Clematis im Kübel: Wissenswertes zur Pflege | Im Topf überwintern

Clematis Sorten sind unterschiedlich winterhart

Als farbenprächtige Kletterpflanze verschönert die Clematis so manche Hauswand oder Pergola. Die größten Blüten zeigen dabei die Hybridsorten, die in zahlreichen Farben erhältlich sind. Mit einer geschickten Sortenwahl können Sie viele Monate lang die Blütezeit genießen. Nicht jede Clematis ist winterhart. Viele Sorten lassen sich auch im Kübel kultivieren und erweitern damit das Einsatzgebiet der „Königin der Kletterpflanzen“.

Clematis im Kübel

Das richtige Gefäß

Damit Ihre Waldreben gut wachsen können brauchen die Wurzeln ausreichend Platz. Wählen Sie daher kein zu kleines Pflanzgefäß. Es sollte mindestens 30 Liter Fassungsvermögen haben, besser sind jedoch noch größere Pflanzgefäße. Fasst Ihr Gefäß 50 Liter oder mehr, dann können Sie zwei oder drei Pflanzen in verschiedenen Farben und/ oder mit unterschiedlichen Blütezeiten gemeinsam darin einpflanzen. Geeignet sind vor allem kompakt wachsende Sorten. Denken Sie auch an ein Rankgerüst. Es sollte etwa so hoch sein wie die ausgewachsene Pflanze.

Tipps zum richtigen Pflanzen

Achten Sie darauf, dass Ihr Pflanzgefäß ein Abflussloch im Boden hat, denn Waldreben vertragen keine Staunässe. Fehlt es, dann bohren Sie selbst vorsichtig eins hinein. Damit dieses Loch dauerhaft frei bleibt, legen Sie ein paar Tonscherben darüber oder füllen Sie eine Schicht mit grobem Kies in den Kübel. Verwenden Sie humose Kübelpflanzenerde, in schwerem Boden gedeiht die Clematis nicht gut.

Clematis 'Gipsy Queen'

Pflege

Gießen und düngen

Waldreben gelten als recht durstig, vor allem während der Blütezeit, daher sollten sie regelmäßig gegossen werden. Geben Sie ab März etwa alle zwei bis vier Wochen handelsüblichen Flüssigdünger in das Gießwasser. Im Spätsommer oder Herbst, wenn Ihre Waldreben ausgeblüht sind, können Sie das Düngen wieder einstellen.

Waldreben richtig schneiden

Für eine üppige Blüte ist ein Rückschnitt unerlässlich. Der Zeitpunkt variiert aber bei den einzelnen Sorten, ist jedoch weitgehend von der Blütezeit abhängig. Früh blühende Sorten schneiden Sie am besten direkt nach der Blüte zurück, also im Juni oder Juli. Waldreben, die zweimal im Jahr blühen, werden nach der ersten Blüten nur ausgeputzt (verwelkte Blüten entfernt) und erst im November oder Dezember zurückgeschnitten. Haben Sie eine Sorte gewählt, die erst im Sommer blüht, dann warten Sie mit dem Rückschnitt bis kurz vor dem ersten Frost oder auch bis zum zeitigen Frühjahr.

Überwintern

In einem Topf oder Kübel ist die Pflanze weit mehr dem Frost ausgesetzt als im Beet denn die Kälte erreicht den Wurzelballen von allen Seiten. Wichtig für das Überwintern im Garten sind daher die Wahl einer winterharten Sorte und ein guter Winterschutz.

Tipp: Wissen Sie nicht, welche Clematissorte Sie gekauft haben, dann überwintern Sie die Pflanze sicherheitshalber frostfrei.

Winterharte Weinreben:

  • Echte oder Gewöhnliche Waldrebe (bot. Clematis vitalba), winterhart bis ca. – 37 °C
  • Berg-Waldrebe (bot. Cl. montana), winterhart bis ca. – 20 ° C
  • Alpenwaldrebe (bot. Cl. alpina), blüht im April, oft Nachblüte oder zweite Blüte im August, winterhart bis ca. – 25 °C
  • Italienische Waldrebe (bot. Cl. viticella), blüht im Sommer, winterhart bis etwa – 25 °C
  • Staudenwaldrebe (bot. Cl. integrifolia, Cl. Recta), winterhart bis ca. – 25 °C
  • Japanische Waldrebe (Cl. Florida), winterhart bis ca. – 12 °C
  • Chinesische Waldrebe (Cl. armandii), bedingt winterhart bis ca. – 6 °C

Clematis

Winterschutz

Schützen Sie Kübel- und Topfpflanzen unbedingt von allen Seiten vor Frost, auch von unten. Am besten stellen Sie Ihre Weinrebe daher auf eine dicke Holzplatte, mehrere Schichten Pappe oder auf Styropor. Dann umwickeln Sie den kompletten Topf mit einer alten Decke, einigen ausgedienten Jutesäcken oder einer Luftpolsterfolie. Alle oberirdischen Pflanzenteile, sofern sie vorhanden sind, schützen Sie am besten mit speziellem Pflanzenvlies, das Sie locker um die Clematis wickeln und gut befestigen, damit es nicht unbeabsichtigt abrutschen kann.

Wichtig ist außerdem auch die Wahl des Standortes über den Winter. Sinnvoll ist ein windgeschützter Platz an der Hauswand oder neben einer Mauer, denn eisiger Wind durchdringt auch gewebte Materialien die Sie um die Pflanze gewickelt haben. Lediglich Luftpolsterfolie schützt zwar wirkungsvoll gegen diesen Wind, dafür behindert sie aber den Luftaustausch und fördert Schimmelbildung. Stellen Sie Ihre Clematis außerdem so hin, dass sie nicht zu viel Sonne abbekommt. Denn hier taut und gefriert der Boden recht häufig in relativ kurzer Zeit und dieser ständige Wechsel schadet der Zellstruktur von Pflanzen.

Winterquartier

Nicht winterharte Waldreben überwintern am besten frostfrei. Idealerweise herrschen im Winterquartier Temperaturen zwischen +5 °C und +15 °C, außerdem sollte es dort hell sein, wenn Ihre Clematis zu den immergrünen Sorten gehört. Ein kühler Wintergarten oder ein nur wenig beheiztes Gewächshaus sind gut geeignet. Bringen Sie Ihre Waldreben rechtzeitig vor den ersten Nachtfrösten in das Quartier, also wenn die Nachttemperaturen bei etwa+ 5°C liegen.

Pflege im Winter

Schon ab September brauchen Ihre Waldreben keinen Dünger mehr. Im Winter kann er mehr schaden als nützen. Beginnen Sie erst im März wieder mit dem Düngen. Die winterliche Pflege beschränkt sich also auf das Gießen. Einige Clematisarten werfen ihr Laub ab, andere sind immergrün. Alle brauchen im Winter nur wenig Flüssigkeit, immergrüne Sorten sind jedoch etwas durstiger als laubabwerfende. Geben Sie aber zu viel Wasser, dann kann die Wurzel leicht faulen und/ oder der Boden beginnt zu schimmeln. Kontrollieren Sie daher regelmäßig die Feuchtigkeit im Boden. Waldreben im Außenbereich sollten nur an frostfreien Tagen gegossen werden.

Clematis mit roter Blütenfarbe

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