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Wie schnell wächst die Eiche? | Wachstum in 10 Jahren

Wie schnell wächst die Eiche? | Wachstum in 10 Jahren - Titelbild

Mit einer Lebenserwartung von bis zu 800 Jahren hat die Eiche es nicht eilig, ihre maximale Größe zu erreichen. Über das jährliche Wachstum der Eiche entscheiden hauptsächlich Baumalter und Lebensfaktoren vor Ort.

Auf den Punkt gebracht

  • Eiche wächst vergleichsweise langsam
  • in jungen Jahren schneller, im Alter nur langsam
  • Wachstum dauert bis zu 200 Jahre an
  • entwickelt ausladende Krone, dicken Stamm und tiefes Wurzelwerk
  • Lebensumstände haben Einfluss auf das Wachstum

Geschwindigkeit: langsam wachsend

Im Vergleich mit anderen Laubbaumarten kann das Wachstum der Eiche (Quercus) nur als langsam bezeichnet werden. So dauert es viele Jahre, bis sie ihre Höhengrenze um etwa 35 m erreicht. Meist bleibt es jedoch bei einer Endhöhe, die irgendwo zwischen 15 und 35 m liegt. Ausgewachsen übertrifft die Eiche zwar locker jeden Obstbaum im Garten. Mitten im Wald unter anderen Baumarten wird schnell erkennbar, dass sie eher ein kleinerer Laubbaum ist.

hohe Eiche (Quercus)

Junge Eichen

Überall unter großen Eichen können im Frühjahr zahlreiche etwa 5-10 cm große Setzlinge gesichtet werden. Manchmal auch fernab der Muttereiche, da Eicheln gern von Eichhörnchen verschleppt, vergraben und oftmals vergessen werden. Unter einem großen Baum wird aus ihnen nichts, denn im Schatten und neben Konkurrenz lässt es sich nicht gut wachsen. Darf sich die Eiche entfalten, so wächst sie über die Jahre unterschiedlich große Wachstumsschritte hin.

  • junge Eichen wachsen schneller als ältere
  • 40 bis 70 mm pro Jahr sind möglich
  • 2 m Höhe erreicht das Jungbäumchen nach etwa 4-5 Jahren
  • nach zehn Jahren liegt die Höhe zwischen 4 und 7 m
  • mit jedem Jahr verlangsamt sich das Wachstumstempo
  • alte Eichen wachsen lediglich um etwa 4 mm pro Jahr
  • 180 bis 300 Jahre vergehen, bis eine Eiche ausgewachsen ist
Sumpf-Eiche (Quercus palustris Münchh.) wächst
Junge Sumpf-Eiche (Quercus palustris Münchh.)

Breite: starkes Wachstum

Die Eiche wächst nicht nur in die Höhe, sondern auch stark in die Breite. Mit den Jahren bekommt sie einen sehr dicken Stamm und eine ausladende Krone. Die Krone bildet sich weit schneller aus als der Stamm. Das unterirdische Wurzelwachstum ist zwar nicht sichtbar, doch ebenso beeindruckend. Letztendlich hängt das oberirdische Wachstum auch davon ab, wie gut und tief sich die Pfahlwurzel in die Tiefe bohren kann, sprich einen lockeren Boden vorfindet.

Tipp: Halten Sie bei der Pflanzung einer Eiche mindestens 15m Pflanzabstand zu anderen Bäumen, Gebäuden oder Wegen ein, um spätere Schäden durch ausladende Wurzeln und/oder Krone zu vermeiden.

Wichtige Wachstumsfaktoren

Gut ausgebildetes Wurzelwerk von Eichen sind eine gute Basis für schnelles und hohes Wachstum. Zusätzlich müssen einige weitere Bedürfnisse der Eiche erfüllt sein, damit sie ihr Wachstumspotenzial optimal ausschöpfen kann:

  • sonniger oder halbschattiger Standort
  • Mulchschicht als Schutz vor Bodentrockenheit
  • gelegentliches Schneiden
  • Gießen und Düngen in jungen Jahren
  • Bekämpfung/Vorbeugung von Krankheiten und Schädlinge

Die Eiche wächst von Natur aus wohlgeformt. Das Schneiden ist daher nur nach Bedarf anzuwenden. Zum Beispiel um tote und störende Äste zu entfernen oder den Kronenaufbau zu korrigieren.

Eiche pflanzen_Eiche Wachstum

Hinweis: Das Schneiden einer großen, alten Eiche erfordert spezielles Equipment und Fachwissen und sollte besser den Fachleuten überlassen werden. Beim Fällen großer Äste müsste ggf. auch eine Genehmigung eingeholt werden.

Roteichen

Hierzulande sind hauptsächlich die heimischen Eichenarten der Stieleichen (Quercus robur L.) sowie der Traubeneichen (Quercus petraea (Matt.) Liebl.), auch Wintereichen genannt, beheimatet. Die aus Nordamerika stammende Roteiche (Quercus rubra) findet allerdings immer mehr Befürworter in der Forstwirtschaft, da sie wesentlich schneller wächst als heimische Eichen-Arten. Sie schafft es durchaus, pro Jahr bis zu einem Meter an Höhe zuzulegen. Da ihr Holz dadurch schneller nutzbar ist, bringt sie mehr Gewinn ein.

Roteiche & Traubeneiche
Roteiche (Quercus rubra) & Traubeneichen (Quercus petraea (Matt.) Liebl.) (v.l.n.r.)

Häufig gestellte Fragen

Kann ich eine schwächelnde Eiche an einen besseren Platz umpflanzen?

Eichen bilden eine lange Pfahlwurzel und lassen sich daher schwer umpflanzen. Umpflanzungen sind nur in den ersten 3-4 Jahren Erfolg versprechend. Es ist deswegen wichtig, dass eine Eiche von Anfang an einen idealen Standort bekommt, der auch für ihre spätere Größe viel Platz bietet.

Die Eiche soll in den ersten Jahren hauptsächlich wachsen, stimmt das?

Die ersten zwanzig bis vierzig Jahre gehören allein dem Wachstum. Erst danach wird eine Eiche mannbar. Das bedeutet, dass sie erstmals Früchte tragen kann. Es vergehen weitere zwanzig Jahre, bis sie wirklich viele Eicheln bildet.

Ist eine Eiche nur für große Gärten geeignet?

Im Prinzip schon. Wer sich jedoch mit Bonsaierziehung auskennt, kann die Eiche auch in einen großen, tiefen Topf pflanzen. Mit regelmäßigen, beherzten Rückschnitten kommt sie darin nicht über die gewünschte Höhe hinaus. Zugleich kann die Kronenform ansprechend geformt werden.

Michelle ist mit vielen Haus- und Hoftieren auf dem Bauerngut ihrer Eltern aufgewachsen. Nebenbei kümmert sich die Vegetarierin hingebungsvoll um ihre Kräuter- und Gemüsebeete. Sie notiert ihr erworbenes Wissen und teilt es gerne mit den Plantopedia-Lesern und Leserinnen.

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