Clematis düngen: womit, wann und wie oft? | 7 wirksame Hausmittel

Clematis mit roter Blütenfarbe

Wenn Sie sich über eine der zahlreichen Clematis-Arten im eigenen Garten freuen können, sollten Sie auf eine gute Nährstoffversorgung der Hahnenfußgewächse (bot. Ranunculaceae) achten. Im Handel finden sich zahlreiche Fertigdünger, die für eine reichhaltige Blüte und eine hohe Vitalität sorgen sollen. Jedoch können Sie ebenso auf eine Vielzahl von Hausmittel setzen, mit denen Sie der „Königin der Kletterpflanzen“ problemlos die benötigten Nährstoffe über das gesamte Jahr verabreichen können.

Zeitpunkt

Wann die Clematis gedüngt wird, ist deutlich wichtiger als die Häufigkeit. Die Waldrebe ist trotz ihrer pflegeleichten Art auf ausreichend Nährstoffe angewiesen, um die malerischen Blüten auszubilden. Das ist besonders wichtig bei großblumigen Hybriden oder Arten wie Clematis macropetala. Beachten Sie beim Düngen die folgenden Termine und Rhythmen, die Ihren Waldreben gut tun werden:

  • im Jahr der Pflanzung nicht düngen, falls Standort entsprechend bearbeitet wurde
  • erst ab dem 2. Jahr düngen
  • Dünger von März bis September verabreichen
  • Dünger im Rhythmus von 2 Wochen einarbeiten
  • bei Nährstoffmangel im Rhythmus von 8 Tagen einarbeiten
  • nach jedem Düngen ausreichend angießen

Clematis

Wann und wie oft Sie düngen, ist nicht abhängig von der Art des Düngers. Feste Düngemittel und Flüssigdünger werden zum gleichen Zeitpunkt verabreicht und können entsprechend miteinander kombiniert werden. Düngen Sie niemals nach September, da die Waldrebe sonst zu viele neue Triebe ausbildet, was sie deutlich über den Winter schwächt.

Hausmittel

7 wirksame Hausmittel zum Düngen

Wenn Sie nicht auf mineralische Düngemittel setzen wollen, finden sich zahlreiche Hausmittel und ökologische Lösungen, die Sie anwenden können. Diese wirken sich auf Dauer sogar effektiver auf die Vitalität der Pflanze aus als die erhältlichen Präparate. Bei den weiter unten folgenden Hausmitteln handelt es sich um solche, die Sie selbst in der Küche haben oder erst noch vorbereiten müssen, wie zum Beispiel den Kompost. Folgend 7 Düngemittel, mit denen Sie Ihre Waldreben düngen können:

1. Kompost

Gut gereifter Kompost, der ebenfalls als Humus bezeichnet werden kann, bietet sich hervorragend zur Nährstoffversorgung der Clematis an. Wird der Kompost regelmäßig im oben genannten Rhythmus eingearbeitet, erhalten die Clematis ausreichend Nährstoffe. Zudem wird der Boden über einen längeren Zeitraum optimiert, da immer wieder neuer Kompost in kleinen Mengen dazukommt, der weiter verrottet. Aus diesem Grund ist Kompost eine gute Wahl für die jährlichen Düngezugaben.

Kompost

2. Hornspäne

Hornspäne sind wichtig, um der Clematis Stickstoff zu verabreichen, wenn diese nicht ausreichend vorhanden sind. Besonders effektiv sind diese in Kombination mit Kompost zu Beginn des Jahres. Mischen Sie die Hornspäne einfach unter den Kompost und fertig. Verzichten Sie auf Hornspäne, wenn Ihre Clematis gut wächst, aber blühfaul ist. Dann benötigt sie nämlich keinen Stickstoff.

3. Reisig

Ein Reisigdünger lässt sich verwenden, wenn Ihre Waldreben zu stark wachsen oder blühfaul geworden sind. Reisig enthält viel Kalium und kann dieses nach dem Kompostieren an die Klematis abgeben. Angwenden lässt er sich wie Kompost.

