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Dahlien vorziehen: so gelingt das Vortreiben

Dahlien vorziehen - Titel

Dahlien sind die absoluten Dauerblüher im sommerlichen Garten. Ihre Blüte beginnt im Juni und endet im November mit den ersten Frösten. Mit dem Vorziehen der Dahlien besteht allerdings auch die Möglichkeit die Blütezeit noch zu verlängern.

Auf den Punkt gebracht

  • Dahlien vorziehen und Blühdauer um einige Wochen verlängern
  • Vorkultur auf Fensterbank, Gewächshaus oder Frühbeet
  • bester Zeitpunkt Mitte Februar bis Anfang März
  • keine besonderen Ansprüche an das Substrat

Warum Dahlien vorziehen?

Dahlien sind nicht frosthart, daher können sie erst nach den letzten Frösten ins Freiland gepflanzt werden. Allgemein sollte dies erst nach den Eisheiligen Mitte Mai erfolgen. Allerdings besteht auch die Möglichkeit diese beliebten Sommerblüher vorzutreiben. Dadurch wird nicht nur die Blühdauer verlängert, indem die ersten Blüten schon Ende Mai oder Anfang Juni den Garten zieren, sondern das Dahlien vorziehen bringt noch weitere Vorteile mit sich:

  • großer Wachstumsvorsprung
  • eine üppigere Blütenbildung
  • Pflanzen sind robuster mit kräftigeren Trieben
  • kompakteres Wurzelwachstum vorhanden
  • schnelleres Anwachsen im Freiland
  • geringe Anfälligkeit gegen Schneckenbefall
  • da ältere Triebe bitteren Geschmack haben
  • diesen mögen Schnecken nicht

Mitunter kann es auch sein, dass bereits im Winterquartier bei zu hohen Temperaturen die Knollen schon weit vor dem Start der Gartensaison austreiben. Hier sollte schnell gehandelt werden, damit die Triebe nicht vergeilen und durch eine zu hohe Luftfeuchtigkeit Pilzinfektionen auftreten. Die Knollen können nicht mehr weiter eingelagert werden, sondern es muss umgehend eine Pflanzung in Töpfe erfolgen.

Dahlienzwiebeln
Dahlienzwiebeln

Hinweis: Junge Triebe können auch zur Stecklingsvermehrung von Dahlien genutzt werden.

Der richtige Zeitpunkt

Mit dem Vorziehen von Dahlien kann bereits Mitte Februar begonnen werden. Falls ein Frühbeet im Garten vorhanden ist, können die eingetopften Knollen dann im März dorthin umziehen. Hier sind die Dahlien durch eine Abdeckung aus Glas vor Frösten geschützt und gleichzeitig erfolgt die Aufheizung des Frühbeetes. Die Abdeckung kann dann tagsüber bei schönem Wetter an klaren Tagen geöffnet werden. Abends ist dann eine Schließung wieder notwendig. Es gibt zwei Möglichkeiten für die Anzucht im Frühbeet:

  • entweder Knollen in Töpfe setzen
  • diese in die Erde bündig einlassen oder
  • Knollen direkt ins Frühbeet pflanzen
  • Erde muss locker und nicht zu kalt sein

Kein spezielles Substrat

Beim Vorziehen stellen die Dahlien keine besonderen Ansprüche an die Erde. Sie muss nicht unbedingt sehr reich an Nährstoffen sein, aber

  • wasserdurchlässig
  • nicht zu Staunässe neigen und
  • nicht völlig ausgetrocknet sein

Falls die Erde krümelig und vollkommen trocken ist, ist es notwendig diese vor der Pflanzung aufzubereiten, da sie sonst keine Feuchtigkeit aufnehmen kann. Hier eine kurze Anleitung zur Behandlung der trockenen Erde:

  • Erde in Behältnis füllen
  • etwas Wasser zugeben
  • alles gut durchmischen
  • Behältnis abdecken
  • ein bis zwei Tage stehen lassen
  • zwischenzeitlich immer wieder durchmischen
  • bei Bedarf noch Wasser zugeben

Gut als Pflanzsubstrat zur Anzucht eignen sich:

  • Anzuchterde
  • Kübelpflanzerde oder
  • Mischung aus Blumenerde und Sand zu gleichen Teilen

Hinweis: Bei kleinen Knollen ist der Austrieb meist schwach. Um die Triebbildung zu erhöhen, sollte bei Knollen mit mindestens drei oder vier Trieben der Haupttrieb frühzeitig entfernt werden.

