Dipladenia (Mandevilla, Sundaville) überwintern – so geht’s

Dipladenia (Mandevilla, Sundaville) richtig überwintern

Wenn es draußen kälter und die Tage kürzer werden, ist es Zeit, kälteempfindliche Pflanzen wie die Dipladenien Mandevilla und Sundaville ins Haus zu holen. Ihre traumhaften, trichterförmigen Blüten machen diese lianenartigen Kletterer vom Mai bis zum Spätherbst zu einem dekorativen Hingucker im Garten, auf Balkon und Terrasse. Formen und Farben der Blüten können von Sorte zu Sorte variieren. In der Pflege, insbesondere beim Überwintern, sind sie sich jedoch sehr ähnlich.

Überwinterung vorbereiten

Sowohl Dipladenia Mandevilla als auch Dipladenia Sundaville, ein Mandevilla-Hybrid, sind in unseren Breitengraden nicht winterhart. Folglich können sie nicht im Garten überwintern und müssen rechtzeitig ins Winterquartier umziehen, auf jeden Fall noch vor dem ersten Frost. Solange tagsüber und vor allem nachts Plusgrade vorherrschen, kann man die Blütenpracht der Mandevilla auch noch im Herbst im Freien genießen. Dabei sollte man insbesondere auf verfrühte Nachtfröste achten.

Um kein Risiko einzugehen, kann man sie zum Schutz vorsichtshalber die Nacht über mit einem Vlies umwickeln, denn bereits geringe Minusgrade von 1-2 Grad können die Dipladenia empfindlich schädigen und dazu führen, dass große Teile der Pflanze absterben. In der Regel ist es natürlich besser, diese blühfreudige Kletterpflanze frühzeitig ins Winterquartier zu bringen. Am besten holt man sie Ende Oktober bzw. sobald die Nachttemperaturen unter 8 Grad fallen ins Haus, wo sie eine Ruhephase einlegen.

Tipp: Vor dem Einräumen sollte man die Pflanzen auf einen möglichen Schädlingsbefall kontrollieren und diesen, falls vorhanden, schnellstens beseitigen.

Dipladenia braucht das richtige Winterquartier

Winterquartier

Bedingungen im Winterquartier

Klassische Quartiere, die Dipladenia Mandevilla oder Sundaville zu überwintern, sind wenig beheizbare Gewächshäuser und Wintergärten, hier ist der Lichteinfall am höchsten. Diese exotischen Pflanzen sind immergrün, was bei der Überwinterung berücksichtigt werden sollte.

  • auch in der kalten und dunklen Jahreszeit für ausreichend Tageslicht sorgen
  • vor direkter und greller Sonneneinstrahlung durch entsprechende Beschattung schützen
  • dunkle Räume ohne Fenster, wie Keller oder Treppenhäuser komplett ungeeignet
  • derart ungünstige Bedingungen führen zur Bildung sogenannter Geiltriebe
  • diese langen, dünnen und kraftlosen Triebe immer wieder herausschneiden
  • falsche Überwinterung erhöht die Anfälligkeit gegenüber Krankheiten und Schädlingen
  • mit Fenstern ausgestattete Keller und Treppenhäuser eher unproblematisch
  • bei zu wenig Tageslicht ergänzend Tageslichtlampen einsetzen
  • warme Wohnzimmer als Quartier für den Winter ungeeignet
  • Folgen wären weniger Blüten in der nächsten Saison oder das Ausbleiben der Blüte
  • besteht keine andere Möglichkeit, immer den hellsten und kühlsten Raum der Wohnung wählen

Dipladenia mit weißer Blütenfarbe

Grundsätzlich sollte der ideale Winterstandort für Mandevilla und Sundeville kühl und hell sein ohne direkte Sonneneinstrahlung und bei möglichst konstanten Temperaturen zwischen 10 und 15 Grad. Zugluft ist unbedingt zu vermeiden. Wärmer als 15 Grad sollte es nicht sein. Eine helle Überwinterung ist wichtig, weil diese Kletterpflanze zu den immergrünen Gewächsen gehört und infolgedessen auch im Winter ihr Laub nicht verliert.