4. Beinwell-Jauche

Beinwell-Jauche wird aus der gleichnamigen Pflanze aus der Gattung Symphytum hergestellt und wie Brennnesseljauche gewonnen und als Flüssigdünger angewandt:

  • Beinwell ernten
  • diese sollten noch nicht blühen
  • in einen großen Behälter geben
  • mit Wasser auffüllen
  • in den Halbschatten stellen
  • nun für zwei bis drei Wochen stehen lassen
  • mit einem Gitter abdecken
  • täglich umrühren

Hat die Beinwell-Jauche aufgehört mit Schäumen, können Sie diese verwenden. Durchschnittlich hält sie für bis zu vier Wochen. Verdünnen Sie die Jauche vor der Anwendung im Verhältnis 1:10 und gießen Sie damit den direkten Standort am Abend oder Morgen. Niemals die Jauche direkt auf die Blätter geben, denn das könnte sie beschädigen.

5. Natron

Natron wird als Flüssigdünger genutzt, sobald der Standort zu sauer ist und die Waldrebe blühfaul geworden ist. Lösen Sie einen Esslöffel Natron in zwei Litern Gießwasser auf und gießen Sie damit den Standort. Natron kann sich zusammen mit anderen festen Düngemitteln oder alleine verwenden lassen.

Natron als Allzweckmittel nutzen

6. Wurmtee

Mit Wurmtee bietet sich Ihnen eine Alternative zu Beinwell-Jauche, die Sie als Flüssigdünger anwenden können. Bei Wurmtee handelt es sich um eine Flüssigkeit, die durch sogenannte Kompostwürmer (bot. Eisenia fetida) entsteht. Diese werden in den Kompost gesetzt und ernähren sich vom Pflanzenmaterial, welches anschließend ausgeschieden wird. Bei den Ausscheidungen handelt es sich um den Wurmtee, der im Wurmkanister gesammelt und anschließend als Flüssigdünger genutzt wird. Der Kompost ist ebenfalls verwendbar. Wurmtee ist besonders gut für Kübelpflanzen geeignet.

7. Geflügelmist

Geflügelmist in kompostierter Form enthält nicht nur hohe Mengen Stickstoff, sondern eine gehörige Portion Kalium. Da Waldreben einen großen Nährstoffbedarf haben, bietet sich Geflügelmist gut an, um einen Nährstoffmangel auszugleichen. Vor allem wenn die Clematis schwächelt, sollten Sie den Mist auf die gleiche Weise wie den Kompost anwenden. Das Hahnenfußgewächs kann den Stickstoff aus dem Mist schneller aufnehmen, was den Nährstoffmangel ausgleicht.

Tipp: Die Waldrebe benötigt immer wieder ein wenig Kalk, was sich ideal über eine Zugabe von gemahlenen Eierschalen lösen lässt. Diese werden im Frühjahr einfach in das Erdreich gemischt, verbessern den Boden und steigern den pH-Wert, falls dieser zu niedrig ist.

Alternative: mulchen

Falls Sie nicht auf klassische Düngerzugaben setzen wollen, sollten Sie die Clematis unbedingt mulchen. Das Mulchen erleichtert die Versorgung mit Nährstoffen und Feuchtigkeit, was eine Mulchschicht ideal für die Königin macht. Denn diese hat häufig mit Trockenheit und Unkraut zu kämpfen, was sich über das Mulchen auf ideale Weise lösen lässt. Der beste Zeitpunkt hierfür ist im Frühling und Mitte Herbst. Mulchen Sie die Waldreben wie folgt:

  • Standort mit Harke vorsichtig auflockern
  • falls vorhanden, Unkraut entfernen
  • Boden wieder ebnen
  • nun pro m² 40 g Hornmehl- oder Späne verteilen
  • das wirkt als effektives Düngemittel
  • Gesteinsmehl, gemahlene Eierschalen oder Muschelkalk ausbringen
  • zu guter Letzt eine Schicht Rindenmulch verteilen
  • Dicke: 5 bis 7 cm

Mehr müssen Sie für eine effektive Mulchschicht nicht tun. Über den Sommer sollten Sie diese immer ein wenig mit der Harke auflockern.

Rindenmulch

Tipp: Sie können sogar Ihre Exemplare im Kübel mulchen, wobei Sie darauf achten sollten, nicht zu viel Mulch zu verteilen. Eine kleine Schicht genügt hier völlig und erweist sich als hilfreicher Schutz vor einem Nährstoffverlust über den Winter.

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