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Gräser im Frühjahr schneiden

Diese 15 Gräser im Frühjahr schneiden

Wenngleich Gräser sehr pflegeleicht sind, sollten viele Arten einmal im Jahr geschnitten werden. Die Hauptschnitt-Zeitpunkte sind im Herbst und/oder Frühling. Erfahren Sie hier, welche der beliebtesten Gräser im Frühjahr zu schneiden sind. 

Video-Tipp

Auf den Punkt gebracht

  • Schnitt überwiegend in Bodennähe
  • erst im Frühjahr schneiden
  • altes Laub dient als Winterschutz
  • häufig nur Entfernung abgestorbener Halme
  • oder kompletter Rückschnitt über Boden

Gräser im Frühjahr schneiden B-G

Binsen (Juncus)

Immergrüne Binsen ähnlich optisch sehr dem herkömmlichen Gras, sind winterhart und mehrjährig. Sie sollten Sie im Frühjahr lediglich geschnitten schneiden, wenn Frostschäden, abgestorbene oder vertrocknete Stängel vorhanden sind.

Glieder-Binse (Juncus articulatus)
Glieder-Binse (Juncus articulatus)
  • Wuchs: aufrecht, horstig
  • Wuchshöhe: je nach Sorte zwischen 20 bis 200 Zentimeter
  • Standort: sonnig bis halbschattig; feucht bis nass
  • Besonderheiten: sehr robust und ausdauernd

Blaugrünes Schillergras (Koeleria glauca)

Diese Gräserart zählt zu den Süßgräsern und ist auch unter dem Namen „Blaugraue Kammerschmiele“ bekannt. Im Frühjahr sind ausschließlich abgestorbene Halme und Blattspitzen zu entfernen.

Blaugrünes Schillergras (Koeleria glauca)
Quelle: Salicyna, Koeleria glauca 2017-09-26 4337, Bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 4.0
  • Wuchs: dicht, kompakt, horstbildend
  • Wuchshöhe: 15 bis 30 Zentimeter
  • Standort: sonnig
  • Besonderheiten: extrem winterhart bis minus 34 Grad Celsius

Chinaschilf (Miscanthus sinensis)

Chinaschilf gehört zu den bekanntesten Gräsern. Beim Frühjahresschnitt sollten Sie es komplett büschelweise in Bodennähe abschneiden.

Feinhalm-Chinaschilf (Miscanthus sinensis 'Gracillimus')
Feinhalm-Chinaschilf (Miscanthus sinensis ‚Gracillimus‘)
  • Wuchs: aufrecht, horstig, rhizombildend, überhängend
  • Wuchshöhe: zwischen 40 und 350 Zentimeter (je nach Sorte)
  • Standort: sonnig
  • Besonderheiten: bildet Wedel; kommt gut mit Trockenheit zurecht; ideal als Sichtschutz geeignet

Tipp: Das Chinaschilf wird häufig mit dem Elefantengras verwechselt. Ein eindeutiges Unterscheidungsmerkmal ist die Rhizombildung, die Sie nur beim Chinaschilf finden.

Elefantengras (Sorghum nigricans)

Elefantengras wird im Freien, aber auch als Zimmerpflanze kultiviert. Weil es verhältnismäßig spät austreibt, kann der Rückschnitt bei Gartenexemplaren in Bodennähe bis April erfolgen. Wichtig: Es dürfen noch keine Jungtriebe zu sehen sein.

  • Wuchs: aufrecht, horstig, dicht, schnellwachsend
  • Wuchshöhe: 300 bis 400 Zentimeter
  • Standort: Sonne bis Halbschatten
  • Besonderheiten: Hautkontakt bei Sonnenlicht kann allergische Hautreaktionen hervorrufen; idealer Sichtschutz

Goldleistengras (Spartina pectinata)

Das Goldleistengras eignet sich optimal für eine Bepflanzung von Teichrändern, über die sich die Blüten und Blätter leicht hinwegneigen. Auch diese Art sollten Sie wie die Elefanten- und Chinagräser im Frühjahr büschelweise über dem Boden abschneiden.

Goldleistengras (Spartina pectinata)
Quelle: Daderot, Spartina pectinata – Berlin Botanical Garden – IMG 8580, Bearbeitet von Plantopedia, CC0 1.0
  • Wuchs: ausladend, aufrecht; überhängend; horst- und ausläuferbildend
  • Wuchshöhe: 150 bis 200 Zentimeter
  • Standort: sonnig
  • Besonderheiten: blüht ab Spätsommer; goldfarbene Herbstfärbung

Von J-P

Japan-Zwergschilf (Hakonechloa macra)

Dieses Süßgras mag in der Regel keine umfangreichen pflegerischen „Eingriffe“, aber dennoch sollten Sie im ersten Jahresdrittel die braun gewordenen Blätter knapp über dem Boden abschneiden.