Pflege

Pflegemaßnahmen im Winter

Auch wenn die Dipladenia im Winter in den Ruhemodus geht, benötigt sie während dieser Zeit ein gewisses Maß an Pflege, allerdings in abgeschwächter Form. Die Pflege beschränkt sich in der Regel aufs Gießen, denn das Düngen wird komplett eingestellt. Der Wasserbedarf ist jetzt deutlich geringer, sodass nur sehr sparsam und sporadisch gegossen werden muss. Das Substrat kann etwas trockener gehalten werden, sollte aber nicht vollständig austrocknen. Werden Mandevilla oder Sundaville dunkel überwintert, ist das Wässern komplett einzustellen.

Was beim Überwintern unbedingt vermieden werden sollte, ist Staunässe, darauf reagiert diese Pflanze sehr empfindlich. Ein Feuchtigkeitsmesser kann ein gutes Hilfsmittel beim Gießen sein, er zeigt an, wann wieder gegossen werden muss. Darüber hinaus ist auf eine erhöhte Luftfeuchtigkeit zu achten, die sich durch das gelegentliche Besprühen mit einem Pflanzensprüher erzeugen lässt. Auch die regelmäßige Kontrolle der Pflanzen auf Krankheiten oder einen Schädlingsbefall sollte während der kompletten Dauer der Überwinterung nicht vernachlässigt werden.

Dipladenia erst nach der Blütezeit schneiden

Tipp: Wird zu viel gegossen, kann es passieren, dass sowohl Mandevilla als auch Sundaville Blätter verlieren. Passt man das Gießverhalten entsprechend an, besteht kein Grund zur Beunruhigung. Problematisch wird es, wenn die Wurzel betroffen ist bzw. bereits Schaden genommen hat.

Schneiden

Vor oder nach Überwinterung schneiden?

Die Dipladenia ist eine sehr schnittverträgliche Pflanze, was jedoch nicht bedeutet, dass sie in jedem Fall auch geschnitten werden muss. Überwintert sie hell und kühl, muss sie nicht zwangsläufig zurückgeschnitten werden. Anders sieht es aus, wenn sie zu groß geworden ist, verjüngt werden muss oder nur ein dunkler Raum zum Überwintern zur Verfügung steht. Grundsätzlich kann dieser Exot vor, nach und sogar während der Überwinterung verschnitten werden. Schnittmaßnahmen während der Winterruhe sollten dabei nicht die Regel, sondern eher die Ausnahme bzw. eine Notlösung sein, beispielsweise wenn es im Winterquartier zu vermehrtem Blattfall kommt.

Rückschnitt

Rückschnitt vor dem Einwintern

Teilweise wird empfohlen, die Dipladenia vor dem Einräumen ins Winterquartier zu schneiden. Da  diese Pflanze ausschließlich an den frischen, diesjährigen Trieben blüht, kann ein Rückschnitt zu diesem Zeitpunkt durchaus sinnvoll sein.

  • für den Schnitt unbedingt das Ende der Blütezeit abwarten
  • Pflanzen können bis auf ein Drittel der Gesamthöhe eingekürzt werden
  • man kürzt überlange Triebe und jene, mit nur wenigen Blättern und Blüten
  • von einem zu radikalen Schnitt ist abzuraten
  • Pflanzen erleiden im Winter meist den einen oder anderen Schaden
  • das macht Schnittmaßnahmen im darauffolgenden Frühjahr erforderlich
  • am Tag des Rückschnitts sollte es möglichst trocken sein
  • so kann, der in der Pflanze enthaltene Milchsaft schneller trocknen
  • das minimiert wiederum die Gefahr eines Schädlings- oder Pilzbefalls

Nach dem Überwintern schneiden

Ein Rückschnitt nach der Überwinterung bzw. vor dem Auswintern sollte etwa im Februar, auf jeden Fall aber vor dem neuen Austrieb erfolgen. Er kann schwach, zum Zwecke der Verjüngung auch stärker ausfallen. Art und Ausmaß der Schnittmaßnahmen entsprechen denen vor dem Einwintern, sodass auch hier sämtliche Triebe bis auf ein Drittel eingekürzt werden können. Je früher der Rückschnitt erfolgt, desto früher kann man sich an den grazilen Blüten erfreuen. Nach einem kräftigeren Rückschnitt zeigt diese edle Pflanze einen kompakteren Wuchs, bildet viele starke Triebe und blüht umso üppiger.

Tipp: Unabhängig davon, ob vor oder nach der Winterruhe verschnitten wird, sollten bei jeglichen Schnittmaßnahmen unbedingt Handschuhe getragen werden, denn die zu den Hundsgiftgewächsen zählende Dipladenia ist in allen Pflanzenteilen giftig.

