, um vor zu viel Nässe zu schützen.

Clematis macropetala ‚Rosy O’Grady‘‘

Düngung

Bleibt die Waldrebe im Wachstum zurück, nehmen die Blätter eine leicht gelbliche Färbung an und zeigen sich vielleicht sogar grüne Blattadern, können fehlende Nährstoffe die Ursache sein. Dabei kann es sich um einen einzelnen Nährstoff handeln oder gleich um mehrere. Eine Bodenprobe gibt Aufschluss darüber, welcher Nährstoff fehlt. Will man nicht so lange warten, bis das Labor die Bodenprobe untersucht hat, kann eine Volldüngergabe der Pflanze helfen. Auch Komposterde mit etwas Gesteinsmehl führt der Clematis neue Nährstoffe zu.

Krankheiten

Wenn Pflegefehler ausgeschlossen werden können, könnte es sich möglicherweise um einer der gefürchteten Clematis-Krankheiten handeln. Dazu gehören die Phoma-Welke und die Fusarium-Clematiswelke. Die Ursache für beide Krankheiten sind Pilze, die sich in der Pflanze ausbreiten und die oberirdischen Triebe zum Absterben bringen.

Phoma-Welke

Dies ist die häufigste Form der Welke an Waldreben. Der Pilz Ascochyta clematidina dringt über das ältere Laub in die Pflanzen ein. Es zeigen sich am Anfang des Sommers hellbraune Flecken mit gelbem Hof auf den Blättern. Diese werden immer größer und dunkler, bis das gesamte Blatt abstirbt.

Der Pilz greift auch auf die holzigen Teile der Pflanze über, infiziert Blattstiele, Blütenstängel und neue Triebe. Innerhalb kürzester Zeit ist die gesamte Clematis befallen. Besonders bei feuchtwarmem Wetter verbreitet sich der Pilz rasant und befällt auch benachbarte Waldreben.

Bekämpfung

Im Anfangsstadium kann es hilfreich sein, die befallenen Triebe großzügig zu entfernen. Das gesamte Schnittmaterial sollte im Hausmüll entsorgt werden, muss aber in jedem Fall aus dem Garten entfernt werden. Danach wird die Pflanze mit einem Pilzbekämpfungsmittel behandelt. Wenn schon das Innere der Triebe befallen ist, hilft dies allerdings nicht mehr sicher. Die Pflanze kann dennoch absterben. Ist die Clematis großflächig infiziert, hilft nur noch ein kompletter, bodennaher Rückschnitt.

Vorbeugung

Allgemeine Vorbeugung gegen Krankheiten und Schädlinge:

  • richtige Standortwahl
  • Gießen und Düngen nach Bedarf
  • regelmäßige Sichtkontrolle auf Blattflecken
  • fachgerechter Schnitt mit desinfiziertem Werkzeug
  • Winter- und Regenschutz

Etwa ab Mai sollten Sie die Clematispflanze regelmäßig kontrollieren. Die ersten Flecken zeigen sich auf der Unterseite der ältesten Blätter im unteren Teil der Waldrebe. Auffällige Triebe werden sofort entsorgt. Auch altes Laub vom Vorjahr sollte aus dem Pflanzenbereich entfernt werden.

Ebenfalls hilfreich ist ein möglichst trockener Standort, entweder durch eine Überdachung vor Regen geschützt oder mit genügend Luftbewegung, dass nasse Blätter schnell abtrocknen. Sorten, die besonders gern von dem Pilz befallen werden, sollten so tief gepflanzt werden, dass die ersten cm der Triebe mit Erde bedeckt sind. Der Pilz dringt dann nicht so tief ein und die Pflanze treibt neu aus.

Besonders anfällige Sorten

Bei großblumigen Hybriden kann der gesamte oberirdische Teil der Clematis absterben. Anfällig sind auch die Frühblüher unter den Waldreben. An anderen Arten kann die Krankheit zwar ausbrechen, kommt aber nicht über einzelne, kleine Blattflecken hinaus. Als eher resistent haben sich die ursprünglichen Sorten mit kleinen Blüten herausgestellt.

Clematis texensis 'Buckley'
Clematis texensis ‚Buckley‘

Fusarium-Welke

Für diese Form der Clematiswelke ist der Pilz Coniothyrium clematidis-rectae verantwortlich. Diese Krankheit ist seltener als die Phoma-Welke, dafür jedoch gefährlicher, weil sie vorerst unbemerkt verläuft. Der Pilz dringt über Verletzungen an den hölzernen Trieben in die Pflanze ein und verstopft dort die Leitungsbahnen. Die Triebe sterben dann innerhalb kürzester Zeit komplett ab. Der Pilz verbreitet sich in der Pflanze weiter und bringt einen Trieb nach dem anderen zum Welken.

Im Vorfeld zeigen sich keine Flecken auf dem Laub, das Triebsterben beginnt also scheinbar plötzlich. Die Symptome beginnen erst, wenn besonders hohe Temperaturen herrschen, diese benötigt der Pilz zum Wachstum.

Bekämpfung

Um wenigstens die Pflanze zu retten, hilft nur noch ein kompletter Rückschnitt, der bodennah erfolgen sollte. Fungizide aus dem Gartenfachhandel nützen gegen den Pilz nichts, da er sich innerhalb der Triebe befindet. Mit etwas Glück treibt die Waldrebe im nächsten Jahr jedoch erneut aus.

Vorbeugung

Gegen die Fusarium-Welke hilft vor allem das Pflanzen starkwüchsiger, gesunder Sorten und eine gute Nährstoffversorgung. Ein achtsamer Umgang mit der Clematis schützt vor Verletzungen des Holzes. Zum Schnitt sollten Sie nur desinfiziertes Werkzeug verwenden. Ein Winterschutz verhindert Spannungsrisse durch zu starke Sonneneinstrahlung.

Clematis nach Winterruhe langsam auf das Frühjahr vorbereiten

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