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Dürfen Hunde Kirschen essen?

Dürfen Hunde Kirschen essen? Titelbild

Zahlreiche Hunde mögen Kirschen (Prunus). Wer Kirschbäume hat, kann sie dabei beobachten, wie sie die abgefallenen Früchte erhaschen. Doch dürfen Hunde Kirschen essen oder sind sie giftig? Informieren Sie sich hier.

Auf den Punkt gebracht

  • Kern beinhaltet Blausäure
  • in kleinen Mengen ohne Kerne unbedenklich zu füttern
  • eindeutige Vergiftungsanzeichen

Kirschen-Fruchtfleisch

Das Fruchtfleisch von Kirschen wird von Hunden gut vertragen. Werden sie roh angeboten, sind sie sogar sehr gesund für Hunde. Allerdings sollten sie grundsätzlich nicht in hohen Mengen an Hunde verfüttert werden. Insbesondere bei Sauerkirschen (Prunus cerasus) können Magenprobleme mit Erbrechen und Durchfall auftreten. Deshalb sollte der Kirschen-Verzehr lediglich in kleinen Mengen und nur ab und zu erlaubt sein. Wichtig ist aber die vorherige Entkernung.

Kirsche entkernen

Kirschen gekocht

Wer Kerne nicht entfernen mag, kann seinem Hund verschiedene Kirschsorten gekocht anbieten. Dazu muss das Wasser mindestens 26 Grad Celsius besitzen. Bei dieser Temperatur verflüchtigt sich die Blausäure in den Kernen. Zudem werden sie weicher und besser verdaulich. Aber die Kirschen verlieren durch das Kochen an wertvollen Nährstoffen, weshalb sie roh deutlich gesünder sind.

Kern giftig

Kirschkerne sind nicht für Hunde zum Fressen geeignet. Sie enthalten Amygdalin (Cyanogene Glycoside), das sich im Körper zu Blausäure umwandelt. Beißen Hunde die Kerne klein oder spalten sie mit den Zähnen, gelangt die Blausäure in die Blutbahn und kann zu teils schwerwiegenden Vergiftungserscheinungen führen. Deshalb gilt: immer vor der Fütterung die Kerne entfernen und vorsichtshalber Stiele und Blätter gleich mit. Eine Ausnahme stellt das Fressen gekochter Kirschkerne dar, wie oben beschrieben.

Typische Vergiftungsanzeichen machen sich wie folgend beschrieben bemerkbar:

  • hellrote Schleimhäute (vor allem Augen und Mund)
  • bitter riechender Atem (Blausäure-Geruch)
  • erweiterte Pupillen
  • starker Speichelausfluss
  • nervöses Umherlaufen durch Bauchschmerzen
  • Durchfall
  • Erbrechen durch Übelkeit
  • Atemprobleme und erhöhte Atemfrequenz, was sich durch starkes Hecheln bemerkbar macht
  • Balance-Schwierigkeiten durch Zittern
  • Wechsel zwischen aufstehen, hinlegen und wälzen aufgrund von Krämpfen
  • Herzrasen, verlangsamter Herzschlag und/oder Herzrhythmusstörungen; im schlimmsten Fall mit Todesfolge (meist nur bei umfangreicher Menge von Kernen oder besonders empfindlichen Hunden)
  • Erbrechen, Appetitlosigkeit, Verstopfung weisen auf Darmverschluss hin (als sekundäre Folge)

Hinweis: Zeigt der Hund deutliche Vergiftungserscheinungen und sein Zustand verschlechtert sich, sollte unverzüglich ein Tierarzt kontaktiert werden.

Kirschkerne gefressen

Sollte der Hund Kirschkerne roh gefressen haben, die Menge ist aber unbekannt, sollte der Vierbeiner in den nächsten 24 Stunden engmaschig auf oben genannte Vergiftungssymptome kontrolliert werden. Auch der Stuhlgang ist zu beobachten. Häufig scheiden Hunde die unverdauten/unverarbeiteten Kerne wieder aus. Da es nur durch zerkaute Kerne zu Vergiftungserscheinungen kommen kann, ist in dem Fall nicht mit Komplikationen zu rechnen.

