Ist die Eibe giftig? Alle Infos für Mensch und Tiere

Taxus baccata Fastigiata, Säuleneibe

Eiben – botanisch als Taxus baccata bekannt – sind ausgesprochen pflegeleicht. Am richtigen Standort reicht bei dem Gewächs ein regelmäßiger Verschnitt aus. Düngen und Gießen sind nur in den wenigsten Fällen erforderlich. Dazu eignen sich die Eiben als Solitärpflanzen sowie als blickdichte Hecken und können Höhen von bis zu 20 Metern erreichen. Aber ist sie auch sicher oder ist die Eibe giftig? Alle Infos für Mensch und Tiere gibt es hier.

Giftigkeit

Giftig oder nicht?

Alle Teile der Taxus baccata sind stark giftig. Ausgenommen des Fruchtfleisches, das die Samen umhüllt. Die toxische Wirkung der enthaltenen Giftstoffe kann sowohl bei Menschen als auch bei Tieren zum Tode führen. Nach Aufnahme der Samen, Rinde oder Nadeln kann es bei Menschen bereits innerhalb von anderthalb Stunden zum Herzstillstand kommen.

Verantwortlich hierfür ist zum einen ein Alkaloid-Gemisch namens Taxin. Dieses kommt in den Pflanzenteilen der Eiben abhängig von der Jahreszeit in unterschiedlichen Konzentrationen vor. Im Herbst und Winter ist der Gehalt daran am höchsten. Zusätzlich sind in den Pflanzenteilen cyanogene Glykoside vorhanden. Diese sind weit verbreitete Pflanzengifte und führen zu einer Blausäureintoxikation.

Taxus baccata, Europäische Eibe
Taxus baccata, Europäische Eibe

Kritische Dosis

Die giftige beziehungsweise kritische Dosis an Eibennadeln, -samen oder -rinde für Menschen und Tiere lässt sich nicht genau bestimmen. Verantwortlich hierfür ist einerseits der über das Jahr schwankende Gehalt an giftigen Inhaltsstoffen. Andererseits bestimmen Körpergewicht und Spezies darüber, wie schnell und stark die Giftstoffe wirken.

Einige Orientierungswerte lassen sich aber dennoch finden:

  • Landschildkröten reagieren sehr empfindlich, wenige Eibennadeln können tödlich sein
  • bei Hunden gibt es eine undifferenzierte Angabe von 30 Gramm der Eibennadeln
  • für Rinder, Schafe und Ziegen sollen zehn Gramm der Nadeln pro Kilogramm Körpergewicht fatal sein
  • Pferde können nach der Aufnahme von 100 bis 200 Gramm der giftigen Pflanzenteile innerhalb von fünf Minuten sterben
  • beim Menschen wird als tödliche Dosis eine Menge von 50 bis 100 Gramm der Nadeln angenommen

Zu beachten ist, dass es sich hierbei lediglich um grobe Richtwerte handelt. Alleine bei den Angaben zur kritischen Dosis für Hunde wird klar, dass ein zwei Kilogramm leichter Chihuahua und ein 90 Kilogramm schwerer Mastiff wohl kaum absolut vergleichbar auf dieselbe Dosis reagieren werden.  Hinzu kommen weiterhin Alter, körperliche Konstitution und eventuell bestehende Vorerkrankungen.

Hinzu kommt, dass bei einem versehentlichen Aufnehmen von Pflanzenteilen der Eibenhecke in den seltensten Fällen festgestellt werden kann, welche Mengen an Nadeln, Grün, Samen und tatsächlich enthaltenen Giftstoffen tatsächlich in den Körper gelangt sind.

Für Menschen und Tiere

Wie erwähnt, sind alle Pflanzenteile der Eibenhecke giftig für Menschen und Tiere. Bisher ist klar, dass die Giftstoffe in den Gewächsen auf die folgenden Tierarten toxisch wirken.

