Drachenbaum vermehren über Ableger und Stecklinge | Anleitung

Drachenbaum ist für Hunde und Katzen giftig

Ein Drachenbaum ist in unserer unmittelbaren Umgebung eine fast alltägliche Erscheinung. Wohin wir auch blicken, irgendwo steht schon ein schönes Exemplar von ihm. Das liegt wohl daran, dass er schon die kleinste Aufmerksamkeit dankbar annimmt und prächtig gedeiht. Von so einer genügsamen und gleichzeitig anmutigen Pflanze sind neue Pflänzchen jederzeit willkommen. Dafür muss man nicht im Gartencenter shoppen gehen. Ein paar Ableger, ein Sack Erde und etwas Geduld reichen aus und Sie können Ihren Drachenbaum vermehren.

Samenvermehrung lohnt nicht

So oft der Drachenbaum unsere Räumlichkeiten auch schmückt, beim Blühen wurde er nur äußerst selten beobachtet. Ja, Sie haben richtig gelesen. Der Drachenbaum, bot. Dracaena, blüht tatsächlich. Und seine Blüten sind nicht minder schön. Doch ein Drachenbaum zeigt sich nur in seinen heimischen Gefilden so verschwenderisch. Hierzulande sind ihm die gebotenen Lebensbedingungen keine Blüte wert. Nur manchmal, nach vielen Jahren des Daseins, überrascht er damit seinen Besitzer.

  • Drachenbaum blüht hierzulande äußerst selten
  • nach dem Verblühen reifen Samen
  • sie bergen das Potenzial für weitere Drachenpflänzchen
  • das Vermehren aus Samen ist langwierig und schwierig

Wer auf neue Pflanzen jedoch nicht ewig warten will, greift einfach zu Stecklingen. Diese sind fast immer und in ausreichender Zahl verfügbar.

Drachenbaum, dracaena fragrans
Drachenbaum, dracaena fragrans

Zeitpunkt

Von einem älteren Drachenbaum, der schon reichlich gewachsen ist, können theoretisch jederzeit Stecklinge geschnitten werden. Auch an Ablegern wird es ihm nicht mangeln. Trotz der „fast“ durchgehenden Verfügbarkeit des Vermehrungsmaterials sollte zeitlich nicht beliebig vorgegangen werden.

  • im Spätfrühling und Sommer vermehren
  • viele warme und helle Tage folgen
  • es herrschen ideale Startbedingungen
  • Anwurzelung erfolgt schnell
  • Jungpflanzen entwickeln bis zum Winter eine gewisse Stärke

Tipp: Wenn in der kalten Jahreszeit aufgrund von Schnittmaßnahmen geeignetes Pflanzenmaterial anfällt, sollte es nicht ungenutzt in die Abfalltonne landen. Auch im Winter lässt sich dieses Gewächs mit guten Erfolgsaussichten vermehren. Der Vermehrungsprozess geht lediglich langsamer vonstatten als im Sommer.

Arten von Stecklingen

Stammstecklinge

Als Grundlage für Stecklinge dient einer der Stämme der Drachenpalme. Zur Auswahl bietet sich der Stamm an, dessen Wegnahme am wenigsten das optische Bild der Mutterpflanze beeinträchtigt.

  • Dracaenablätter sind scharfkantig
  • Hände mit Handschuhen schützen
  • geeigneten Stamm auswählen
  • z. B. krummen, blätterarmen oder störenden Stamm
  • geschärfte Gartenschere oder scharfes Messer verwenden
  • mit einem geraden Schnitt sauber durchtrennen
  • daraus etwa 20 bis 30 cm lange Stücke schneiden

Tipp: Die offene Schnittstelle an der Mutterpflanze ist eine willkommene Eingangspforte für diverse Krankheitskeime. Helfen Sie ihr mit einer schützenden Hülle aus aufgetropfter Wachsschicht oder etwas Kohlestaub. Zuvor sollte die Schnittstelle etwa 24 Stunden antrocknen.

Beblätterte Kopfstecklinge

Ein zu lang geratener Stamm kann eingekürzt werden. Das verändert das Aussehen der Pflanze und sollte nur erfolgen, wenn es unbedingt sein muss. Der abgeschnittene Kopfsteckling eignet sich gut zum Vermehren der Drachenpalme. Das Köpfen der Pflanze nur zum Zwecke der Vermehrung ist eher nicht anzuraten. Für die weitere Vorgehensweise machte es keinen Unterschied, ob ein Kopfsteckling oder ein nackter und etwas trostlos aussehender Stammsteckling zur Verfügung steht.