Japan-Zwergschilf (Hakonechloa macra)
Das Süßgras stammt ursprünglich von Felsklippen aus dem Gebirgswald und wird deshalb häufig auch als „Japan-Berggras“ bezeichnet.
  • Wuchs: bodendeckend, niedrigwachsend, ausladend, überhängend, horst- und ausläuferbildend
  • Wuchshöhe: 30 bis 50 Zentimeter
  • Standort: absonnig bis halbschattig
  • Besonderheiten: kalktolerant bis kalkempfindlich; gelb-bronzefarbene Herbstfärbung

Lampenputzergras (Pennisetum alopecuroides)

Für einen echten Hingucker im Staudenbeet sorgt das Lampenputzergras durch die fedrigen Blütenstände. Im Frühjahr folgt ein vollständiger Rückschnitt etwa eine Handbreit über der Erdoberfläche.

Lampenputzergras (Pennisetum alopecuroides)
  • Wuchs: überhängend, horstbildend
  • Wuchshöhe: 30 bis 150 Zentimeter
  • Standort: sonnig bis absonnig; mäßig trocken bis frisch; sandig bis lehmig
  • Besonderheiten: kalktolerant; Blütenfarben in weiß, rosa, braun erhältlich; Herbstfärbung

Moskitogras (Bouteloua gracilis)

Hierbei handelt es sich um ein außergewöhnliches Ziergras, das durch die libellenähnlichen Blütenähren besticht. Es gehört zu den Gräsern, die unbedingt erst im Frühjahr zu schneiden sind, damit sich kein Wasser in den Halmen stauen kann.

Moskitogras (Bouteloua gracilis)
Quelle: Pethan, Bouteloua gracilis01, Bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 3.0
  • Wuchs: aufrecht, horstbildend
  • Wuchshöhe: 20 bis 40 Zentimeter
  • Standort: sonnig; trocken bis frisch; sandig bis lehmig
  • Besonderheiten: winterhart; ideal für Steingärten geeignet; spät austreibend; sehr robust

Pampasgras (Cortaderia selloana)

Eines der beliebtesten Gräser ist das Pampasgras. Abgetrennt werden im Frühjahr nahe dem Boden alte Stängel mit Fruchtständen und gegebenenfalls der gesamte Blattschopf.

Pampasgras (Cortaderia selloana)
  • Wuchs: horstbildend, aufrecht, leicht überhängend
  • Wuchshöhe: zwischen 80 und 250 Zentimeter
  • Standort: sonnig; sandig bis lehmig; mäßig trocken bis frisch
  • Besonderheiten: imposantes Erscheinungsbild; kalktolerant; pompöser Wedelwuchs, deshalb gern als Dekoration in Vasen verwendet

Pfeifengras (Molinia caerulea)  

Das Pfeifen-, auch Bentgras genannt, ist sehr pflegeleicht und bietet optisch ein elegantes Erscheinungsbild. Jedes Frühjahr ist ein kräftiger Rückschnitt von Samenständen und den letztjährigen Halmen erforderlich.

Kleines Pfeifengras (Molinia caerulea 'Moorhexe')
Molinia caerulea ‚Moorhexe‘
  • Wuchs: überhängend, horstbildend
  • Wuchshöhe: 40 bis 80 Zentimeter
  • Standort: sonnig bis halbschattig; frisch-feucht
  • Besonderheiten: grün-violette Blütenähren; kalktolerant

Von R-Z

Riesenschilf (Arundo donax)

Dieses wärmeliebende Gras findet häufig als Sichtschutz Einsatz und zeichnet sich insbesondere durch die fedrigen, bis zu 70 Zentimeter langen Blütenrispen aus. Im zeitigen Frühling sollten Sie die Halme etwa 20 Zentimeter über dem Boden abschneiden. 

Riesenschilf (Arundo donax)
Seinen stabilen und robusten Halmen verdankt das Riesenschilf häufig auch die Bezeichnung „Pfahlrohr“.
  • Wuchs: aufrecht, überhängend, horst- und rhizombildend
  • Wuchshöhe: 300 bis 400 Zentimeter
  • Standort: vollsonnig bis sonnig; frisch bis feucht; sandig bis lehmig
  • Besonderheiten: auch für Kübel geeignet; wintergrün

Rutenhirse (Panicum virgatum)

Die Rutenhirse ist vor allem unter den Einsteigern sehr beliebt, weil sie sehr pflegeleicht und anspruchsvoll ist. Das Gras wird im zeitigen Frühjahr eine Handbreit über dem Boden zurückgeschnitten.

