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Dürfen Hunde Paprika essen?

Dürfen Hunde Paprika essen? Titelbild

Als Fleischfresser sollte der Hund hauptsächlich Fleisch zu fressen bekommen. Allerdings gehören zu einer gesunden und ausgewogenen Hundeernährung auch verschiedene Gemüsesorten. Gehört die an Vitaminen und Mineralstoffen reiche Paprika ebenfalls dazu?

Auf den Punkt gebracht

  • Paprika enthalten schwach giftiges Solanin
  • verursacht Erbrechen, Durchfall und Probleme und Verdauungstrakt
  • vollreife, rote Paprika nur geringen Gehalt an Solanin
  • auch gekochte Paprika gut verträglich
  • grüne und gelbe Paprika hingegen nicht verfüttern

Giftiges Solanin

Wie Kartoffeln, Tomaten und Auberginen gehört auch die Gemüsepaprika zu den Nachtschattengewächsen. Charakteristisch für diese Pflanzen ist der Gehalt an Solanin, einer giftigen chemischen Verbindung. Diese soll Fressfeinde davon abhalten, die Pflanzen zu fressen. Somit stellt das Solanin ein natürliches Pflanzenschutzmittel dar.

  • grundsätzlich in unreifen und reifenden Früchten mehr Solanin enthalten
  • deshalb an Hunde nur kräftig rote Paprika verfüttern
  • vergleichsweise hoher Zuckergehalt bei süßen, reifen Paprika
  • enthalten zudem wenig Solanin
  • dafür hoher Gehalt an Vitamin C sowie A und B, zudem Kalium, Magnesium und Zink

Gelbe oder gar grüne Paprika sollte Ihr Hund roh dagegen nicht essen – diese sind unreif und haben einen deutlich höheren Solaningehalt.

Paprika

Hinweis: Die im Supermarkt erhältlichen Paprika sind immer nur im roten Zustand reif. Für den Haus- und Hobbygärtner gibt es jedoch auch Paprikasorten, die gelb (‚Goldflame‘), orange oder gar violett (‚Mavras’) ausreifen. Für diese gilt die Regel, dass nur rote Paprika verfüttert werden, natürlich nicht.

Verträgliche Mengen

Wenn Ihr Hund es verträgt – schließlich gibt es viele sensible Tiere, die empfindlich auf manche Nahrungsmittel wie Paprika reagieren – können Sie ihm rohe Paprika wie folgt verabreichen:

  • Strunk, weiße Anteile und Samen gründlich herausschneiden
  • Paprika unter fließendem heißem Wasser waschen
  • möglichst Bio-Qualität verwenden (Vermeidung von Pestiziden)
  • Strunk nicht verfüttern, enthält besonders viel Solanin
  • vorm Verfüttern in maulgerechte Stücke oder Streifen schneiden
  • maximal wenige schmale Streifen geben

Tipp: Geben Sie Ihrem Vierbeiner höchstens einmal die Woche vollreife rote Paprika und bevorzugen Sie ansonsten unproblematische, aber nicht weniger gesunde Gemüsesorten.

Paprika bestenfalls gekocht

Ganz auf Nummer sicher gehen Sie, wenn Sie Ihrem Liebling die Paprika nur gekocht verabreichen. Roh enthält das Gemüse mehr Solanin, während sich der Giftstoff beim Kochen löst und ins Kochwasser übergeht. Deshalb sollten Sie beim Kochen von Nachtschattengewächsen – auch von Kartoffeln! – stets das Kochwasser wegschütten und auf keinen Fall zum Pürieren oder zur Herstellung von Saucen verwenden.

Hinweis: Beachten Sie jedoch, dass das Kochen die Paprika zwar verträglicher macht – aber auch wertvolle Vitamine wie das hitzeempfindliche Vitamin C zerstört.

Verboten: Chili und Peperoni

Die beim Menschen so beliebten scharfen Paprikasorten wie Chili oder Peperoni sind für Hunde absolut verboten. Der in diesen Früchten enthaltene und für die Schärfe verantwortliche Stoff Capsaicin wirkt stark reizend auf Haut und Schleimhäute, er kann starke Schmerzen verursachen und zu gesundheitlichen Problemen wie

  • Kreislaufproblemen und Schwindel
  • Erbrechen und Durchfall
  • Reizungen der Magenschleimhaut
  • sowie zu Entzündungen

führen.