Gerandeter Drachenbaum, Dracaena marginata
Gerandeter Drachenbaum, Dracaena marginata

Drachenbaum vermehren: Anleitung

Methode 1: sofort einpflanzen

Der Teil des Stammes, welcher schon bewurzelt ist, kann sofort in die Erde gepflanzt werden. Er wächst problemlos an und treibt schnell aus. Alle anderen Stecklinge können ebenfalls direkt in die Erde, bedürfen für die erfolgreiche Vermehrung jedoch noch weitere Zuwendung.

1. Lassen Sie die Ableger und Stecklinge zunächst für 24 Stunden antrocknen.
2. Befüllen Sie Pflanztöpfe mit einer Mischung aus Erde und Sand.
3. Durchfeuchten Sie diese Erdmischung mit einer großzügigen Wassergabe.
4. Stecken Sie die Stecklinge bzw. Ableger zu etwa einem Drittel in die feuchte Sandmischung hinein.
5. Versiegeln Sie die herausstehenden Stecklingsenden mit Wachs.
6. Stülpen Sie über die Stecklinge einen durchsichtigen Folienbeutel.
7. Stellen Sie die Töpfe an einem hellen und warmen Platz.
8. Achten Sie während der folgenden Wochen, dass die Erde immer gut feucht bleibt.
9. Entfernen Sie den Folienbeutel, sobald sich die ersten Triebe zeigen. Das wird in der Regel nach etwa 3 bis 4 Wochen der Fall sein.
10. Jetzt sollten die kleinen Drachenbäume etwas Dünger bekommen.
11. Nachdem sich eine schön begrünte Krone entwickelt hat, können Sie die jungen Pflänzchen in handelsübliche Blumenerde umtopfen.

Tipp: Beachten Sie unbedingt die Wuchsrichtung des Stammes. Der untere Teil des Stammes muss auch beim Steckling als Unterteil behandelt werden. Nur dann werden sich Wurzeln bilden. Auf dem Kopf gestellte Stammteile wurzeln nicht an.

Methode 2: vermehren mit Wasserbewurzelung

Das Vermehren des Drachenbaums mithilfe der reinen Wasserbewurzelung ist besonders erfolgsversprechend. Für Anfänger auf diesem Gebiet ist diese Methode bestens geeignet. Zunächst werden Ableger und Stecklinge gewonnen und 24 Stunden zum Antrocknen hingelegt. Erst danach werden sie in einem Wassergefäß gestellt.

  • dunkles, lichtdichtes Gefäß wählen
  • mit warmem Wasser befüllen
  • Ableger ins Gefäß stellen
  • an einen warmen Standort bringen
  • hell, aber ohne direkte Sonne
  • alle paar Tage das Wasser auswechseln

Wenn sich genügend Wurzeln gebildet haben, dürfen die Ableger eingepflanzt werden. Sie begnügen sich mit ganz normaler Blumenerde. Ein warmer und heller Standort sorgt sogleich für einen ordentlichen Wachstumsschub. Die grünen Austriebe lassen dann nicht mehr lange auf sich warten.

Hinweis: Spezielle Bewurzelungshormone sind beim Vermehren des Drachenbaums überflüssig, da seine Stecklinge auch unbehandelt zuverlässig anwurzeln.

Drachenbäume faulen bei zu viel Feuchtigkeit

Pflege

Wenn der Ableger gut angewurzelt ist und sich die ersten grüne Triebe zeigen, haben Sie bis dahin alles richtig gemacht. Bleiben Sie dran, die Arbeit ist noch nicht zu Ende getan. Auch wenn die kleine Dracaena wie ein fix und fertiger Drachenbaum in Miniaturform aussieht, steht noch ein schönes Stück Wachstum vor ihr. Bieten Sie ihr weiterhin optimale Bedingungen, damit sich der gute Start fortsetzt.

  • hohe Luftfeuchtigkeit (gelegentlich mit Wasser besprühen)
  • Licht und Wärme
  • keine direkte Sonne
  • regelmäßig gießen und düngen

Erholungspause

Nachdem Ihre alte Drachenpalme neue Pflanzen in Form von Stecklingen und Ablegern gespendet hat, sollte sie eine großzügige Ruhepause vergönnt bekommen. Der Neuaustrieb nach dem Schneiden kostet sie viel Kraft. Zudem birgt jede Schnittmaßnahme ein Risiko für eine Ansteckung mit Krankheitserregern. Lassen Sie daher die Mutterpflanze mindestens zwei Jahre Kraft sammeln, bevor Sie sie um neue Pflänzchen bitten.

Drachenbaum, Dracaena deremensis
Drachenbaum, Dracaena deremensis
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