Dipladenia zurückschneiden - Titel

Die rankende Schönheit aus den tropischen Gebieten Südamerikas verzaubert während der Sommermonate mit ihren trichterförmigen Blüten. Dipladenien können gut überwintert werden. Allerdings ist nach der Winterruhe ein Zurückschneiden der Dipladenia notwendig.

Auf den Punkt gebracht

  • Dipladenia ist nicht winterhart, Überwinterung im Haus bei 5 bis 10 °C
  • Dipladenien sind sehr schnittverträglich
  • verschiedene Schnittarten möglich
  • beste Zeitpunkt für einen Rückschnitt der überwinterten Pflanzen ist im Februar / März
  • nur scharfes Werkzeug zum Zurückschneiden verwenden

Warum Rückschnitt notwendig?

In der Regel werden die im Handel erhältlichen Pflanzen mit einem Stauchmittel, auch als Wachstumshemmer bekannt, behandelt, damit sie klein und gedrungen bleiben. Jedoch lässt dieses Mittel nach einer erfolgreichen Überwinterung nach. Dann kann eine Dipladenia, welche auch als Mandevilla bezeichnet wird, schnell eine Höhe von 300 Zentimeter erreichen. Meist erfolgt dann ein Rückschnitt, um die Größe zu regulieren. Daneben gibt es allerdings noch andere Gründe, um die Pflanze zurückzuschneiden:

  • zur Vorbeugung der Verkahlung der Pflanzen
  • um einen buschigen Wuchs zu erzielen
  • um vermehrte Blütenbildung anzuregen
  • zur Vorbereitung auf den Winter
  • bei Krankheits- und Schädlingsbefall

Hinweis: Eine Mandevilla kann im Haus hell bei Temperaturen zwischen 5 und 10 °C problemlos überwintert werden.

Anleitung zum Zurückschneiden

In der Regel sind Dipladenien sehr pflegeleicht und vertragen das Zurückschneiden gut. Bei einem Rückschnitt muss generell jedoch einiges beachtet werden:

Dipladenia (Mandevilla, Sundaville) richtig überwintern
  • Pflanze im Freien zurückschneiden
  • Milchsaft verunreinigt Teppiche, Holz und Natursteine
  • Topf auf Folie/Zeitungspapier stellen
  • kein Rückschnitt bei Regen oder trockener Witterung
  • sonst schlechte Wundheilung und
  • leichtes Eindringen von Krankheitskeimen möglich
  • Triebe nicht quetschen
  • glatte Schnitte ausführen
  • Schnittstelle nicht aufreißen
  • Schere stets 1 bis 2 mm über nach außen gerichtetem Auge ansetzen
  • scharfes Werkzeug verwenden
  • beim Schneiden Handschuhe tragen
  • austretende giftige Milchsaft kann Hautreizungen hervorrufen
  • Hände nach dem Schneiden gründlich waschen

Hinweis: Die Dipladenia gehört zu den Hundsgiftgewächsen. Alle Pflanzenteile sind giftig und enthalten einen weißen Milchsaft.

Verschiedene Schnittarten

Um eine Dipladenia wieder richtig in Form zu bringen und zugleich damit einen Grundstein für eine gesunde Entwicklung, Wuchs und üppige Blütenbildung zu schaffen, gibt es verschiedene Möglichkeiten für einen Rückschnitt:

Pflege- und Erhaltungsschnitt

Dieser erfolgt einmal im Jahr nach der Winterruhe. Der optimale Zeitpunkt ist das zeitige Frühjahr, im Februar/März bevor die Pflanzen neu austreiben. Durch diesen Schnitt bleibt die Dipladenia schön kompakt und es wird daneben die Bildung neuer Triebe und Blütenknospen angeregt. Dipladenien bilden Blütenknospen immer an diesjährigen Trieben. Daher werden:

  • alle abgestorbenen Triebe an der Basis komplett entfernt
  • alle vorjährigen und abgeblühten Triebe zurückgeschnitten
  • Seiten- und Haupttriebe um die Hälfte eingekürzt
  • Triebe bis auf zwei Knospen- oder Blattpaare gekürzt
Dipladenia mit trichterförmigen Blüten

Soll die Pflanze jedoch ihre ursprüngliche Größe behalten, werden einfach nur die Seitentriebe gekürzt und die Haupttriebe behalten ihre Größe.

Formschnitt

Dieser Schnitt kann während des ganzen Jahres erfolgen, auch während der Blütezeit. Hier können zu lange Ranken gekürzt werden. Jedoch muss dabei beachtet werden, dass die Blüten an den diesjährigen Trieben erscheinen. Vielleicht sollten dann zu lange Triebe lieber an der Rankhilfe eine Befestigung finden. Daneben gehört auch das Ausputzen der verwelkten Blüten zum Formschnitt, auch wenn die Schlingpflanze selbst reinigend ist. Allerdings dauert der Abwurf der verwelkten Blüten etwas länger und es kann dann schnell zu einer Samenbildung kommen.