  • Säugetiere
  • Vögel
  • Reptilien

Vor allem bei Pferden scheint Taxus baccata stark giftig und schnell tödlich zu wirken. Eine mögliche Ursache für diesen Eindruck ist jedoch, dass auf der Weide unbemerkt Schnittgut der Eibe entsorgt wurde und damit unklar ist, wann genau die Nadeln aufgenommen wurden. Genau hierin liegen auch ein Problem und eine größere Gefahr für Tiere, sich an der Eibe zu vergiften. Da sie das Grün, die Rinde und auch die Beeren als Nahrung betrachten könnten, kommt es schneller zur Aufnahme der Giftstoffe. Das trifft vor allem auf Pflanzenfresser zu. Katzen und Hunde sind davor aber ebenfalls nicht sicher.

Pferde auf der Koppel
Pferde auf der Koppel

Kauen diese auf den Nadeln oder Zweigen oder beißen beim Spielen hinein, können sie die Toxine aufnehmen, ohne größere Mengen an Pflanzenteilen zu fressen.

Vergiftungssymptome

Anzeichen für eine Vergiftung mit Eibe beim Menschen sind unter anderem die folgend Aufgeführten.

  • Übelkeit und Erbrechen
  • Durchfall
  • Schwindel
  • Bauchschmerzen
  • Erweiterung der Pupillen
  • Beschleunigung von Puls und Atmung bis hin zum Herzrasen, später Abschwächung
  • Rotverfärbung der Lippen
  • Bewusstlosigkeit
  • Krämpfe
  • sinkende Körpertemperatur

Für Tiere

Bei Tieren können die Symptome wie folgt ausfallen:

  • starkes Speicheln, Schaum vorm Maul
  • Durchfall oder Verstopfung
  • Blasenentzündung mit gehäuftem Harndrang
  • starke Entzündung von Magen und Darm
  • Desorientierung, Schwindel und Taumeln
  • Kreislaufkollaps
  • beschleunigte Atmung, später Atemschwierigkeiten bis hin zum Stillstand
  • Herzrasen mit anschließend schwachem, langsamem Puls

Erste Hilfe

Bereits dann, wenn nur der Verdacht darauf besteht, dass Teile der Eibe aufgenommen wurden, sollte umgehend ein Notarzt gerufen beziehungsweise ein Tierarzt oder eine Tierklinik informiert werden. Da die Teile der Eibe oder Eibenhecke stark giftig und schnell tödlich wirken, ist ein umgehendes Handeln unerlässlich.

Als Erste-Hilfe-Maßnahme kann medizinische Kohle verabreicht werden. Diese absorbiert zumindest einen Teil der Giftstoffe. Auch dann muss die Vergiftung jedoch als extremer Notfall betrachtet werden.

Eibenhecke, Eibe, Taxus
Eibenhecke, Eibe, Taxus

Vorbeugung

Eine der einfachsten vorbeugenden Maßnahmen gegen die Vergiftung durch die Eibe ist es, diese nicht auf dem eigenen Grundstück zu pflanzen. Auf diese Weise ist zumindest der Garten sicher. Bei bereits vorhandenen Taxus baccata Gewächsen im eigenen Grün können die folgenden vorbeugenden Maßnahmen das Risiko für eine Vergiftung reduzieren.

  • Verschnitt von der Eibenhecke nicht frei liegen lassen und auch nicht auf den Kompost geben
  • bei Eiben an der Grundstücksgrenze gegebenenfalls auf die Giftigkeit hinweisen
  • wenn möglich Blüten und / oder Früchte entfernen und sicher entsorgen
  • Freilauf von Tieren nicht in der Nähe von Eiben gestalten, Gehege und Weiden vor einfallenden Nadeln schützen
  • Kinder auf die Giftigkeit der Gewächse hinweisen
  • medizinische Kohle in der Hausapotheke bereithalten
  • abgefallene Nadeln, Zweige und Früchte beseitigen

Quellen:

  • https://www.botanikus.de/Botanik3/Ordnung/Eibe/eibe.html
  • http://www.botanik.univie.ac.at/hbv/download/ib_taxus_baccata.pdf
  • http://www.gifte.de/Giftpflanzen/taxus_baccata.htm
  • https://www.spektrum.de/lexikon/ernaehrung/cyanogene-glycoside/1854
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