Auswintern

Aufgrund der geringen Kältetoleranz von Mandevilla und Sundaville endet die Überwinterung etwa im Mai. Um zu verhindern, dass sie einen Wärmeschock erleiden, sollten sie sehr behutsam an höhere Temperaturen und Sonne gewöhnt werden.

Dipladenia mit trichterförmigen Blüten

  • dazu ab Februar an einen ca. 2-3 Grad wärmeren und hellen Platz stellen
  • das kündigt der Pflanze das nahende Ende der Winterruhe an
  • Wuchs und Blütenbildung werden angeregt
  • ab März/April erstmals etwas verdünnten Flüssigdünger mit dem Gießwasser verabreichen
  • langsam wieder etwas mehr gießen
  • je nach Grad der Durchwurzelung, Pflanze vor dem Auswintern umtopfen
  • unmittelbar nach dem Umtopfen keine Düngung erforderlich
  • Wurzelballen vor dem Eintopfen etwas aufrauen
  • das erleichtert den Feinwurzeln das Anwachsen
  • beim Eintopfen, ein Spalier oder andere Kletterhilfe in den Topf einsetzen

Bevor man die Pflanze nach den Eisheiligen wieder dauerhaft nach draußen stellen kann, sollte man sie durch eine kurze Eingewöhnungsphase behutsam an die veränderten Bedingungen gewöhnen. Dazu stellt man sie in den ersten beiden Wochen an ein halbschattiges und geschütztes Plätzchen auf den Balkon oder die Terrasse. Kühlen die Temperaturen nachts noch stark ab, kann es sinnvoll sein, die Pflanze anfangs nur tagsüber raus zu stellen. Nach dieser kurzen Eingewöhnungsphase können die Pflanzen an ihren endgültigen Platz.

Probleme beim Überwintern

Blattverlust

Auch wenn diese Kletterpflanzen in der Regel recht anspruchslos sind, kann gerade beim Überwintern das eine oder andere Problem auftreten. Häufig kommt es kurz nach dem Umzug der Dipladenia ins Winterquartier zu verstärktem Blattverlust. In den meisten Fällen ist das kein Grund zur Sorge, sondern aufgrund der Temperaturunterschiede zwischen Freilandaufenthalt und Winterquartier sowie der geringeren Lichtausbeute ein ganz natürliches Verhalten. Spätestens im Frühjahr treiben diese Pflanzen zuverlässig wieder aus.

Zu viel Wasser

Kritisch kann es dagegen werden, wenn während der Winterruhe zu viel gegossen wird. Je nach Art der Überwinterung können Menge und Häufigkeit der Wassergaben variieren. Grundsätzlich sollte umso weniger gegossen werden je kühler das Quartier ist. Wird dunkel überwintert, kann man das Gießen meist komplett einstellen.

Lichtmangel

Bildet die Pflanze viele sogenannte Geiltriebe, ist das Indiz dafür, dass sie zu dunkel steht, was oft auch einen Schädlingsbefall nach sich zieht. Diese Geiltriebe sollten herausgeschnitten werden, sie kosten der Pflanze unnötig Kraft. Auch gelbe Blätter können die Folge von Lichtmangel sein.

Dipladenia mit roten Blüten

Schädlingsbefall

Kommt es im Winter zu Schädlingsbefall, beispielsweise durch Schildläuse, Wollläuse oder Spinnmilben, kann das auch an einer zu niedrigen Luftfeuchtigkeit liegen. Um dem entgegenzuwirken, sollte man das Winterquartier regelmäßig lüften und die Pflanzen ab und zu mit handwarmem Wasser besprühen. Stellt man die Dipladenia in eine mit grobem Kies und Wasser gefüllte Schale oder einen Untersetzer, kann das die Luftfeuchtigkeit entsprechend erhöhen.

Blattverfärbungen an älteren Trieben

Ältere Triebe zeigen hin und wieder gelblich verfärbte Blätter, die letztendlich abfallen. Auch das ist eine ganz normale Alterserscheinung und tritt vor allem dann auf, wenn die betreffende Pflanze nicht oder nur selten verschnitten wurde. Die alten Triebe vergreisen, verkahlen von unten her und bilden nur noch im oberen Bereich Blüten aus. Ein kräftiger Rückschnitt kann in der Regel Abhilfe schaffen und die Pflanze zur Bildung neuer Triebe und einer üppigeren Blütenfülle anregen.

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