Womit Eichhörnchen füttern? | Erdnüsse, Eicheln & Co

Eichhörnchen füttern

Eichhörnchen sind wildlebende Tiere, die sich ihre Nahrung selbst suchen. Im Sommer ist die Natur eine gut gefüllte Fundgrube. Im Winter dagegen müssen sie aus angelegten Essvorräten schöpfen, denn die kleinen Nager halten keinen Winterschlaf. Doch auch bei bester Planung klappt die Essensversorgung in der kalten Jahreszeit nicht immer reibungslos. Schnell kann sich Hunger breitmachen. Erfahren Sie hier, wann ein Füttern von Eichhörnchen lohnt und was auf der Speiseliste dieser Kletterkünstler steht.

Eichhörnchen füttern

Ja, womit werden Eichhörnchen überhaupt gefüttert? Dass diese Baumkletterer Haselnüsse, Walnüsse und Eicheln sammeln, dürfte den meisten Menschen bekannt sein. Hier noch ein paar Ergänzungen:

  • Bucheckern
  • Esskastanien
  • Sonnenblumenkerne
  • Samen von Fichten, Kiefern und Tannen
  • kleine Apfel-, Birnen- und Karottenstückchen
  • tierische Kost wie z. B. Larven

Futter aus dem Supermarkt

Im Handel gibt es mittlerweile spezielles Mischfutter für Eichhörnchen. Es besteht zumeist aus ungesalzenen Erdnüssen und Sonnenblumenkernen sowie getrockneten Obststückchen. Tierschützer raten allerdings davon ab, Erdnüsse an Eichhörnchen zu füttern, denn Erdnüsse sind keine heimische Pflanzenart. Erdnüsse zählen daher nicht zu einer artgerechten Nahrung dazu.

Eichhörnchen mit Nuss

Hinweis: Auch Mandeln sind kein geeignetes Futter, da sie Blausäure enthalten. Sie kann in größeren Mengen den Tieren gefährlich werden.

Notwendige Vorüberlegungen

Doch bevor Sie jetzt eiligst die Futterschale befüllen und nach draußen stellen, sollte Sie auch den Rest des Textes aufmerksam lesen. Es wird die Notwendigkeit einer Fütterung näher beleuchtet. Auch Angaben zum Zeitraum, in dem Zufütterung sinnvoll sein kann, werden sie entdecken. Zuletzt gilt es den Ablauf der Fütterung so zu gestalten, dass sie den Nagern wirklich zugutekommt.

Fleißige Sammler

Eichhörnchen, wissenschaftlich Sciurus vulgaris, sind fleißige Sammler, die sich der begrenzten Nahrungsverfügbarkeit bewusst sind. Sie legen sich daher rechtzeitig zahlreiche Verstecken an, inklusive Reserven. Es scheint, als seien diese Tiere bestens auf die magere Zeit des Jahres vorbereitet. Doch einige Faktoren können zu einem langandauernden Engpass führen, der einigen Tieren das Leben kosten kann.

Eisige Winter

Eichhörnchen buddeln ihre Nahrung in flache Erdmulden ein und buddeln sie bei Bedarf wieder aus. Das Wetter im Winter kann ihnen einen Strich durch die Rechnung machen.

  • Schneedecken legen sich über die Landschaft
  • bedecken wichtige Orientierungspunkte
  • erschweren das Wiederauffinden der Verstecke
  • Minustemperaturen lassen den Boden einfrieren
  • das Ausgraben der Nahrung wird mühsam bis unmöglich

Trockene Sommer

War der Sommer zuvor sehr heiß und trocken, werden weniger Früchte und Samen gebildet. Folglich kann die gesammelte Nahrungsmenge den winterlichen Bedarf des Eichhörnchens nicht ausreichend decken. Gleichzeitig leiden auch andere Tiere unter Nahrungsknappheit. Während im Wald Wildschweine das eine oder andere Versteck erst erschnüffeln und anschließend leeren, sind es im heimischen Garten vor allem Mäuse, die sich zu Dieben eigelagerter Vorräte entwickeln.

Urbane Wohngegend

Einige Exemplare bewohnen heutzutage dauerhaft städtische Gebiete. Oft erblicken wir sie, wie sie von Baum zu Baum flitzen. Doch die Bepflanzung vieler Gärten liefert kaum was Essbares für diese Nager. Hinzu kommt der Drang einiger Gartenbesitzer, im Herbst für Ordnung zu sorgen. So werden essbare Samenstände entsorgt und Orientierungspunkte, die der späteren Versteckauffindung dienen, zerstört.

Natürliche Regulierung

Sciurus vulgaris gehört nicht zu den bedrohten Tierarten. In nahrungsarmen Wintern kann die Population der Nager zwar zurückgehen, erholt sich aber in fetten Jahren wieder. Deswegen muss der Mensch die Eichhörnchen nicht füttern. Und tatsächlich kommt kaum jemand auf die Idee, Waldtiere zu füttern. In Wohngebieten sieht es anderes aus. Dadurch dass uns die Tiere hautnah begegnen, kommt schnell Mitgefühl auf.