Hund & Kirsche

Tipp: Unverdaute Kirschkerne können sich im Darm festsetzen und Verstopfung sowie im schlimmsten Fall einen Darmverschluss zur Folge haben. Schenken Sie deshalb dem Stuhlgang besondere Aufmerksamkeit. 

Konserven- und eingemachte Kirschen

Wer anstelle von frischen Kirschen diese als eingemachte oder in Konserven abgefüllte Produkte an Hunde verfüttern möchte, sollte davon lieber Abstand nehmen. In der Regel sind sie gesüßt. Lebensmittel mit hohem Zuckergehalt sollten prinzipiell für Hunde tabu sein. Zucker stört den Darm und das Immunsystem, ist schlecht für die Hundezähne und begünstigt Übergewicht.

Bei Konservenprodukten können zudem auch Kerne vorhanden sein, die gegebenenfalls im Rahmen der Produktionsverfahren nicht entfernt wurden. Dem Hund zuliebe sollte deshalb Vorsicht geboten sein und die Kirschen in keinem Fall an Vierbeiner verfüttert werden.

Häufig gestellte Fragen

Welche Hunde sind besonders empfindlich gegen Blausäure in Kirschkernen?

Als besonders empfindlich gelten Welpen und kleine Hunderassen. Welpen, weil ihr Verdauungs- und Abwehrsystem noch nicht richtig funktioniert und kleine Hunde prinzipiell, weil die Blausäuren-Menge bei geringerem Körpergewicht stärker wirkt. Auch alte und kranke Hunde können besonders intensiv auf die Blausäure reagieren. Sie sollten von Kirschbäumen während der Erntezeit ferngehalten werden.

Wie viele Kirschen sollten Hunde maximal fressen dürfen?

Grundsätzlich sollte die Menge an Kirschen weit unter der normalen täglichen Futterration liegen. Experten setzen hier eine Grenze bei maximal einem Drittel der Tagesfuttermenge. Weil Welpen sowie kleine und kranke Hunde empfindlicher auf das Fruchtfleisch reagieren können, werden lediglich zwei bis drei Kirschen pro Tag ohne Kerne oder gekocht angeraten. Empfohlen wird, Kirschen wie kleine Leckerlis als besonderen, nicht alltäglichen Snack zu reichen.

Woher weiß ich, ob Hunde Kerne geknackt oder ganz verschluckt haben?

Neigen Hunde vermehrt zum Schlingen ihres Futters, stehen die Chancen gut, dass Kerne ganz verschluckt wurden. Genau zu wissen, ist dies aber erst, wenn die ganzen Kerne mit dem Stuhlgang wieder herauskommen. Wenn Sie nach dem dritten oder vierten Stuhlgang keine Kerne entdeckt haben, achten Sie penibel auf eventuelle Vergiftungserscheinungen und informieren Sie bei Bedarf den Tierarzt.

Sollte Milch bei ersten Vergiftungsanzeichen gegeben werde?

Nein. Geben Sie bei Vergiftungsverdacht auf keinen Fall Milch zu trinken. Dieser „Mythos“ wird als Erste Hilfe vielfach im Internet verbreitet, sorgt allerdings genau für das Gegenteil: da Milchbestandteile schnell vom Körper aufgenommen werden und in den Blutkreislauf gelangen, nimmt der Körper das Gift auch schneller und deutlich hochkonzentrierter auf. Das kann zu schlimmeren Vergiftungsfolgen führen. Berücksichtigen Sie, dass hier genannte Tipps und Informationen auf keinerlei medizinischer Vollständigkeit basieren und nicht den Tierarzt-Besuch ersetzen.

Michelle ist mit vielen Haus- und Hoftieren auf dem Bauerngut ihrer Eltern aufgewachsen. Nebenbei kümmert sich die Vegetarierin hingebungsvoll um ihre Kräuter- und Gemüsebeete. Sie notiert ihr erworbenes Wissen und teilt es gerne mit den Plantopedia-Lesern und Leserinnen.

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