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Ist Dill Lichtkeimer oder Dunkelkeimer?

Ist Dill Lichtkeimer oder Dunkelkeimer?

Dill gehört zu den beliebtesten Kräutern in der Küche. Beim Aussäen sind Standort, Boden und die Saattiefe entscheidend. Daher stellt sich die Frage, ob Dill ein Lichtkeimer oder Dunkelkeimer ist. Die Antwort finden Sie hier.

Video-Tipp

Auf den Punkt gebracht

  • Dill beim Aussäen als Lichtkeimer behandeln
  • nicht mit Erde bedecken
  • Vorziehen nicht empfehlenswert
  • ab April breitwürfig säen
  • dabei auf richtige Temperaturen achten

Licht- und Dunkelkeimer

Die Begriffe Lichtkeimer und Dunkelkeimer beziehen sich auf Lichtverhältnisse, die die Samen brauchen, um die Keimsperre zu überwinden. Werden Dunkelkeimer direktem Licht ausgesetzt, führt dies zu Keimhemmung. Liegen Lichtkeimer zu tief in der Erde, bekommen sie zu wenig Licht und beginnen nicht zu keimen. Dreh- und Angelpunkt für eine erfolgreiche Keimung ist daher die Saattiefe. Als allgemeine Faustregel für die Erdschicht über den Samen gilt:

  • Lichtkeimer: maximale Höhe der bedeckenden Erde entspricht der Dicke der Samen
  • Dunkelkeimer: doppelt so tief einsetzen, wie die Samen hoch sind

Weitere Pflege-Tipps rund um Dill

Dillsamen

Frau schüttet Dillsamen aus Tüte auf Hand

In Fachkreisen scheiden sich an der Frage, ob Dill ein Lichtkeimer oder ein Dunkelkeimer ist, regelmäßig die Geister. Da Dillsamen jedoch nur wenige Millimeter groß und damit sehr klein sind, ist Gartendill (bot. Anethum graveolens var. hortorum) den Lichtkeimern zuzuordnen. Außerdem schaffen es die zarten Keimlinge der Dillpflanzen nicht, sich durch eine dicke Erdschicht nach oben zu kämpfen.

Dill aussäen

Sie können Dill sowohl im Topf als auch im Freiland aussäen. Da das Kraut jedoch empfindlich auf Umpflanzen reagiert, wird vom Vorziehen von Jungpflanzen abgeraten. Bei der Direktaussaat ins Beet gehen Sie wie folgt vor:

  • Boden auflockern, Steine und Unkraut entfernen
  • breitwürfig aussäen
  • Aussaat in der Reihe: flach, Reihenabstand gut 20 Zentimeter
  • schwemmend gießen (sorgt für Bodenhaftung)
Dill im Beet aussäen

Nach dem Aussäen halten Sie das Beet feucht. Entfernen Sie aufkommendes Unkraut sofort, da es Anethum graveolens am Wachstum hindert.

Tipp: Da bei Dillkeimlingen die Gefahr der Fusariumwelke besteht, sollten Sie dem Küchenkraut jedes Jahr einen neuen Standort geben. Dies verringert die Infektionsgefahr, da sich der Pilz meist im Boden befindet.

Zeitpunkt

Der richtige Zeitpunkt zum Aussäen von Dill richtet sich nach der Außentemperatur. Für die erste Aussaat im Frühjahr muss sie

  • mindestens +15 °C betragen
  • über einen Zeitraum von zwei bis vier Wochen

Nach dem Kalender sind diese Bedingungen ab April gegeben. In milden Gegenden kann die Aussaat bereits im März erfolgen. In rauen Lagen sollten Sie Dill erst ab Mitte Mai aussäen, damit die Samen durch späte Nachtfröste keinen Schaden nehmen.

Hinweis: Im weiteren Jahresverlauf können Sie Dillsamen im Abstand von drei Wochen bis August aussäen. Im Sommer darf die Temperatur jedoch +30 °C nicht überschreiten.

Nachbarpflanzen für Dill

Mann wässert Beet, auf dem Dill zusammen mit Zwiebeln und Möhren wächst
Dill verträgt sich im Gemüsebeet bzw. mit Kräutergarten mit dem Großteil der potentiellen Nachbarn.

Zu den guten Nachbarn von Dill gehören:

Auf eine Nachbarschaft zu Schnittlauch und Kartoffeln sollten Sie verzichten. Diese Gewächse ziehen Nematoden an, die die Dillpflanzen befallen können. Fenchel ist ebenfalls kein guter Nachbar. Da sich die Pflanzen gegenseitig bestäuben, gedeihen sie schlecht und verlieren ihren typischen Geschmack. Des Weiteren bestehen Unverträglichkeiten mit Kümmel, Kresse und Basilikum. Eine Mischkultur mit Kürbis ist ebenfalls nicht zu empfehlen, da Dill dessen Wachstum hemmt.

Mehr Artikel über Mischkulturen im Kräuterbeet

Häufig gestellte Fragen

Wann säe ich Dill für den Topf aus?

Soll Dill im Topf auf der Fensterbank gezogen werden, können Sie die Samen ganzjährig aussäen. Verwenden Sie ein hohes Pflanzgefäß, da das Küchenkraut eine in die Tiefe wachsende Pfahlwurzel ausbildet.

Was mache ich bei drohendem Nachfrost?

Drohen Nacht- oder Spätfröste, schützen Sie die ausgesäten Dillsamen mit einem Pflanzenschutzvlies vor der Kälte. Diese Maßnahme sollten Sie auch ergreifen, wenn sich die Temperaturen in Richtung Gefrierpunkt bewegen.

Wie ernte ich Dillsamen?

Dillsamen entwickeln sich aus den gelben Doldenblüten des Küchenkrauts. Haben die Samenkapseln eine braune Farbe angenommen, sind sie bereit für die Ernte. Schneiden Sie die Blüten ab. Danach hängen Sie sie kopfüber auf. Zum Auffangen der Samen stülpen Sie eine Papiertüte über die Dillblüten.

Autor
Mirko ist zwar studierter Anglist, beherrscht aber auch die Sprache der Pflanzen perfekt. Er wuchs quasi im Schrebergarten seiner Großeltern auf und verbringt den Großteil seiner Freizeit in der Natur, wenn er nicht gerade schreibt.
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