Rutenhirse (Panicum virgatum)
Panicum virgatum ‚Fontäne‘
  • Wuchs: aufrecht, horstbildend
  • Wuchshöhe: 60 bis 210 Zentimeter
  • Standort: sonnig; frisch bis mäßig feucht; sandig bis lehmig
  • Besonderheiten: goldgelbe bis kupferrot leuchtende Herbstfarben; kalktolerant

Seggen (Carex)

Das Sauergrasgewächs umfasst über 2000 Arten. Der Frühjahresschnitt besteht lediglich aus dem Ausputzen zu dicht gewachsener sowie vertrockneter Halme. 

Japan-Segge (Carex morrowii)
Japan-Segge „Ice Dance“ (Carex morrowii)
  • Wuchs: horstig, buschig-ausladend
  • Wuchshöhe: je nach Sorte zwischen 20 und 150 Zentimeter
  • Standort: Sonne, Halbschatten, Schatten; frisch-feuchte Erde
  • Besonderheiten: sehr langlebig, anpassungsfähig und robust; wintergrün

Hinweis: Hierzulande gehörten die Japan-Gold-Segge (Carex oshimensis) und die Riesensegge (Carex pendula) zu den beliebtesten Arten.

Strandhafer (Ammophila arenaria)

Das Süßgras wird auch als Küstengras bezeichnet und bringt Nordsee-Feeling in den heimischen Garten. Abgetrennt werden im Frühjahr nur braune, alte Blätter.

Strandhafer (Ammophila arenaria)
  • Wuchs: bogig, schmal und schlank, dicht
  • Wuchshöhe: 60 bis 150 Zentimeter
  • Standort: Sonne; trocken bis frisch; durchlässig; sandig
  • Besonderheiten: wintergrün; Blattfarbe blau-grün bis silbergrau

Zittergras (Briza)         

Das Zittergras wird gern als Teichumrandung im trockeneren Bereich gepflanzt und begeistert durch die herzförmigen Blütenähren. Der Rückschnitt gelingt am besten, indem Sie die Halme zu Büscheln binden und kurz über dem Boden abschneiden.

Zittergras (Briza media 'Limouzi')
Briza media ‚Limouzi‘
  • Wuchs: aufrecht, horst- und rhizombildend
  • Wuchshöhe: 20 bis 40 Zentimeter; Blütenähren bis 80 Zentimeter
  • Standort: sonnig bis absonnig; steinig bis lehmig; trocken bis frisch
  • Besonderheiten: zierliche Blütenstände; blau-grüne Blattfarbe; wintergrün; kalkliebend

Häufig gestellte Fragen

Warum sollten man Gräser überhaupt im Frühjahr schneiden?

Der Hauptgrund der meisten Gräser ist der Kälteschutz, den die Halme bieten. Deshalb werden sie im Herbst stehengelassen und erst im Frühjahr geschnitten, wenn lange Kältezeiten vorüber sind. Der Frühjahresschnitt ist bei den oben genannten Gräsern auch erforderlich, um Platz für den Neuaustrieb zu schaffen und eventuelle unansehnliche Frostschäden zu entfernen. Des Weiteren kann ein Rückschnitt natürlich auch der Reduzierung der Größe beziehungsweise des Umfangs dienen.

Wann ist die beste Schnittzeit im Frühjahr für Gräser?

Der beste Schnitttermin liegt noch vor dem ersten Austrieb. Das Schneiden sollten Sie bis dahin erledigt haben, weshalb sich für die meisten Gräserarten der Zeitraum zwischen Mitte Februar und Mitte März am besten eignet. Beim Lampenputzergras liegt dieser allerdings erst bei Mitte April.

Was passiert, wenn Gräser trotzdem im Herbst geschnitten werden?

Durch den dann fehlenden Kälteschutz besteht ein erhöhtes Risiko für Erfrierungen, die schlimmstenfalls zum Absterben der Gräser führen können.

Autor
Mirko ist zwar studierter Anglist, beherrscht aber auch die Sprache der Pflanzen perfekt. Er wuchs quasi im Schrebergarten seiner Großeltern auf und verbringt den Großteil seiner Freizeit in der Natur, wenn er nicht gerade schreibt.

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