Anleitung: Dahlien vorziehen

Die Knollen werden in Töpfe gesetzt. Diese müssen dazu nicht sonderlich groß sein. Sie sollten allerdings mindestens eine Höhe von 10 bis 20 cm haben, damit die Knollen ausreichend Platz haben. Die Faustregel besagt: Je größer die Knolle, desto größer der Topf. Im Topfboden müssen Wasserabzugslöcher vorhanden sein, um Staunässe vorzubeugen. Das Eintopfen ist recht einfach:

Dahlien vorziehen
  • Tonscherbe auf Abzugsloch legen
  • Drainageschicht aus Kies oder Blähton einbringen
  • zwei Drittel des Topfes mit Erde füllen
  • Knolle einsetzen
  • Triebspitzen müssen nach oben zeigen
  • zwei bis drei Zentimeter Erdschicht auffüllen
  • Wurzelhals sollte dicht unter Erdoberfläche liegen
  • Topf leicht auf Tisch aufklopfen
  • dadurch Ausfüllung der Hohlräume im Topf
  • Erde nicht festandrücken
  • ebenfalls Knolle nicht tief runter drücken
  • im lockerem Erdsubstrat gutes Wurzelwachstum möglich

Falls die Dahlien später ihren Platz auf dem Balkon oder Terrasse finden sollten, können zum Vortreiben die Knollen gleich in die passenden Pflanztöpfe oder Kübel gesetzt werden. Der Durchmesser sollte dann mindestens halb so groß sein wie die Wuchshöhe der entsprechenden Dahlie. Der Pflanztopf kann dann nach den letzten Frösten im Mai ins Freie umziehen.

Hinweis: Große Knollen können geteilt werden. Jedes Stück muss dann mindestens ein Auge besitzen.

Standort wählen

Die Töpfe dürfen nicht zu kalt stehen, dann verzögert sich der Austrieb. Auf einem warmen Platz können die Pflanzen vertrocknen, da die Wurzeln noch nicht in der Lage sind, richtig Wasser aufzunehmen. Beim Aufstellen der Töpfe sollte daher folgendes beachtet werden, dann treiben die Knollen schon nach einigen Tagen aus:

  • heller, sonniger Platz
  • ideal Fensterbank, Wintergarten, Gewächshaus, helles Treppenhaus
  • Fenster sollte nach Osten oder Westen ausgerichtet sein
  • Temperaturen zwischen 12 bis 18 °C optimal
  • nicht unter 5 °C

Wenn die ersten Triebspitzen zu sehen sind, können die Töpfe bei schönem Wetter für einige Stunden ins Freie umziehen, müssen aber dann wieder ins Haus gebracht werden.

Dahlientriebe
Sobald die Triebe an der Zwiebel groß genug sind, können sie ins Freiland ausgepflanzt werden.

Richtig pflegen

Natürlich brauchen die Dahlien in Vorkultur auch eine entsprechende Pflege, damit sie gesund austreiben. Beachtet werden muss:

  • nach eintopfen nicht angießen
  • regelmäßig lüften
  • bei stehender Luft Pilzbefall an Knollen möglich
  • erst gießen, wenn Triebspitzen sichtbar sind
  • dann sparsame Wassergaben
  • keine Staunässe
  • Düngung erst Mitte Mai bei Auspflanzung

Hinweis: Die Pflanzung ins Freiland erfolgt dann Mitte Mai an einen vollsonnigen Platz mit humusreichem, lockeren, durchlässigen Boden. Dabei wird der gesamte Topfballen eingepflanzt.

Häufig gestellte Fragen

Was ist unter Vorziehen oder Vortreiben zu verstehen?

Dabei handelt es sich um eine Vorkultur. Diese erfolgt vor der eigentlichen Pflanzung an den endgültigen Standort im Garten. Angewendet wird diese Methode vorwiegend bei frostempfindlichen Pflanzen wie Gemüsepflanzen und nicht winterharten Blumensorten. Dabei werden diese für einen kurzen Zeitraum in Töpfen im Haus oder Frühbeet vorgetrieben. Die Auspflanzung ins Freiland erfolgt dann in der Regel nach den Eisheiligen Mitte Mai.

Wie lange brauchen Dahlien um auszutreiben?

Der Austrieb hängt ganz von den vorherrschenden Temperaturen ab. Im Freiland bei Pflanzung im Mai treiben die Dahlien innerhalb von vier bis sechs Wochen aus. Hingegen in Vorkultur im Haus sind erste Triebe schon nach einigen Tagen sichtbar.

Ist es ratsam die Knollen vor dem Pflanzen in Wasser zu tauchen?

Es gibt hier Meinungen, dass wenn die Knollen vor der Pflanzung, egal ob im Freiland oder bei Vorkultur, vorher für einige Stunden bis zu einem halben Tag in Wasser getaucht werden, der Austrieb schneller erfolgt. Hier scheiden sich jedoch die Geister, belegt ist es nicht wirklich. Es kann gemacht werden, muss aber nicht. Wichtig ist, dass anschließend die Knollen dann nicht noch gegossen werden. Sie können sonst schnell faulen.

Maria liebt die exotische Pflanzenwelt. Neben ihrem Zitronenbaum "John Lemon" findet man bei ihr Zuhause unter anderem auch ein Avocado-Bäumchen und eine Ananas-Pflanze.

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