Höherer Energiebedarf

Im Winter geht das Tier sparsam mit seinem Energiehaushalt um. Es verlässt den Kobel nur stundenweise, um Nahrung zu holen. Die übrige Zeit verbringt es schlafend daheim. Doch eine unumgängliche Aufgabe erhöht den Bedarf eines Weibchens beträchtlich: die Vermehrung.

Die orangebraunen Nagetiere paaren sich bereits ab Dezember und bekommen ihre ersten Jungen im Februar. Da ist nachvollziehbar, dass sie in dieser Zeit genügen nahrhaftes Futter für sich und ihre Jungen benötigen.

Wann ist Zufüttern sinnvoll?

Wann genau sollen wir helfend eingreifen? Eine gute Frage. Es gibt Stimmen, die eine ganzjährige Zufütterung in städtischen Gebieten befürworten, weil das natürliche Nahrungsangebot dort knapper ist als in der freien Natur. Die meisten Tierschutzverbände empfehlen dagegen nur bei Bedarf die Eichhörnchen zusätzlich zu füttern, also im Winter.
Es gibt auch immer wieder Warnungen, dass üppiges und ständig verfügbares Futterangebot die Tiere faul machen könnte und sie das eigene Sammeln vernachlässigen. Dieser Aspekt muss bei der Fütterung bedacht werden.

Futterstellen

Mit Futter in der Hand ein Tier anzulocken, mag für Naturliebhaber eine schöne Vorstellung sein. Doch es ist nicht im Sinne dieser Tiere. Sie sollen möglichst wenig in ihrer Lebensart gestört werden. Entwickelte Zutraulichkeit kann sich im Nachhinein als schädlich erweisen. Wenn die Tiere ihrem natürlichen Instinkt, der sie vor Gefahren schützt, nicht mehr Beachtung schenken.

Im Handel gibt es speziell für diese Nagetiere konzipierte Futterhäuschen, die eine vergrößerte Öffnung haben. Beliebt sind auch Futterkästen mit einer Klappe. Den Tieren bereitet es Vergnügen, diesen Mechanismus zu entdecken und die Klappe zu öffnen. Kostengünstig wird die Futterstelle, wenn Sie sie selber bauen. Für Kinder ist das eine herausfordernde Aufgabe. Später können Sie die Tiere aus sicherer Entfernung beobachten.

Eichhörnchenfutter

Futterstelle aufstellen

Bei der Aufstellung der Futterstelle sollten einige Regeln beachtet werden:

  • nicht zu nah an menschliche Behausungen aufstellen
  • ruhigen Platz für ungestörte Nahrungsaufnahme suchen
  • Futterstelle katzensicher aufhängen oder höherstellen
  • ideal ist Baumaufhängung in mind. 1,5 m Höhe

Tipp: Wenn Sie mehrere Tiere auf Ihrem Grundstück gesichtet haben, sollten Sie auch mehrere Futterhäuschen aufstellen, jeweils mit größerem Abstand dazwischen. Diese Nagetiere sind außerhalb ihrer Vermehrungszeit Einzelgänger und liefern sich gern Kämpfe!

Befüllen und Pflege

Befüllen Sie das Futterhäuschen rechtzeitig vor dem ersten Frost. Sie können bereits im Herbst geeignetes Futter wie z. B. Eicheln sammeln. Eicheln in der Natur zu finden, dürfte nicht schwer sein. Doch auch Haselnüsse und Bucheckern können Sie bei einem Waldspaziergang finden. Wenn Sie die Futterstelle täglich aufsuchen können, dann sollten Sie sie nicht zu voll machen. Gerade wenn Sie Obststückchen dazutun, können diese schnell faulen.

Reinigen Sie die Futterstelle bei Bedarf, bevor Sie neues Futter hineingeben. Lassen Sie Nüsse in ihrer harten Schale und Nadelzapfen ganz, damit Sciurus vulgaris seine Zähne daran „bearbeiten“ kann. Sollte der Nachschub ausgehen, achten Sie darauf, nur naturbelassene Früchte, Nüsse und Samen zu kaufen.

Nahrung anpflanzen

Womit genau Sie die Tiere im Winter versorgen, können Sie frei entscheiden. Doch wie wäre es mit einer länger währenden Lösung? Pflanzen Sie doch einen Haselnussstrauch oder einen Walnussbaum. Und lassen Sie ruhig alte Samenstände noch bis zum Frühjahr stehen. Auch Vögel werden sich darüber freuen.

Hinweis: Halten Sie Regentonnen stets mit einem Deckel bedeckt, damit kein Eichhörnchen hineinfällt. Es ist zwar ein Kletterkünstler, doch an einer glatten Regentonnenwand rutscht es ab und ertrinkt.

Eichhörnchenjunges
Eichhörnchenjunges