Efeutute vermehren | Stecklinge leicht gemacht | Anleitung

Efeutute vermehren

Die Efeutute (Epipremnum aureum) ist eine populäre Pflanze. Sie ist vor allem aufgrund ihrer luftreinigenden Eigenschaft sowie des dekorativen Aspekts durch ihre Blattfärbung beliebt. Das Aronstabgewächs zählt zu den Pflanzen, die nur eine Art der Vermehrung erlaubt: mittels Stecklingen. Dazu stehen zwei verschiedene Methoden zur Auswahl. Was Sie dafür benötigen und wie Sie die Efeutute einfach vermehren, wird in der nachfolgenden Anleitung detailliert beschrieben.

Efeutute vermehren

Die Vermehrung einer Epipremnum aureum kann theoretisch ganzjährig in Angriff genommen werden. Im Hochsommer sind die teils sehr hohen Temperaturen nicht vorteilhaft für die Anzucht von Stecklingen. Im Winter könnten die trockene Heizungsluft und entsprechend kürzeren Tage zum Problem werden. Ist der Herbst verregnet und grau, trifft Gleiches zu. Deshalb eignet sich am besten das Frühjahr zwischen Ende April bis Mitte Mai. Dann profitieren die Stecklinge von längerem Tageslicht und können während der Wachstumsperiode kräftiger gedeihen. Vor allem benötigt die Efeutute länger helles Tageslicht, desto marmorierter ihre Blätter sind.

Efeutute, Epipremnum aureum

Geeignete Stecklinge

Um die Chancen für das erfolgreiche Vermehren zu erhöhen, sind ausschließlich geeignete Stecklinge zu verwenden.

Mutterpflanze

Es ist für das Vermehren unabdingbar, dass die Mutterpflanze kräftig und gesund ist. Es reicht ein Hauch von Schwäche und ein Steckling wäre nicht ausreichend zum Angehen geeignet. Ist die Mutterpflanze kurz zuvor umgepflanzt worden, sollte mit der Stecklingsentnahme gewartet werden, denn ein Umtopfen bedeutet stets Stress für die Pflanze, auch wenn sich dies nicht immer optisch bemerkbar macht.

Kopf- oder Stammsteckling

Unterschieden wird zwischen Kopf- und Stammstecklinge. Kopfstecklinge werden dem obersten Pflanzenteil entnommen. Sie besitzen grundsätzlich Triebspitzen und Blätter. Ein geeigneter Stammsteckling weist ebenfalls eine Triebspitze auf, aber es dürfen sich noch keine Blätter gebildet haben. Hier spricht der Experte von einer „ruhenden Knospe“. Stammstecklinge sind Teil der Stamm-/ Sprossenachse. Bei der Vermehrung durch Stammstecklinge kommt es erfahrungsgemäß öfter zu Problemen, weil sie nicht richtig/ schwieriger oder gar nicht angehen. Deutlich höhere Erfolgschancen bietet der Kopfsteckling.

Steckling-Eigenschaften

  • darf keine Blüten besitzen (als Zimmerpflanze blühen Efeututen meist eh nicht)
  • ist kräftig und gesund
  • weist mindestens drei bis vier Blattknoten auf
  • verfügt über Luftwurzeln (muss nicht vorhanden sein, begünstigt aber die Wurzelbildung)

Tipp: Efeututen verzweigen sich nicht sonderlich gut. Um ein dichteres Gesamtbild zu erreichen, können einfach mehrere Jungpflanzen in einen Topf gepflanzt werden.

Steckling schneiden – Anleitung

Ist der passende Steckling an einer Efeutute gefunden, wird für das Vermehren folgendermaßen vorgegangen:

  • Trieb mit einer Länge zwischen acht und 15 Zentimeter abschneiden
  • für mehrere Stecklinge langen Trieb verwenden
  • diesen in mehrere Stecklinge mit je drei Blattknoten in oben genannten Längen teilen
  • sind Blätter vorhanden, sind sie im unteren Bereich eines jeden Teilstücks abzuschneiden
  • Das Ende schräg anschneiden, an welchem sich die Wurzeln bilden sollen (sorgt für verbesserte Feuchtigkeitsaufnahme)
  • Unbedingt scharfes und desinfiziertes Messer zum Schneiden verwenden

Efeutute Stecklinge schneiden

Hinweis: Die Blätter von Efeututen sind für Mensch und Tier giftig. Nach dem Abschneiden sollten sie nie einfach liegengelassen werden, sondern sind unverzüglich so zu entsorgen, dass sie keine Gefahr, vor allem nicht für Kinder, darstellen.

