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Einlegegurken Aussaat: Keimdauer, Temperatur & Co

Einlegegurken Aussaat Keimdauer, Temperatur & Co - Titelbild

Einlegegurken können einfach über Samen selbst gezogen werden. Wann, wie und was es zu beachten gibt, erfahren Hobbygärtner und Selbstanbauer hier.

Auf den Punkt gebracht

  • Keimung von Einlegegurken nur in warmer Umgebung
  • Vorzucht für frühere Ernte
  • kein Pikieren angeraten

Aussaat

Bester Aussaattermin

Die Aussaat im Garten-/Gemüsebeet kann theoretisch bereits ab April erfolgen, wenn der Boden eine Temperatur von mindestens zwölf Grad Celsius besitzt. Besser ist ab Mitte Mai nach den Eisheiligen, weil kein Frost für kalte Bodenverhältnisse sorgt.

Zudem keimt die Saat erst bei einer Außentemperatur zwischen 24 und 28 Grad Celsius. Die Keimdauer beträgt dann in der Regel acht bis zehn Tage. Zu säen ist die Einlegegurke bis Juli. Mit der Vorzucht (im Folgenden beschrieben) kann eine frühere Keimung und entsprechend schnellere Ernteerträge erreicht werden. 

Gurkenbeet vorbereiten

Tipp: Sollte die Bodentemperatur nicht ideal sein, kann die Saat in einem vollsonnigen Beet mittels gespannter schwarzer Folie mehr Wärme erhalten. Es entsteht ein Kälteschutz, was förderlich für die Keimung ist.

Standort

Der optimale Standort ist für die Keimung immens wichtig. Neben der idealen Umgebungstemperatur sollte dieser auch folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • sonnig und warm
  • windgeschützt
  • keine Abdeckung durch Laub benachbarter Pflanzen
  • nährstoffreicher, lockerer Boden
  • in geschlossenen Räumen um 20 bis 22 Grad Celsius
  • trockene Heizungsluft vermeiden

Samen legen

  • Pflanzabstand: 30 Zentimeter x 140 Zentimeter Reihenabstand
  • Aussaattiefe: zwischen ein und zwei Zentimeter
  • Pflanz-/Samenfurchen von 30 bis 40 Zentimeter Breite graben
  • Furchen mit verrottetem Kompost füllen
  • ausgehobene Erde darauf zu kleinem Hügel auffüllen
  • mit Fingern Einbuchtungen für Samen stechen
  • drei Samen je Pflanzloch
  • Samen mit Erde bedecken (Dunkelkeimer)
Einlegegurken: Gurkensamen

Tipp: Einlegegurken keimen und wachsen schnell, doch als Sämlinge zeigen sie sich empfindlich. Nicht alle wachsen kräftig heran, weshalb Sie mehr Samen ausbringen sollten, um den gewünschten Ernteertrag zu erzielen. Bei der Freiland-Aussaat ist ein Pikieren überflüssig.

Geeignete Pflanznachbarn

Weil Mischkulturen vorteilhaft für den Ernteertrag sind und Gurken zu den Starkzehrern gehören, sollten neben jede Saatreihe ein anderer Pflanznachbar gesetzt sein. Dadurch wird eine Konkurrenz zwischen den Gurken sowie ein rasches Auslaugen des Bodens verhindert. Beispielsweise eignen sich folgende Pflanzen ideal als schwach- und mittelzehrende Pflanznachbarn:

  • Blumenkohl (Brassica oleracea var. botrytis L.)
  • Brokkoli (Brassica oleracea var. italica)
  • Feldsalat (Valerianella)
  • Mais (Zea mays)
  • Radieschen (Raphanus sativus var. sativus)
  • Rucola/Garten-Senfrauke (Eruca sativa)
  • Ringelblumen (Calendula officinalis)
  • Stangenbohnen (Phaseolus vulgaris var. vulgaris)

Pflegehinweise

Gießen

Während der gesamten Keimdauer sollte der Boden gleichmäßig leicht feucht gehalten werden. Zu verhindern ist Staunässe, weil der Samen ansonsten zügig schimmelt. Ideal ist das Besprühen der Erde oberhalb der Samen, weil weniger Wasserdruck ein Wegschwemmen der Saat verhindert. Folgendes sollte beim Gießen zudem beachtet werden:

  • nie in der prallen Sonne wässern (Verbrennungsgefahr und zu hohe Verdunstung); ideal am frühen Morgen
  • kalkfreies Wasser verwenden; ideal 24 Std. abgestandenes Leitungswasser oder Regenwasser
  • immer hand- oder lauwarmes Wasser verabreichen
junge Gurkenpflanze

Unkraut

Als Starkzehrer benötigen die Einlegegurken viele Nährstoffe und Platz. Unkraut kann hier einen negativen Einfluss ausüben, sodass von Beginn der Aussaat kontinuierlich Unkraut zu entfernen ist. 