Chili

Tipp: Generell sind stark oder scharf gewürzte Speisen für Hunde nicht geeignet, was neben scharfen Gemüsesorten auch Gewürze wie Pfeffer, Curry oder Muskatnuss einschließt.

Mögliche Vergiftungsanzeichen

Grundsätzlich ist eine Vergiftung durch Paprika – ganz gleich ob roh oder gekocht – nur bei Hunden mit sehr empfindlichem Magen-Darm-Trakt, bei (je nach gefressener Menge) kleinen Hunden oder bei großen gefressenen Mengen möglich. Mögliche Vergiftungsanzeichen können etwa sein:

  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Kreislaufprobleme, Schwindel
  • starkes Schwitzen
  • Probleme bei der Atmung
  • Fieber

Bei Verdacht auf Vergiftung sollten Sie sich die Schleimhäute an den Lefzen anschauen. Bei gesunden Tieren sind diese rosarot – ein typisches Vergiftungsanzeichen ist hingegen eine blasse bis weiße Färbung.

Erste Hilfe

Beim Verdacht auf eine Vergiftung durch (zu viel) gefressene Paprika haben Sie drei Möglichkeiten:

  1. Abwarten und den Hund auf mögliche Vergiftungssymptome beobachten.
  2. Innerhalb der ersten Stunde nach dem Fressen zum Tierarzt gehen und dem Tier ein Erbrechen auslösendes Medikament spritzen lassen. Der Tierarzt wird den Hund jedoch zuvor untersuchen und feststellen, ob diese Maßnahme tatsächlich notwendig ist oder nicht.
  3. Verabreichen von Aktivkohle, die die Giftstoffe im Körper bindet. Dafür sollten Sie jedoch bereits im Vorfeld mit Ihrem Tierarzt über die richtige Dosierung im Vergiftungsfall gesprochen haben.

Grundsätzlich ist es immer sinnvoll, lieber einmal zu oft zum Tierarzt zu gehen als einmal zu wenig.

Häufig gestellte Fragen

Mein Hund frisst gerne und viel Paprika. Schadet ihm das auf Dauer?

Manche Hunde lieben Paprika und fressen große Mengen davon, sodass sich ihre Besitzer über unsere Ratschläge wundern. Hunde sind, wie wir Menschen auch, sehr unterschiedlich und haben ein verschieden empfindliches Verdauungssystem. Manche Tiere vertragen selbst viel Paprika sehr gut, während andere bereits nach einem kleinen Stückchen Unwohlsein zeigen. Das ist individuell verschieden. Allerdings können auch die scheinbar unproblematischen Fresser nach dauerhaft großen Mengen langfristig Schäden davontragen. So steht Solanin etwa im Verdacht, bei Hunden Krebs auszulösen.

Welches Gemüse eignet sich besonders gut für Hunde?

Roh können Sie Ihrem Hund bedenkenlos Möhren, Sellerie, Gurke oder Salate verfüttern, gekocht eignen sich auch Kartoffeln, Brokkoli, Kürbis oder Zucchini gut. Achten Sie darauf, harte Gemüse gut zu zerkleinern, etwa zu raspeln oder zu pürieren. So kann sich Ihr Hund beim Fressen nicht verschlucken. Auch sollten die Gemüse nicht gewürzt sein, vor allem nicht mit Salz, scharfen Gewürzen, Zwiebeln oder Knoblauch. Auch viele Obstsorten wie Äpfel, Birnen, Kirschen und Pflaumen (ohne Kerne!) sowie essbare Beeren aller Art eignen sich gut.

Welche Gemüsesorten dürfen Hunde auf keinen Fall fressen?

Auf keinen Fall dürfen Sie Ihrem Hund diese für ihn giftigen Gemüse verfüttern: rohe bzw. grüne Kartoffeln, Tomaten, rohe Zwiebeln sowie Knoblauch und Avocado. Zwiebeln und Knoblauch können im schlimmsten Fall die roten Blutkörperchen Ihres Hundes zerstören, während Tomaten schädlich für Nieren, Nervensystem und Verdauungstrakt sind. An Früchten dürfen Hunde keinen Rhabarber und keine Trauben fressen, da diese nierenschädigend sind.

Michelle ist mit vielen Haus- und Hoftieren auf dem Bauerngut ihrer Eltern aufgewachsen. Nebenbei kümmert sich die Vegetarierin hingebungsvoll um ihre Kräuter- und Gemüsebeete. Sie notiert ihr erworbenes Wissen und teilt es gerne mit den Plantopedia-Lesern und Leserinnen.

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