Verjüngungsschnitt

Falls die Pflanze zu groß geworden ist oder mit der Zeit verkahlt, kann ein Verjüngungsschnitt diese wieder neu aufbauen. Allerdings wird es bei einem solchen Radikalschnitt zu einer späteren Blüte im Jahr kommen. Dafür fällt diese dann aber in der darauffolgenden Saison umso üppiger aus. Zu beachten ist dabei:

  • Radikalschnitt vor dem Neuaustrieb im Frühjahr
  • alle Triebe um die Hälfte oder auf ein Drittel einkürzen
  • pro Trieb zwei Blatt- bzw. Blütenknospen stehen lassen
  • Verjüngungsschnitt alle paar Jahre durchführen

Hinweis: Je größer die Schnittwunde ist, desto mehr Milchsaft fließt. Um den Wundfluss zu stoppen, Schnittwunden mit Wasser besprühen. Alternativ Wundbedeckung mit einem Wattebausch oder kleinen Kugeln aus Papiertaschentüchern.

Dipladenia - Mandelvilla

Rückschnitt fürs Winterquartier

Bevor die Dipladenia ins Winterquartier umzieht, sollten Sie sie im Herbst noch einmal zurückschneiden. Er sollte nach Möglichkeit nicht zu üppig ausfallen, lediglich muss sich dabei am vorhandenen Platz orientiert werden. Zu beachten ist:

  • bei dunklem Standort Triebe nur einige Zentimeter kürzen
  • heller Platz Rückschnitt bis zur Hälfte oder auf ein Drittel

Normalerweise erholen sich die Pflanzen meist sehr schnell und treiben neu aus. Allerdings brauchen sie dann:

  • einen hellen Standort
  • keine kühlen Temperaturen
  • regelmäßige Wassergaben
  • keine Staunässe
  • nach Rückschnitt im Frühjahr eine Düngung

Hinweis: Abgeschnittene Triebe, besonders Kopftriebe mit mindestens drei Blattpaaren und einer Länge von 10 bis 15 cm können zur Stecklingsvermehrung genutzt werden.

Kranke Triebe schneiden

Wenn Dipladenien unter Krankheiten und Schädlingen leiden, ist es notwendig alle befallenen Triebe an der Basis zu entfernen. Ein solcher Rückschnitt kann zu jedem Zeitpunkt erfolgen. Mitunter ist ein Radikalschnitt notwendig.

Pinzieren

Pinzieren auch als Entspitzen bekannt führt zu einem buschigerem Wachstum von Jungpflanzen. Es sollte mehrmals während des Austriebs erfolgen. Anleitung dazu wie folgt:

  • Einweghandschuhe anziehen
  • dadurch besseres Fingerspitzengefühl
  • an allen Trieben Triebspitzen entfernen
  • diese unterhalb des ersten Blattpaares seitlich abbrechen
  • dadurch vermehrte Bildung von Seitentreiben und Blütenknospen

Das richtige Werkzeug

Die Triebe verholzen bei diesen Pflanzen kaum. Sie sind recht dünn und biegsam. Bestens eignen sich zum Zurückschneiden der Dipladenia Einhandscheren mit einem so genannten Bypass-Mechanismus. Diese haben folgende Vorteile:

Bougainvillea mit scharfem Werkzeug schneiden
  • zwei scharfe Schneiden vorhanden
  • diese sind aneinander vorbei laufend bei zusammengedrücktem Griff
  • dadurch Entstehung kleiner Schnittwunden
  • glatte Schnittflächen

Daneben sollten die Schneiden sauber und desinfiziert sein. Weiterhin ist es notwendig Handschuhe zu tragen.

Häufig gestellte Fragen

Warum sollen Dipladenien nicht im Sommer zurückgeschnitten werden?

Gerade im Sommer der Hauptvegetationsperiode führen die Pflanzenteile vermehrt den giftigen Milchsaft. Bei einem Rückschnitt würde daher auch mehr Milchsaft aus der Schnittwunde austreten. Aufgrund der Wärme würde die Heilung der Wunden durch Aushärtung des Saftes viel länger andauern. Allerdings sollten dennoch kranke oder behindernde Triebe oder Triebe zur Stecklingsgewinnung geschnitten werden.

Sollte nach einem Rückschnitt die Mandevilla umgetopft werden?

Das ist nicht zwingend notwendig. Lediglich, wenn der Topf bereits zu klein geworden ist. Es können dann auch gleich zu lange Wurzeltriebe zurückgeschnitten werden. In der Regel ist ein Umtopfen alle drei Jahre erforderlich.

Welche Fehler können beim Zurückschneiden gemacht werden?

Aufgrund einer stumpfen Schere werden die Triebe gequetscht, die Schnittstellen sind fransig und so können Krankheitserreger schnell eintreten. Weiterhin hat ein zu später Rückschnitt eine späte Blüte zur Folge. Wird die Dipladenia nur wenig zurückgeschnitten, verkahlt die Pflanze mit der Zeit. Auch das Wetter bei einem Rückschnitt ist entscheidend, bei Regenwetter ist das Infektionsrisiko mit Pilzen sehr hoch, bei Sonne verbrennen die Schnittwunden.