Anleitung zur Verwurzelung

Damit aus einem Steckling eine neue, eigenständige Pflanze wird, müssen sich an den Stecklingen Wurzeln bilden. Das erreichen Sie durch das Vermehren in einem Topf mit Erde oder mit Hilfe eines wassergefüllten Glases.

Topfpflanzung

Liegt der/ die Steckling(e) bereit, können Sie diese in Erde setzen. Die Ausnahme bildet dabei der Stammsteckling. Denn dieser sollte vor dem Einsetzen in Erde leicht antrocknen. Zum Einpflanzen sollte sich an folgende Vorgehensweise und Details gehalten werden:

  • spezielle Anzuchterde verwenden (ist nährstoffarm und ideal zum Anwurzeln)
  • ausreichend großen Topf mit Abflussloch für überschüssige Feuchtigkeit benutzen
  • Topf mit Anzuchterde füllen
  • Steckling mit angeschrägtem Ende circa drei Zentimeter in die Erde stecken
  • um den „Stamm“ nochmals etwas Erde füllen und leicht andrücken (für mehr Stabilität)
  • Erde gleichmäßig bewässern (ideal ist ein „weiches“ Besprühen, damit Erde nicht weggeschwemmt wird)
  • Lichtdurchlässige Plastiktüte über Steckling und Topf stülpen (sorgt für kontinuierliche und länger anhaltende Feuchtigkeit)
  • idealer Standort: hell und warm bei circa 20 °C – direktes Sonnenlicht vermeiden
  • Erste Wurzelbildung nach rund vier bis sechs Tagen

Pflege

Nach dem Einsetzen in die Anzuchterde, erfolgt die ideale Pflege folgendermaßen:

  • alle zwei Tage Folie für Sauerstoffaustausch mindestens fünf Minuten öffnen
  • Folienöffnung eignet sich optimal zum eventuellen Nach-Befeuchten der Erde
  • kalkarmes Wasser zur Wässerung verwenden
  • darauf achten, dass die Folie den Steckling nicht am Wachstum hindert
  • überschüssige Feuchtigkeit immer ablaufen lassen
  • wird Unterteller benutzt, eventuelles Wasser zügig entfernen
  • zeigen sich Wurzeln vor oder durch das Abzugsloch des Topfs, ist Zeit zum Umpflanzen in normale Pflanzenerde
  • anschließend erfolgt Pflege, wie bei erwachsener Efeutute (Ausnahme: gedüngt wird erst ab zweitem Lebensjahr)

Vermehren im Wasserglas

Eine sehr einfache und leicht durchzuführende Methode für eine Wurzelbildung, ist mit einem Wasserglas durchzuführen. So klappt es:

  • Transparentes Glas mit kalkfreiem Wasser füllen
  • Ein Steckling pro Wasserglas rechnen
  • Hinzufügen eines Wurzelaktivators begünstigt die Wurzelbildung (eine Messerspitze ist ausreichend)
  • Ableger mit angeschnittenem Ende in das Wasser stellen
  • Wasserhöhe überragt im Idealfall mindestens einen Knoten um rund zwei Zentimeter
  • Standort: hell und warm bei Temperatur von circa 20 °C (optimal ist Fensterbank an Ost- oder Westfenstern)
  • Bildung erster feiner Wurzeln nach rund fünf bis sechs Tagen

Stecklinge der Efeutute im Wasser wurzeln lassen

Pflege

Um beste Voraussetzung für die Wurzelbildung und das Wachstum zu einer Jungpflanze zu schaffen, ist eine entsprechende Pflege erforderlich:

  • alle zwei Tage Wasser wechseln
  • solange keine Wurzeln sichtbar sind, gegebenenfalls neuen Wurzelaktivator ins frische Wasser hinzugeben
  • bei Verzweigung der feinen Wurzeln Steckling/ Jungpflanze in Substrat einpflanzen
  • Wurzeln sollten zum Einpflanzen maximal drei Zentimeter lang sein – ideal sind zwei Zentimeter
  • sind sie länger, Wurzeln vor dem Einpflanzen auf Ideallänge kürzen
  • vorsichtig beim Einpflanzen vorgehen – die zarten Wurzeln der Ableger sind sehr empfindlich
  • weitere Pflege wie bei erwachsener Efeutute – gedüngt wird aber erst ab zweitem Jahr nach dem Vermehren

Hinweis: Achten Sie darauf, stets das Ende eines Stecklings in die Erde/ das Wasserglas zu setzen, welches an der Mutterpflanze/ am Gesamttrieb in tieferer Wuchsposition lag – also immer das untere Ende, da nur hier sich Wurzeln bilden können.