Vorzucht

Wer von einer frühen Ernte der Einlegegurken profitieren möchte, das Wetter aber nicht ideal zum Säen ist, dem steht die Vorzucht auf der Fensterbank oder im Gewächshaus zur Verfügung. 

Geeignete Erde

In der Regel kommt beim Säen spezielle Anzuchterde zum Einsatz. Diese ist für die Samen der Einlegegurken aufgrund des geringen Nährstoffgehaltes nicht geeignet. Es ist nährstoffreiche Gemüseerde zu verwenden.

Samenmenge

Damit mehr zeitlicher Spielraum bis zur Beetpflanzung gegeben ist, sollten nicht mehr als zwei Samen pro Anzuchttopf gelegt werden. Dadurch wird auch das Pikieren unnötig.

Beetpflanzung

Etwa drei Wochen nach der Keimung können die Jungpflanzen in das Gartenbeet gepflanzt werden. Hierbei ist sehr vorsichtig vorzugehen, weil sie über ein zartes Gewebe und sehr empfindliche Wurzeln verfügen. Folgendermaßen ist vorzugehen:

  • Erde vorab mit Nährstoffen anreichern (Kompost oder ähnliches Düngemittel)
  • direkt aus dem Topf ins Beet setzen (als Zweiergruppen)
  • Pflanzabstand zwischen einzelne Gruppen mindestens 30 Zentimeter
  • Pflanztiefe wählen, dass oberer Wurzelbereich circa zwei Zentimeter unter Erdoberfläche liegt
  • mäßig angießen
  • etwa zwei- bis dreimal pro Woche mit kalkarmen Wasser besprühen (von Regenzeiten abhängig)
  • Boden nie austrocknen lassen   
Einlegegurken: junge Gurkenpflanze

Tipp: Zeigen sich zum Termin für die Freilandpflanzung bereits deutlich geschwächte Exemplare, sollten sie direkt aussortiert werden. Sie werden vermutlich den Umzug ins Beet aufgrund zusätzlicher Strapazen nicht überleben, sodass Sie sich die Arbeit ersparen können.

Häufig gestellte Fragen

Wo liegen die Unterschiede zwischen der Salat- und Einlegegurken-Aussaat?

Der Samen der Einlegegurken ist robuster und die Keimdauer kann minimal länger sein. Aufgrund der höheren Robustheit erfolgt das Säen häufig direkt im Gartenbeet. Bei Salatgurken ist eine Vorzucht vielfach üblich. Ansonsten sind keine weiteren Unterschiede vorhanden.

Wie gut keimen die Samen von Einlegegurken?

Wenn alle Punkte beachtet werden, wie sie im Artikel genannt sind, keimen in der Regel über 85 Prozent der Samen. Allerdings ist dies aber kein Garant dafür, dass aus allen Keimlingen kräftige Jungpflanzen entstehen. Hier kann nochmals mit einem Verlust von circa zehn bis 20 Prozent gerechnet werden. Deshalb sollten Sie grundsätzlich mehr Samen legen, als Ihr Erntebedarf ist.

Sollten Gurkensamen vor der Aussaat in Wasser eingeweicht werden?

Das ist nicht zwingend erforderlich, aber erfahrene Selbstanbauer handeln so. Samen sind mit einer dünnen Gallertschicht ummantelt, die gegebenenfalls als Keimhemmer agieren kann. Durch das vorherige Einweichen für 48 Stunden wird diese Schicht gelöst. Im Idealfall geschieht dies aber auch durch die Bodenfeuchte. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, weicht die Samen erst ein.

Michelle ist mit vielen Haus- und Hoftieren auf dem Bauerngut ihrer Eltern aufgewachsen. Nebenbei kümmert sich die Vegetarierin hingebungsvoll um ihre Kräuter- und Gemüsebeete. Sie notiert ihr erworbenes Wissen und teilt es gerne mit den Plantopedia-Lesern und Leserinnen.

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